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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1911-04-14 · Heft 15 (14.4.1911) · page 13

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
75 (1911)
Issue
Heft 15 (14.4.1911)
Date
1911-04-14
Page
– (sequence 13)
Language
German
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7ä J“r,"!"r ,s Der Oemeindeüote. Beilage zur „Allgemeinen Leitung drß Judentums" üerlin, 1^ April 1911 Lorrehwndrn?rn und Machrichten. Deutschland. 8. Berlin, 9. April. Die heutige unter dem Vorsitz des Herrn Direktors Dr. Minden an Stelle des beurlaubten ersten Vorsitzenden tagende Repräsentanten-Versammlung schien bereits in Osterstimmung zu sein. In Luxuszug-Geschwindigkeit wurden die zahlreichen Vorlagen mit Ausnahme von nur drei debattelos angenommen. Allerdings handelte es sich in der großen Mehrzahl der Fälle um Materien, bei denen für notwendige Zwecke nur die Geldbewilligung in Frage stand. An Zuwendungen wurden angenommen: die des Landgerichtssekretürs Dr. Otto Hirsch im Betrage von 4588 Mark zur Unterstützung jüdischer Studenten der Universität oder der Hochschule Groß-Berlins, das Vermächtnis des Verlagsbuchhändlers Albert Goldschmidt im Betrage von 3000 Mark zur Errichtung einer Albert Goldschmidt-Stistung für verschämte Arme, die Zuwendung des Herrn Moritz Fürstenheim im Betrage von 2000 Mark zur Erhöhung der von ihm begründeten Zimmerstiftung in der Allersversorgungsanstalt; Exerzierstraße. Der Beschluß des Vorstandes der ebengenannten Altersversorgungsanstalt betreffend die-Annahme der mit einem Betrage von 12000 Mark errichteten „Geschwister Jonas-Stiftung" wurde bestätigt. — Der bisherigen Inspektorin der Altersversorgungsanstalt Witwe Cheim wurde vom 1. Juli 1911 ab ein Ruhegehalt von 2500 Mark und ein Witwengeld von 1000 Mark zugebilligt. Mit Rücksicht auf die besonderen Verdienste des Cheimschen Ehepaares, das in nahezu 28jähriger unermüdlich treuer Tätigkeit mitgewirkt.hat, dieses Haus der jüdischen Gemeinde zu einer Musteranstalt zu machen, ist diese über das liebliche hinausgehende Bemessung des.Ruhegehalts beschlossen worden. — Die Abordnung eines Mitgliedes in den Vorstand der Altersversorgungsanstalt ist unnötig geworden, da sich Herr Moritz Manheimer erfreulicherweise entschlossen hat, seine, bereits eingereichte Demission zurückzuziehen. — In die Kommission zur. Revision der Kassen und des Depositoriums wurde Herr Siegfried Sachs an Stelle des Herrn Emil Cohn entsandt. Die Vorlage betreffend Grundsätze für die Gewährung von Subventionen an Religionsvereine ist noch nicht spruchreif und wurde deshalb vertagt. — Nach Bewilligung der erforderten Ausgaben für bauliche Veränderungen auf dem Friedhof in Weißensee, in der Knabenschule und in der Synagoge Lützowstraße wurde der Abschluß eines Vertrages mit der Firma M. Poppelauer wegen Herausgabe eines Liederbuches für den liturgischen Gesangsunterricht an den Religionsschulen genehmigt. — Der Ankauf von acht Exemplaren der jüdischen Literaturgeschichte von Karpeles für die Lehrerbibliotheken der Religionsschulen und von 15 Exemplaren für die Lehrerbildungsanstalt zwecks Verteilung derselben als Prämien, ferner von neun Exemplaren der Maybaumschen Predigten für die Lehrerbibliotheken und gleichfalls von 15 Exemplaren für die Lehrerbildungsanstalt wurde einstimmig beschlossen. — Der Kommission für die musikalischen Angelegenheiten wurde eine Pauschalsumme von 800 Mark zur Verfügung gestellt zur Gewährung von Extrahonoraren an besonders tüchtige Kräfte der Synagogenchöre. — Zur Aenderung der Beleuchtung, im Jnnenraum der Neuen Synagoge wurde ein Betrag bis zur Höhe von 16 000 Mark bereitgestellt. Die Beleuchtung soll unter Beseitigung der Bogenlampen möglichst in derselben Weise ausgeführt werden, wie sie ursprünglich bestanden hat. Es war dies eine direkte Beleuchtung des Mittelschiffs durch Bestrahlung des Oberlichts unter Verwendung von Kronen und Wandarmen über und unter den Emporen. Die durch die Baukommissiyn vorgenommene Probebeleuchtung hat eine ausreichende Wirkung ergeben. — Zum Zweck der rituellen Beköstigung Strafgefangener am Pessachfeste werden 225. Mark bewilligt. — Für