Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 75 (1911)
- Issue
- Heft 23 (9.6.1911)
- Date
- 1911-06-09
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3224737-3228961-3228985--67541-3279763- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Ethik; des. .Judentums zweimal wöchentlich, 8. Homiletik: Fest-j-; predigten einmal wöchentlich; Rabbiner- Dr. D e uts ch: 9.MpöM logetik: auS der Geschichte der Religionsgespräche zweimal wöchentlrch?,ni- 10. Ritualien: Das wichtigste aus den Vorschriften über die EheKrr schließung einmal wöchentlich. Kantoren wird besondere Gelegenheit i? geboten sein, in ihrem Fache sich weiter fortzubilden. Der Kursus; ist unentgeltlich und steht allen jüdischen Lehrern und Lehrerinnen offen. Den Teilnehmern können zu den Aufenthaltskosten Sub-:: ventionen in Aussicht gestellt werden. Meldungen sind bis zumd 20. Juni an Lehrer Möops, Breslau, Ohlauerstraße 1, zu richten,-.- der gern weitere Auskunft erteilt und den Nachweis von Wohnungew: mit und ohne Beköstigung übernommen hat:.- Ll. Hamburg, 1-. Juni. Das Repräsentantenkollegium/, der Deutsch-Israelitischen Gemeinde nahm in seiner unter» Vorsitz des Herrn I. Lippmanw abgehaltenen Versammlung znnächst.- die Mitteilungen des Gemeindevorstandes entgegen, daß im letzten^ Jahre dem- Gemeindevorstand eineneue „Carl und Anna Horn-r Stiftung", dotiert mit 143000 Mark, zu gegangen sei. deren Zinsen-in:i- . vierteljährlichen Raten von 30 bis 40 Mark an bedürftige hiesige der Gemeinde Angehörige Familien oder'alleinstehende weibliche Personen verteilt werden sollen. Dazu sei in diesem Jahre noch die „Joseph und Julius Kornheimer-Stiftung" gekommen, die mit 300000 Markdotiert ist. Von dieser Stiftung sollen cherwandt werden die Zinsen-- von 100000 Mark für wohltätige Zuwendungen an Vereine und- Private durch die Gemeinde in Hamburg, die Zinsen von weiteren 100000 Mark durch die Israelitische Kultusgemeinde in München,i; die Zinsen von 100000 Mark zu Unterstützungen an bedürftige Ver-- wandte der Stifter nach näheren Angaben in der Stiftungsurkunde. 1 Die Herren Kimmelstiel und'Oettinger stellen nun den Antrag,-! den Gemeindevorstand zu ersuchen, bei der Annahme hon Legaten ( und Stiftungen, mit denen gewisse Bedingungen verknüpft sind, künftighin die Mitgenehmigung des Repräsentantenkollegiums einzuholen. Der Antrag gelangt aus die Tagesordnung der nächsten., Sitzung.' Der Antrag auf Errichtung eines Blumenpavillons beim- -. Ohlsdorser Friedhof wurde nach eingehender Begründung durch - den Kommissar des Gemeindevorstandes Herrn Heinr. Levy in nament-5 licher Abstimmung gegen drei Stimmen angenommen. Eine sehr;'!- lebhafte Debatte rief der Antrag des Gemeindevorstandes hervor, die j Satzungen der Israelitischen Töchterschule in der jetzt vorliegenden i Form zu genehmigen. Es handelte sich im wesentlichen um die Frage, ob dem Schulvorstand das Recht eingeräumt werden soll, sich... eventuell durch weibliche Mitglieder mit beratender Stimme zu : ergänzen. Herr Laskar beantragt, den weiblichen Mitgliedern des - Vorstandes auch eine beschließende Stimme einzuräumen, während..^ Herr Mathiasbn ein Amendement beantragt, dahingehend, daß die -- weiblichen Mitglieder des Schulvorstandes nicht dem Lehrerinnen- - stände angehören dürfen. Das Ergebnis der Debatte war schließlich . die Ablehnung der Zulassung weiblicher Mitglieder des Schul-; Vorstandes aus prinzipiellen Gründen. Der Antrag aus Nach- - bewilligung von 1000 Mark auf das Budget der Töchterschule für- Zwecke der Haushaltungsschule wurde ohne Debatte genehmigt,- ebenso der Antrag des ' Gemeindevorstandes auf Bewilligung der Mittel zur Anstellung eines Schularztes für die Töchterschule. <££ Friedrichstadt, 4. Juni. Tie hiesige israelitische Ge- : meinde nimmt sn den letzten Jahren auffallend ab. Im Jahre 1850^ waren hier noch bei einer Gesamteinwohnerzahl von 2300 über: 100 jüdische Familien mit reichlich 600 Seelen, also über X/A, heutewohnen hier vielleicht noch 90 Juden. Bis 1864 dursten sich fcie Juden nur hier und in einigen sogenannten anderen Freistädten in: Schleswig-Holstein niederlassen, mit dem Ende der dänischen Herrschaft wurde auch für die Inden Freizügigkeit gewährt, und seit der, Zeit nimmt die Zahl der Juden hier beständig^ ab. Der alte imr^ Jahre,1622 angelegte Friedhof der israelitischen Gemeinde enthält?- eine große Zahl von Grabsteinen mit- Inschriften und figürlichen^ Darstellungen von bedeutenden kulturhistorischem Werte.'