Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 75 (1911)
- Issue
- Heft 12 (24.3.1911)
- Date
- 1911-03-24
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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2 Hilfsverein sein möglichstes getan hat. Der neugegründeten Zentralstelle r für jüdische Wanderarmenfürsorge hat der Hilfsverein sei ne Unterstütz ung: geliehen, an deren Arbeiten sich beteiligt und ihr einen größeren Beitrag zur Verfügung gestellt.— Zum Schluß erstattete Herr.Bankdirektor Ernst Simon den Kassenbericht, aus dem hervorging, baß die Finanzlage des Vereins trotz der überaus großen Anforderungen,. die in den letzten Jahren an den Verein gestellt worden sind, nicht ungünstig ist, und daß der Verein im Jahre. 1910 für seine Tätigkeit auf den verschiedensten Gebieten rund eine halbe Million aufzuwenden :in der Lage gewesen ist. Alls der Mitte der Versammlung wurde der Verwaltung in warmen Worten der Dank snr die hingebende Tätigkeit ausgesprochen, und die Versammlung erteilte einstimmig dem Vorstand Decharge. Zum Schluß wurde noch eine Reihe von Neuwahlen vorgenommen. Das gleiche geschah, in der der Generalversammlung vorangegangenen Zentralkomiteesitzung. Kooptiert in das Zentralkomitee wurden die Herren Sanitütsrat Dr. Jaffö, Rabbiner Dr. Nobel, Frankfurt a.M.; Kommerzienrat Ludwig Metzger, Dr. med. Sommer, Jnstizrat Held, Moritz Rosenbaum, Nürnberg; Leo Michel, Lissa. In den Geschäftsführenden Ausschuß wurde Herr Julian Meisel und in den Vorstand des Geschäftsführenden Ausschusses Herr Landtagsabgeordneter Geheimer Justizrat Cassel gewählt. Herr Geheimer Regierungsrat Mayer aus Karlsruhe zollte unter allgemeiner Zustimmung der Versammelten dem ausgedehnten erfolgreichen Werke des Hilfsvereins der Deutschen Juden hohe Anerkennung und seinen Leitern warmen Dank. ■ V Berlin, 21. März. Auf die Einladung der Jüdischen Reformgemeinde versammelten sich in ihrem Gotteshause Johannisstraße 16 am vorigen Sonntag viele Mitglieder der Hauptgemeinde, uni sich aus eigener Anschauung ein Urteil über den Gottesdienst der Reformgemeinde zu bilden. In .seiner Predigt entwickelte Herr Dr. Levin in Anlehnung en die Dreiteilung der Heiligen Schrift: Lehre, Propheten, Schriften, die Begriffe der Volksreligion, der Menschheitsreligion und der persönlichen Religion, die erst in ihrer Vereinigung die israelitische Religion darstellen. Noch zwei weitere Vorträge am Sonntag den 26. März und Sonntag den 2. April werden sich anschließen. Im nächsten Vortrage am Sonntag den 26. d. M. vormittags IO1/® Uhr wird Herr Dr. Levin das Thema behandeln: Die Entwicklung des.nachbiblischen Judentums bis zur Gegenwart und die Wirksamkeit der Reform. Jedermann hat Zutritt. V Berlin, 21. März. Das Kuratorium der Lehranstalt für . die Wissenschaft des Judentums versendet das Programm der Vorlesungen für das Sommer-Semester 1911. Herr Dr. Baneth wird lesen: 1. Talmud babli, Synhedrin, Kapitel IV, 4 Stunden, Montag und Donnerstag 10 bis 12 Uhr. 2. Talmud babli, Hullin. Kapitel III, 4 Stunden, Montag und Donnerstag 8 bis 10 Uhr. 3. Mischne Tora, Buch 10 lFortsetzung), 2 Stunden, Sonntag 11 bis : 1 Uhr. 4. Jore de'a, Hilch. Ta^arubot (Fortsetzung), 2 Stunden, - Mittwoch 8 bis 10 Uhr. 5. Eben ha-^ezer, Hilch. Kidduschin (Fortsetzung), 1 Stunde, Donnerstag 12 bis 1 Uhr. 6. Jeruschalmi Pesahim, Kapitel III, 1 Stunde, Montag 12 bis 1 Uhr. 7. Talmud (für Anfänger), 2 Stunden, Sonntag 9 bis 11 Uhr. Herr Dr. Elbogen wird lesen: 1. Pentateuch mit alten Kommentaren, 2 Stunden, Dienstag 11 bis 1 Uhr, 2. Talmud, Mo'ed katon III, 4 Stunden. Sonntag und Mittwoch 8 bis 10 Uhr, 3. Geschichte der Juden in Deutschland, III. Teil (1500 bis 1750), 2 Stunden. Dienstag und Freitag 10 bis 11 Uhr. 4 Der jüdische Gottesdienst, geschichtlich dargestellt, 2 Stunden, Sonntag und Mittwoch 10 bis 11 Uhr. 5. Seder Dlam rabba (für Anfänger), 1 Stunde, Freitag 9 bis 10 Uhr. Herr Dr. Nah uda wird lesen: 1. Das zweite Buch Samuelis nebst historischen und archäologischen Exkursen, 2 Stunden, Montag und Freitag 12 bis 1 Uhr. 2. Uebungen in hebräischer Syntax und Stilistik, 2 Stunden, Montag 10 bis 12 Uhr. 3. Psalmen (Fortsetzung), 2 Stunden, Mittwoch und Freitag 11 bis 12 Uhr- 4. Uebungen über den Propheten Ezechiel mit besonderer Berücksichtigung der ethischen und gesetzlichen Teile, 2 Stunden, Mittwoch 6 bis 8 Uhr nachmittags. 5. Die Herzenspflichten des Bachja ibn Pakuda im arabischen Original, 2 Stunden, Donnerstag 6 bis 8 Uhr nachmittags. 