Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 74 (1910)
- Issue
- Heft 49 (9.12.1910)
- Date
- 1910-12-09
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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w Posen, '30;;-November--;Die-ffreie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums hielt -hier eine öffentliche Versammlung ab, die von.hiesigen und auswärtigen Mitgliedern stark besucht war. Herr vr. lyeä. CalvarY begrüßte die Erschienenen und; widmete dem jüngst verstorbenen' Lehrer Herrn Isidor Iacybsohn>Posen einen tiefempfundenen Nachruf. Hierauf erstattete als Ausschußmitglied.Herr Bankier L o evy-Rawitsch Bericht über die Begründung per Ostdeutschen Abteilung der Freien Der» einigung. Dr. de Haas7Posen hielt dann, seinen Vortrag: „Die jüngsten Kundgebungen des liberalen Judentums/ . - M. Homburg, 1. Dezember. Die Hamburger Ortsgruppe der Vereinigung .für das liberale Judentum in Deutschland hatte ihre Mitglieder und Freunde zu einem Diskufsionsabende eing'eladeü, an welchem Herr Prediger Dr. Rieger das einleitende Referat über das Diskussionsthema „Jüdische Und christliche Ethikhielt. Nachdem der Redner die Grundbegriffe der christlichen Ethik und der Glaubenslehre von der Erbsünde entwickelt und die aus die Jenseitsverheißungen sich gründende. geringe Bewertung des Erdendaseins im Christentum charakterisiert hatte, schilderte er die wesentlichen Merkmale der hiblisch-talmudischen Sittenlehre, nach welcher die Sünde ein Abiroen, über kein Zwang, die Reue der Anfang der inneren Umkehr, die eigene, freie, - sittliche Tat aber die? Läuterung selbst bedeutet. Da die jüdische Ethik keine Gnadenmittel kennt, so "ist die Neuheiligung nur als Willensakt zu verstehem Von der Tatsache ausgehend, daß bereits die biblische Rechtsauffaffung die Rechtsgleichheit aller Menschen, auch der Nichtjuden anerkennt und ausdrücklich Liebe auch gegenüber dem Heiden, x. B. in den Worten: ,-Liebe den Fremdling wie Dich selbst" (3. Buch Mose 19, 34; 25, 36; 5. Buch Mose 10. 19), „Gott liebt den Fremdling", (daselbst 10, 18) geradezu verlangt, stellte der Redner den Universalismus der jüdischen Auffassung der Nächstenliebe dar. Diese Liebe ist aber von Werkheiligkeit oder von der Erwartung einer Entlohnung ganz unabhängig, denn nach dem Talmud muß jede gute Tat „um ihrer selbst willen" geschehen, da der Lohn der guten Tat die gute Tat selbst ist und- „der Wert einer guten Tat-, nur nach.- dem Maße der Liebe, die aus ihr spricht, zu betyerten ist." Die Nächstenliebe ist -im Judentum? über die vorn Christentum gepredigte Feindesliebe, die einen Widerspruch bereits im Begriffe birgt, tatsächlich schon hinausgeschritten, indem die Bibel überhaupt jeden Haß als unsittlich brandmarkt. (3. Mose 19, 17.) Die Geschichte des Judentums von Abraham an, der für die Sünder von Sodom und Gomorrha betet, von David, der mit seinem Leibe seinen Todfeind Saul schützt, von Ahab, der Benhadad als. seinen Bruder grüßt, bis zu den Lehrern des Mittelalters, die während, der.! schwersten Verfolgungen nicht müde werden, Menschenliebe auch gegen ihre Verfolger zu predigen, ist ein Zeugnis für die praktische Betätigung . einer haßfreien Gesinnung- Die Bezeichnung der Menschenliebe im Hebräischen als „Gerechtigkeitspflicht" oder als „ausgleichende Gerechtigkeit" stellt aber die Nächstenliebe nicht in das Belieben des