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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1911-07-07 · Heft 27 (7.7.1911) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
75 (1911)
Issue
Heft 27 (7.7.1911)
Date
1911-07-07
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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für die bei der Zwangseinziehung von Kultussteuern beteiligten Charlottenburger und Schöneberger Polizeibeamten wurde von 120 Mark auf 150 Mark jährlich erhöht, ebenso wurde' die Remuneration für die Auskünfte der Einwohnermeldeämter in Schöneberg und Charlottenburg mit Rückwirkung vom 1. April 1910 ab von je 209 Mark auf je -250 Mark jährlich erhöht- Für den jüdischen Religionsunterricht an der Apelschen höheren Töchterschule wurde die Subvention vom 1. April 1911 ab von 420 Mark auf 660 Mark jährlich erhöht. . — Das Israelitische Krankenheim in Neuenahr wird für die beiden folgenden Jahre eine Subvention von 200 Mark (bisher 100 Mark) erhalten. — Die Erhöhung der für den Neligionsverein Gesundbrunnen beantragten Subvention wurde vertagt.—Dem Synagogenverein Beth Zion wurde für dasJahr 1911/12 zu der bereits bewilligten Subvention von 7700 Mark eine solche von 1500 Mark unter der Bedingung bewilligt, daß die Lehrergehälter dem Voranschläge des Vereinsvorstandes gemäß erhöht werden. — Debattelos wurden ferner folgende Subventionen bewilligt: an den Religionsverein Ahawas seholaum al§ einmalige außerordentliche Beihilfe 2000 Mark, an die Israelitische. Vereinigung Karlshorst eine Beihilfe von 400 Mark, ferner für den Fall, daß an den hohen Feiertagen ein Festgottesdienst veranstaltet wird, ein weiterer Beitrag von 300 Mark, an den Schöneberger Synagogenverein für die Zeit vom 1. Juni 1910 bis 31. März 1911 nachträglich eine Erhöhung der Subvention auf den Jahresbetrag von 12 000 Mark und für die Zeit vom 1. April 1911 bis 31. März 1912 eine Subvention in gleicher Höhe, außerdem zu den Kosten der inneren Einrichtung der Vereinssynagoge in der Münchener Straße ein einmaliger Zuschuß von 10OO0 Mark, an die Religionsgemeinde Nixdorf 1250 Mark zur Veranstaltung von Gottesdienst an den diesjährigen hohen Feiertagen, an den Religionsverein Westen für das Etatsjahr 1911/12 eine Subvention von 12 000 Mark, an den Luisenstädtischen. Brüderverein für' das Jahr 1911/12 an Stelle der ihm bereits bewilligten Subvention/' von 6000 Mark eine solche von 8000 Mark,. zur Bezahlung seiner Schuld bei der Commerz- und Diskontobank ein Betrag von 1500 Mark, ferner sollen die ihm als Vorschuß gezahlten 30OO Mark' niedergeschlagen werden; an den jüdischen Volksverein für seine allgemeinen Zwecke 600 Mark und für die Herberge 1500 Mark, an den Unterstützungsverein für unbemittelte jüdische Kurbedürftige in Bad Nauheim 150 Mark jährlich für die Etatsperiode. Zur Anstellung einer Hilfskraft für die Katalogisierung, Aufstellung und Ordnung der Albert Wolfschen Sammlung für die Dauer eines. Vierteljahrs wurden 125 Mark monatlich zur Verfügung gestellt, zur Schaffung einer sechsten Synagogenaufseherstelle für die Synagoge Kaiserstraße ein jährlicher Betrag von 300 Mark beschlossen. Damit schloß die öffentliche Sitzung, der noch eine geheime Sitzung folgte. *** Berlin, 4. Juli. Am 28. v. M. ist der langjährige Prokurist der Firma Rudolf Masse, Herr Max Bauch Witz, im Alter von 50 Jahren plötzlich verschieden. Der Entschlafene, ein Beispiel seltener Treue und außerordentlichen Fleißes, stand in naher Beziehung zur Redaktion der „Allgemeinen Zeitung des Judentums", für die er über zwei Dezennien verantwortlich zeichnete und auch sonst für die Verbreitung des Blattes lebhaftes Interesse bekundete. Wir werden dem edlen Manne über das Grab hinaus ein treues Gedenken bewahren. Die Beisetzung der Leiche erfolgte unter großer Beteiligung am 2. d. M. auf dem Friedhof in Weißensee. Die Trauerrede hielt Rabbiner Dr. Weiße, der mit ergreifenden Worten das Lebensbild des Verklärten zeichnete und den schmerzgebeugten Hinterbliebenen den Trost der Religion spendete. §£g Berlin, 4. Juli. Die Sport-Äbteilung des Jüdischen Turnvereins Lar Loedda (Berlin) beteiligte sich am Sonntag den 25. Juni an der großen Berliner leichtathletischen Konkurrenz, dem Staffettenlauf Potsdam—Berlin. Unsere Sportleute können mit dem Erfolge zufrieden sein. Unter 38 Mannschaften von Sportsleuten, Turnern und Soldaten placierten sie sich als 22. Im Sonderwettbewerb der 13 erstmalig teilnehmenden Vereine endeten sie an 6. Stelle. Unter den 4 erstmalig teilnehmenden Turnerinann^ schäften war die des Lar Xoobda