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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1910-12-23 · Heft 51 (23.12.1910) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
74 (1910)
Issue
Heft 51 (23.12.1910)
Date
1910-12-23
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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betrug die Besucherzahl 7431. Das Lesepublikum setzt sich aus den . verschiedensten.Berufsklassen und Gesellschaftsschichten zusammen. Das Institut, dessen Benutzung jedermann unentgeltlich sreifteht, ist wochentäglich von 10 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends ununterbrochen geöffnet, am Sonnabend und Sonntag von 11 bis 2 und 7 bis IO Uhr abends. In den Leseräumen liegen ständig 80 jüdische Zeitungen und. Zeitschriften aus. Die Bibliothek umfaßt über 7000 Bände jüdischen Inhalts. Das Institut steht auf völlig neutralem Boden und wird ohne jede Parteilichkeit verwaltet. . , *** Berlin, 20. Dezember. Am 27., 28. und 29. d. M. findet in München die dritte Delegierten-Versammlung des „Jüdischen Frauenbundes" mit folgender Tagesordnung statt: 27. Dezember (Vorabend) abends 8V2 Uhr, Müncheuloge, Kaufinger Straße 11. Geschlossene Delegiertenversammlung. Prüfung der Mandate, zwangloses Zusammensein mit dem Münchener Ortsausschuß. I. Tag: 28. Dezember vormittags 9 Uhr Münchenloge Kaufinger Straße 11. Vorsitz: Fräulein Bertha Pappenheim-Frankfurt a. M. Begrüßung der Delegierten und Abgesandten der Münchener Organe der jüdischen Wohlfahrtspflege. Klarlegung der Ziele und Zwecke des Jüdischen Frauenbundes. Fräulein B. Pappenheim-Fraukfurt a. M. Ansprachen. Kassenbericht, Frau Dr. Frankl-Berlin. Rechenschaftsbericht seit 1904, Frau Henriette May - Berlin- Referat: „Das Arbeitssystem der Breslauer Ortsgruppe des.Jüdischen Frauenbundes". Frau Justizrat Ollendorff-Breslau. Referat: „Wohltätigkeit und Wohlfahrtspflege", Frau Rabbiner Dr. Vogel- > stein-Stettin. Diskussion. Nachmittags 3 bis 6 Uhr, Referat: „Ueber Stellenvermittlung", Frau Helene Meyer-Stargard i. P. Korreferat mit Bezug auf die Organisation und Tätigkeit der Frankfurter Stellenvermittlung, Frau Bertha Rosenblatt-Frankfurt a. M. Besprechung der gedruckt vorliegenden Anträge. Abends 8 l/s Uhr: Hotel „ Bayrischer Hof" (Oberer Konzertsaal) Großer öffentlicher Vortrag von Fräulein Sidonie Werner-Hamburg über „Erziehungssragen". Diskussion. II. Tag: 29. Dezember vormittags 9 Uhr Münchenloge Kaufinger Straße 11. Vorsitz: Fräulein Sidonie Werner-Hamburg. Geschäftliche Mitteilungen, Frau Henriette May - Berlin. Referat: „Soziale Arbeit in der Münchener Kultusgemeinde", Frau Rabbiner Dr. Werner- München. Referat: „Zur Schwesternsrage", Frau Dr. Martha Frankl-Berlin. Referat: „Weibliche Jugendvereine (Mädchenklubs)", Fräulein Hetty Neumüller-Frankfurt a. M. Diskussion. Gemeinsames Frühstück in den Räumen der Münchenloge, Kaufinger Straße 11. Nachmittags 3 Va Uhr: Referat- „Vereinigung jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina, ihre Ziele und Erfolge", Frau Dr. Straus- München. Statutenberatung. Geschäftsordnungs-Entwurf. Vorstandswahlen. Abends A^Uhr: „Jugendabend" unterLeitungvonFrl.Berth a Pappen Heim-Frankfurt a. M. Diskussion. Oeffentliche Versammlung. ----- Spandau, 16. Dezember. Am 8. d. M. starb hier Frau Henriette Seliger geborene Hirschfeld im 87.,Lebensjahre, nachdem, am 17. Februar d. I. ihr Gatte, dessen wir bei seinem Tode in dieser Zeitung gedachten, ihr vorangegangen war. Mit dem Hinscheiden, dieser hochgeehrten Frau hat hier das letzte im besten Sinne altjüdische, Hans zu existieren aufgehört. An der Bahre sprachen Rabbiner Dr Rosenthal aus Köln, der Schwiegersohn der Verblichenen und sodann der hiesige Rabbiner Dr. Heilbronn. Unter großer Beteiligung der Gemeindeangehörigen und der Stadtbewohner schloß sich daran die Ueberführung der Leiche nach dem Friedhof der hiesigen Gemeinde, wo die Beisetzung erfolgte. W. Jßofeit, 18. Dezember. Die Generalversammlung des Vereins „Frauenhilfe", hat unter sehr zahlreicher Beteiligung stattgefunden. Frau Lea. Calvary, die zweite Vorsitzende des Vereins, hielt eine längere Ansprache, die Unter lebhaften anhaltenden Beifallsbezeugungen ausgenommen wurde. Zuerst gedachte die Vortragende des schweren Schmerzes, der den Verein. durch die langanhaltende Krankheit deD ersten Vorsitzenden, der allverehrten, allgeliebten Frau Rabbiner Dr. Feilchenfeld, betroffen hat. Vor 19 Jahren, wurde der Verein in kleiner^ Anfängen, mtt ganz geringen Mitteln gegründet und ist nun herangewachsen zu einem der größten Vereine der Stadt, .Die Ziele, die bisher