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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1911-05-05 · Heft 18 (5.5.1911) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
75 (1911)
Issue
Heft 18 (5.5.1911)
Date
1911-05-05
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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eines Zeitraums von 23 Jahren musgeübte-Lehrtätigkeit-auf. Sein Amt würde von einem Schüler des Scheidenden, -dem Rabbiner der Berliner Gemeinde Dr. Malwin Warschauer, bis auf weiteres übernommen. Mit der Abhaltung von Vorlesungen und Veranstalt.ung von Hebungen aus dem Gebiete der jüdischen Geschichte in der hellenistisch-römischen Zeit wurde der Archivar am Gesamt? archiv der deutschen Juden Dr. Eugen Täubler beauftragt. Das Kuratorium beklagt den Heimgang zweier trefflicher Männer, des Malers Eduard Cohen in Frankfurt a. M. und des Herrn Emil Mosse, die beide an den Bestrebungen der Anstalt rege Anteilnahme und ihr lebhaftes Interesse auch durch hochherzige Zuwendungen bewiesen. Die im Berichtsjahr turnusmäßig ausscheidenden Mitglieder des-Kuratoriums: Geheimer Regierungsrat Professor Dr.' 'Hermann Cohen und Oberregierungsrat Dr. Paul Meyer sowie der durch Amtsniederlegung ausscheidende Geh. Justizrat Professor Dr. Mosse wurden wiedergewählt. Zur Errichtung einer Möses-Mendelssohn-Stiftung, die zur Begründung einer Moses-Mendelssohn-Professur dienen soll, hat Herr Moritz M a n - heimer die Initiative gegeben; durch einen namhaften Beitrag wie durch die Anregung, die Ueberschüsse des seinerzeit gesammelten Denkmalfonds diesem Zweck zufließen zu lassen. hat er seinen Namen auch mit dieser Stiftung unlöslich verknüpft. Der Preis für die zu Beginn des Sommersemesters ausgeschriebenen Preisaufgaben wurde den Arbeiten der Herren slud. phil. Arthur Spanier und -Dr. JuliusA ppel zuerkannt. Der erstgenannte löste auch die von der Moses-Mendelssohn- Stiftung gestellte Aufgabe über die Zusätze in der griechischen Uebersetzung des Buches Daniel. Die Zahl der Mitglieder hat sich im Jahre 1910 uni^ 186 vermehrt. Das Vermögen der Anstalt wuchs von 763 490.66 Mark auf 780 541.57 Mark. Ein vielverheißender Anfang zur Errichtung einer Stiftung -für die Pensions¬ und Reliktenversorgung der Lehrer'der-Lehranstalt wurde durch die Ueberweisung einer ersten Rate von 3060 -Mark durch Herrn Alexis Lattä gemacht. Sitte edle und wackere Tät, die in den-Kreisen der Freunde - der -Anstalt Nachahmung verdient. L2 Berlin, 28. April. Am 25. d. M. fand ün der Aula der Knabenschule der Jüdischen Gemeinde die feierliche Einführung des bisherigen Rektors der jüdischen Mädchen-Mittelschule, Herrn Dr. Josef Gutmann, als Leiter des Lehrerseminars, der Präparandenanstalt und der Knabenschule statt. In - Vertretung des durch Krankheit behinderten Königlichen Provinzialschulrats teilte Geheimer Regierungsrat Prof. Dr. L. Geiger auf Grund eines Schreibens des Königlichen Provinzialschulkollegiums mit, daß dem neuen Leiter der Amtscharakter als Direktor -verliehen sei. Er gab darauf seiner Freude über die Ernennung des Mannes Ausdruck, der sich im leitenden Dienste der-Gemeinde schon seit-mehr als zehn Jahren bewährt habe, und wies gleichzeitig auf die Männer hin, an deren Stelle er nun trete, des durch umfassende Gelehrsamkeit ausgezeichneten-Leopold Zunz, -des mit einer sprühendem Initiative begabten Aron Horwitz und des von'einer wunderbaren Selbstlosigkeit geleiteten Michael Holzman, der in nimmerrastender Pflichttreue allen an -ihn gestellten Ansprüchen gerecht zu werden verstanden habe. In Vertretung der vereinigten Lehrkörper der drei Unterrichtsanstalten versicherte der älteste Lehrer. Herr Weber, den -Einziehenden des festgegründeten Vertrauens und der treuen Mitarbeit aller Kollegen. Darauf nahm der neue -Direktor das Wort und erklärte, in getreuer Fortführung des bisher -Geschaffenen der Schule weiter als Arbeitsstätte ausbauen, das Seminar wie bisher fest mit der Schule verknüpfen zu wollen; er versicherte die Lehrer, daß er stets bestrebt sein werde, Hemmnisse zu beseitigen, die ihre Berussfreudigkeit herabsetzen könnten, die Zöglinge der Lehrerbildungsanstalt, sie durch seinen fürsorgenden -Rat allezeit zu fördern, und die Knabenschüler, wie bisher.seine volle Persönlichkeit einzusetzen, um sie zu guten Juden, zu tüchtigen-Bürgern des geliebten-Vaterlandes und zu -nützlichen Gliedern der Gesellschaft heranzubilden. Er bat die Vertreter der Gemeindebehörden umihr -ferneres Wohlwollen und.schloß mit dem letzten Verse des 90.