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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1910-10-07 · Heft 40 (7.10.1910) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
74 (1910)
Issue
Heft 40 (7.10.1910)
Date
1910-10-07
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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Rat und die Erlaubnis deS verstorbenen Oberrabdiners Zadok Kahn, ein, welcher.nicht nur gern in das-Bleiben und Predigen Lubetzkis. einwilligte, sondern ihm aüch warme Unterstützung in seinem Bestreben, den armen russischen Glaubensgenossen zu helfen, versprach. Durch Zadok Kahn und auch auf eigenen Wunsch wurde der Verblichene zum Wirken an der „Jca" mit herangezogen. Ebenso war er an der Kolonisationsarbeit Palästinas beteiligt, und erfreute sich in hohem Grade des Vertrauens des Barons Edmund von Rothschild und des verstorbenen Herrn M. Erl a n ger. So wurde er der vermittelnde. Faktor zwischen den wohltätigen Organisationen und den armen Juden in Paris, sowie all derer,.die in Bedrängnis waren. Aber feine Haupttätigkeit blieb doch bei alledem die Wirksamkeit für die geistigen Interessen seiner armen fremdländischen Glaubensgenossen in Paris. Und daß diese Fürsorge eine fruchtbringende war, beweisen die vielen gemeinnützigen Institutionen, die er ins Leben gerufen hat, wie z. B. die Organisation der Schechite, das Asyl für heimatlose Flüchtlinge, die Talmud Thora- Schule, der Talmud-Verein und ähnliche. — Trotz all dieser vielseitigen Tätigkeit fand der allgemein verehrte Dahingeschiedene noch Zeit übrig, sein tiefes' Wissen. stetig . zu mehren und in einer .Reihe von bedeutenden. Werken zu. offenbaren. So sind augenblicklich einige seiner Respönsen und andere gelehrte Abhandlungen im Druck begriffen, während eine Anzahl bedeutender Werke von ihm bereits erschienen sind, * wie z. B. das „Lspüer Haschlamäh“, ein halachisches Werk, das eine Ergänzung zu dem ^Rif" und von R. Meschullam verfaßt ist. Der erste Teil des Werkes'.nebst kritischer Einleitung, . Kommentar und Anmerkungen veröffentlichte Lubetzki im Jahre 1885. Im Jahre 1908. folgte der zweite Teil, und' der letzte Teil erschien in diesem Jahre, als der Autor bereits an das Krankenlager gefesselt war. Der beliebte und unermüdlich tätig gewesene Rabbiner Lubetzki ist leider viel zu früh seinen zahlreichen Verehrern und der Wissenschaft entrissen worden. Die allgemeine. Liebe und Wertschätzung, deren er sich zu erfreuen hatte, machten sich deutlich ay der stattlichen Trauergemeindebemerkbar, die dem Verblichenen das letzte Geleit gab. Die Oberrabbiner Dreysüs, Netter, Weißkopf und Dr. Eudlitz würdigten in ,längeren Reden die großen Verdienste des Dahingeschiedenenum das Judentum und die Wissenschaft. Ehre seinem Andenken! Von MH und Jfmt. — Wie das „Neue Wiener Journal" erfährt, wird Kaiser Wilhelm schon in der nächsten Zeit Geheimrat Ehrlich durch die Verleihung des Titels Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädikat Exzellenz auszeichnen. — Dem Geheimen Kommerzienrat Emil Jacob ist aus Anlaß des Jubiläums der Unfall- und Invalidenversicherung der Rote Adlerorden zweiter Klasse verliehen worden. — Herrn Dr. Paul Arons ist der Charakter als Kommerzienrat . verliehen worden. — Vergangene Woche verschied, 75 Jahre alt, der in weiten Kreisen Berlins bekannte und hochverehrte Lehrer Herr W ein b aum Eine überaus große Trauerversammlung gab dem Verewigten das Geleit. Herr'.Rabbiner Dr. Petu ch o w ski schilderte in tiefempfundener Rede die reichen Verdienste des Verblichenen um die Verbreitung und Förderung religiösen Wissens. Ehre seinem Andenken» — In den Lehrkörper der Humboldt-Akademie,, die am 9. Oktober -das erste Vierteljahr ihres 33. Studienjahres eröffnet, ist eine Reihe von Lehrern neu eingetreten. Zu diesen gehören von unseren Glaubensgenossen der bisherige Ordinarius für Philosophie an der Berner Universität Professor Dr.. Ludwig Stein und Dr. F. Bor. chardt. — Herr Kaufmann Scrlomon Zucker in Tremessen, bewährt auf allen Gebieten der humanitären Einrichtungen, ist von der Stadtverordnetenversammlung einstimmig zum Stadtrat. gewählt worden. — Im Alter von 92 Jahren starb in W.ronke der Rentier Jscha Cohn. Der Verewigte zeichnete sich durch wahre Frömmigkeit und Wohltätigkeitssinn aus. Seine Beliebtheit unter den Bürgern bewies die große Beteiligung an seiner Beisetzung. — Der seit acht Jahren als Kultusbeamter der israelitischen Gemeinde Friedrichstadt (Schleswig-Holstein) wirkende I. Steckelmacher ist nach Christi.inia in Norwegen berufen worden. An seiner Stelle , wurde Herr Teßler aus Ems angestellt. — Herr Samuel 1LN Gänse - Ausschlacliten Empfehle täglich frisch geschlachtet: Gänseliesen Pfd.1.20 M. Gänsehantsett Pfd. 75 u. 80 Pf. Geräuch.GLnsed»üttePfd.1 50 M. 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