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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1910-10-07 · Heft 40 (7.10.1910) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
74 (1910)
Issue
Heft 40 (7.10.1910)
Date
1910-10-07
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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Lehrer Leider Kirchengemeinden. Außerdem erschienen die Amts- Vorsteher und ans der Umgegend die Bürgermeister von Langenlonsheim und Windesheim. Herr Landrat v. Nasse aus Kreuznach, der dienstlich verhindert war, der Feier beizuwohnen, ließ durch Herrn Rabbiner Dr. Tawrogi daselbst, der die Einweihung des Gotteshauses vollzog, der jüdischen Gemeinde seine Glückwünsche äussprechen. Nachdem Herr Kantor Marwit aus Bingen mit klangvoller Stimme die liturgischen Gesänge zum Vortrag gebracht hatte, entzündete Rabbiner Dr. Tawrogi die ewige Lampe. Alsdann gelangten die prächtig geschmückten Thora-Rollen im heiligen Schreine zur Ausstellung, worauf Rabbiner Dr. Tawrogi die Festrede hielt. In dieser gedachte der Redner zunächst aller derer, die werktätig zum Gelingen des schönen Gotteshauses beigetragen haben, dankte allen, die durch materielle Unterstützung das Werk förderten und sprach in wirkungsvoller Weise über die Bestimmung des jüdischen Gotteshauses. Er ermahnte die Gemeinde zum rechten und fleißigen Gebrauch dieser neugeweihten Stätte. Nach Schluß dieser erhebenden Feier, die mit einem Gebet für Kaiser und Reich endigte, folgten die Festteilnehmer einer Einladung des Vorstehers der jüdischen Gemeinde, Herrn August Schneider, zu einem gemütlichen Beisammensein. Frankreich. 2. Paris, 29. September. Einen schweren Verlust hat die Pariser Iudenheit durch den Tod des bekannten Rabbiners Herrn I. Lubetzki erlitten, der im Alter von 60 Jahren nach längerem schmerzvollen Leiden verschieden ist. In Turetz (Rußland) als Sproß hervorragender Gelehrter geboren, zeichnete er sich durch sein tiefes talmudisches Wissen sowie durch seinen menschenfreundlichen Charakter aus, der ihn zu einem warmen Fürsprecher aller Bedrängten, namentlich aber der armen russisch-polnischen und rumänischen Juden der französischen Hauptstadt machte. Nachdem Lubetzki seine erste Ausbildung bei seinem Vater und später in der „Jeschibah" von Mir erhalten hatte, wurde ihm schon in verhältnismäßig jungen Jahren von mehreren bedeutenden Rabbinern die rabbinische Würde (llatarab) verliehen. Ein Beweis für das große Vertrauen, das man in ihn setzte, war der ihm zuerteilte Auftrag, nach England zu reisen, um hier Gönner und Freunde für die Talmud-Schule in Mir zu gewinnen. Aus diesem Anlaß kam er zum erstenmal mit dem verstorbenen Rabbiner Spector von Kowno, dem weltberühmten Talmudgelehrten, in Berührung, der in folgender interessanter Weise die Fähigkeiten des jungen Rabbiners entdeckte. Mit der Bitte, kurze Zeit auf ihn zu warten, überreichte der betagte Rabbiner dem ihn besuchenden Lubetzki eine Broschüre mit deren verwickeltem Inhalt der Gelehrte sich gerade befaßt hatte, und bat ihn, sich die kurze Zeit des Wartens mit der Lektüre des Buches zu vertreiben. Natürlich setzte der ehrwürdige Rabbiner voraus, Lubetzki werde nur flüchtig über die Seiten Hinwegstreifen. Wie groß aber war sein Erstaunen und seine Freude, als er ihn nach' seiner baldigen Rückkehr schon vollständig vertraut mit den schwierigsten Stellen des Buches fand und sich mit dem begabtem jungen Manne in eine interessante Diskussion über dasselbe einlassen konnte. Von diesem Tage an schloß sich ein inniges Freundschaftsband um diese beiden Männer, das erst mit dem Tode des Kownoer Gelehrten seinen Abschluß fand. Von diesem älteren Freunde hatte Lubetzki auch einen Empfehlungsbrief an Englands damaligen Großrabbiner Nathan Adler erhalten, welcher, wieviele andere ungesehene Mitglieder der jüdischen Gemeinde in London, nun in eine engere Beziehung zu Lubetzki trat. Im Jahre 1881 verließ Lubetzki das Jnselreich mit der Absicht, in Rußland ein Amt als Rabbiner anzutreten. Auf seiner Rückreise über Paris traf er aber hier unter den fremdländischen Juden so trostlose, zerrüttete Zustände an, daß er sich genötigt fühlte, seinen Aufenthalt in dieser Stadt um einige Zeit zu verlängern. In dieser Zeit befanden sich in Paris ungefähr 5000 frisch aus Rußland eingewanderte Familien, die weder einen Rabbiner, noch überhaupt irgendwelche religiöse Institutionen besaßen. Da ihnen ein religiöses Oberhaupt mit gründlichem Wissen und Energie nottat, Eigenschaften, welche Lubetzki in reichem Maße besaß, baten sie diesen, wenigstens überdie hohen Feiertage in Paris zu verbleiben und ihren Gottesdienst durch seine Predigten zu verschönern. Ehe Lubetzki diesem Wunsche entsprach, holte er den Salzbrunner Oberbrunnen 1Tck4-cf*»fsd> der Htmungs- und Vetdauungs- JTV 4L Al H/v organe, Gallensteine, Nieren» und Blasenleiden, Gicht, Zuckerkrankheit und Folgen der Influenza. 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