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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1910-12-23 · Heft 51 (23.12.1910) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
74 (1910)
Issue
Heft 51 (23.12.1910)
Date
1910-12-23
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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Nassen vorgesehen. Ferner ist ein Phy'ik^ und Ehemiesaal mit Vorbereitungszimmer vorhanden, sowie ein großer Zeichensaal. An weiteren Räumen sind vorgesehen ein Sitzungssaal der Verwaltung, ein' Direktorzimmer, ein Konferenzzimmer, ein Lehrerzimmer und ein Bibliotheksaal. An das Hauptgebäude ist die Turnhalle mit den Garderoberäumen und den Räumen für Händegymnastik derart angebaut, daß sie vom Hauptgebäude aus bequem zugänglich ist. Sie enthält eine Empore und ist so ausgestattet, daß sie zugleich als Aula benutzt werden kann. Im Souterrain befinden sich die Schuldiener- Wohnung, ein Aufbewahrungsraum für Fahrräder, eine Milchküche, sowie ferner Räume für die Heizung.. Das Hauptgebäude enthält über dem Souterrain das Erd- und zwei Obergeschosse, das Dachgeschoß ist für eine Reserveklasse und die Bibliothek ausgebaut. Im Erdgeschoß befindet sich eine sehr geräumige Flurhalle von derartigen Abmessungen, daß gegebenenfalls hier die ganze Schülerzahl versammelt werden kann. Die Klassen sind derartig angelegt, daß zweisitziges Gestühl aufgestellt werden kann. Die Ausführung ist. wie für derartige Bauten üblich, durchaus massiv erfolgt Für die Decken ist eine Konstruktion gewählt, welche möglichste Schallsicherheit gewährleistet. Die Heizung ist als Niederdruckheizung hergestellt. Die Lüftung ist, abweichend von den in Hamburger Schulbauten üblichen Ausführungen, als Pulsionslüstuug mit elektrischem Ventilator vorgesehen. Die Abluft wird in Kanälen im Dachboden gesammelt und übers Dach geführt. Das Gebäude wird mit elektrischen Uhren auf den Korridoren nebst Läutewerken, mit - elektrischer Beleuchtung durch Bogenlampen, endlich mit allen erprobten Einrichtungen versehen, welche für derartige moderne Schulen erforderlich sind. Die Außengestaltung ist in Formen neuzeitlicher Bauweise unter Verwendung von Ziegeln und Kunststeinen ausgeführt. Der Bau ist im Frühjahr begonnen worden, Anfang August gerichtet und wird im nächsten Jahre seiner Bestimmung übergeben werden. Chemnitz, 18. Dezember. Der Israelitische Krankenpflege-Unterstützungs. und Vestattungsverein E. V. versendet folgenden Bericht für das Jahr 1910: Der Verein hat im abgelaufenen Jahre einen Zuwachs von 18 neuen Mitgliedern erfahren. Dem steht ein durch Fortzug und Ableben verursachtes Ausscheiden von 11 Mitgliedern gegenüber. Die Zunahme der Mitglieder beträgt demnach 7 und die Anzahl sämtlicher Mitglieder 280 — gegen 273 im Vorjahre. Zur Erledigung des Geschäftsganges hielt der Vorstand im Berichtsjahre vier Sitzungen ab. Wiederum haben wir einen erheblichen Teil unserer diesjährigen Ausgaben im Interesse der Krankenpflege und der Versorgung Erkrankter mit Medikamenten usw., sowie für Kurkosten verwendet. Ferner haben wir die Anstellung einer jüdischen Krankenschwester in Chemnitz dadurch gefördert, daß wir, wie bereits in früheren Jahren, dem Ausschuß für jüdische Krankenpflege Hierselbst einen Jahresbeitrag zahlen. Außer den jährlichen Beiträgen an die Grauen Schwestern und die Gemeinde-Diakonissen haben wir auch an den Verein zur Bekämpfung der Schwindsucht wieder einen Jahresbeitrag in gleicher Höhe wie in den Vorjahren geleistet. Unterstützungen wurden gegeben an Hiesige 1509.35 . Mark (gegen 1173.25 Mark im Jahre 1909). In dieser Summe sind auch die Beträge enthalten, welche für Mazzoth und Heizungsmittel an hiesige Bedürftige aufgewendet worden sind. Einige Knaben h,ben wir beim Austritt aus der Schule oder zur Barmizwah mit Kleidungsstücken ausgestattet. An 441 durchreisende Israeliten, welche bei unserer Armenkasse vorgesprochen haben, wurden 903.10 Mark gezählt (gegen 882.35 Mark an 437 Durchreisende im Jahre 1909). Der am 1. Oktober b. I. in Tätigkeit getretenen „Landeskasse Sachsen für jüdische Wanderarmenfürsorge" sind wir in Verfolg des Beschlusses der vorjährigen Generalversammlung als Mitglied beigetreten. Die Sterblichkeit in unserer Gemeinde weist im Berichtsjahre leider eine höhere Ziffer als im Vorjahre auf. Insgesamt fanden 22 Beerdigungen auf unserem Friedhofe statt (gegen neun in 1909) Davon waren 16 Erwachsene (11 Männer und 5 Frauen) und 6 Kinder; unter den Männern waren sechs Vereinsrnit glieder. Die rituelle Tahara fand meistens im Sterbehause, einigemal auch auf unserem Friedhofe und einmal in Frankenberg