Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 74 (1910)
- Issue
- Heft 50 (16.12.1910)
- Date
- 1910-12-16
- Page
- Seite 600 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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-hält uns in der GMttwÄrtfest." Adekimk^Obldstei«''Gat» -Pch mit 'dem ehemaligen LeÄLkantzl Mn-mehrigem- Gutsbesitzer -Graf Rechter^ .Viuem> Wchtigett7;irrbeiO»merL-Mtt»n> verheiratet: - Mr7 Llterer/Sohn 'zeigt den kräftigen adligen,, Der jüngere.!den.schwächlichen- .jüdischest .LytmS.-7'r.'WMna^7ist nie. ,recht Jüdin gewesen,/aber sie hat von. Ihrer Abstiunmüng ,her Eine gewisse träumerische Sehnsucht , und kann, sich trotz besten. Willens an. Wesen und Auffassung einer christlichen Landed.eldame, nicht gewöhnen.. Sie. ist eine durchaus ideale Erscheinung. der die. Verfasserin mit großer Sympathie gegenübersteht. Die übrigen jüdischen Personen:. Adelines Bruder. Bob, ein nichtiger Lebemann, 'die Eltern, der'Vater Wucherer, die Mutter stüberifcher 'Geldprotz, ' sind' ziemlich gewöhnliche Typen.' Es ist schiver auszü» denken, Haß eine-'Gutsherrin, die still, milde, wohltätig und eifervoll ist, Don ihrem Gesinde als „Schickse?- bezeichnet wird und noch weniger möglich. .Daß der junge, christlich aussehende Graf seinen jüdisch aussehenden Bruder, „Mansche! .und Judenjunge" schimpft und demgemäß behandelt^ die Verfasserin - dagegen meint, daß solche Vorgänge-Der Wirklichkeit entsprechen. -, Die : Autorin will die, Iude.nfrage > nicht lösen, aber' ihre Ansicht .ist es wohl, ''Äermifchüng der . beiden Rassen (der germanischen und semitischen) nicht zutn heilsamen Ziele führen kann, daß die Vertreter beider trotz Dieser Verbindung rn Einem stummen Kampfe einander gegenüberstehen, in dem der Germane triumphiert, die Jüdin leidend untergeht. Denn Adelina,- nachdem ihr älterer Sohn, übrigens auch mit der Tochter einergetauften. Jüdin, wenn diese auch schließlich Fürstin war, verheiratet ist,.undnachdem) ihre Adoptivtochter, Das uneheliche Kind ihres Warmesund einörCousine. einer stolzen Adligen/ die er Don seiner Jugend an -liebte, gleichfalls -mit einem jüdischen Geheimen>Kommexzienrate,Eine Ehe geschlossen Hatte, — auch Graf Rechterns Schwester, verheiratet, srch mit. einem Juden, mit.Bob — geht^ zu ihrem jüngeren Sohn, Der Anarchist geworden ist, eine staatsfeindliäre Broschüre geschrieben hat Und wegen dieser Schrift zu einer l^ngeren'^ FrörheitSflrakDveriwteilt worden ist, um mit Dem aus dem Gefängnis Befreiten ihri weiteres Leben zu führen. ' '-w> - '' - Der Roman ist Wr statt-erzählt, die Charakteristik der einzelnen Personen ist vortrefflich, -eine -antisemitische Radauversammlung/ jn Der Wolf . v. Rechtern,. eben Der jüngere Sohn, eine Hede zur Verteidigung der Juden'hält,, schließlich hinausgeworfen, wird und sich .auf einem Misthaufen wiederfindet, ist ausgezeichnet dargestellt. Hans .Kahlenberg kann nun einmal nichts schreiben, ohne'ein bißchen Perversität zu äußern.. So ist,-um nur einiges hervorzuheben, bei Dü Schilderung von Daisy Simpsons, einer reichen amerikanischen Jüdin, hie einen dekadenten Fürsten geheiratet hat, Manne von Männerliebe,'bei der Vorführung des Kreises der Herta Goldstein, — jüngeren weiblichen Medizinern, Kunstgelehrten und dergleichen -- Ntm geschlechtlich erotischem Verkehr der Frauen untereinander ziemlich uNümwNnden Die Rede. - -- L. 6., - . Die israelitische Kultusgemeinde Bamberg von.1803 bis 1853 voy, Rabbiner Dr. A. Eckstein. Festschrift zur Einweihung der neuen «Synagoge in Bamberg, nebst einem Beitrag von Justiztat Dr. Josef Werner und Diplomarchitekt Johann Kronfuß, Bamberg, Verlag und Druck der Handelsdruckerei. "" Aus Anlaß der neuerbauten Synagoge 11. September 1910 wird hier von dem Durch, geschichtliche Untersuchungen und'Darstellungen erprobten Verfasser eine Ergänzung zu seiner „Geschichte der Juden im' ehemaligen Erzbistum Bamberg". 