die Anschaffung eines zu der übrigen Einrichtung passenden Tisches im Repräsentantensaal für die Vertreter der Presse sowie für die. Anschaffung einer Garderobeneinrichtung für die Repräsentanten wurde ein Betrag bis zur Höhe von 370 Mark genehmigt. Die Schaffung verschiedener Beamtenstellen, deren Vermehrung infolge der Einführung des Bringsystems der Steuern notwendig ist, wurde beschlossen, ebenso die Schaffung von zwei Hilfschordirigentenstellen. Die dem Religionsverein „Agndath-Achim" in Pankow bewilligte Subvention für die Jahre 1911/13 wurde von 1400 Mark auf 2100 Mark erhöht. — Die Abtretung eines Abschnitts vom Synagogengrundstück Fasanenstraße an die Königliche Eisenbahndirektion wurde gutgeheißen. — Bei der Bewilligung.einer Ausgabe von 489000 Mark für den Bau des Verwaltungsgebäudes im Krankenhausneubau Exerzierstraße erhob sich eine längere Debatte. Herr Architekt Kuznitzky bemängelte unter anderem die „löffelweise" Vorlegung der Kostenanschläge, die grundfalsche Anlage des Verwaltungsgebäudes, das bei einer Länge von 96 m nur in der Mitte einen einstöckigen Hochbau habe, und schließlich die Anlegung einer Poliklinik, die bei der großen Nähe des Virchow-Krankenhäuses unnötig sei. Der Vorsitzende des Gemeindevorstandes, Herr Julius'Jacoby wies M'längeren Ausführungen diese Einwände zurück. Vor allem hob er die dringende Notwendigkeit der Anlage einer Poliklinik hervor. .Er wurde darin von den Herren Löwenthal, .Geheimrat Blumenthal und Professor Blaschke unterstützt, welche diese Anlage nicht allein im Interesse der armen jüdischen Kranken, sondern auch im Interesse der jüdischen Aerzte,. die ihr praktisches Jahr ableisten wollen, dringend forderten. Gegen den Einspruch des Herrn Willibald Loewenthal, der die glatte Annahme de» so aus gezeichnet durchdachten Anlage forderte, wurde ein Antrag Weile Mit einem Amendement Blumenthal angenommen, die Mauerstärken im Verwaltungsgebäude bezw. in der Poliklinik so auszuführen, daß eine Erhöhung des Gebäudes später möglich wird. Auch die Vorlage "des Gemeindevorstandes wurde mit großer Mehrheit zum Beschluß erhoben. Alsdann wurden noch drei als dringlich erklärte Vorlagen angenommen. 200 Mark wurden für den jüdischen Religionsunterricht im „Erziehungsheim am Urban" in Zehlendorf bewilligt. Dem 'Rabbinerverband wurden zu feiner Generalversammlung am 7. und 8. Juni d. I. 3000 Mark als Zuschuß gewährt. Herr Professor Türk stimmte diesem Anträge zu in der Erwartung, daß, wenn der Lehrerverband mit einer gleichen Forderung an die Gemeindebehörden herantrete, der Zuschuß mit derselben Bereitwilligkeit zugestanden werden müsse. — Schließlich wurden noch für die Honorierung von zwei Sachverständigen, die bei der Projektierung und Ausführung des Baues der Synagogen Levetzowstraße und Kottbuser Ufer zur Beurteilung künstlerischer Fragen hinzuzuziehen sind, Kosten von je 1500 Mark nach kurzer Debatte bewilligt. HerrDr. Ginsberg gibt hierbei seinem Herzenswünsche Ausdruck, bei den neuen Synagogenbauten die Würde in höchster Vollkommenheit zu wahren, denn nur in der Einfachheit liege die höchste Würde eines Gotteshauses. Herr Ja coby sagt dies zu, um der Verwaltung die Möglichkeit zu geben, „das einzuholen, was sie sich bei der Synagoge Fasanenstraße habe zuschulden kommen lassen." Herr Architekt Kuznitzky bestreitet die Notwendigkeit eines künstlerischen Beirats, dessen Hinzuziehung aberder.Kommissar Herr Geheimrat Landsberg begründet, um etwaige Differenzen zwischen dem Architekten und der Baukommission ausgleichen zu können. L. L. Berlin, 10. April. Vor kurzem tagte im Verwaltungsgebäude der hiesigen jüdischen Gemeinde, Rosenstraße. 2/4, die 26. ordentliche Generalversammlung der.„Hilfskasse für israelitische Kultusbeamte, deren Witwen und Waisen in Deutschland". Anwesend waren als außerordentliche Mitglieder: Justizrat Dr. Fedor Stern, Ehrenvorsitzender des Vereins, Kaufmann Max Lichtenstein, Direktor Seckel, Rentier Weißmann, sämtlich in Berlin wohnhaft, sowie Lehrer Jacobsohn-Friedenau. Von den ordentlichen Mitgliedern waren erschienen die Kantoren. Felix Asch, Max Baer, Simon Dubo.wski,

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