Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 74 (1910)
- Issue
- Heft 49 (9.12.1910)
- Date
- 1910-12-09
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
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L." 4 4 mit bet Aufgabe, damit eine Stiftung zu errichten, die den Namem „Soziale Stiftung" führen und die Pflege von Wohltätigkeit und Gemeinnützigkeit zum Zwecke hat. Nichts ist bezeichnender für den edlen und idealen Sinn des hochherzigen Stifters, als das Geleitwort. das er seiner Stiftung mit auf den Weg gegeben hat. Es heißt dort: „Ich weiß, daß durch dieses Vermächtnis nach Jahrhunderten große Summen anwachsen und alljährlich zur Verwendung gelangen, ich hoffe, wenn auch dann noch Religions- oder Nationalitätenhader unter den Menschen bestehen sollte, daß mein Vermächtnis dazu beitragen möge, solchen wirksam zu bekämpfen." Entsprechend der hier zum Ausdruck gelangten Tendenz ist die Stiftung als eine rechtsfähige nunmehr errichtet und von den zuständigen Regierungsinstanzen als solche genehmigt worden. Die Stiftung zerfällt in eine mit gesperrtem Kapital und eine, deren Kapitalzinsen fortlaufend Verwendung finden sollen. Das eiserne Kapital soll nach je 60 Jahren zur Hälfte dem freien zugeschlagen werden. Unterstützungen sollen niemals direkt, sondern immer nur durch Vermittlung freier gemeinnütziger oder wohltätiger Vereine erfolgen. In Frage aber kommen nur solche Vereine, die keinerlei Unterschied in bezug auf Geschlecht, Alter, Religion und Nationalität machen,' und dem Vorstand der Stiftung ist die Verpflichtung auferlegt, darauf strengstens zu achten und gegebenenfalls einem Vereine, der gegen diese Bestimmung verstößt, die Unterstützung sofort zu entziehen. In diesem Sinne ist auch der Vorstand aus Vertretern der verschiedenen Konfessionen zusammengesetzt, aber doch derart, daß den Vertretern der jüdischen Gemeinde ein ausschlaggebender Einfluß gewahrt ist. Er besteht zurzeit aus dem Vorsitzenden, Herrn Kommerzienrat Elb, dem stellvertretenden Vorsitzenden, Herrn Oberkonsistorialrat Dr. Dibelius, Herrn Prälat Plewka, Kommerzienrat Konsul Georg Arnh<ld und Rabbiner Dr. Winter. Die aus dem letzten Jahre erflossenen Zinsen des freien Stistungskapitals in Höhe von 1755 Mark sollen je zur Hälfte der Kinderheilanstalt in Dresden und dem Verein zur Speisung bedürftiger Schulkinder ebendaselbst zufließen. Das Andenken des edlen Spenders wird so in seinen Werken fortleben durch die Jahrhunderte. MILKA VELMA ftX NOISETTINE 0 ALLEINIGER FABRIKANT. Pensionat Schultheiss, Coburg Kleines Schülerheim in unmittelbarer Nähe der höheren Lehranstalten. Neues Haus mit Garten in ruhiger, freier Lage, Sorgfältige Erziehung, und Pflege, Aufsicht und Nachhilfe. Herzliches Familienleben. Mösslge Preise, Geschwister Ermässigung. Aufnahme jederzeit. Gymnasium, Realschule am Orte. Prospekt und Auskunft durch Lehrer Schultheiss, C. F. Franlsurt a. M., 30. November. In deck nahe Don; Frankfurt a. M. belegenen hessischen Städtchen Isenburg befindet ' sich ein Straßenkomplex, der am Walde erbaut, aus gartenümsäümten Landhäusern besteht. Die herrliche freie Lage, vom Verkehrnicht zuentfernt und doch deck lärmenden Stadttreiben entrückt, macht tzie Villenkölonie Isenburg geeignet zur Errichtung einer Erziehungsanstalt. Dem jüdischen Frauenbunde gelang es, unterstützt durch hochherzige Gönnerinnen und Gönner, im Jahre 1907 hier eine Anstalt zu gründen, deren Zweck es ist: „weiblichen, jugendlichen Gefährdeten" ein Heim zu bieten, und sie lebens- und erwerbstüchtig zu machen. Das Haus steht inmitten eines großen Gemüsegartens, den die Zöglinge unter Anleitung der Hausmutter selbst bestellen, und in welchem der gesamte häusliche Gemüse-, bedarf gezogen wird. Die zweckmäßig eingerichteten Räume, einfach ausgestattet aber Peinlich sauber gehalten, gewähren Aufnahme für"; 15 Pfleglinge, die von einer Hausmutter liebevoll und mit Ver-! ständnis beaufsichtigt und angeleitet werden. Aufnahme finden solche minorenne Mädchen, bei denen häusliche Verhältnisse, Verwaistheit oder Gefährdung durch ungünstige Umgebung eine Unterbringung in eineck Heim wünschenswert erscheinen lassen. Das gesteigerte Verantwortungsgefühl der kommenden Generation gegenüber hat auch die Leitung des Heims veranlaßt, Schwangere, sowie Mütter-mit ihren unehelichen Kindern zeitweise aufzunehmen, um den von den Folgen des Wochenbettes Geschwächten dazu zu verhelfen) ihr Kind einige Zeit zu stillen und es dann in guter Pflege unterzubringen. Durch den Aufenthalt in der Anstalt hat sich in diesen Müttern das Verantwortungsgefühl für ihr Kind entwickelt und befestigt, sie haben biegreifen gelernt, welche verdoppelte Gewissenhaftigkeit die Mutterschaft erfordert. Daß in einem Erziehungsheim von den Tendenzen des unseren auch solche Aufnahme finden, deren Sexualleben durch Einblicke in ungesunde-moralische Verhältnisse, durch schlechtes Beispiel eine Trübung erfahren hat, ist selbstverständlich^ Gewährt es doch eine besondere Befriedigung zu sehen» wie die Freude an der Arbeit die guten Keime entfaltet, und die Erinnerung an die trübe Vergangenheit verblaßt, um anderen, gesünderen und reineren Vorstellungen Platz zu machen, was bei den hergestellt, unter streng ritueller Aufsicht des Ehrw. Hamburger Oberrabbinats und Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. Kohn in Ansbach. — Palmin sowohl wie auch pplmvnu (Pflanzen-Butter- Margarine) sind, gänzlich frei von tierischen. Fetten, daher gemäss Rabbinatsättest für Milch- und Flehchspeisen verwendbar. Alleinige Produzenten r H. Sdillncb & Cie. A.~G.f Hamburg-Mannheim. General-D$£ot..für Berlin: . / Ad.Goldsdimldf, Berlin C2, NeueFrIedrIdisfr«45.