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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1911-04-21 · Heft 16 (21.4.1911) · p. Seite 191

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
75 (1911)
Issue
Heft 16 (21.4.1911)
Date
1911-04-21
Page
Seite 191 (sequence 11)
Language
German
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„Srole Posbenak!" schrie man von allen Seiten. - Sie suchten ihn vergeblich. - Als es zum Teilen des Geldes kam, war er davongerannt. / . - ‘ XII. ‘ Wenn sich dem Menschenherzen düs Gebet entringt, dann bricht aus dem himmlischen Glanz ein Sonnenstrahl hervor und läßt sich zitternd auf der Erde niederum das Gebet auf seine Feuerflügel zu nehmen. Sonnenstrahlen tragen die menschlichen Wünsche in das Himmelreich, deshalb verspätet sich zuweilen die göttliche Gnade. . Das, GebeN der Jeschiwa mußte auf einen schlechten Strahlen-Vorspann geraten sein, denn in dem Zustand des armen Liweitzer zeigte sich keinerlei Besserung. „Er wird sterben, er wird sterbenjammerte «Blümele. „Er ist mir nicht bestimmt gewesen." , „Was weißt Du?" fiel ihr Esterchen ins Wort und ihr schwarzes Auge blickte trauervoll. „Er ist mir nicht bestimmt gewesen und Ihr habet, mich ihm aufdrängen wollen. Warum habt Ihr Euch in die göttliche Bestimmung hineingemischt?" Esterchen Preßte die Hand aufs Herz, als ob sie da drinnen einen quälenden, schlechten Gedanken ersticken wollte. Wortlos erhob sie sich und ging zu Bruchele hin, die im Bett lag. „Also, Sie find auch krank, Tante?" ' „Was läßt sich da tun, Fräuleinchen. Ich bin alt." „Vom Kummer altert man gar bald." „Ja, vom Kummer und von anderem." Sie sprach ruhig und ohne Bedeutung. Sie blickte rings um sich, ließ ihre Äugen, bald aus der Mutter, bald auf der Tochter ruhen; beide waren blaß. Sie, waren gestern und auch vorgestern so, warum findet sie sie heute dennoch anders als zuvor? Ach,, diese traurigen Menschen hat nicht nur der Kummer allein so blaß gemacht. Ihr Herzchen zog sich schmerzlich zusammen, ihr Gewissen regte sich unruhig: „Esterchen, Du bist blind und taub gewesen. Nichts hat Dich bekümmert, als nur Dein hungriges Herz." „Ich gehe, Blümele," -sprach sie und erhob sich, „auch Ihr werdet schon zu Mittag essen wollen." „Wir haben noch Zeit." Esterchen versuchte zu lächeln. „Ihr habt Zeit? Ist Euer Magen - vielleicht geduldiger?" Auch Blümele versuchte zu lächeln. „Ja, unserer ist geduldiger." Esterchen lief hin und umarmte sie. „Du lügst Blümele," flüsterte sie ihr ins Ohr, „auch Dir tut es weh, wenn Du hungrig bist." ' Blümele entriß sich ihrer Umarmung. . „Ich bin nicht hungrig," versetzte sie trotzig. Esterchen, faßte sie an beiden Schultern und blickte ihr so in. die Augen. . .. „Und Deine Mutter, Blümele?" - Blümele wandte das Gesicht ab und antwortete nicht. Esterchen empfahl sich. Vor dem Hause begegnete ihr Berele, dessen Gesicht auch jetzt ebenso rosig war als sonst. „Beeilen Sie sich, Onkel," rief ihm Esterchen zu, „die Suppe wird auskühlen und die Tante dann böse sein. Bereites Gesicht wurde lauter Sonnenschein. „Was? Suppe? Nu, Freileinleben, was Hab' ich gesagt? Ich Hab' gesagt, daß so lange.es einen Gott geben wird, es auch Suppe geben wird.. .Hab' ich nicht: recht gehabt? Was kann denn vergehen, so daß man es nie mehr haben soll? Heute ist T)ienstag, nicht wahr Freileinleben? Mas bedeutet es, daß Dienstag ist? Das bedeutet, daß der Montag vorbei ist. Also gutder ist vorbei, aber was er gebracht hat, das ist nicht vorbei. Der Montag hat Freude gebracht, warum soll der Dienstag keine Freude bringen? Am Montag haben wir Suppe gehabt, warum sollen wir Dienstag keine Suppe haben können? Mit der Suppe ist's nicht vorbei." . (Fortsetzung folgt.) Lrjtlchrjklrnlchsu. 