Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 75 (1911)
- Issue
- Heft 14 (7.4.1911)
- Date
- 1911-04-07
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
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aufwande-von 20:500 - jDtavtausgesteuert,. und außerdem wurden mehrere junge Mädchen für erneu. Lebensberuf, ausgebildet.. . Auch die pro 1910 veröffentlichte Bilanz weist die Position Aussteuer mit 2500 Mark. auf. Aktiva und. Passiva des Vereins balancierten -1910 mit.6867-64 Mark. Das Vermögen. des Vereins belief sich am -1/ Januar .1911 auf 31 846.34 Mark. Zugleich mit, dem Geschäftsbericht des Aussteuervereins wird derjenige des „Israelitischen Ho lz v erein s", dessen rGründungsjahr bis 1818 zu.rückgeht, veröffentlicht. Seine Aufgabeist aus seinem Namen ersichtlich. We aus der Bilanz dieses Vereins hervorgeht, hat er bei einer Gesamteinnahme von- 31.37.95 Mark für Brennma'erialien im Berichtsjahr 1910 nur 944.79 Mark verausgabt, dagegen 2076.10 Mark zu Neuanlagen verwandt. Das Vermögen des Holzvereins wird mit 15219.51 Mark am 1. Januar 1911 ausgewiesen. 8. Marburg, 29. März. Das hiesige israelitisch-e Schüler- Heim sieht nunmehr auf eine zehnjährige Tätigkeit zurück. Von weitschauenden Männern in einer Zeit gegründet, als die soziale Bedrängnis in engeren Bezirken, insbesondere in kleineren Städten und auf dem flachen Lande, verhängnisvoll zu werden drohte, hat die Anstalt vortreffliche Wirkungen gezeitigt. Diese Männer glaubtßn an einen Zusammenhang zwischen der Bildung und dem Wissen dxr allgemeinen Kultur und demjenigen unserer Glaubens- und Sittenlehre. Die Knaben, die in diesem Heim erzogen werden, sollten zugleich das moderne Wissen und das Religiöse erlerneu. Allgemeine Bildung und vaterländische Gesinnung sollten sich in ihrem jugendlichen Geist mit unserer religiösen Bildung zu wirkungsvoller Einheit verschmelzen. Dies Programm ist der -in stiller und geräuschloser, aber umso intensiverer Arbeit schaffenden Anstalt,zu einem Quell reichsten Segens geworden. Aus kleinen Anfängen ist ein stattlicher Betrieb entstanden. Nahezu hundert beträgt zurzeit die Anzahl ihrer Zöglinge. Der weitaus größte Teil besucht die hiesigen höheren Schulen (humanistisches Gymnasium, Realgymnasium und Oberrealschule), ein kleinerer Teil die hiesige israelitische Volksschule. Auch einige Handwerker haben bei hiesigen Meistern Stellung gefunden und empfangen im Schülerheim sorgsame Pflege und Anleitung. Gewöhnung an ein von echt jüdischem Geist erfülltes Leben, gediegener Unterricht im gesamten jüdischen Schrifttum (Tenach, Mischnah, Gemara), sorgfältige Ueberwachung der Schularbeiten, Pflege des Turnens , und, der. Jugendfpiele. Anlage eines Schulgartens und Anleitung in Garten- und Obstbaumpflege, das find, im wesentlichen die Aufgaben, die die beiden trefflichen Leiter, die Herren Oberlehrer Bergel und Rabbiner Dr. Schlesiger, in. wärmster Hingebung und unentwegter Pflichterfüllung zu lösen bestrebtsind. Glückliche Erfolge haben m. G. H. bis jetzt die treue Arbeit gelohnt^ Ein. großer Teil ehemaliger Heimzöglinge wirkt schon im praktischen Leben in akademischen, kaufmännischen uud gewerblichen Berufen. Erst in diesen Tagen hat die Anstalt-wieder die Freude gehabt, daß ihre vier Zöglinge, die an der Maturitätsprüfung der hiesigen Oberrealschule teilnahmen, auf Grund ihrer vorzüglichen schriftlichen. Leistungen von der mündlichen Prüfung dispensiert wurden. Die Möglichkeit, gegen sehr bescheidene Kosten ihren Kindern eine so vorzügliche, religiöse, geistige und körperliche Erziehung aygedeihen zu lassen, wird von unseren Glaubensgenossen nach Kräften ausgenutzt, so daß die Verwaltung des Schülerheims oft aus bloß räumlichen Gründen nicht in der Lage ist, allen Anforderungen um Aufnahme zu entsprech.n. Schmerzlicher berührt es, daß aus Mangel an Mitteln so oft Minderbegüterte abgewiesen werden müssen. Hier erblüht den jüdischen Körperschaften und Gemeinden noch eine weite und dankbare Aufgabe. Durch tatkräftiges Interesse für diese prächtige Institution, durch Gewährung, größerer Jahresbeiträge, Schaffung von Freistellen könnten hier ganze Ströme reichsten Segens für unsere Jugend geschaffen werden. L. 0. Worms, 29. März. Am 18. d. M. begipg der israelitische Unterstützungsverein sein 50. Stiftungsfest. Nach Begrüßung der Teilnehmer und einem Hoch auf den -deutschen Kaiser und den Großherzog von Hessen als ditz Schirmer und Schützer des Friedens und seiner Segnungen hielt der Vorsitzende Rabbiner Dr. Holzer die Festrede, die Parin gipfelte, daß das Judentum von altersherbjs in die jüngste Gegenwart als Träger des reinen Monotheismus den ethischen Gedanken entwickelte und stets hochhielt, Barmherzigkeit und Wohltun, also tatkräftige Menschenliebe übte, während dem schönheitssuchenden Griechentum solch ethische Fundamentarlehren fremd waren. — Pietätvoll wurde ferner der Gründer des Vereins Markus Le vH und Markus Cahn sowie des verdienstvollen Ehrenpräses. des Herrn emer. Rabbiners Dr. Stein, zurzeit in Karlsruhe, gedacht, der fast 40 Jahre den Verein geleitet und seine gedeih- Ihr Hera und Ihre Nerven bleiben ruhig, wenn Sie täglich Kathreiners Malzkaffee trinken. Er übt den wohl- . tüendsten Einfluss auf Ihr ganzes Befinden aus. Trinken Sie ihn eine Zeitlang und Sie werden sehen, dass Kathreiners Malzkaffee diese wertvolle Eigenschaft besitzt. Sjelvatfr mocfvKo! Gelesenheltskäufe und VerkQaf e in gefassten u. ungefassten Juwelen, Perlen und Perlketten. Farbige Edelu. Halbedelsteine. Brillanten. st**. Perlen Ergänzungen von Perlschnüren, Juwelen-Arbeiten in feinster Ausführung billigst. Alle Logenabzeichen stets vorrätig am* Lager. Berlin SW. 68, Schtttzenstr. 54/55 nahe Jerusalemer Strasse. — Tel. I, 2655. E. Piersons Verlag in Dresden,, gegründet 1872 (Inhaber: Richard JLincke, k. u. k. Hofbuchhändler), übernimmt Werke aller Art-in Verlag. Spezialrichtung: Belletristik. Sachkundiger und energischer Vertrieb! — Kulante Bedingungen! 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