Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 75 (1911)
- Issue
- Heft 14 (7.4.1911)
- Date
- 1911-04-07
- Page
- Seite 5 (sequence 17)
- Language
- German
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tid|c.v|initoi'tftüttö sehr gefördert hat. Hierauf dankte. Herr Max Levy namens des Gemeindevorftandes der Verwaltung des Vereins für seine. Liebestätjgkeit und gab in längerer Ausführung einen historischen Rückblick auf die LeidenZzeiten der Wormser Juden vom Beginn der Kreuzzüge bis in die neuere Zeit. Zu Ehrenmitgliedern ernannt, wurden die Herren Salomon Ho nig und August Scheitel als. älteste Mitglieder der Verwaltung. Herr Ludwig Lohnst ein ließ in schönen Lichtbildern die verstorbenen sowie die noch lebenden Verwaltungsmitglieder, also von 18^1 bis.1911, unter Rezitation von hübschen, poetischen Texten zu jedem Bilde, teils ernsten, teils humoristischen Inhalts, Revue passieren. Ihm sowie den Liederdichtern, den Herren Ochönselb und Crünfeld, wurde für diese Darbietungen herzlicher Dank gesagt. Eine namhafte Zeichnung für den eisernen Fonds des Ünierstützungsvereins in der Höhe von fast 1300 Mark, die voraussichtlich sich noch vermehren wird, bildete den würdigen Schluß der denkwürdigen Feier. Gesterretch-Nngarn. K. Wien, 31. März 1911. Wie alljährlich vor den jüdischen Feiertagen beginnt das Blutmärchen hier zu Lande sonderbare Blüten zu treiben. Selbstverständlich ist dieses das Werk solcher Elemente, die vom Judenhaß und Irreführung der Massen leben. So wurde in Aussig a. d. Elbe gegen das Dienstmädchen Barbara Masl die Anklage erhoben wegen Verbreitung falscher beunruhigender Gerüchte. Das Mädchen diente bei einer jüdischen Familie und hat am 15. d. M. den Posten gekündigt, so daß sie am letzten März austreten sollte. Sie wollte aber früher ihren Posten verlassen, und da versuchte sie, wie es in der Anzeige heißt, auf ihren Dienstgeber eine Pression insofern äuszuüben, als sie eine kleine Rißwunde ander Hand dnrch allerlei zweideutige Aeußerungen mit dem vorgenannten Blutmärchen in Verbindung brachte. Der Dienstgeber erstattete die Anzeige, und die Hauptverhandlung über die Anklage findet am 1. April statt. — Der rühmlichst bekannte Komponist Dr. Karl Gold mark erschien gestern in Audienz, um dem Kaiser für die Verleihung des Ehrenzeichens "für Kunst ' und Wissenschaft zu danken, mit welchem der Meister zu seinem achtzigsten Geburtstage dekoriert wurde. Der Kaiser empfing den berühmten Tondichter sehr freundlich und trat ihm mit den Worten entgegen: „Ich freue mich, Sie wiederzusehen." Dr. Goldmark war das letzte Mal vor'mehreren Jahren in Audienz, als er vom Kaiser mit dem Leopoldsorden ausgezeichnet wurde. Als Goldmark seinen Dank vorgebracht hatte, fragte der Kaiser, ob er seinen ständigen Aufenthalt in Wien habe, und auf die bejahende Antwort erkundigte sich der Monarch, ob Goldmark noch kompositorisch tätig sei. Dr. Goldmark erwiderte, er sei mit der Ausarbeitung eines größeren Orchesterwerkes beschäftigt, das in der nächsten Saison zur Aufführung kommen werde. — Vor einigen Tagen publizierte die amtliche „Wiener Zeitung" die Ernennung des Professors Guido Goldschmidt von der deutschen Universität in Prag zum orden^ichen Professor der Chemie an der Wiener Universität. Prof. Goldschmidt ist im Jahre 1850 in Triest geboren, im Jahre 1872 wurde er in Heidelberg zum Doktor der Philosophie promoviert und seit dem Jahre 1875 wirkte er an der deutschen Universität in Prag, wo er die Lehrkanzel für Chemie inne hatte. Prof. Goldschmidt ist auch wirkliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Wien. Von seinen populären Schriften ist ein Bericht über die chemische Industrie aus der Weltausstellung in Philadelphia 1876, sowie eine Geschichte der Chemie an der deutschen Universität in Prag bekannt geworden. Letztere Arbeit hat Goldschmidt als Festschrif! der deutschen Prager Universität geliefert, welche anläßlich des fünfzigjährigen Regierungsjubiläums des Kaisers erschienen, ist. Prof, ^vldschmidt übernimmt die Leitung bes zweiten chemischen Laboratoriums an der Wiener Universität, an dem bis jetzt der plötzlich verstorbene Hofrat Skraups gewirkt hat. Lutzland. L. A. T. Petersburg, 29. März. Anfangs des Jahres 1910 wohnten in Kiew 50789 Juden und 732 Karaiten; die sämtliche Zahl der Einwohner dieser Stadt ist 468702. — Wie der „Nowy m (Kalkphosphäthaltigfes Nährmittel). Seit schaftlieh geprüft von Autoritäten der / 1878 praktisch u. wissen- _o .__ Kinderheilkunde. Bessert die Ernährung, wirkt hervorragend bei n.J Rachitis u. Knochenerkrankungen. 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