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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1910-12-16 · Heft 50 (16.12.1910) · p. Seite 598

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
74 (1910)
Issue
Heft 50 (16.12.1910)
Date
1910-12-16
Page
Seite 598 (sequence 10)
Language
German
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Wo Glauben an Gott da ist> dort W auch göttlicher Groll. .^^^inWfützEer^vhne/.Groll dies Volk in. die Wüste;- ' - Got^ allein-»schützte eK;> büld^Mit einer. Wolke, bald Mit einer . 7.--. 5 7/> . y^n; > FeUersäule.7. . Jetzt?,.. .. . Jetzt, gibt es kein verächtlicheres Volk, als dieses! -GegLn keirren inderWeltherrscht solcheineFeindschaft, wie. '7 , öeaeri biete 3übcn r . .!;'Jlbct':,v/überall wo Gott Ä»d"Nätnr7verfianben wird, Ueberäll'dort sind sie Juden/Juden . .!* ' : Der' Dichter 'findet dasBolk getvisserinaßen schuldig. Laß es/ auf einwäk vM Mchier Huld' Gottes Ä dessen Ungnade geriet, /Mer /er findet 'gleich eine Entschuldigung dafür: ' „Ro Glauben an Gott da ist, dort ist auch göttlicher Grolls" '' / ' Wie im PrivätenLeben, so auch im Völkerleben leiden die Unschuldigen und Bescheidmen am meistens ' " . Wo ab er Gott irrt 6/ Natur verstanden/wird/ überall d ort find sie Juden", Metall dort wird ihr" Wert/ anerkannt: ' Noch mehp vetherrlicht Reh' das Judentum in einem anderen. Gedichke: „Sarüson"Iwo er üntev der mächtige Erscheinung PesSamsön Israel als Athleten der Geschichte versteht: "'ia /vv'-v. V'v-'' ' „Du großer Athlet. Du bist stark wie der alte Nazareth; Du Säuger, Du bist ebenso dreist, wie stolz gegenüber der ' -- - - 7 - .r?; / irdischen Macht, Ebenso schwach wie jeder andere. . i : . » /.Wollte man Dich; den Feinden übergebeM . So tritt Gott für Dich ein; } : - Deinetwegen, des neuen Samson wegen, . Würde er. dasHaus Dagon erbeben lassenl.. . ." . - Nicht minder Gefühl und Herzenswärme ist in da^ Gedicht „Judith" gegofien. s) . - ., Delikat klingen folgende. Verse Meys im Gedichte „Lied der. Lieder": . ' . / . ..«Ich schlafe, ober mein Herz wacht. .. Hinter der Lüre ertönt dieStimme des Geliebten: / /' „Oeffne, Braut, öffne!" " ' Die Morgenröte geht auf, ' . Auf den Wiesen und den Fluren Liegt weißer Tau . -^vr.v .lltib^etlenlraiien - v 7-; Flocht' ich in die Haare . . . : Es kommt eine kühle. Nacht.; . . Oeffne mir- Unansehnliche!" . Me schöne Sulamith hat bereits ihr Kleid abgelegt; soll sie . es nochmals anlegen?» Sie wusch bereits ihre Füße — sie nochmals beschmutzen?,»,Und der liebe Freund klopft immer zu an der Mr: . „Oeffne/ Schwester; öffne, Freundin." Sulamith dffnet die Tür; eintritt der Jüngling, sie empfängt ihn mit heißer, Liebe. , Der Jüngling wendet sich an die Geliebte: . -„Du. bist schönt Schön an Leib' und Seel' — Schwester, Freundin. Deine Zähne sind. Perlen — Dein Haar weich wie Moos. / GoldenDeine Lippen — schön wie die Röse!