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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1911-03-31 · Heft 13 (31.3.1911) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
75 (1911)
Issue
Heft 13 (31.3.1911)
Date
1911-03-31
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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Herr Rohbiner- Dr-.?-M:- Baron-Hoppstädten als stellvertretender Schriftführer - des Vorstandes zur Unterstützung. in den . Bmreauarbeiten, der Leitung unserer Verwaltung und des Gottesdienstes in der Haus-Synagoge eingetreten. Die ärztliche Leitung unserer Anstalt, und Behandlung' unserer Pfleglinge lag nach wie vor in dLN.HHniHen unseres altbewährten dirigierenden Arztes Herrn .Dr. Heimrtchsdarff, dem wir für seine treuen, hingebungsvollen Dienste unseren herzlichen Dank zum Arisdruck bringen. Leider hatten wir durch das Ableben unseres Kurators, des Herrn Hermann Lehmann- Frankfurt a. M. einen tiefschmerzlichen Verluftzu beklagen. Der edelmütige Menschenfreund hat länger als 30 Jahre, zuerst in Stettin und später in Frankfurt a. M., als Mitglied unseres Kuratoriums seine schätzenswerte Kraft in den Dienst unserer Heilstätte für unbemittelte Kur« kranke gestellt. Sein Andenken wird unvergeßlich unter uns fortleben und fortwirken. Auch an einem-Freudentage hat es innerhalb unserer Anstaltsorgane nicht gefehlt, als im Oktober v. I. der Vorsitzende unseres Kuratoriums, Herr James Simon-Berlin von der König!. Universität, zu Berlin anläßlich ihres Säkularjubiläums zum .Ehrendoktor der Philosophie ernannt wurde. An der Ehrung dieses auch um unsere Anstalt hochverdienten Mannes, haben wir den innigsten Anteil genommen und ihm durch unsere herzlichen Glückwünsche, freudigen Ausdruck gegeben.. Zu ihren Jubelfesten entboten wir ferner unsere herzlichen Glückwünsche zweien unserer immerwährenden Mitglieder, uud. zwar Frau Johanna Levy-Berlin anläßlich ihres 80.,.. und Frau Julie Brilles-Treptow a. R. anläßlich ihres 70. Geburtstages. Das 36. Stiftungsfest wurde am .30. Juli wieder in Verbindung mit dem sabbatlichen Hauptgottesdienst in unserer festlich geschmückten Haus-Synagoge in Gegenwart einer zahlreichen Festgemeinde, die sich fast ausschließlich aus Badegästen zufammensetzte, gefeiert. Der Gottesdienst schloß alsdann mit der üblichen Totenfeier zum Gedächtnis an sämtliche verstorbene Wohltäter der Anstalt. Indem wir allen unfern Mitgliedern, Gemeinden, Vereinen und Privatpersonen, welche durch kaufende. Jahresbeiträge oder einmalige größere oder geringere Schenkungen die Unterhaltung und Fortführung unserer Anstalt in ihrer jetzigen Hohe uns ermöglichten, recht herzlich danken, können wir am Schluß des Berichts das Wort'der wärmsten Bitte nicht unterdrücken, daß unsere alten Freunde uns auch fernerhin treu: bleiben und uns weitere Freunde durch ihre Werbekraft gewinnen möchten." - . r. München/ 21. Marz. Aus den Tagen der Feier des 90. Geburtsfestes Sr. König!. Hoheit, des Prinzregenten von Bayern mag hervorgehoben werden, daß auf die von den Rabbinern Bayerns dem Regenten überreichte Huldigungsadresfe Herrn Rabbiner Dr. Werner in München folgendes Handschreiben zugegangen ist: „Mein lieber Rabbiner Dr. Werner! Zu Meinem neunzigsten Geburtsseste haben Mir die Rabbiner Bayerns in unwandelbarer Treue und Ergebenheit innige - Setzenswünsche dargebracht. Für diese loyale Kundgebung, die Mich mit Genugtuung erfüllt hat, spreche Ich Meinen aufrichtigen und herzlichen Dank aus und bitte Sie, diesen Dank den. übrigen Unterzeichnern der Adresse zur. Kenntnis zu bringen. Dabei verbleibe'ich mit huldvollen Gesinnungen. München, den 18. März 1911. Ihr wohlgeneigter Luitpold, Prinz von Bayern." Herr' Rabbiner Dr. W ern er war auch, wie bereits gemeldet, zun Landeshuldigung und dem Festmahle in der königll Residenz und zur'Galafestvorstellung im Hoftheater zugezogen und wurde beim Festmahl durch den Regenten mit einer besonderen Ansprache beehrt. — Am 18. d. M. beging. Frau Johanna Kohn geb. Villmann in aller Stille fern von München ihren 70. Geburtstag; sie hat sich zwar alle Ehrungen verbeten, gleichwohl möge hier .der bisherigen Bestrebungen der Genannten auf charitativem Gebiete in Kurze gedacht werden. Frau Johanna Kohn. ist seit dem Jahre. 1873 Mitglied des. Frauenausschusses des Israelitischen Frauenvereins, dss größten jüdischen Vereins in München, feit 1888 zweite und feit 1899 erste Vorsteherin desselben; damit im Zusammenhang ist sie seit fast 40 Jahren tätiges Mitglied der Frauenchewra, die sie seit vielen Jahren ebenfalls in vorbildlicher Weise leitet. Am 27. Dezember 1910 beging der israelitische Verein für Ferienkolonien, und zur Bekleidung von Schulkindern in München sein 25jähriges Jubiläum; , der Verein vatte nach seinem ersten Jahresbericht einen Etat von . 