-Psalms seine aus warmem Herzen-hevorquellende Ansprache. LQ Berlin, 27. April. In der Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße fand heute -vormittag die-Trauerfeier. für den am Herzschlag verstorbenen Rabbiner Dr. Rudolf U ng er lei der statt. Unter den. zahlreichen Trauergästen befanden sich neben den Vorstandsmitgliedern-der Jüdischen Gemeinde das gesamte Rabbinat und fast alle Repräsentanten. Die Feier begann mit einem Chorgesang. Dann hielt-RabbinerDr.Weiße die Gedächtnisrede. Er führte aus. daß der Verstorbene>ie Anordnung getroffen habe, an seiner Bahre keine großen Verdienstreden zu 'halten, f'onderndäß er nur gewünscht habe von einem Gotteshaus aus bestattet zu werden. Ungerleider sei ein feiner Kenner der Halacha gewesen und habe auch für die fortschreitende Zeit Verständnis gehabt. Der Trauerakt schloß mit einem Gebet und dem Chor „Kehre zurück, meine Seele, zu deiner Ruh". Unter Orgelspiel wurde der Sarg nach dem Leichenwagen getragen Die Beisetzung erfolgte in der Ehrenreihe aUf dem Friedhof in Weißensee. *.* Berlin, 2. Mai. Am 28. v. M. fand im Sitzungssaals -der Jüdischen Gemeinde, Rosenstraße 2/4, die Generalversammlung des Vereins „Esra" statt, an der die Mitglieder des Berliner Zentralkomitees und Vertreter der auswärtigen Ortsgruppen teilnahmen. Der Vorsitzende. Herr Moritz Dorn eröffnete die Versammlung mit einem warmen Nachruf für die verstorbenen Mitglieder. Er gedachte in erster Reihe des sel. Dr. Hirsch Hildesheimer, dessen -große Verdienste um das Judentum im allgemeinen und den Verein „Esra" im besonderen er eingehend würdigte. Ferner erwähnte er des verstorbenen Herrn Eduard Cohen in Frankfurt a. M., der dem Verein „Esra" 2000 Mark hinterlassen hat. Die Versammlung erhebt sich zu Ehren der Verstorbenen von ihren Plätzen. Herrn Dr. Paul Schottländer wird für eine Zuwendung von 3000 Mark der Dank des Vereins ausgesprochen. Hierauf berichtet der Vorsitzende über die Tätigkeit des Vereins im verflossenen Jahre. Unter Hinweis auf den gedruckt vorliegenden kurzen Bericht teilt er mit, daß das Zentralkomitee zur Ausiedlung von 12 Arbeitern in Kafr- Saba der Anglo-Palästine-Comp. 22 000 Francs überwiesen hat. Die noch vorhandenen Schwierigkeiten, die Bauerlaubnis betreffend, dürften binnen -kurzem beseitigt sein. Ferner gedenkt der Verein Msra" die Kolonie Chedereh mit 20 jüdischen Arbeitern zu vergehen. Auch sollen die Gesundheitsverhältnisse in dieser großen -Kolonie durch den Bau eines Arzthauses und Anlegung einer Wasserleitung weiter verbessert werden. Das ganze Unternehmen dürste eine Ausgabe -von 60 000 Francs beanspruchen. Der Vorsitzende -richtet daher -einen warmen Appell an die Anwesenden, das ihrige zur Stärkung des Vereins ^-Esra" und Vermehrung seiner Mitglieder beizutragen. Im Anschluß daran erstattet Sanitätsrat Dr. D, Ca sp ar i, 'welcher eben in Palästina geweilt und die Kolonie Chedereh eingehend besichtigt hat, einen kurzen Bericht über die Verhältnisse dieser Kolonie. Chedereh -ist ein herrlicher jüdischer Besitz, über 14 000 Morgen groß und so schön, daß jeder Europäer daselbst mit Vergnügen wohnen würde. Der Boden ist überaus fruchtbar, und könnten bei rationeller Bewirtschaftung viele Hunderte .jüdischer Familien auf demselben in Frieden und Ruhe ihre Existenz finden. Herr S. Lag ueur- Breslau, bemängelte die zu späte Versendung des Jahresberichts an die -einzelnen Lokalkomitees. Der Bericht müßte 4 Wochen vor der Generalversammlung in den Händen der Mitglieder sein. .Er erklärt sich jedoch für befriedigt, als er vom Vorstandstisch darauf ausmerksam gemacht wurde, daß der Termin für. die diesjährige Generalversammlung erst am 27. März festgesetzt wurde. Herr I. H. Wagner erstattet als Revisor, den Bericht über den. Kassenbestand des Vereins und. beantragt, dem Sch atzmeister Herrn Konsul I u l i u s Fr i e d e m an n die Decharge zu erteilen und den Dank des Vereins auszufprechen. Die Decharge wird einstimmig erteilt. Bei den darauf stattfindenden -Wahlen des Zentralkomitees wird Herr Konsul Julius Friedemann als Schatzmeister per Akklamation wiedergewählt. Er erklärte eine Wiederwahl unter der Bedingung anzunehmen, daß es ihm freigestellt wird, die-Effekten des Vereins „Esra" bei einer. Bank in Berlin auf seinen Namen und den Namen des Herrn M. Dorn zu deponieren. Die Generalversammlung -erklärt sich -hiermit einverstanden. Die ausscheidenden Mitglieder des Zentralkomitees, die Herren Dr. D. Caspari, Berthold Israel, Willibald Löwenthal, -Professor Dr. Mittw och, -Professor Dr. Warburg, sowie.die beiden Revisoren,. Herr M.. A p o.l a n t und I. H, W agn er werden durchs Zuruf wiedergewählt. An Stelle des -sel. Dr. . Hirsch Hildesheimer wird Herr Dr. Eduard B i b e r feld auf ein Jahr in das Zentralkomitee gewählt.

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