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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1911-07-21 · Heft 29 (21.7.1911) · p. Seite 342

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
75 (1911)
Issue
Heft 29 (21.7.1911)
Date
1911-07-21
Page
Seite 342 (sequence 6)
Language
German
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'Felix LiebermättN-eNtstammt einer üttenBerkiner^Fämilie. Er^sk' m VeÄin-Mören Änd/ hätVerlin" als ^täMgen'ÄSöhnsitz^WaüPtet. ^-DenrWuüsche 'seines Vaters folgend, trotze: eigener- Unlust! 'rpänwle er sich dem kaufmännischen' Berufe ‘ zu.-; Er7perließ -ihn7 aber' bäld? da - seinck Neigung -zum'r Studium/ eine unbezwingAiche war? Erwandte' sich der (Geschichte zu// studierte HauhtsächUch' in Göttingen cknter' der Leitung^ von/ G e'V-rG''Wa'itz'.-/- Kütz (erwählte ersich eine Spezialität: /die./ en gkifche Geschicht e Des Mittelalters und ward einer? ihrer beheutendstenKenner/ Seine; gelehrten Werke/^ Hntet^i < sllchungen und QÄellenveLöffentlichrnigen Onb bon der größten/ - . Wichtigkeit/ Es'- sind Arbeiten über ' Gesetze/ der Normannen-?.. ( Ausgaben der' mittelalterlichen englischen Geschichtsschreiber inder' großen Sammlung - der ' Mönümentä -' Germaniäe historica^ Editionen eines englischen Rechtsbüches - und; 'der Gesetze dem - Angelsachsen. Er bewährte iN ihnen nicht nur: einesichere// gründliche geschichtliche' Forschungsmethode, sondern .eine? stupende KenNtnrs des englischen Rechts/ und der: englischem. ' Sprache und Philologie.? ( ..'"-.v, ’-: Jeder Spezialist in diesen Dingen erkennt ihn als Meister an; selbst bedeutende Sprachünd Rechtskenner erhölen sich bei ihm'AäÄ'?Eb'fänd infolge'dieser Leistungen die höchste Anerkennung, die ein Gelehrter überhaupt -erhalten kann: Er wurde in verhältnismäßig jungen Jähren mit: dem Pröseffortitel ausgezeichnet, korrespondierendes Mitglieb-zweier - deutscher Akademien, Ehrendoktor bön Oxford und -Cambridge. Manche exklusiven englischen gelehrten Gesellschaften, bie ihre Mitgliedschaft nur fetten verleihengewährten' ihm Eintritt in ihren Kreis. -v-" ' - - '• /./"■ : 7 Liebermann besitzt alle Vorzüge eines Fachgelehrten,- : ohne an dessen Mängeln zu kranken. Et trägt sein Wissen nicht - in ungewandter, schwer verständlicher Sprache vor,' sondern bezeugt in allem, was er schreibt- Nespekt vor der: Form: Zwar vertieft er sich mit bewundernswerter Gründlichkeit und'Sorgfalt in seine For- / - j! schüngen, denen ein wesentlicher Teil seines: langen Arbeits^ tages gewidmet ' (istbeschränkt' sich aber nicht aus seia- Speziatfach; 'vielmehr ist /er ein eifriger /Leser der all*.. gemeinen ^netten ' Literatur.? Er ist nicht, wie Aeltere. es' sogern' tun, auf dem (Standpunkt seiner .Jugendjahre stehen geblieben, er' verschließt sich in keiner Weise, dem Zuge der modernen Zeit Und besitzt sowohl Verständnis, als Shm-; pachie für die literarischen urid künstlerischen Bestrebungen der Gegenwart. Er ist ein Freund der Kunst. ( Er .versteht?es^ die vornehmen, nicht prunkvollen Räume, dieer/ohue Unter-, brechüng in -den dreißig Jahren seiner glücklichen Ehe bewohnt/ mit erlesenen Werken der Bildhauerkunst- Malerei und Klein-? kunst zu schmücken. / Felix Liebermann ist dem Judentum stets treu geblieben. In das( Getriebe der Parteien freilich