'mit lütüeffanten'-Äeuen^Mttteilungen sowie einer 'baugeschichtlichen Beschreibung des schönen GotteshMsesgegeben. Das Werk liest sich sehr gut, die illustrativen Beigaben sind geschmackvoll. - Höchst interessant ist z. B. das Gebet bei Der am 14. Januar 1806 abgehaltenen Krönungsfeier, und eine Gemeindeliste aus dem. Jahro-1831. Der., höchste Sjeuerbetrag war . damals 1Q.0 Gulden,. dergeringste 1 /GrckbM Mächte, Mitglieder wurden Nach zwölf Steuerklassen unterschieden. Im ganzen eine gewissenhafte und sehr lehrreiche Arbeit. ' / ' 7 . ,; L. 6.. rr'u '!;y' ./^MhrWltzhß^ ***, Besprechung Der. Bücher porbehallen.'. ZüÄchsenöung Der Bücher findet' m' '' ' keinem Falle "stätt/ - U r.,,/.. Die Völker-ReligiöN und Ohne NoiNiÄl/ Verlag vd'jr'Säüa Hirsch in Köldnlea, Galizien. Aus' dem Hebräischen-? ins ^-DeutschD',.übertragen durch'Jacob Silber, Kolömea. ^Lg S.- "! - An die Evangelisten/^ Vom Verfasser! des Porigen VerlagS von Sara Hirsch in. Kolomeä. 16 S. .... . u.s-.o . . Die jüdische' Kiste. 399/. Juwelen? echt -.gefaßt ...Dow/rAlexa-Nkfer Moszkowsfi. Der' unsterblichen Kiste zweiterAeil. Berlin 1911.,Verlag der listigen Blätter. 144.S..;v . J.' £ . Souvenir, e,t, ,Responsp1)ilif6. Je pense,. äone je erois!, IM 1a teuäresse» Ja recpJteras d’Ämoiir. P'ris entretiens par L.oüis:Gr.oimann L£vy. Paris. 'Uniöp liberale israelite.' 23: Si : ' r ’ " ' ‘ •; " Gespräche mit Totstoj. Btiigeleilt Don" J.'TenüonlÜ. '-'Berkin) Erich'Reiß-1911. 170 S. - ' " --.V'- 'Sefat LoäessD/ - Ueb übgsbu ch - für den 'evsten /MnterpiM."iünÜ Uebersetzen hebräischer Gebete. Von I. Herzberg, Frankfurt.^ N./Mr Verlag vv«? I:, K'auffmänn, 1911/ -:56. S.:;: - s /; r Die LebMsWeisheit der ihalumdischen ■: Literatur! vyn Tr^-^oo Hirschfeld, l, und 2. Band. Lehmanns.: .jüdische .BolksbKchtzreD -Piaud?58..unti'..LS,,.Frankfurt.n»..M.. I« Kauffmanu..'. 125.H. Sprrchfssb Sehr geehrter Herr Redakteur! ' . .^7An Nv) ,4- Der- .„Allgemeinen Seitung^ des Judentums,^? vom Jahre 1910 habe ich in einem Aufsatz „Zigeuner und Juden!' die Besprechung einer Broschüre des Herrn Fr. W. BrepphbAiiesbaderl über, die Zigeuner . einer scharfen Kritik', .unterzygen iinß-'Herrn Ärepohl judenfeindlicher Grundsätze' bezichtigt.' Von 'autoritativer SM erfahre ich, Daß Herr Brepohl nicht nur nicht Änt'isemitist, ffoNdern im Gegenteil'allezeit wisienschaftlrch und praktisch, eine -gv'oße Jüdenfreundschaft an den-Tag gelegt' Herr'Vrepöhl' tvafr 'esi Der d den Jahren 1906—1907 Den flüchtenden -russischen. Juden m WtleÄU Häufeam Lago Maggiore. Äu-ÄhDach :zu schaffen(suMe',?. Ex hat l stets offene lHand gehabt güade:Kv zd.ie armen russischen Jutzü unh.zahlreiche^Flüchtlinge in seinMAHause? gespeist? Herr Brep-phl hat.auch öffentlich Die VerwerMchkeit -zder-Mittel Der sogenannten „christlichen Missionen" scharf verurteilt,.;ist auch sonst wissenschaftiich in vielen Zeitschriften gegen Heu.Äntisemikismus aufgetreten und! hat gerade die Verquickung dex Juden 'rüit Detr.''Zigeün'ern -"itn^.'Jrttdr» nationalen Archiv für' Ethnographie "strengstens gerügt und ab- ' gewiesen/' ' 'ä "; Diesen Mitteilungen von autoritativer Seite gegenüber gebe .ich 'gern meinem aufrichtigen Bedauern 'Ausdruck, HerrnBrePohl.- i antisemitische Tendenzen zugemutet zu haben. :?! )- Daß wir aber ein wachsames: Auge. auch aus diesen Literaturzweig werfen müssen, in dem ffo gern: Die; Juden mit - den Zigeunern ^in:ein.en Topf geworfen werdenist .zweifellose- In meinem zukünftigen „Handbuch, der.: jüdischen Apolog/e", muß. auch dieser Frage ein kleines Kapitel gewidmet werden. . 7 / '! Karlsbad, 9., Dezembetz 1910.' , ‘ / /; s' ----- -;;?.1 -Dr/ I. Zie gier/ 7.. E" .^'/LöärnuNtz^a'n j,'üMsche'.Ärikre-nra!.sse»!'.'^ in würtzig, ans.seßender" Mtsteller' mit. eineüj aus' den Manleß - ^evi' Äöhler'in^' Osnabrück.' aüsgesteMn.ÄünDÜsche^ Die hiesige Armenkasse ^tn* nehintzlr/'S Durch eingehende ' Besraguiig stellts ich 'unzweistlHaft jest, Daß; Der Böhleri trotz^ DÜ Ängabe 'in seinem Schein/ Daß er^ Mosaisch -W, kein-Jude jst.ÄEr 'wuÄe deshÄb -vow'Der chiesigen- Arinenküffe.nLgewLesen.- — //Z/W:aKbur-g i/)W.,^Dezember 1Ä1.E! -i;;! ... 7'-,^; Lehrer E..,A1ex.a-nD.ep.^. — — . Verantwortlich für die-Redaktion: Max Banchwitz in Berlin^- ----- --