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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1911-07-21 · Heft 29 (21.7.1911) · p. Seite 340

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
75 (1911)
Issue
Heft 29 (21.7.1911)
Date
1911-07-21
Page
Seite 340 (sequence 4)
Language
German
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M0 ,passender. Hrbeit in^ihrem Streben,,die wirtschaftljcha.und gesfllschqstgliche Lage W, bessern, tatkräftig beizüstehep." -. , ... \ , Md -die-Ax^, wie dieser Zweck, ersüllt wird./durch. Äufnahrne und , Beschästigung der, augenblicklich; Stellenlosen, durch GewerhMulen aller Art, .ist eW geradezu.grandiose. .Hxr AWer - diehrtz).Anstatt, der sein gunzsss Hermögen'.— En .v-Willfpneü'^Kr?-^- dazu vermachte, ^ist. .p.r^ube,-. über stzju; . Leben und; sein Wesen: teilt E. Gagliardi.in der „Äossischen Zeitulrg machstehendes mit: E so. fragtzn sich die.meisten erstüMt. . Ein, Dann.. der 'auf^Mgemeine.Werfpnuung^und^.NankbarkM. Nn; Anrechthat. wie. nur .wenige,. also lautet die Antwort. Leicht, läßt sich;?jne . solche Behauptung begründen. Zn. Mantuageboren.ver- ' brachte. Moise gemeinsam mit seinen Glaubensgenossen Hste/ÄiAV» heit. undKnäbenzeit eingeschlossen ' im finstersten' Ghetto/ ein- Gegsststaüv der 'Verspottung, wenner sich über seines' Hauses Schwelle wagte/ Nicht selten -sogar das Ziel tätlicher'Angriffe. -Dem cherÄd- ' gewachsenen jungen Mann war ein -solcher. Zustand unerträglich; nachdem er seine Peiniger verschiedene, Male die Stärke seiner Sänfte hatte fühlen lassen, zog er..es vor, das Weite, eine reinere . moralische Lust zu suchen, yehev.Triest -wandte er sichnach Aegypten. Der Augenblick war nicht schlecht gewählt. Loria hatte sich zum tüchtigen Geschästsmann entwickelt, schnell verstand er "es, :-die-Gunst de^, allmächtigen^-Mehemet Mz - zu. gewinnen,- ihm wurden chw. gesamten Holzlieferungen für die damals in Angriff genommerken .Gisenhahney; . übertragen., §)amit legte er .den Grund zu seinem ' fürstliMn' VerillögeN. „Vach der ersten Million folgen .die änderen rapch", pflegt« er später zu sagen, ein Wort, das zu einem geflügelten 'geworden ist?; ' .?(. " ' Im -sechsten Jahrzehnt' seines Lebens zog er sich von den" Ge-- schäften zurück, ein wortkarger Mann von 'säst -spartanischer Bedürsniskosigkeih von' lauterster Gesinnnug, stets hilfsbereit. In/ ' seiner ihm - kongenialen Frau' besaß er alles, was er' liebte, wäs^zu seinem Glück notwendig war. Im Gegensatz zu seiner trägen Zunge stand fein nie rastender Geist. Sein Nachdenken,- -...ßeiw - GrK^n-' ' konzentrierte sich besonders/als er die treue Lebensgenossin verloren' hatte, auf die Frage: Wie kann män der Bettelei, die' sich überall offest oder verstohlen in tausend Formen offenbart, wirksam-zu Leibe gehen, wie jedem Arbeitswilligen eine ersprießliche Tätigkeit ' sicherst? Den wenigen Leuten gegenüber, die er seines Vertrauens für ' würdig hielt Äußerte ' er 'sich folgendermaßen: j,Söllte e8 nicht möglich fein,' 'eine Art von „rotem Kreuz" gegen die. Betteleiins Leben zu rufen? Sind etwa Bettler nicht Gefallene, Verwundete, Unglückliche, denen Man wieder auf die-Beine helfen muß? -Trügt doch der Besitzende durch Stenern, freiwillige Almosen, allerlei 'Stiftungen, mittelbar oder unmittelbarsein Scherfleinzur Unter- - Haltung von Bettlern-und Vagabunden, zur Bestreitung der Unterhaltungskosten für Arbeitshäuser und Strafanstalten bei. Wäre es nicht bester, diese Unsummen einer sachkundigen Zenträlö zustießen zu lassen/ die sie dann durch" Hundert« und Tausende von Kanälen - den betreffenden Stätteii sanierend und fruchtbringend znführen würde?" '-Zahlreiche -Äbhündlungen, die er diesem Problem weihte, gab er anonyin heraus/ weil er wünscht«,- daß -die Sache über dem Namen stehen sollte/' - - r - :V;; 'v v: Von diesen/ erhebenden Erscheinungen muß man den Blick nach Rußland wenden. Wir haben schon in der letzten'dieser / Uebersichten eine 'Wdeütung dävon gegeben, daß die Enthüllung der Kiewer RitüÜlmotdaffär.e nahe bevorsteht. Jetzt finden' wir in der see-Zeitüng" eine ausführlichere Darstellung, die im nachstehenden folgen mag: . Mit der Kiewer Ritualmordaffäre wird es nun voraussichtlich </;hald; ,ayß,-sM.- - Denn , fetzt, kommt eine. Bnchrich.t,.die-, den hetzerischen . Hy^romgeistern .wenjgstenß,,nach. d ieser R,i.^t.nng / hin.das /Hyndw/erk ..^lg^t,^wlrd/-'/.^.ie.