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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1911-07-21 · Heft 29 (21.7.1911) · p. Seite 341

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
75 (1911)
Issue
Heft 29 (21.7.1911)
Date
1911-07-21
Page
Seite 341 (sequence 5)
Language
German
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341 Und das' zweite:''v*'- -r r'1* * - ' - Auf 'Verfügung des' 'Stadthal,pluial ns von -Petersburg' würde der^-jüdisch-literarische Verein, der 120 Filialen in der Provinz zählte, geschlossen. ^Dieser-.neue Gewaltakt ruft um so größere Verwunderung , hervor, >alW dem. Verein im'Laufe feiner dreijährigen Existenz..nie. die geringste Äevwq'pyWg zugegaygen Ist.. Der Verein wurde rm ^qhre 1908 von dem Duma-Abgeordneten Nisselowitsch und. dem früheren Vedakteltr der Zeitung «Der - Freund" Guensburg gegründet Er verailst^allete-literarische, Abende und Vorlesungen, die der Regierung ein Dorn im.Äuge waren.^ .. ’ :! ' ’’ : ’ ■” ' ' " r'!' ' ' .•; ' 7..- .... - v, Lerktztigtr Wünsche der Juden Welillss. - (Don unserem Korrespondenten,) . . Madrid, .20. Juni 1911. ls der junge König von Spanien vor einigen Monaten, in Begleitung-' des Ministerpräsidenten Canalejas zum erstenmal - afrikanischen Hoden betrat, wurden die Inden Melillas,-/die .damals- Seiner Majestät,; einen begeisterten Empfang, bereiteten; bei letzterem dahin vorstellig, ihnen neben den Pflichten spanischer Staatsbürger auch die Rechte solcher -einzuräumen. Es, ist, allgemein bekannt, daß die Juden .derin letzter- Zeit vielgenannten spanischen Besitzung innerhalb der Handelswelt Melillas den ersten Platz einnehmen und somit den größten Teil der nicht unbedeutenden Gemeindelasten aufzubringen haben. Dennoch ist es ihnen vollkommen versagt, sich an der ,Verwaltung der Stadt, an der sie doch das größte, natürlichste Interesse haben, zu beteiligen. Ministerpräsident Canalefas versprach . seinerzeit auch, die berechtigten Wünsche, der jüdischen afrikanischen Untertanen DoniMfvnsys,, dieser voll anerkannte, zu erfüllen. .'Der' Generalkapitän und Militärgouverneur von Melilla, seitens der spanischen Regierung .um seine Meinung befragt, wer-: teidigte das plausible Rechtder Juden mit Wärme üstd Nach-' drück in vollem Bewußtsein der. sehr wertvollen Dienste, die diese Spanien während des letzten Feldzuges leisteten, und nicht minder ..aus Gefühlen staatsbürgerlicher Gerechtigkeit. Trotzdem ist leider bis heute nicht das mindeste geschehen! Düs, große konservative Abendlatt Oorresponäeneia äs Lspana, das^ sicherlich nicht , als Vertreterin . jüdischer Interessen verdächtigt werden, kann, hebt in einem soeben erschienenen vielbemerkten Artikel, hervor, daß die Erfüllung der mehr als verständlichen Wünsche der Juden Melillas im jetzigen Augenblick einen außerordentlich, geschickten hochpolitischen Schachzug darstellen dürste, der nicht allein auf die Spanien vollergehenen Juden der genannten Stadt, sondern auch auf die zahlreichen jüdischen, zum, Teil sehr einflußreichen Bewohner der übrigen marokkanischen-Küstenstädte, die ebenfalls Spanien gegenüber die größten Sympathien hegten, den besten Eindruck hinterlassen würde. tz. Senator gest. am 14. Juli W k. ^^ie Reihen ' lichten sich. H. Senator ist tot. Die „Allgemeine Zeitung des Judentums" brachte im Jahrgang 1910, Nummer 41, ' Seite 485 ff. das Bild und eine Autobiographie -des gefeierten Mannes. In diesem Artikel hatte^ Senator^sein äußeresLeben .schlicht, erzählt und seine 'Stellungzum.'Judent^w.wüseinandorg0fetzt...^.V.