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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1910-12-09 · Heft 49 (9.12.1910) · p. Seite 5

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
74 (1910)
Issue
Heft 49 (9.12.1910)
Date
1910-12-09
Page
Seite 5 (sequence 17)
Language
German
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oft iitftJjr jugendlichem-Alter Sie he n den überraschend schnell der Fall ist. Neben den 24 deutschen Zöglingen weilten in der Anstalt im Laufe der Zeit sieben Ausländerinnen, vorwiegend Russinnen und Galizierinnen; Kinder, die hier die Schule besuchten und sich gut entwickelten, Ausgewiesene, die heimatlos sich vorübergehend auf hielten; ein vierjähriges Kind, das durch die plötzliche Erkrankung der Eltern ohne Pflege und Aussicht war; auch ein Mädchen, das aus seiner Heimat, Rußland, verlockt, falsch getraut wurde, durch den Pseudo-Gatten und die Schwiegermutter auf eine abschüssige Bahn gedrängt wurde. Um während des Prozesses gegen die jetzt der Kuppelei Angeklagten als Zeugin zur Hand zu sein, wurde sie auf Wunsch der Staatsanwaltschaft im Heim ausgenommen, wo sie, wie. die anderen Ausländerinnen. Deutsch lernt und im Haushalt gründlich unterwiesen wird. Den Behörden ist es bekannt, welch segensreiche Einrichtung das Heim ist, das zum erstenmal in Deutschland ermöglicht, jugendlich Gefährdete in einem streng jüdisch verwalteten Haufe unterzubringen. Noch mehr könnte in der Anstalt geleistet werden, wenn die Mittel vorhanden wären, um die entstehendeu Unkosten zu decken. Das Heim dient den Angehörigen des gesamten Vaterlandes, an der Gesamtheit ist es daher auch, durch werktätige Mithilfe ihr Interesse an dieser dem wahrsten, sozialen Empfinden dienenden Anstalt zu betätigen. Die Oberleitung des Heims untersteht einem! Kuratorium, dem auch die Vorsitzende des allgemeinen jüdischen Frauenbundes angehört. Ein Teil der notwendigen Arbeitsleistungen wird ehrenamtlich aus geführt, doch bedarf die Anstalt trotz ihrer praktischen und sparsamen Wirtschaftsführung erheblicher Zuschüsse und Zuwendungen, soll sie in ihrem Bestand nicht gefährdet sein. Als erstes Erziehungsprinzip ist die hauswirtfchaftliche Ausbildung der Zöglinge in das Auge gefaßt. Selbstverständlich finden bei der Berufswahl die persönliche Veranlagung, der Bildungsstand, und die Vorkenntnisse des Zöglings genügende Berücksichtigung. Um aber das Ziel zu. erreichen: gründlich ausgebildete Mädchen in das Leben zu entsenden, bedarf es einer genügend langen Ausbildung, und diese kann nur erzielt werden, wenn die nötigen Mittel.vorhanden sind. Wie oft werden Mädchen vorzeitig entlassen, weil der Erziehungsbeitrag, für siefehlt. Daher ergeht an äste edlen Menschenfreunde, an alle Eltern, deren Kinder in geordneten,, sorglosen Verhältnissen sich zu schönem Menschentum entwickeln können, die. herzliche Bitter Gedenket bei freudigen und traurigen Anlässen der jugendlichen Gefährdeten, unterstützet das .Heim des allgemeinen jüdischen Frauenbundes" und wirket damit für das Wohl der Gesamtheit — Stvatzburg i. E., 4. Dezember. Anläßlich des 25 jährigen Bestehens unseres Literatur-Vereins Sephath-Emelh hat der Vorstand dem in der letzten Generalversammlung ausgesprochenen Wunsche stättgegeben und beschlossen, dieses Jubiläum nach althergebrachter echt jüdischer Sitte durch ein Oke^ra-Essen zu feiern. Dasselbe findet am Sonntag den 18. Dezember d. I., abends 7 Uhr, in den Sälen des'Restaurants Blum, Nußbaumgafse 4, statt. Der Vorstand hat die besten Vorkehrungen getroffen, daß sowohl den lukullischen Genüssen wie auch den religiösen Anforderungen aller Teilnehmer Genüge geleistet wird. Alle früheren und jetzt auswärts wohnenden Mitglieder werden ersucht, ihre Adresse an Herrn Felix Bloch, Kleberplatz 19, gefälligst angeben zu wollen. Der Festausschuß wird sich jede Mühe geben, die Feier zu einer in jeder Beziehung genußreichen zu gestalten. Suszland. L. A. T. Petersburg, 28. November. In der Moskauer Gesellschaft zur Verbreitung richtiger Kenntnisse über Juden und Judentum, hielt Herr Julius Gessen aus Petersburg eine Vorlesung. Das Thema sautete: „Die Ablösung der Strömungen im russischen Judentum in der Mitte des XIX. Jahrhunderts." Der Vortragende besprach ausführlich die Wirksamkeit zweier Aufklärer des russischen Judentums in" der ersten Hälfte des XIX. Jahrhunderts, nämlich Isaak Ber Lewinsohn und Dr, Max Lilienthal. An dieser Vorlesung nahm ein zahlreiches Publikum teil. — Auf der Brüsseler Weltausstellung^erhielt der bekannte russisch-jüdische Künstler L. S. Bakst für sein Bild „Terror antiquus“ bie goldene Medaille. — In der Sitzung der Petersburger Gesellschaft der Liebhaber der hebräischen Sprache, die^dem Gedächtnis des verewigten E. L. Lewinsky gewidmet war, hielten Reden AustFO-Americana, Triest. 3££p!“* Regelmässiger Passagier- und Warendieiist zwi.-chen Triest und Italien, Griechenlands Frankreich, Spanien, Nord-, Central- und Südamerika. Nächste Abfahrten von Triest in den Passagijerlinien nach New York über Patras, Palermo. 10. Dezember ... . Dampfer „Lanra“ 24. Dezember . . . . Dampfer 9,Alice‘s nach Bnenog Aires über Almeria, Las Palmas, Rio de Janeiro, Santos, Montevideo: 22. Dezember . . : . Dampfer „Columbia“ Vergnügungsfahrten im Mittelmeer mit grossen Doppelschraubendampfem der transatlantischen Linien. Auskünfte bei der Direktion» Triest, Via JMelin piccolo 2 (Telegramm-Adresse: „Cosulich“, Triest), ferner bei den Generalagenten.: Schenker & Co., Wien T,\ Neutorgasse 17; Passagierhureau der Austro-Americana, Wien I, Käratnerfing 7, II, Kaiser Josefstr.36, in Berlin durch: Berliner Reis e-BareanNord-Süd, Charlott en.str.34. Reise-BureauUniou, Amtl. Verkehrsbureau der k. k. Oesterr. Staatshahnen, Unter den Linden 47. Cie. Intern, des Wagons-Idts, Unter den; Linden 57/58, American-Express-Company, Cliarlottenstr. 55. flarhl. 5p»*lv$arer\ . Gegründet 1819 W. 8. Markgrafenstrasse 58 Fernspr. 1, 7924. Tel.-Adr. 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