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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1911-02-03 · Heft 5 (3.2.1911) · p. Seite 60

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
75 (1911)
Issue
Heft 5 (3.2.1911)
Date
1911-02-03
Page
Seite 60 (sequence 12)
Language
German
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Die Scherben scheinen Bruchstücke von Wein- oder Oelkrügen des könig^ lichen oder eines Palastes der Großen von Samaria gewesen zu sein. Für die erste Annahme spricht die Anlage des Baues und auch der, Umstand, daß die Scherben die Zahl des Erntejahres nach dem .Regierungsantritt des Königs aufweisen. Für die Datierung und die Feststellung des Namens des Königs ist die Tatsache von Bedeutung, daß in nächster Nahe jener Scherben eine prächtige Alabaster- Vase mit dem Namen des Pharao Osorkon II gefunden wurde. Osorkon II hat 874—853 v.Chr. regiert und war demnach Zeitgenosse des Königs Ahab bon Israel (zwischen 880 und 854 v. Chr ). Eiste Anzahl vop Namen stimmen mit bekannten biblischen Namen überein. Andere neue sind insofern von großer Wichtigkeit, als sie einen tiefen Einblick in die religiösen Verhältnisse unter den ersten Königen von Israel gestatten und die uns schon aus der Bibel bekannten Anschauungen jener Zeit in charakteristischer Weise bestätigen. Ueber den Umfang des Fundes sowie über die sich hieraus ergebenden Folgerungen für dieBeurteilung der ersten religions- und kulturgeschichtlichen Entwicklungsphasen im Heiligen Lande wird Professor Kittel noch diese Woche in einem Fachblatt eingehender berichten. Aber schon jetzt hebt Prof. Kittel ausdrücklich hervor, daß der Fund von Samaria von höchster Bedeutung sei, und daß er uns eine reiche Perspektive aus neue bedeutsame Entdeckungen im Heiligen Lande für die Zukunft 'eröffnet. Die Tatsache, daß man schon im 9. Jahrhundert vor Christi Tinte und Feder benutzte, läßt unzweifelhaft auf ein schon damals sehr stark entwickeltes Schrifttum in Israel schließen. Denn die Tonscherbe kann, wie Prof. Kittel richtig bemerkt, schwerlich dasjenige Material gewesen sein, das zur Erfindung von Tinte und Feder gereizt hatte; dies muß vielmehr den Papyrus gewesen sein. Schrieb man nun zur Zeit Ahabs und Elias aus Tonscherben in biblischer Sprache und althebräischeü Schrist, so hatte man im Heiligen Lande auch längst schon größere Urkunden und Bücher geschrieben. Dieses verdient um so mehr hervorgehoben zu werden, als gerade in den letzten Jahren die Ansicht an, Boden zu gewinnen begann, daß noch im 7. Jahrhundert vor Christi die Keilschrift die einzige l terarische Schrift in Israel gewesen sein soll. ^Es ist hier nicht der Ort, auf die vielseitige Bedeutung der gemachten Funde näher einzugehen. Man wird über Herrn Prof. Kittel recht geben, wenn er seinen Artikel mit den Worten schließt, daß es sehr wohl getan wäre, wenn auch in Deutsch-' land reichere Mittel fmr die Ausgrabungen in Palästina flössen, und auch für die Altertumskunde des Heiligen L andes. »Forschungsinstitute" gegründet werd en würden. Souvenir et responsabilite. Je pense'donc je crois. Seme la tendresse tu recoltera l’amour. Tiois entretiens par Louis Germain Levy, Rabbin de L’union liberale israelite. Paris. Union Liberale - Israelite. Copernique 24. - Predigten, je eine zu Neujahr, Versöhnungstag und Hüttenfest. Die Auswahl der Bibeltexte ist sehr angemessen, ebenso die Proben aus den talniudischen Stellen, die übrigens alle französisch, nicht hebräisch gegeben werden. Es ist ein großer Genuß, die von . echt jüdischem Geiste beseelten, in feiner, wohlklingender, anmutiger . Sprache verfaßten Predigten zu lesen. Diese Liebe -zu einem wohlgeglätteten, eleganten und doch niemals gezierten Ausdruck hat etwas ungemein Erfrischendes und Erfreuliches. L. G. Mcherrmlsuk. Besprechung der Bücher Vorbehalten. Zurücksendung der Bücher findet in - keinem Falle statt. Der Weg zu Got