angestrebt wurden, bestanden hauptsächlich darin, jüdischen Frauen, Kindern und Wöchnerinnen zurzeit per Krankheit und des Siechtums Pflege Und Hilfe zu bringen, find aber durch Abänderung des Statuts, die durch:die letzte Generalversammlung bestätigt wurde, darin erweitert worden, daß außer der Krankenpflege, die weiter als Hauptaufgabe gelten soll, ferner auch andere humanitäre Bestrebungen auf dem Gebiete jüdischer Wohlfahrtspflege gefördert werden sollen. Der Bericht über die Einnahmen und Ausgaben des Vereins gibt den Beweis, daß es ein Jahr reich an Arbeit und Mühe, aber auch reich an Erfolgen gewesen: Denn die Einnahmen betrugen 5200 Mark inklusive der Zinsen der Frau Dr. Feilckienseld-Stiftung, die der verehrten Frau anläßlich ihres 70. Geburtstages von den Frauen der Gemeinde überwiesen wurden, und die nach ihrer Bestimmung zur Säuglingspflege verwendet werden. Die Ausgaben betrugen 5300 Mark. Außer dem Gelde, - das für Posener Arme verwendet wurde, wurden Beiträge gezahlt für die Kurhospitäler in Kolberg, Warmbrunn, Königsdorf-Jastrezemb, für die israelitische Taubstummenanstalt in Berlin, für das Fürsorgeheim des jüdischen Frauenbundes Neu-Jsenheim. Dem jüdischen Frauenbünde ist der Verein angeschlossen, und hat in dem Heim desselben eine Posnerin Aufnahme gefunden. Die Rednerin schließt den Bericht über die Vereinstätigkeit mit dem Bemerken, daß die Fortentwicklung und der Segen, den der Frauenhilfsverein in der Posener Gemeinde. stiftet, als Resultat ernster Frauenarbeit freudig zu begrüßen ist. Wie in unserer Zeit in allen größeren jüdischen Gemeinden, so ist auch in Posen ein lebhaftes Interesse der jüdischen Frauenwelt auf allen Gebieten des Armenwefens, der Waisenpflege, der Volkserziehung, der .Jugendfürsorge bemerkbar, und es ist zu beobachten, wie der Einfluß der Frau im sozialen und im Erwerbsleben sich steigert und ganz besonders auf religiösem und wissenschaftlichem Gebiete ein reges, erfolgreiches Streben sich entwickelt. IV. Aus der Provinz Posen, im Dezember. Posen. Am 10. d. M. war der Todestag des Freiherrn Friedrich Heinrich Ernst v. Kottwitz. Derselbe lebte auf Fachorze (Kreis Bomst) und hat sein ganzes Dasein in den Dienst der Werktätigen Menschenliebe gestellt. Im Jahre 1835 bestimmte er 5000 Taler als Fundation zur Errichtung der hiesigen Israelitischen Waisen-Knaben-Anstalt. Anläßlich des Todestages wurde die Gedächtnistafel des Verstorbenen den Tafeln der anderen Spender, die an demselben Jahrestage gestorben sind, angereiht. Herr Inspektor Uhlfelder hielt eine längere Ansprache an die Zöglinge der Anstalt und schilderte den Lebensgang des großen Wohltäters. Unter anderem teilte Redner auch mit, daß nach dem Ableben des Freiherrn v. Kottwitz der damals hier amtierende Gemeinderabbiner Salomon Eger angeordnet hatte, die üblichen Gebete für das Seelenheil des Dahingeschiedenen 50 Tage hintereinander zu verrichten. — Plescheu. Der hiesige Landwehrverein hat Herrn Strelitz anläßlich seines 70. Geburtstages und seiner mannigfachen Verdienste um den Verein zum Ehrenmitgliede ernannt. Den Armen der Stadt überwies der Jubilar ohne Unterschied der Konfession ansehnliche Summen. Die Unbemittelten der Shnagogengemeinde wurden ganz,besonders bedacht — Schwersenz In der Stadtverordnetensitzung wurde Herr Kaufmann Lesser zum Magistratsmitgliede auf die Dauer von sechs Jahren gewählt. — Schroda. Die Prediger Moritz H eimann'schen Eheleute feierten am 7. d. M. das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Dem Jubelpaare wurde von der israelitischen Gemeinde eine Ehrengabe überreicht. — Gr ätz. Beiden kürzlich vollzogenen Wahlen wurden in die Repräsentantenversammlung der hiesigen jüdischen Gemeinde die Herren Mühlenbesitzer Meyer, Lehrer Basch, Getreidehändler Boas und Kaufmann Krüger gewählt. öl. Hamburg, 16. Dezember. Die über 100 Jahre alte Talmud- Thora -Schule wird demnächst ihr seit mehr denn 50 Jahre innegehabtes Gebäude am Kohlhöfen verlassen, um ein neues, den Anforderungen der Neuzeit entsprechendes, bedeutend vergrößertes Gebäude am Gradelhof neben der Gemeindesynagoge und der Seminarschule zu beziehen. Der verstorbene Gemeindevorsteher, Herr Moritz Marburg, hat bekanntlich für das neue Schulhaus den Betrag von 200 000 Mark gespendet. Der 4210 qm große Bauplatz wurde vom Staat käuflich erworben; das Gebäude ist mit einer Längsfront an der Straße und einem Hofflügel erbaut, so daß der Schulhof vollständig geschützt liegt. Die Schülerzahl beträgt etwa 600 und ist in 1.6 Klassen untergebracht, außerdem sind zwei Reserve.

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