-.. ::n lieber die letzten Tage Senators entnehme ich der „B. Z^ am Mittag"' folgerides-! 1 ' Metzeimrat Senator hatte ' sich. imAugust - des' vorigen Jahres von seiner Lehrtätigkeit zurückgezogen. . .Seit - dieser -. Zeit fühlte er sich nicht wohl. Er klagte viel Hbep Herzbeschwerden und hatte ganz besonders in der letzten Zeit mit Atembeschwerden zu kämpfen. Bor wenigen Wochen ging er, nachdem er noch den Winter und das Frühjahr seiner ärztlichen Berufstätigkeit, ebenso wie seinerwissenschaftlich-literarischen Tätigkeit sich ohne I'n ' Erbrechung gewidmet hatte, zu einem kurzen - Erholungsurlaub r.uch Heringsdorf. Als sich sein Zustand dort. nicht-bessertebegab sich-Senator in das Kurhaus Tegel, um dort; in der frischen Luft sich zu kräftigen und zu erholen. Die Herzbeschwerden nahmenin den letzten Tagen zu. Am 12. abends noch empfing er eine Anzahl früherer Assistenten zu Besuch und Plauderte mit ihnen vergnügt in absoluter geistiger Frische über die medizinischen Fragen des Tages. Er las noch die medizinischen Zeitschriften und unterhielt sich über seine-letzte Arbeit: „Uebex das Fieber", von der noch in den letzten Tagen ein Teil, veröffentlicht worden ist. In der Nacht vom 13. bis 14. traten wieder die Atem- und Herzbeschwerden aus, und heute , früh schlummerte der Gelehrte infolge einer Herzlähmung sanft und schmerzlos hinüber." - ■ Seine wissenschaftlichen Verdienste, für deren Darstellung ich nicht kompetent bin, sollen womöglich von einem Fachmann : in diesem Blatte gewürdigt, werden. ,, Nur ein kurzes Wort sei heute hinzugefügt, Ich war mit. Senator viele Jahre in der Repräsentantenversammlung, im dritten Ausschuß und einige Zeit in der Rabbiner-Wahl- Kommission zusammen. Senator war von der konservativen Partei gewählt worden und hielt sich zumeist zu ihr. Aber wer wie er das Wesen : des Judentums wesentlich, in dem ' Glauben an den einzigen Gott sieht, wer wie er die Auferstehung und die persönliche Fortdauer des Menschennach dem Tode " leugnet, wer die Aenderung der Zeremonialgesetze — wenn auch eine allmähliche — durchaus billigt, der ist kein Konservativer. Wirklich hat sich Senator in seinen Abstimmungen als ein gemäßigter Mann gezeigt, manche liberale Anträge unterstützt und'gefördert. Er war kein allzueifriger Besucher der Plenarsitzungen und . der Kommisionen, Wenn er zugegen war, beteiligte er sich zwar aufmerksam an den Beratungen, ohne häufig das Wort zu ergreifen. Tat er dies, so sprach er schlicht und eindringlich, ohne durch irgendwelchen Glanz der; Rede zu blenden. Aber inan hatte stets die Empfindung, einen Mann vor sich-zu sehen, der von einer Liefen Ueberzeugung erfüllt war, einen Mann, dem es nur auf die Sache ankam, nie auf die Geltendmachung . seiner Person. Daß dieser schlichte, einfache Mensch .eine der glänzendsten Zierden der Berliner Universität, eine Leuchte der. medizinischen Wissenschaft war, das konnte Man seinem stillen Wesen nicht änmerken. Er wollte nur feine. Pflicht erfüllen und tat dies mit ruhiger Selbstverändlichkeit und rührender Hingabe. Möge es uns an solchen Männern nie fehlen! L. Or. '; Krofellor jfrlft Lirbrrmünn könnte heute, am 20. Juli; seinen 60. Geburtstag feiern.^ Er - könnte, aber er tuts nicht. Denn er ist allen Huldigungen " - Äiid' /FeMchMteN'-duvcheine -Reise aus dem Wege gegangen- Drötz dieser großen Bescheidenheit und seiner auch mir gegen-- . über geäußerten Abneigungvon sich reden zu lassen, sei dem verehrtenMann,/ dein bedeutenden Gelehrten und lieben Freunde ein kurzer Glückwunsch zugerufen.

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