hat er/stch.Nimgemengt. Lebte er auch, seinen Eltern und Schwiegereltern zuliebe, den traditionellen Vorschriften treuso bekannte er stets ' freie' An4 schauungen über Wesen und Entwicklung -wer Religiom Den großen -jüdischen Organisationen, vielen Wohltätigkeitsanstaltenbesönders d'em- Auerbachschen Wäisenhause spendete er bedeutende Summen aus seinen reichen- Mitteln? /Eine; gang pesondere Tätigkeit' widmete und7widmet' er dem Hilfsve^rein ür jüdische Studierendeund der Zunz<Stiftung.'-;/ Dv./ D. Felix LieberMaun. >Noch einssr. älteren Photographie. - Liebermann weiß zu geben. Allerdings stellt er^ sich ungern an die Spitze; und ^gewährt nicht unterschiedslos seine Hilfe. Aber in.; Fällen, die ihn besonders,: interessieren, ha,, wo esgiltgroße wissenschaftliche Unternehmungen -zu fördern, bedeutende Anstälten ins Leben zu rufen und zu. unterhalten, ist er stets bereit. Jndeffen er liebt nicht, daß man davon spricht. . .Denn diese Bescheidenheit,, diese Flucht vor der Oeffentlichkeit, die Abneigung, fast Furcht, daß man von ihm redet, sind Grundzüge seines Wesens. Wirklich weiß die große Menge nichts von ihm; ja, gewiß ahnen manche seiner Bekannten und Verwandten .gar /nicht,. daß dieser einfache Mann, der über Kunst und Literatur, Politik und soziale Fragen, religiöse und allgemeine /Angelegenheiten klug und eigenartig zu reden/ weißeiner der hervorragendsten und gefeiertesten Gelehrten tji; '' /; -// Der verehrte Freund /— bentt das ist er mir durch ein Menschenatter hindurch gewesen und - geblieben — darf sich seines Lebens freuen. Er darf seiner Väter gern gedenken, nicht bloß weib sie ihm. ermöglicht haben, seiner - Neigung? .nach zu leben, ohne sich um den -Erwerb -in einew bestimmten Berufe' zu mühen, sondern /weil er -ihrer' Tüchtigkeit froh sein kann. Er lebt, geächtet und geehrt, in einem großen Verwandten- und Freundeskreise. Er hat in seiner anmutigen, geistig ' hochstehenden, seine Bestrebungen Würdigenden Gattin; deren Wesen beglückende Güte und 'herzerwärmende Heiterkeit ist, eine würdige Gefährtin gefunden, die ihm seine Häuslichkeit sonnig gestaltet,- die ihn selbst mit innigster, nie rastender Liebe umgab und umgibt. / ' - Der jugendliche Sechziger steht inmitten seines Weges, nicht äm - Ende seiner Laufbahn. Reich an Erfolgen und Ehren, erfüllt von innerer Befriedigung, so möge er im Verein mit der cherzlieben Genossin weiterschreiten ad rnultös annos. - Ludwig Geiger. Lunr Andenken an den Lirchenrnt Dr. M. o. WaWmsnn. - Von Dr. Adolph Ko Hut. '? // . II. / (Nachdruck verboten) enjb,.. T ein er ©t ubi ens cit an der Tübinger Universität hei Uhland ein Privatissimunr im Verein mit einigen änderen von dem Dichter besonders ausgezeichneten Studierenden.. In jene Zeit fällt eine hübsche Anekdote,' die ich ' der Tochter Wafferwanns- Frau Amäl ie Kaufmann in Stuttgart, verdanke -und - die wer alte Herr mit großer Vorliebe zu erzählen pflegte. Ludwig. Uhland fragte eines Tages den jungen Studenten „Waffermann, machen Sie auch Gedichte?" - . ,-Gewiß, Herr Professor-" war die prompte Antwort. . „Bringen Sie sie mir doch einmal mit." - . , Nachdem her. Aufforderung Folgen geleistet worden und Uhland die Gedichte durchgelesen hatte,, .sagte, er M seine.

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