6. Haftarot (für Anfänger), 1 Stunde, Mittwoch 12 bis 1 Uhr. Herr Dr. Hochfeld wird lesen:. Methodik des Unterrichts: in der-biblischen Geschichte, 2 Stunden, Montag 6-bis 8 Uhr nachmittags, daran anschließend Uebungen. Herr Dr. Freund wird lesen: Die Emanzipation der Juden in Preußen, unter besonderer Berücksichtigung des Gesetzes, vom 11i März 1812. 2 Stunden, Dienstag 6 bis 8 Uhx--nachmitta>gs. Herr Dr.. Täubler wird lesen: Jüdische Geschichte in der hellenistisch-römischen Zeit, 3 Stunden, Dienstag 8 bis 10 Uhr, Donnerstag 8 bis 9 Uhr. Herr Dr. Warschauer wird lesen: Homiletische Uebungen, 2 Stunden, Freitag 8 bis 10 Uhr. Midrasch Schir ha Schirim Rabba, Dienstag 6 bis 7 Uhr nachmittags. Vorbereitungskurse im Hebräischen werden äußer von den Herren Dozenten von den Herren Dri Barol und Tr. Biram in noch zu bestimmender Zeit gehalten. Alle Vorlesungen und Uebungen sind unentgeltlich. Die Eröffnung des Sommersemesters''erfolgt Mittwoch, den 26. April, 12 Uhr mittags- Als Zuhörer für die' Vorlesungen sind in erster Linie die rite immatrikulierten Studierenden der hiesigen Universität — und zwar ohne Unterschied der Fakultät — in Aussicht genommen. Auch andere Personen können auf Grund besonderer Ermächtigung an den Vorlesungen teilnehmen. Tie Anmeldung erfolgt bei dem Vorsitzenden'des. Lehrer-Kollegiums, Herrn Dr. Baneth, am 27. und 28. April, 12 bis 1 Uhr mittags, im Sprechzimmer der Lehranstalt. 8. Berlin, 19. März. Im neuen Hause des Brüdervereins fand heute die Generalversammlung des Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen statt. Der Vorsitzende Herr Louis Sachs gedachte zunächst in warm empfundenen Worten der verstorbenen Vorstandsmitglieder Julius Oliven und Dr. Arthur Gerson sowie der infolge einer Operation unerwartet verstorbenen Schwester Minna Neumann und erstattete alsdann einen ausführlichen Bericht über die Tätigkeit des Vereins im verflossenen Jahre. Die Zahl der Schwestern ist von 69 auf 79 gestiegen. Außerdem gehören dem Verein 17 Lehrschwestern an; die Zahl der Lehrschwestern wird sich allmonatlich erhöhen, da bis Ende des Jahres bereits Schülerinnen angenommen sind. Es konnte mit Genugtuung konstatiert werden, daß es an Meldungen von Töchtern aus besseren jüdischen Bürgerfamilien nicht mangelt, und daß die'Schwestern des Vereins gesucht und geschätzt werden. Die Berliner Schwestern übten an 15152 Pflegetagen ihre segensreiche Tätigkeit aus, während auch, außerhalb Berlins dem hiesigen Mutterhause zugehörige Schwestern in einer großen Zahl von Gemeinden wirken. Da ein großer Teil der Pflegen ohne jeden materiellen Nutzen für den Verein erfolgte, so entsprachen die Einnahmen nicht den großen Ausgaben, welche die Erhaltung des Schwesternheims erfordern, so daß der Schwesternheimfonds sich nur sehr langsam erhöht. An Gehältern und Gratifikationen wurden 32 700 Mark, an Beköstigung zirka 19 000 Mark verausgabt, und diese Ausgaben wachsen mit den jährlich vorgesehenen Gehaltssteigerungen der Schwestern. Der Vorsitzende schloß seinen beifällig aufgenommenen Bericht mit der herzlichen Bitte an . die anwesenden Mitglieder, den Verein in materieller Richtung zu fördern und ihm neue Freunde und Gönner zuzusühren. Bei den Vorstandswahlen wurden die turnusmäßig ausscheidenden Mitglieder einstimmig wieder- und die Herren Salomon Seligsohn und Regiernngsrat Dr. Fritz Rat Henau neu gewählt. Zu Kassenrevisoren wurden die Herren Norbert Lachmann, Siegfried Loewenwald und Arthur Zamorh ernannt. Anfragen und Meldungen von Schülerinnen sind an den Vorstand des Vereins oder an die Oberin Fräulein Rose Blau im Schwesternheim, Auguststraße 17, zu richten., , ,.*** Berlin, 21. März. Im Verein für jüdische Geschichte und Literatur hielt am 16. d. M. der Dozent der Musikwissenschaft Dr. Leopold Hirschbe rg einen mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag über „Die Kriegshelden der Bibel in der Musik", mit Erläuterungen am Klavieu und durch Gesang. Der Redner verwies in der Einleitung-zunächst auf Händel als den einzigen Tonmeister, der für sein Thema in Betracht komme, gab einen kurzen Abriß aus dessen Lebensgeschichte und erörterte eingehend seine musikwissenschaftliche Bedeutung. Sodann trug' er in bekannter Meisterschaft aus den Werken Handels verschiedene Proben vor; Aus Josua: „Verkündigung, des Engels an Josua", die „große Kriegs-Arie des Josua",, „Zerstörung'von Jericho" (Chor), „Gebot Josuas an Sonne