t. . Festrede, gehalten bei der Einweihung de- Kaiser Franz Josef I. Jubiläums-Tempels in Kremsier am. 26. Siwand 5670 (3. Juli 1910) von Rabbiner Dr. Adolf Frankl Grün. Kremsier, 1910 Selbstverlag. Gedentblätter an Dr. Michael Silberstein, Stadt- und Bezirksrabbiner in Wiesbaden, geboren 21. November 1834, gestorben am 13. Oktober 1910. Wiesbaden, Carl Schnegelberger & Co. 1910. Worte der Trauer, gesprochen an der Bahre der Frau Rabbiner Dr. Rebekka Silberstein geb. Mauer, am Montag den 12. September 1910. Von' Dr. Adolf Kober- Stadt- und Bezirksrabbiner, Wiesbaden. Carl Schnegelberger L Co., Wiesbaden. Announcement of a Library of Posl-BiblicalHebrew Literature. New York 1910. Kurze Proben, hauptsächlich Mitteilung von Zustimmungsbriefen. Dr. Nathan Birnbaum (Mathias Acher). Ausgewählte Schriften zur jüdi'chen Frage. 2 Bände. Herausgegeben auf Initiative eines Komitees. Verlag der Buchhandlung'Dr. Birnbaum und Dr. Kohut. Zernowitz 1910. . - Souvenir et responsabilite. Je pense, donc-je crois S£.me la tendresse-tu recplteras ramour. Trois entretiensfpar Louis Germain Levy, Rabbin de L’union liberale isr eilte. Paris. Union Liberale lsra61ite. Rue Copernique 24. Die Ophthalmologie bei den alten Hebräern aus den Alt- und Neulestamentlichen Schriften unter Berücksichtigung des Talmuds, dargestellt von vr. med. et ph.il. L. Kotelmann, weiland Augenarzt ^in Hamburg. Verlag von Leopold Voß in Hamburgs Preis 15 Mark. Timoleon und Immanuel. Dokumente einer Freundschaft,. Briefwechsel zwischen Friedrich Christian von Schleswig-Holstein und Jens Baggesen. (Auf dem Titelblatt steht der böse Druckfehler Baggensen.) Herausgegeben von Hans Schulz. Verlag von S. Hirzel, Leipzig, 1911. Preis 10 Mark, geb. 11.50 Mark. Vorschriften betreffend die Landes-Schanksteuer in Galizien und der Bukowina und die allgemeine (Reichs-) Schanksteuer mit einer geschichtlich-kritischen Einleitung und Erläuterungen von Dr. Leo Geller, Hof- und GerichtSadvokat. Wien 1911. Verlag von Moritz Perles. Preis 2.80 Kronen, geb. 3.60 Kronen. Israels Kulturentw.icklung, dargestellt von Max Löhr der Theologie und Philosophie Doktor, ordentl. Professor der Theologie in Königsberg i. Pr. Mit zahlreichen Abbildungen und einer Karte. Straßburg. Verlag von Karl I. Trübner, 1911. Preis 3.60 Mark. ' Nachtrag zu A. Landau und B. Wachstein: Jüdische Privat-, briefe aus dem Jahre 1619. Wien und Leipzig, Wilhelm Braumüller 1911. Abraham Geigers religiöser Charakter. I. Teil, von Dr. Kaatz, Rabbiner in Zabrze. Frankfurt a. M. Verlag des „Israelit" 1911. Sprechssal. Sehr geehrter Herr Redakteur! egenüber der „Erklärung" des Herrn Geheimen Baurat Dr.-Jng. Th. Landsberg in Nr. 4 Ihres geschätzten Blattes, muß ich mich darauf beschränken, meinerseits zu erklären, daß ich meinen von ihm beanständeten Satz in der allgemeinen Form, die . ich ihm gegeben, aufrecht halte. Ihn durch Namhaftmachung sogenannter Fälle hier zu erhärten, ist nicht opportun. — Uebrigens lag es mir fern, durch meinen Hinweis auf Gundelfingers Eintreten für jüdische Studierende und Dozenten der Loyalität des Professorenkollegiums, der hiesigen Technischen Hochschule zu nahe zu treten. Wenn Herr Geheimrat Landsberg „zur Feststellung der Wahrheit" erklärt: „Stets ist von dem Kollegium der Hochschule unparteiisch und gerecht verfahren (worden), mochte es sich um Juden oder Christen handeln", so will ich das gern glauben. Aber Kundige und Erfahrene wissen, wieviel Spielraum offizielle Unparteilichkeit und aktenmäßige Gerechtigkeit immer noch gewähren für menschliche Parteilichkeiten und Ungerechtigkeiten aller Art, so daß einem warmherzigen Mann genug Gelegenheit bleibt, für Benachteiligte einzutreten?' Darmstadt, 27. Januar 1911. Dr. D. Selber, Großherzoglicher Rabbiner i. P. Druck und Verlag von Rudolf Moffe in Berlin. Verantwortlich für die Redaktion: Max Bauchwitz in Berlin.

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