Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 75 (1911)
- Issue
- Heft 12 (24.3.1911)
- Date
- 1911-03-24
- Page
- Seite 138 (sequence 6)
- Language
- German
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Stelle aus diesen Briefen: „Nicht besitzt noch Gebiet der König ... die Chabiri (höchstwahrscheinlich die Hebräer) verwüsten alles Gebiet des Königs" ... „Sollen die Chabiri sich der königlichen Städte bemächtigen? Wenn nicht die Pidatisöldner noch in diesem Jahre erscheinen, so lasse mich der König durch seine Sendboten abholen," so klagt um 1380 Abdchiba, der ägyptische Statthalter von Jerusalem. Da war es um 1320 — nach Budge, A History of Egypt, im Jahre 1366 — die genauen Jahreszahlen lassen sich bekanntlich in dev ägyptischen Chronologie kaum seststellen — da war es der König Seth I., der Sohn Ramsel I., der Vater Ramsel II., der in einem siegreichen Feldzug Palästina bis zum Orontes hin wieder unterwarf. Die biblischen „Schakale vom Norden, die Wildkatzen von Kittim her", d. h. die Hettiten (nach Hommel) hinderten ihn reilich an weiterem Vordringen. Wie in Aegypten und auch sonst üblich, feierte Sety seine Triumphe in pomphaften Inschriften auf Tempelwänden und Sphinxsockeln, in Theben, iu Kurna, in Seseba und in dem von ihm errichteten Wüstentempel von Redesiyeh. Aus letzterem stammt die hier wiedergegebene Abbildung 2. Das Dorf Redesiyeh oder Radasiyeh liegt einige Kilometer stromaufwärts von Edfu, der alteil Hauptstadt des Sonnengottes, dort ungefähr, wo der 25. Breitengrad den Nil schneidet; der Tempel selbst, von dem nur noch geringe Reste erhalten sind, liegt etwa 60 Kilometer vom Dorse an dem uralten Wege, der ehemals zu den Smaragdminen der Sabaraberge und der jetzt gleichfalls in Ruinen liegenden Hafenstadt Berenice am Roten Meere führte. III. Betrachten wir das Bild näher. In der Mitte knien vier asiatische Fürsten mit stark ausgeprägter semitischer Physiognomie und künstlicher semitischer Haartracht; die rechte Hand hält noch die herkömmliche asiatische Streitaxt, die aus einen: krummen Holz mit aufgesetzter kupferner Schneide besteht (Ed. Meyer); die linke strecken sie flehend und abwehrend empor, während König Sety sie beim Schopfe faßt, um ihnen mit der Steinkeule den Schädel,zu zerschmettern—eine schon damals uralte Geste; schon um 3300 sehen wir Narmer, den Vorgänger des ersten Königs der ersten Dynastie, auf einer Schminktafel in derselben Haltung dargestellt — die Geste ist rein hieratisch wie der falsche Bocksbart Setys. Der Sonnengott links führt ihm acht nacktegefesselte Gefangene zu, zwei zu zwei zusammengekoppelt: jeder von ihnen trägt in einem fchildartigen Rahmen seinen Namen aus der Brust, und die Hieroglyphen auf der Brust des armen Kerls in der zweiten Reihe links, den wir hier mit seinem Leidensgenossen in etwas größerer Nachbildung (Abbildung 1) wiedergeben, bedeuten Asaru, Äser, Äser, sprich Ascher. Diese 3200 Jahre alten Hieroglyphen wären wohl geeignet. das urälteste Wappenschild der Welt darzustellen; IV. Das Verdienst der Entzifferung und Identifizierung des Namens gebührt Herrn W. Max Müller, einem geborenen Deutschen, jetzt Professor am R. E. Seminar in Philadelphia. In seinem epochemachenden, 1893 erschienenen Werk. „Asien und Europa" führt er den philologischen, historischen, politischen und geographischen Beweis der Richtigkeit seiner Erklärung, und es scheint nicht, daß seine Ausführungen je bestritten, geschweige denn widerlegt worden seien. Noch mehr, er zitiert drei andere Dokumente, in denen zu Setys und Ramses II. Zeit der Name Wer vorkommt. — Eine von diesen Stellen möge hier noch Platz finden. In dem Papyrus Anastasi erzählt ein ägyptischer Schreiber die Reise eines befreundeten Offiziers, eines Mohär, in Syrien und Palästina, Sidon.KadeL, Sarepta, die Jerichofurt werden erwähnt. Aber welche Mühen, Unbilden und Strapazen; abscheuliche Wege, steinig oder sandig, an tiefen Abgründen vorbeiführend; der Wagen bricht, der Durst quält ihn, die Nacht überrascht . ihn, Diebe berauben ihn, kurz: „Dein Name ist wie der des Ka-da-ira-di-y, (Chabas, Paris, 1866 schreibt Kadjarti), des Fürsten von Msaru, wenn ihn findet der wilde Hund (die Hyäne) in dem Bikaa-Gebüsch auf dem von Beduinen; verlegten Engpaß." Ein Engpaß, Hyänen hinter sich, WegelaArer vor sich, eine nette Situation! Der Name des Fürsten der Ascher scheint sprichwörtlich bedeutet zu haben:^Pech und wieder Pech- --' Abbildung I. Aegypter das jedenfalls wäre es älter als der >,Oelbaum auf Opal", welches der Midrasch im Parschah Bamidbor dem Stamme Ascher zuerteilen soll, und authentischer als das „sinopio grenneiö d'or" — Grün mit goldenen Körnern — welches zufolge einer alten französischen Scharteke in meinem Besitz, denen von Ascher als Wappenschild diente. Sollte nun irgendeiner von ihnen Lust verspüren, obige Hieroglyphen auf seine Visitenkarte oder in sein Wappen zu setzen — verdenken könnte ihm das niemand — so sei bemerkt, daß der ruhende Löwe nicht ein Symbol des Mutes, sondern nur der Buchstabe kl ist, und daß das wellenförmige Ideogramm unten Hügel, ein Hügelland, also für den Ausland bezeichnet. M IQ Abbilöuna 2.