^ .neuerdings /mit . großer Energie' wieder .auf-' /^genyistmeri«//Voruntersuchüng. hät nämlich/ vorläufig/'VasErsiebüis ^he^eitlgk,./ hcssi/' die Ermordung / des ünglücks«ligett Knaben Jüstschinsky als.das Werk seines Stiefvaters und eines Verwandten Nj^- * schiüÄy^ 'festswht Eigentlich war der Verdacht ' der" TärsrsHäft dön °bo'rsthereist Lus''die''Nächstest'ÄuftschsttSW"würdest damals/ bald nach"der Auffindung der Leiche äüch festgenvmmen. -Da', griffen 7,unbekannte Personen von hphem/Einfluß" rw'öie?Angelegenheit ein- und Gewirkten die Freilastung^-Her.verby/cherischest Mppe. Zugleich damit brach /einefrevelhafte Ägllalion ^gegew di« - KiewerZüdensos, eine Agitation, - die . vor keiner, bewüßten Lüge, scheute uyd zn Zudenjuassakers, mqhnteL.Kein anderer/als die. Jnden seien schuld am Tode Justschinskys, hieß es in den: Zeitungen. 7.m speziellen Proklamationen, in R«den, und' die./jüdische Gesämthejt , müsse das zu rituellen Zwelsett'Megangene Verbrechieü ' büßsn. ■* Zn Kiew, wo die Pogröminstinkte besonders astsgebsldet sistd,-.'fand - die allzu - bekannte und' bewährk«-Aprache ch.W/Möb'- sehnellekn«u-ftärkßn Widerhall und' rief bei den Juden eine ungewöhnliche Panik -herdor. Die Panik -verstärkte, sich noch/ alS 'die.- „echtrussische"- Gruppe/von . Mitgliedern der .-Duma' eine/. Jnterpellntwn, über' /di«:' angebliche , Ritnälmordaffäre einbrachte und /sie ' in, der' Kammer;^mst >den schlimmsten Pogromredenbegrsindete,. .-/ES.fy-ar/-yrm für die./Bedrohten eine wahrhafte Erlösung, als^.die/^änslä^dis.che / Presse /der ge- ..fäh/rlichen: Affär« eiste., .gewisse /Aufmerksarstkeil. zstwandte /.und die niederträchtigen Pogrombestre'bustgen rechtzeitig festnügelt'e. Selstst die Stolypinsche Regierung, sah sich durch die deschänlenden Hinweise des Auslandes gezwungen, dem Treiben der rabiaten Judenfresser nicht tatenlos zuzuschauen, und sie entsandte an die Stätte des Unheils einen gewissen. Krassowski. der früher Chef der Kiewer Polizei gewesen war und jetzt im Petersburger Polizeidepartement einen hohen Postenbekleidet. Seiner Tatkraft gelang es'sehr schnell, die richtigen Spuren der Täter zu finden und insbesondere den Haupt- ' beteiligten Njeschinsky zu /eruieren,' ein verbrecherisches Subjekt aus - den. Reihen des Schwarzen Hunderts, da8 bereits Mil.'Arrestanten- > kömpägnie bestraft war. Estvas ,spät hinkt auch/die lokale KiewZr ^Polizei ' nach: der Chef der -örtlichen Kriminalpolizeihat seinersei-ts gleichfalls dje, Verhaftung Njeschinskys wegen ^Crnwrdnng Jnstschinskys angeardnet- Die Panis.düxfte nunmehr in K/iew sür> einige .. Zeit Schwinden. D ist aber ein Symptom. schwerster'Barbarei, wenn jeder .Keliehige - Mord.. 'de«/ Juden fn d/ie Schuhe ' geschoben werden kann, solange die Täter nicht ermittelt sind// Das Dämoklesschwert der Ritualmordbeschuldigung bleistt so auch weiter über den^Köpfen der russischen Juden hängen. " In Kiew speziell kaum,sich die Jud«ngeMeinde Überhaupt sticht' beruhigen. Denn in' anderer.Form,/ln /.der Form Won Massenausweisungen, findet' in diesem.Sonmle'r, ans Anordnung derselben Stolypinschen Regierung ein . realer Pogrom statt. -- - ' ' Auch sonstsieht es in Rußland höchst traurig aus. . - Die Neue Jüdische Korrespondenz" weiß - nachstehendes von Pogrom-Flugblättern zu berichten: . - j. Vor kurzem wurde - von Petersburg aus nach -allen Gauen Rußlands ein Flugblatt in unzähligen -ExeMPkärsst verfändt^ in welchem die Bevölkerung' zu PogroMLn. gegdn/die Juden.aüfger.eizt .wird:/-Das ./Elaborat trägt.die Ueberschrift:. „Die.in den ausländischen Staaten sestgestellten bestialischen Handlungen der Juden." und enthält. Abbildungen alter Kupferstiche, die „Rituylmorde" . ^nd die: „Schreck«»" der großen französischen Revyluti.o.n.-zur Darstellung bringen. Auf die. Unwissenheit der Massen rechnend, bringt' der Verfasser// des/ Hetz» aufrufes die AevolMost' Mit den „Ritualmörden" in Zusästünenhäng und versichert Unter anderem,'daß der 9/ Thevnlidor des Iah res-1792 nichts andereswar als eine jüdisch'freinlaürerische Verschwörüng-'ßegen das Volkd. h. gegen die Bauern- und Arbeiter. . < . f Mit. welch roher Willkür tn"Mßtäud/'--'g«g«rr/^udtN''WK:- /WLanglen'wird,- beweisen folgende Telegramme des „Berliner /'LägäbläM: ^//^.//E' /'/ Zn einem Ort' ^ei Tschenstochau würden '15 jüdische Familren, .die seit '30 Jahren dort/Bauernland besitzen,, auf richterlichen Spruch "/ohne /jede Begründung sofort äüsgewitzsen. - -- - t ----- - t«;.: ^'.'/./ Wf

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