1. Monatsschrift der österreichischen israelitischen Union. 22. Jahrgang. Nr. 11. 2. Gemeindeblatt der jüdischen Gemeinde zu Berlin. 1. Jahrgang, Nr. 2, 10. Februar 1911. ' 3. Wegweiser für die Jugendliteratur, herausgegeben von der Großloge für Deutschland, redigiert von M. Spanier in Magdeburg. Jahrgang 7, Nr. 1. 4. Jüdisches Literaturblatt. Redakteur . L. A. L. Rosenthal. 33. Jahrgang, 1. Heft. 5. Ost und West. Illustrierte Monatsschrift für das gesamte Judentum. 1l. Jahrgang, Heft 2. 6. J. T. 0. Officiäl Orgaan van de Ito-Federatie in Neederland Jahrgang I, Nr. 1. 7. Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden. Redigiert von Bruno Blau. 7. Jahrgang, 2. Heft. . - 8. Sonderabdruck ans der Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden. 6. Jahrgang, 1910. 9. Mitteilungen des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands. 2. Jahrgang, Nr. 2. - 10. Blätter für Volksknltur. Halbmonatsschrift für Erziehung, Bildung und Leistung. Nr. 4, 15. Februar 1911. 11. What is a Jew? by Abraham 8. Schomer. Sonderabdruck au§ „The jewish Iribune“. 17. Dezember 1909. 12. Der Sabbat. Monatsschrift zur. Förderung der Sabbatheiligung. Redakteur Eduard Biberfeld. 11. Jahrgang. Nr. 1 und 2. . Bei der Fortsetzung dieser in Nr: 5, S. 58/59, begonnenen Uebersicht, die, wie ich mit Freuden konstatiere, in meinem/Leserkreise Anklang findet, bemerke ich, daß ich nur solche Journale registriere, die jeden Monat oder in längeren Zwischenräumen erscheinen. Wochen-ü blätter erwähne ich nicht, und auf Anzapfungen meiner Person durch» . diese Blätter und Blättchen, die, wie ich höre, häufig erscheinen, —I denn ich verschwende meine Zeit nicht durch die Lektüre derartigerf Organe — reagiere ich in keiner Weise. 1. Außer Korrespondenzen und Nachrichten und einzelnen weniger belangreichen Aufsätzen enthält das mir von privater Seite zugegangene Heft besonders einen Aufsatz von Dr. Arthur Mahler. „Der polnische Jude". Der bekannte österreichische Reichstagsabgeordnete sucht in diesem Vortrag hauptsächlich den ostösterreichischen Juden zu zeichnen, leugnet, daß man von einem , allgemeinen Typus des polnischen Juden sprechen könnte. Er rühmt die Liebe dieser östlichem Juden zu ihrer „jüdischen" Sprache, preist ihre rührige Tätigkeit als Zwischenhändler, Pächter, Landarbeiter, bestreitet, daß sie besonders gute Käufleute seien, bezeichnet sie vielmehr als „kleine, ängstliche, nichts wagende Unternehmer", spricht , von ihrem Schmutz, den er freilich als Folge der unsäglich ermüdenden Arbeit zu erklären versucht, verdammt ihren Aberglauben, schließt aber den im allgemeinen ziemlich objektiven Artikel mit warmen Worten, die in dem Schlußsatz gipfeln: „Auch Du bist ein Bruder und auch Du bist mir willkommen." 2. Das Blatt hat seine alte Einteilung beibehalten. Illustrationen,. die etwas geschmackvoller sein könnten, werden zu dem Artikel Die zweite Gebethalle auf dem Friedhof in Weißensee" geboten. Den | Anfang der Nummer macht ein sehr schöner Artikel von H. Cohen I „Die Liebe zur Religion"; den Schluß' der Bericht über die - Repräsentantensitzung vom 5. Februar. Der Bericht ist kaum ausführlicher als der in unserem Blatt gebrachte/ Der über die Sitzung vom 19. Februar kann erst in der Märznummer enthalten sein, der über die -Sitzung vom 12. März wird also vermutlich erst in der Aprilnummer erfolgen. Ob durch eine derartig späte Mitteilung den Gemeindemitgliedern sonderlich gedient ist? . / >

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