statt. Außerdem wurde die Tahara an einer hier verstorbenen Frau von auswärts, deren Leiche nach Annäberg überführt worden ist, verrichtet. Unserem Verein erwuchsen in diesem Jahre Beerdigungskosten in Höhe von 537.12 Mark (gegen 258.18 Mark im Jahre 1909). Das Vermögen des Vereins beträgt gegenwärtig 14 103.36 Mark (gegen 12 817.37 Mark am 2. Dezember 1909). Kasse und Bücher sind laut Bericht der Herren Kafsenrevisoren durch diese geprüft und in Ordnung befunden worden. — Ahlem, 14. Dezember. Am Sonntag den 4. Dezember hat die diesjährige Kuratoriumssitzung der Erziehungsanstalt Ahlem, diesmal in den Räumen der Anstalt selbst, unter dem Vorsitz des Justizrats Dr. Berend sowie unter Teilnahme einer größeren Anzahl hannoverscher und auswärtiger Kuratoren, der Vorstandsmitglieder sowie einiger Gäste aus Güttingen und Hildesheim stattgefunden und einen sehr anregenden Verlaus genommen. Nachdem zunächst der seit der letzten Sitzung verstorbenen Mitglieder Dr. Horovitz, Frankfurt a. M., Martin Lebrecht senior, Nürnberg und Karl Beer, Darmstadt, in ehrender Weise gedacht worden war, wurden neu in das Kuratorium gewählt Herr Kommerzienrat Louis Feist in Frankfurt a. M., Herr Kommerzienrat Wilhelm Langenbach in Darmsladt, die Herren Kommerzienrat L. Metzger und Schuldirektor M. Gombrich in Nürnberg und die Herren Paul Laskar, vr. sur. F. M. Marburg und Rechtsanwalt Dr. Lippmann in Hamburg, von denen die beiden letzteren Herren persönlich erschienen waren. Außerdem wurden die nach dem Turnus ausscheidenden Mitglieder wiedergewählt. Sodann wurde eine vom Vorstand vorgeschlagene Statutenänderung genehmigt, die es erleichtern soll, eine'Sitzung des Kuratoriums auch außerhälb Hannovers stattfinden zu lassen, was mit Rücksicht darauf, daß die Anstalt aus. ganz Deutschland unterstützt wird, schon früher als angemessen anerkannt worden ist. Die Rechnung des Jahres 1909 wurde genehnngt, ebenso der vom Vorstand vorgelegte Voranschlag für das Jahr 1911. Derselbe, schließt zwar mit einem Ueberschuß ab. der indessen nur dadurch hervorgerufen ist, daß ein Legat von 8000 Mark des in Hannover kürzlich verstorbenen Dr. Rosenberg in den Etat eingestellt werden konnte; im übrigen wurde sowohl aus dem Bericht des Vorstands als aus den Rechnungsziffern konstatiert, daß die Anstalt nur bei lebhafter allseitiger Unterstützung ihre Zwecke erfüllen kann, da ihr zinsentragendes Kapital nicht zur Verfügung steht. Die Gärtnerei befindet sich in guter Verfassung; ihre Erzeugnisse erfreuen sich in Abnehmerkreisen allgemeiner Beliebtheit. Als gewerblicher Betrieb ist Schneiderei neu eingeführt, während letztere bislang nur den Bedarf der Anstalt selbst deckte. Die Verhandlungen wurden durch ein vortrefflich zubereitetes Mittagessen unterbrochen, das vom Mädchenhause hergerichtet und von den Haushaltungs-Zöglingen in höchst gewandter Weise serviert wurde. Bei der Tafel nahmen Vertreter der Bne Brith-Logen zu Hannover, Göttingen und Hildesheim das Wort, um die Sympathien ihrer Vereinigungen für die Arbeit der Anstalt zu bekunden. Auch die anwesenden Kuratoriumsmitglieder Dr. Cohn-Tessau und Karl Schiff-Berlin äußerten sich bezüglich ihrer Logen in gleichem Sinne. Mit'Interesse und Befriedigung nahmen die von auswärts erschienenen Teilnehmer Kenntnis von den Einrichtungen der Anstalt den ausgestellten Arbeiten der Schüler sowie von dem, vorzüglichen Aussehen und der strammen Haltung sämtlicher Zöglinge, die nach Schluß der Tafel einzeln an den Gästen vorüberzogen. — Homburg vi d. Höhe, 16. Dezember. Ein wirklich dringendes Bedürfnis' — diesmal ohne allen ironischen Beigeschmack — versucht man seit kurzem hier durch die Errichtung eines großen rituell geleiteten Sanatoriums zu beheben. Das Sanatorium'ist zur Aufnahme von Erholungsbedürftigen, Nervösen und innerlich Kranken bestimmt (ansteckende und Geisteskranke sind ausgeschlossen). Der stolze Neubau beginnt soeben sich im besten Villenviertel zu erheben, nur' wenige Schritte vön den Hauptquellen und vom prächtigen Hardtwäld entfernt. Wie uns der Besitzer, der geschätzte Frankfurter Arzt und Nervenarzt, Herr Dr. Go löschittidt, mitteilt, soll die Eröffnung des neuen Unternehmens' noch in diesem Herbste stattfinden. ' Stratzburg i. E, 14. Dezember. Am 27. v. M. fand im Elsässischen Museum (Nikolausstauden 23) die vierte ordentliche Generalversammlung der Gesellschaft für die' Geschichte der Israeliten in Elsaß-Lothringen statt: Nach einer Beffchtigüng der jüdischen Abteilungen des Museums wurde die Versammlung gegen 11 Uhr durch den Präsidenten, Herrn Charles Levy aus

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