1560 Mark, ein Vermögen von 400 Mark und 195 Mitglieder, bekleidete im ersten Jahre 50 Kinder und schickte 1892 zum erstenmal 4 Kinder in die Ferien. 1910 wurden 318 Kinder vollständig gekleidet, 106 Kinder auf mehrere Wochen in das schöne Ferienheim des Vereins nach Hürben-Krumbach (Schwaben) entsendet; der Verein hat jetzt ein Vermögen von 38000 Mark und etwa 700 Mitglieder. Frau Johanna Kohn ist Mitbegründerin dieses Vereins und jetzt seit Jahren Kassiererin und zweite Vorsteherin desselben. Sie gehört auch dem Kuratorium des israelitischen Schwesternheims seit dessen Gründung an und dem Ausschuß der Ortsgruppe München des Vereins für das liberale Judentum in Deutschland. Mögen der allseits verehrten Frau in ihrem bescheidenen verdienstvollen Wirken auf dem Gebiete echt jüdischer opferfreudiger Menschen- und Nächstenliebe noch ungezählte Jahre in Gesundheit beschieden sein! J.. IV. Nürnberg, 26 März. Am Prinzregenten-Tage fand hier die feierliche Einweihung des „Luitpoldhauses" statt, welches der Naturhistorischen Gesellschaft, dem Verein für Volksbildung und dem Aerztlichen Verein als gemeinsames Gesellschafts/- haus dient. Dieses Haus, das zur Vermehrung und Verbreitung des Wissens in breiten Volksschichten beitragen soll, ist einer Stiftung des im Jahre 1906 verstorbenen Kommerzienrates und Ehrenbürgers der Stadt Nürnberg Heinrich Berolzheimer zu verdanken, der mit seinen in New Dork wohnenden Söhnen 360 000 Mark hierfür zu Verfügung gestellt hatte. Bei der Einweihungsfeier übermittelte namens der Staatsregierung Regierungspräsident» Dr. v. Blaul deren Glückwünsche. Die Vertreter der drei Gesellschaften hielten Dankreden. Namens der Familie des Stifters sprach dessen Schwager, Kausman Ignaz Scherbel. Zu Ehren des Stifters wurde gleichzeitig mit der Einweihungsfeier eine Gedenktafel enthüllt, die von dem Reliefbild Heinrich Berolzheimers gekrönt ist und folgenden Text hat: „Das Luitpoldhaus ist begründet und erbaut für die Naturhistorische Gesellschaft, die Volksbildungsgesellschaft und den Aerztlichen Verein in Nürnberg durch die von: Geist edler Menschenliebe getragene Stiftung von Heinrich Berolzheimer, Kgl. Kommerzienrat und Ehrenbürger der Städte Nürnberg und Fürth, und seinen Söhnen Emil und Philipp Berolzheimer in New Jork zur Förderung naturwissenschaftlicher Erkenntnis, zur Hebung der geistigen und sittlichen Volkskraft, zur Pflege ärztlicher Wissenschaft und Kunst." Heinrich Berolzheimer, der auch in seiner Vaterstadt Fürth mit 160 000 Mark ein Volksbildurigsheim begründet hat, das nach ihm Berolzheimerianum heißt, hat sich durch seine großen und edlen Stiftungen ein unvergängliches Andenken gesichert. 6^ Köln, 21. März. In der letzten Repräsentantenversammlung wurde Herr Lehrer Baum, der bisher an der jüdischen Volksschule unterrichtete, in den Dienst der jüdischen Gemeinde übernommen und ihm lebenslängliche Anstellung gewährt. Dieser Beschluß ist um so bedeutungsvoller, als unseres Wissens zum erstenmal eine Großgemeinde aus freien Stücken ihrem Lehrer diese Vergünstigung zuteil werden läßt. Sollte, dieses Beispiel, das die Kölner Gemeindevertretung gegeben hat, nicht für die anderen Großgemeinden vorbildlich sein und dahin wirken, daß diese es als ein nobile officium betrachten, ihren Lehrern — und auch ihren Rabbinern eine dauernde feste Anstellung zu gewähren? - Kassel, 24. März. Das „Israelitische Waisenhaus" zu Kassel, genannt die Philipp Feidel und Emilie Goldschmidtsche Stiftung» versendet soeben seinen Bericht für 1908 und 1909. Wir entnehmen demselben, daß die Anstalt auch in den abgelaufenen Berichtsjahren sich auf der Höhe ihrer Aufgaben zu erhalten wußte. Die durch die allgemeine Teuerung wie durch bauliche Veränderungen nötig gewordenen Mehraufwendungen mußten durch Verkauf einiger Wertpapiere wie durch erhöhte Jahresbeiträge der Mitglieder gedeckt werden. Der Bitte um Erhöhung der letzteren wurde in befriedigender Weise entsprochen. Dem edlen Sinn einiger Mitglieder der Synagogengemeinde wie der Sinai-Loge war es zu verdanken, daß einige Zöglinge nach Nauheim und Kifsingen zum Kurgebrauch geschickt werden konnten. Für Förderung des Handarbeitsunterrichts stellte die Alexander Simon-Stiftung in Hannover wie ein Gönner der Anstalt größere Summen zur Verfügung. Das Kuratorium behielt mit geringen Aenderungen seine bisherige Zusammensetzung. Nur wurde an Stelle des Herrn Hugo G o.tthelst, der wegen längerer Krankheit das

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