• L. Speyer, 1 Juni. Der Israelitische Kreis-Asyl-Verein für die Pfalz erstattet seinen 3. Rechenschaftsbericht für.die Zeit vom ,1. Februar bis 31. Dezember 1910. In der kurzen Zeit seines Bestehens — der Verein würde 1908 gegründet — hat das Vereins- . vermögen schon die respektable Höhe von 125 500 Mark "erreicht. Die - Mitglied'erbeiträge find ^»pan 8379.88 Mark im -Vorjahre^ 9070.45^Märkr'gestiegen; von: auslvärtigen Gönnern ünb Freünöen der Anstalt gingen etwa 12000 Mark ein. Der Etat weist in Einnahmen und Ausgaben 43231.54 Mark auf. Die ungewöhnlich günstigen finanziellen Erfolge ermutigen zum weiteren Ausbau des Werkes. Unfern alten und alleinstehenden Glaubensgenossen in der" Pfalz soll ein eignes würdiges Heim errichtet und der Bau schon. in diesem Jahre in Angriff, genommen werden. Der Bericht gedenkt in Wehmut des Heimganges zweier edler Menschen, die in tatkräftiger hochherziger Weise der Anstalt seit ihrer Begründung ihre Unterstützung liehen, des Herrn Eduard Cohen in Frankfurt a. M. . und des Kulturvörstandes Jakob Mann in Frankenthal, deren Namen mit der Geschichte des Vereins dauernd verknüpft bleiben. 1. Wiesbaden, 1. Juni. Der hiesige Israelitische Unterstützungsverein bezeichnet in seinem Jahresbericht für 1910 als eine bedeutsame Förderung des jüdischen Armenunterstützungswesens den mit dem „Israelitischen Hilfsverein" in Frankfurt a. M. als Vorortsgruppe vollzogenen Eintritt in die große Gesamtorganisation. Durch das Zusammenwirken so vieler .Einzelverbände wird'eine wirksamere Bekämpfung des Unwürdigen Wanderbettels erhofft. Durch sein Bestreben, den armen Leuten auf dem Lande an ihrem Wohnorte selbst zu helfen und zu verhindern, daß diese als Bettler im Lande umherziehen, sind dem Verein bedeutende Ausgaben erwachsen. Diese wie die Gaben an hiesige Hausarme übersteigen bei weitem die Einnahmen aus den Mitgliederbeiträgen. Die Kasse schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 16 480.47 Mark ab, das Gesamtvermögen beträgt 37 038.33 Mark. Von dem Vereinsvorstande wurde auch die Verwaltung des Ferienfonds für Kinder unbemittelter Eltern übernommen. Im Berichtsjahre konnten von dem Sammelfonds, der die nennenswerte Höhe von 3339.10 Mark erreichte, 29 Kinder zur. Erholung aufs Land geschickt werden. Da für diesen Zweck : 1427.90 Mark verausgabt wurden, weist die Kasse beim Jahresabschluß einen Bestand von 1911.20 Mark aus. Die Verwaltung gedenkt am Schluffe des Berichtes ihres früheren Vorsitzenden, des -dahingeschiedenen Rabbiners -Dr. M. Silberstein, der seine Anhänglichkeit an den Verein durch ein Vermächtnis von 500 Mark betätigte und in die Liste der ewigen Ehrenmitglieder eingetragen wurde. Dasselbe geschah auch'bei Regine Wolfsoh n, die vor ihrem Tode den Verein mit einem Legat von 1000 Mark bedachte. L2 Stuttgart, 1. Juni. Das „Jüdische Schwesternheim Stuttgart E. V." berichtet über das Jahr 1910: Die Betriebsrechnung zeigt an Einnahmen 13562 Mark, wovon 9030 Mark freiwillige Beiträge und 4532 Mark Pflegegelder sind. Die Ausgaben waren 17020 Mark, so daß 3458 Mark Abmangel vorhanden war, der teils aus dem Grundstock entliehen wurde, teils durch Zinfeneinn.ahmen gedeckt ist. Im Berichtsjahre sind drei Schwestern neu eingetreten, und zwar zwei am 1. März und eine am 1. September,, so daß nunmehr acht Schwestern tätig sind./ Die Schwestern würden am Krankenhaus des Israelitischen Asyls zu Köln in der Pflege und an der- Königlichen. Landeshebammenschule zu Stuttgart in der Säuglingspflege ausgebildet. Für die Weiterbildung der Schwestern wurden Vorträge veranstaltet, wobei Herr Kirchenrat Dr. Kroner über „Jüdische Sittenlehre" und der Vorstand des Vereins, Herr Dr. med. Feldmann über „Medizinische Grundbegriffe" sprachen. Die Wohnung der Schwestern befindet sich zurzeit in der Neckarstraße Nr. 15 in Stuttgart, doch strebt der Verein einem eigenen ständigen Heim zu und ist bereits, ein kleiner Anfang zu einem Bausands in der Höhe von 14040 Mark vorhanden. Geleistet wurden 1600 Pflegetage, und zwar 545 Tag-, 330 Nacht- und 725 Vollpflegen, wozu noch 1760 Besuche kommen. Die Besuche kommen auf 178 Kranke, während an den 1600 Pflegetagen 138 Kranke beteiligt sind. 1228 Besuche, erhielten 126 Israeliten und. 532 empfingen 52 Nichtisraeliten. .Pflegetage wurden geleistet 1462^2 bet 121 Inden und. 137 ^2 bei 17 Nichtjuden. 76 Pflegebesuche mußten abgelehnt werdenda keine Schwester verfügbar war. 316 Pflegetage wurden in 10 -Gemeinden außerhalb Stuttgarts ausgeführt. Außer der Zunähme der Mitglieder in Stuttgart sind nun auch solche in einzelnen Gemeinden des Landes zu verzeichnen, die nunmehr im Bedarfsfalls. . zuerst berücksichtigt werden. Auch bei den Ferienkolonien der Stutt- ' n gart?Loge halsen die Schwestern, indem drei derselben 34 Kolonisten