Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 74 (1910)
- Issue
- Heft 38 (23.9.1910)
- Date
- 1910-09-23
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
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4 Herrn Bankier Jakob Wolff aus Frankfurt a. M. eine Gesetzrolle in prachtvollster Ausstattung schreiben lassen, um so dem Danke ihrer Herzen Ausdruck zu geben und die wahrhaft jüdische Mutter zu ehren. Nachdem die letzten Zeilen der Gesetzrolle im Hause des Lehrers, Herrn B. Wolff. des ältesten Sohnes der Jubilarin, geschrieben waren, begann das Fest der Thoraweihe, das allen Festteilnehmern unvergeßlich bleiben wird. Unter Borantritt der hiesigen Militärkapelle wurde das neue Sefer in die festlich geschmückte und erleuchtete Synagoge getragen. Meisterhaft vorgetragene Gesänge des Herrn Kantors Pfifferling, der Segensspruch des Herrn Landrabbiners Dr. Löb-Emden und die Dankrede des Herrn Lehrers B. Wolff gaben dem Feste eine seltene Weihe. Der Abend vereinigte die Familienmitglieder und viele Gäste zu einem Festmahl in „Zieglers Garten", bei welchem noch viele Toaste auf die edle Jubilarin aus' gebracht wurden. v Hannover, 18. September. Am 13; d. M. fand hier die ordentliche Generalversammlung der Land- und Lehrguts-Gesellschaft m. b. H. in den Räumen der A. und F. Simonfchen Stiftung, Hansahaus, statt. Bekanntlich wurde die Land- und Lehrguts- Gesellschaft zur Ausbildung und Ansiedlung von Landwirten israelitischen Glaubens gegründet. Vertreten war das ganze Stammkapital. Nach einigen Satzungsänderungen wurden in den Aufsichtsrat zugewählt der frühere Rittergutsbesitzer, Herr I. Brandt aus Charlvttenburg und Herr A. Silberberg, Direktor der Anstalt in Ahlem. Dann erstattete der Geschäftsführer, Dr. Eugen Katz, den Jahresbericht: Hiernach befindet sich das Lehrgut Steinhorst in Aufwärtsentwicklung. Die Ernte der Acker- und Gartenfrüchte des Jahres 1910 war befriedigend, die Moorkulturen schreiten vorwärts, so daß im Frühjahr des nächsten Jahres 60 Morgen Grasland neu angesät werden können. Mit Hilfe eines staatlichen Darlehns wurde auch mit den Aufforstungsarbeiten begonnen. Durch Ankauf eines Stammes allerbesten ostfriesischen Zuchtviehs hat die' Wirtschaft in bezug auf den Lehrcharakter eine schätzenswerte Bereicherung erfahren. Um eine größere Anzahl von Lehrlingen mit Gespann- und Maschinenarbeiten genügend vertraut machen zu können, aber auch aus wirtschaftlichen Gründen, werden zu dem etwa 900 Morgen großen Gute Steinhorst noch etwa 150 Morgen hinzugepachtet. Zu den zwölf Lehrlingen, die — abgesehen von den jüdischen Gehilfen und Arbeitern — bis heute eingestellt worden sind, können im Herbst noch einige ausgenommen werden. Für Frühjahr 1911 ist eine Vergrößerung des Lehrlingsheims geplant, und es können dann etwa 20 Lehrlinge Platz finden. Die Einrichtungen von Steinhorst haben nicht nur von privater, sondern auch von amtlicher Seite verschiedentlich die größte Anerkennung gefunden — An der Diskussion beteiligten sich mit verschiedenen Vorschlägen die Herren Justizrat Berend, M. Berliner, Professor Warburg. Sartorius Rheinhold, Silberberg und Witte. Die Bilanz der Gesellschaft wurde genehmigt, Geschäftsführer und Aufsichtsrat wurden entlastet. Z. F. Aus Hessen, 18. September. Da das bestehende Schulgesetz keine Handhabung bietet, um die Anstellungs-, Entlassungs¬ und Besoldungsverhältnisse der israelitischen Religionslehrer im Großherzogtum Hessen gesetzlich zu regeln, hat der Vorstand des „Unabhängigen israelitischen Lehrervereins" auf Anregung eines hessischen Kreisamtes beschlossen, allen hessischen Kreisämtern durch Vorlage eines entsprechenden Normal-Anstellungsvertrags, unter gleichzeitiger Darlegung der Lage der israelitischen Religionslehrer Gelegenheit zu geben, diese Beamten bei Anstellung und in ihrer Wirksamkeit vor bedauerlichen Uebergriffen und willkürlicher Behandlung durch Gemeindevorstände wirksam zu schützen. Die israelitischen Lehrer erhoffen aber, daß Regierung und Landtag sich mit den hier zutage getretenen beklagenswerten Vorkommnissen beschäftigen werden und daß auf dem Wege der gesetzlichen Verordnung eine dauernde Abhilfe der unzeitgemäßen und unwürdigen Zustände in der Anstellung der israelitischen Religionslehrer, wie in Baden, Württernberg und Bayern, geschaffen wird. J. A. Nürnberg, 15. September. Unter großer Beteiligung unserer Mitbürger und des Osfizierkorps wurde der Fabrikbesitzer und Oberleutnant d. R., Herr Dr. Carl Goldstein, welcher nach schwerer Krankheit im Alter von 38 Jahren starb, am 13. b. M. zu Grabe getragen. Der Verblichene studierte Chemie und Bergwissenschaft Pelz-Mode - Magazin CARL SALBACH Hoflieferant Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich Königlich Preussische Staatsmedaille 1896. 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