zweite. Bei den umfassenden undschwierigen organisatorischen Vorbereitungen, die gerade diese Kon- I kurrenz erforderte, ist der Vorteil einer mehrmaligen Praxis ein so großer, daß ein Vergleich des rein sportlichen Könnens billigerweise nur unter den im Sonderbewerbe zusammentreffenden Mannschaften möglich ist. Und da ist denn das Abschneiden des Lar Loedda ein recht erfreuliches. Der Erfolg wird der Mannschaft gewiß viele neue Freunde gewinnen und. sie anspornen, mit verdoppeltem Ernst und Eifer ihrem Training, obzuliegen. Ihr eigener Sportplatz in Schulzendorf und die Wochentagsübungen im Treptower Park bieten dazu beste Gelegenheit. Adresse für Anmeldungen und Auskünfte: Bureau be§ Bar Kochba, Berlin C., Atexanderstr. 39. ... Sü2 Berlin, 30. Juni. Die Deutsche Orient-Gesellschaft hielt vor kurzem die 13. Jahresversammlung ab. Bei der Besprechung des Jahresberichts erläuterte Professor Delitzsch eingehend Professor Koldeweys Berichte über die von ihm geleiteten Ausgrabungen in Babylon, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß es dem Forscher in wenigen Jahren gelingen werde, das ganze Stadtbild Babylons klarzulegen. Auch die von Dr. Andrae in Assuan unternommenen Grabungen hob er rühmend hervor. Professor Erman referierte über die Ausgrabungen .in Aegypten. Professor Borchardt, der hier im Aufträge Dr. James Simons die Ruinen von Tell-el-Amarna, der Residenz Amenophis' IV., untersucht, hat gleichfalls interessante Feststellungen von Grundrissen und zahlreiche. Kleinfunde gemacht. L Danzig, im Juni. Der Verwaltungsbericht des Ausschusses des Verbau des der Westpreußischen Synagogen-Gemeiuden über das 13. und 14. Verbandsjahr 1909/10 und 1910/11 liegt uns vor. Dem reichhaltigen Material entnehmen wir, daß die aus dem letzten Gemeindetag Mai 1909 in Danzig beschlossene Berufung der Provinz durch eine sachgemäß instruierte Persönlichkeit zwecks statistischer Ermittlungen zur Ausführung kam. Prediger Wols- Tempelburg, der hierzu beauftragt .war, hat das Ergebnis seiner Erhebungen und Feststellungen in einer umfangreichen Denkschrift niedergelegt. Auf Grund dieser Denkschrift sollen die bestehenden Mißstände in der Gemeinde beseitigt und die nötigen Reformen angebahnt werden.. Vor allem hat sich der Ausschuß die Sorge der Regelung der Pensionsverhältniffe der Gemeindebeamten angelegen sein lassen. Als geeignete Versicherungsinstitute wurden der Magdeburger Privatbeamten-Verein oder die Hilsskasse für israelitische Beamte der Provinzen Ost- und Westpreußen in Vorschlag gebracht. Zu Prämienbeihilsen wurden bereits 1909 300 Mark in den Etat eingestellt. An leistungsschwache Gemeinden wurden 1909/10 2090 Mark an Subventionen bewilligt: 1910/11 in der gleichen Höhe. Durch diese Beihilfen war es zwei Gemeinden, die bisher den Religionsunterricht entbehrten, möglich, den Unterricht durch Wanderlehrer erteilen zu lassen. Für Gewährung von Subventionen kamen nur Gemeinden in Frage, die seminarisch geprüfte Lehrer beschäftigen. Der Kassenbericht für die beiden Verwaltungsjahre 1909/10 und 1910/11 balanciert in Einnahme und Ausgabe mit 11644.55 Mark. L. Hohensalza, 28. Juni. Zu einer imposanten Traüerseierlichkeit und -Kundgebung gestaltete sich, am 22. v. M. das Leichenbegängnis der verstorbenen Frau Dr. Levy geb. Weigert und legte Zeugnis ab von. der Liebe und Verehrung, die die Verblichene in allen Schichten der Bevölkerung genoß. Einem letzten .Wunsche dieser edlen, wohltätigen Frau entsprechend, war die Aufbahrung in dem von ihr so sehr geliebten Garten erfolgt. Die Bäume waren umflort und die Wege mit Rosen bestreut. Hunderte von kostbaren Kränzen und Blumenspenden bedeckten den Sarg und Rasenplatz, davor. Die Trauerfeier begann mit der Niederlegung von schlichten Kornblumenkränzen seitens der Pfleglinge des „Erna Levh-Heims", die paarweise an dem Sarge ihrer Gönnerin vorüberschritten. Nach einem kurzen Gebet des Rabbiners Dr. Kohn setzte sich der Trauerzug durch die von einer dichten Menschenmenge umsäumte Solbadstraße in Bewegung. Voran schritten die Kinder der Ferienkolonie. Dem Leichenwagen folgten .Rabbiner Dr. Kohn,. die Leidtragenden und Verwandten, ferner viele Mitglieder des hiesigen Offizierkorps, die Spitzen der Zivil- und Militärbehörden, die Vorstände und Vorstandsdamen der verschiedenen Vereine und die vereinigten Körperschaften der jüdischen Gemeinde. Eine große Zahl , teilnehmender Leidtragender aus Stadt und Land bildeten den Schluß des Gefolges. Auf dem Friedhof entwarf Rabbiner Dr. Kohn ein ergreifendes Bilk

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