Menschen, sondern macht sie geradezu zur sittlichen Menschenpflicht. Es ist ja die Aufgabe des Menschen, durch seine Liebe un d Gerechtigkeit die Summe der Liebe und Gerechtigkeit, auf Erden zu vergrößern. Das ist die liefere Bedeutung - des jüdischen. Messianismus. Während die Messiasidee im Christentum nur die Erlösung von der Erbsünde durch den. Glauben bedeutet, ist sie im Judentum nichts anderes als die Forderung, die Erde durch Arbeit an sich und für andere in ein Paradies umzugestalten. Aus dieser Lebensbejahung und Hoffnungssreudigkeit im Vertrauen auf das Göttliche im Menschen spricht der großzügige Idealismus der jüdischen Ethik, der zugleich sonniger Optimismus ist. Mit einem Hinweis, daß die Forderung des Propheten Micha „Recht zu tun, Menschenliebe' zu üben und in innerer Einheit mit dem Göttlichen zu leb en" vom Älexan driner Philo und vom Talmudlehrer Rabbi Simlai erneut als die Kernidee der jüdischen Ethik aufgestellt werden, schloß der Redner sein überaus beifällig aufgenommenes Referat. An der angeregten Diskussion über das Thema beteiligten sich die Herren Del.banko. Frankel, Levin, Ries, Dr. Sonderling, Specht und der Referent. Ein zahlreiches Publikum folgte den Darlegungen der Diskussionsredner mit lebhaftem Interesse. — Dresden, 4. Dezember. Unserer jüdischen Gemeinde war bekanntlich von dem Ende 1908 verstorbenen. Kommerzienrat..und Konsul Arnhold ein Kapital von 90 000 Mark vermacht worden. der Hausfrau die eigene tägliche Erfahrung; durch diese Iem%s1e,:dass Kathreiners Malzkaffee das Qetränk ist. — Denn Kathreiners nur gesund und wohlschm^kendi Sondern vor allen Dingen auch billig! D*ksJ& bej>.unseren.teuren Zeiten von grös^r V 'chtigkeit. - Aerztliches Institut für Sprachstörungeii (Stottern, Stammeln, Lispeln. Näseln etc.) Familienpens. (rit.) ------— Neunarmiger. \ „Channukah“ Leuchter (aus Messing) gleichzeitig hübscher Dekorationsgegenstand. Höhe 29 cm inkl. Lichte. Preis M. 3.50 u. 50 St. LichteM.1.50, .' Oesterreich 4.— „ 50 „ „ „-1.70 fr- Zoll Versand per Nachn. ab Stuttgart;; Bei Nichtkonvenierung innerhalb 8 Tagen franko retour. Jobs. Rominger S&ä Stuttgart, KÖnigsstr.. 35, v Die Herren Lehrer werden um lhre?fldr.essen gebeten^ Welche liebende Mjutter würde nicht ihren Liebling selbst stillen, wenn sie dazu in der Lage wäre. Nach denneueren Erfahrungen kann die Stillfähigkeit nicht hur unterstützt, sondern-auch erhöht werden, wenn die-junge, Mutter sich für diesen'schönen* Beruf zeitig entsprechend vorbereitet und . auch der 'Ernährungihre spezielle Auftnerksamkeitschenkt. Den Ernährungszustand heben bedeutet üTden meisten Fällen „Stillvermögen" und zur Hebung der Kräfte ist wohl kaum ein anderes konzentriertes Nährpräparat besser berufen, als das seit über 20 Jahren erprobte und bewährte HYCIAMA welches: sich auch noch durch;; angenehmen Geschmack, leichte Verdaulichkeit und besonders/gute Bekömmlichkeit auszeichnet. ' 'KDie^Billigkeit dieses diätetischen NährpräparatesII« 2^50 die Büchse ä 500 g — gestattet dessen längeren Gebrauch. / ' iv Wersich noch insbesondere dafür interessiert, lese auch die der Dr. Theinhardt’s Nährmittelgesellschaft m. b. H., Stuttgart- Cannsitatt, herausgegebene und gratis erhältliche Broschüre: „Ratgeber für die Ernährung in gesunden u. kranken Tagen", : welche in den Verkaufstellen — Apotheken und Drogerien —. sonst direkt zu erhalten ist ' ■ >