* Es ist klar/ ' daß Mey unter Sulamith' das jüdische Volk verherrlicht. :; *) Die beiden bedeutendsten jüdischen Dichter Frug und Abramowitz sind hier absichtlich nicht'zitiert worden, weil sie nicht der russischen, sondern der jüdischen Literatur angehören. Ihre Verse sind nur mit / russischen/ Lettern /geschrieben; /Gefühl, Anhalt, Wert und Bedeutung ^ffnd echt jüdisch. Wenn die russische Literatur sich ihrer - reigenmachen will, so -ist^es/einfäch erklärlich: Wir haben der Welt so viel gegeben, warum sollen wir auch nicht die -russische Literatur -beglückend Hier^behcindeln' tvir^tendenziös: mit einer ganz kleiüMlAüsnähmk die christlich^usstsche Literatur. Hätte der Dichter nicht die Absicht gehabt, bas jüdische Volk zu verherrlichen, hätte er dem Beispiele seiner Berufsgenoffen folgend -das . alte Testament, das ^Judentum/ und seine. Helden herabgesetzt./ M-//fs . , : , / / (Fortsetzung folgt.) Das Iuüensrab in der Steppe. Erzählung von Sam Gordon. ' Frei"übersetzt von M. Pulvermann. IX. /r-.-r - ls Gregor nach zwei Tagen von seiner Reise heimkehrte, -vV* da saß sie noch immer tränenlos, ein versteinertes Bild, neben dein kleinen Sarge, der die Ueberreste ihres Kindes barg. „Da haben sie es hineingelegt," war ihre stumpfsiiNnige Antwort auf alle seine-herzzerreißenden Fragen. > > -/ Gregor konnte diese stumme, verzweifelte Trauer nicht länger mitansehen'und ging zu Marfa, um dort den Sachverhalt zu erfahren. Er schlich leise und unhörbar an seine Mutter heran, um sie unvermutet anzusprechen;, seine Blicke waren fest und lauernd auf sie gerichtet. Doch Marfa ließ sich nicht überraschen — —. Sie wußte ja, daß er sie fragen würde. — und darum war sie vorbereitet, und ihre Gesichtszüge blieben steinhart, unverändert. „Was passiert ist?" wiederholte sie seine Frage, ihrer Stimme einen eisenharten, metallischen Klang gebend: „wenn ich dabei gewesen wäre, wäre es doch nicht passiert — da ich also nicht dabei »war, so kann ich es Dir nicht sagen, und Du brauchst mich nicht zu fragen." ' ' „Vielleicht ist ein Funke vom Herd itr die Wiege gesprungen und hat die Betten in Brand gesetzt?" fragte er dennoch weiter, sie wie vorhin scharf und durchbohrend anblickend. „Vielleicht," wär ihre kurze, schneidende Antwort.; „Sie hatte doch das Zimmer verlassen, ehe es geschah „Ich führe nicht Buch über ihr Kommen und Gehen." „Aber, hast Du nichts — rein nichts gesehen oder gehört?" - . „Nichts anderes, als was auch die anderen gesehen oder gehört. Vielleicht weiß Bastian mehr." „Bastian?" . . : > „Ja, Bastian; doch mir sollen die Ohren gleich abfaulen, wenn ich auf das Geschwätz des alten Narren hörensollte." Gregor ging hinaus und-kam bald wieder, Bastian am Kragen hinter sich hereinzerrend. . .„Wiederhole, was Du weißt," befahl, er mit grauenerregender Stimme. „Ich weiß nichts," winselte dieser; „ich habe ja nichts gesehen — wirklich nichts. — Ich kann mich ja auch -getäuscht, haben." „Erzähle — oder ich reiße Dir die Zunge aus. Pen; Halse." •/'- ' :V; 7/ ' ' . , „Herr, ich kann nicht — eswar, ja zu gräßlich!" Marfa lächelte still vor sich hin.. Bastian » spielte , seine. Rolle wirklich ausgezeichnet gut. . , . / - , . „Desto besser!" sprach -Gregor mit unheimlicher - Ruhe. „Ich höre gern gruselige Geschichten, r— Also. hole tief Atem und beginne."; Bastian sah hilfesuchend Marfa an, als sollte fiei ihm beistehen, um ihm das Schreckliche za ersparen. — ' - Doch-sie zuckte auffällig mit den Achseln und sah den gequälten

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