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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1911-06-16 · Heft 24 (16.6.1911) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
75 (1911)
Issue
Heft 24 (16.6.1911)
Date
1911-06-16
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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Neuen Palais zu Potsdam in Privataudienz empfangen. Während seines Besuches in Berlin hat Herr Sckiff mit hiesigen 'ersten jüdischen Kreisen "konferiert.' mit denen gemeinsam er fürHie Linderung der Lage der russischen Juden wirkt. Von Berlin aus begab sich Herr Schiff nach Hamburg, wo er als Gast des Generaldirektors Büllin einige Tage verbracht hat. — Im Monat Mai wurden im Krankenhause der jüdischen Gemeinde 307 Kranke behandelt, von welchen 168 (18 durch Tod) ausschieden, so daß am 1. Juni 1911 ein Bestand von 139 Kranken verblieb. Dieser verteilte sich auf fünf Kranke in Extrazimmern, 124 Stationskranke, zwei Diphtherie-, fünfScharlach-und drei Masernkranke. — Zum Leiter der fünften Religionsschule, Knabenabteilung. wurde deren bisheriger Leiter, Herr Professor Dr. Friegel definitiv gewählt. — Herrn Theodor Bernheim in Berlin ist der Rote Adlerorden IV. Klasse verliehen worden. — Herr Landrabbiner Dr. Jonas Löb-Emden ist am 3. Juni in Berlin, wo er von seinem schweren Leiden Heilung hoffte, demselben.erlegen. Die Beerdigung hat am letzten Dienstag unter großer Teilnahme in Emden stattgefünden. — Soeben geht uns die erfreuliche Mitteilung zu, daß der gelehrte Rabbiner Dr. Philipp Bloch in Posen anläßlich seines 70. Geburtstages zum Professor ernannt worden ist. — Am 7. Juli d. I. sind 25 Jahre vergangen, seitdem Fräulein Jda Cohn die Leitung des Berliner Jüdischen Ferienheims zu Elmen-Salze übernommen hat. Einige tausend jüdische Kinder Berlins haben in diesem Heim während dieses Zeitraums Erholung, Kräftigung und Genesung gefunden. Möge der trefflichen, verdienstvollen Jubilarin noch eine recht lange segensreiche Wirksamkeit befchieden sein. — Auf der landwirtschaftlichen Ausstellung zu Magdeburg erhielt die Firma Gebrüder Sachs zu Gr. Salze zwei hohe Preise für rationelle Pferdezucht. — Die Gemeindevertretung in Neuß a. Nh. hat einstimmig die lebenslängliche Anstellung des Kantors und Neligionslehrers Herrn . Nuß bäum mit Gehaltsssala, Pensionsberechtigung und Hinterbliebenen-Versorgung beschlossen^ — Geheimrat Pros. Dr. Ehrlich ist, wie aus Frankfurt a. M. gemeldet wird, zum Wirklichen Geheimen Rat mit dem Titel Exzellenz ernannt worden^— Die „Neue Freie Presse" meldet aus Lemberg: In Stanislau drangen Sozialdemokraten in den'Hofrauin eines Hauses ein,. in dem eine zionistische Wählerversammlung stattfand. Aus dem Fenster des Versammlnngssaales wurden auf die im Hofe lärmenden Sozialisten glühende Kohlen geworfen und siedendes Wasser geschüttet- Nach einem abgegebenen Nevolverschuß stürmten die Sozialdemokraten den Saal. . Es. fand eine große Rauferei'statt, wobei vier Sozialisten uud 30 Zionisten schwer verwundet wurden. Polizei löste die Versammlung auf. — Aus Budapest wird uns geschrieben: Wie ich aus absolut sicherer Quelle erfahre, würde der Oberrahbiner unserer Gemeinde Dr. Samuel Kohn vom König zum Magnatenhausmitglied ernannt. Die diesbezügliche Ernennung befindet sich bereits, mit der königlichen Unterschrift versehen, im Ministerium, von wo die Zustellung demnächst erfolgen wird. —Der bekannte Kunsthändler Charles Wertheim in London, der am 24. April gestorben ist, hinterließ ein Legat von zehn Millionen Kronen für wohltätige Zwecke. — Aus Rußland kommt die Kunde, daß eine heftige Feuersbrunst in Mir - Gouvernement Minsk 400 jüdische Häuser, fünf Synagogen und die bekannte Jeichibäh zerstört hat. Auch in anderen Städten wie z B. in Szagor und Puschelat ist ebenfalls durch Feuer großer Schaden verursacht worden. — Der bekannte jüdische Großkaufmann Moses Holpern in Kiew hat 30 000 Francs für den Vau jüdischer Arbeiterhäuser in den palästinensischen Kolonien gespendet. — Die Bewegung gegen das Missionsunweseu und ihre belästigende Seelenfängerei hat in Kanada stark an Umfang gewonnen. Einen aktiven Charakter nahm die Bewegung in Wimipez an. In einer Versammlung, in welcher mehrere anwesende Missionare auf Seelenfang ausgingen, traten die anwesenden Rabbiner gegen die Missionare in schärfster . Weise auf. In derselben Versammlung wurde auch eine Antitaufliga zur Bekämpfung der Missionare und der getauften Juden gegründet. — Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow. Florastr. 58. Grlchäktlichr — Bei der Deutschen Militärdienst- und Lebensversicherungs-Anstalt a. G. in Hannover waren nn Monat Mai 1911 zu erledigen: 1066 Anträge über 3 022 130.— Mark Versicherungs-Kapital, das sind rund 670 000.— Mark mehr als in dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Von Errichtung der Anstalt (1878) bis Ende Mai d. I. gingen ein 457 236 Anträge über rund 702 288 605.— Mark Versicherungs- Kapital. Die Auszahlungen an Versicherungssumme, Prämienrückgewähr usw. im Jahre 1910 betrugen rund 13 000 000 Mark; die Gesämtauszahlungen seit Bestehen der Anstalt ergeben rund 130000000.— Mark. Der Hhpothekenbestand erhöhte sich im Jahre 1910 um 2 301 403.— Mark und betrug am Jahresschluß 126584468.— Mark. Godesberg- Rhein. Erstkl.Anstaltfür Nervenand Gemütskranke. Durch Park getrennte Villen. Dr. Bernard. Bad landeck —— * in Sohles. 450 m Seehöhe /d Schwefelthermen (28,5« C) mit höchst. Radioaktivität bis 206 Einheiten. Waldreichster' Terrainkurort. Angezeigt bei FrauenundN ervenleiden, Folgen mech. 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