Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 74 (1910)
- Issue
- Heft 38 (23.9.1910)
- Date
- 1910-09-23
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
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Abschiedsessen waren die Mitglieder der Gemeinde fast vollzählig erschienen. Den Reigen der Toaste er öffnete Herr Kommerzienrat Loe w enst ein. und gedächte in warmen, schlichten Worten der Verdienste des Rabbiners um daS Wohl und Gedeihen der Gemeinde. Es sei ihm gelungen, durch Kampf zum Sieg zu gelangen und Einrichtungen, wie förderliche Vereine zu schaffen, deren Fortbestehen ein Denkstein seines segensreichen Wirkens in Elbing bleiben werde. Weitere Redner waren Herr Rabbiner Dr. Kälter aus Danzig, der in humorvoller Weise das Verhältnis zwischen Rabbiner und Gemeinde mit einer Ehe verglich und die Ehrung des Rabbiners seitens der Gemeinde als ein ehrendes Zeugnis für letztere hinstellte. Im Aufträge der Borussialoge zu Danzig nahm Herr Rechtsanwalt Baumann von dem scheidenden.Bruder, der zu den Mitbegründern der Loge gehört, Abschied. Nachdem noch mehrere Redner gesprochen hatten, dankte Herr Dr. Silberstein bewegten Herzens für all die Liebe und das Wohlwollen, das ihm hier während seiner schönen, langen Amtsperiode zuteil wurde. Nur durch das stete Eingehen und Entgegenkommen seitens des Vorstandes auf seine Anregungen sei es ihm möglich gewesen, alles das, was hier von seinem Wirken, Schaffen und Gelingen gerühmt wurde, durchzuführen. Sein Hoch klang aus in dem Wunsche, daß dieses schöne Verhältnis auch weiter zum Wohl und Gedeihen der Gemeinde bleiben möge. Die Teilnehmer blieben bis zur frühen Morgenstunde fröhlich beisammen. Als Ehrengeschenk hat die Gemeinde, dem Rabbiner am Vormittag mit einem Begleitschreiben einen prächtigen Ledersessel' gesandt. Am Nachmittag halten sich die Damen und Mitglieder des Frauenvereins zu einem Abschiedskaffee für Frau Rabbiner Dr. Silberstein zusammengefunden, und ihr ebenfalls ein ehrenvolles Angebinde überreicht. Die Geistlichen der verschiedenen Kirchengemeinden, die Schuldirektoren und die Vertreter der städtischen Behörden luden durch ein Inserat zu einem gemütlichen Bierabend für den scheidenden Rabbiner ein. Köln, im September. Das «Israelitische Kinderheim" wendet sich hierdurch an weitere Kreise der Iüdenheit mit der Bitte um Unterstützung. Die Anstalt, wohl die bedeutendste ihrer Art in Deutschland, widmet sich den verschiedensten Humanitären, sozialen und charitativen Zwecken. Die Anstalt umfaßt folgende Einrichtungen: 1. Einen israelitischen Kindergarten (seit 1890). Es sind zirka 140 Kinder, die noch nicht schulpflichtig sind, angemeldet. Er wird täglich von 60 bis 70 Kindern besucht. 2. Eine Suppenanstalt für schulpflichtige Kinder (seit 1891). Täglich erhalten durchschnittlich 70 bis 80 Kinder ein nahrhaftes Mittagessen. 3. Eine Hans- Haltungsschule (seit 1892), in der Mädchen, der Schule entwachsen, zu Dienstmädchen, Köchinnen ufw. herangebildet werden. 4. Eine Kochschule für Schülerinnen der Oberklaffe der israelitischen Volksschule. Sie wurde 1897 auf Wunsch der städtischen Schulbehörde eingerichtet. 5. Ein Kinderashl, in dem ungefähr 70 bis 80 Knaben und Mädchen untergebracht sind (seit 1906). 6. Eine Volksküche (seit 1903).~ Für 20 Pfennig erhält man ein schmackhaftes und. reichliches Mittagessen. Frequenz zirka 4000 Mahlzeiten jährlich. 7. Einen Kinderhort (seit 1905) zur Aufenthalts stätte der Schulkinder während der schulfreien Zeit bestimmt. Unter Aufsicht fertigen die Schüler ihre Schularbeiten. 8. Ein Säuglingsheim. Auf Grund solcher umfassender Leistungen dürfte die Anstalt wohl berechtigt sein, an alle Schichten unserer Glaubensgemeinschaft mit der Bitte um Mitarbeit an dem großen Werke sozialer Fürsorge heranzutreten, dies um so mehrmals das Betätigungsfeld der Anstalt nicht nur die hiesige Stadt, sondern ganz Deutschland umfaßt, da von überall her schutzbedürftige Kinder der Anstalt anvertraut werden. — Indem wir uns dem Aufruf der Anstalt anschließen, dürfen wir uns der berechtigten Hoffnung hingeben, daß die Spenden im Hinblick aus die herannahenden Feiertage recht zahlreich eingehen werden. — Altrich, 15. September. Tiefer Tage beging Frau Hannchen Wolfs, die Vorsteherin des hiesigen Frauenvereins, ihren 80. Geburtstag unter der Anteilnahme der ganzen jüdischen Gemeinde und eines großen Teiles der christlichen Bevölkerung. Die Wohnräume der'noch recht rüstigen Jubilarin reichten kaum aus, die vielen Blumenspenden und mannigfachen Beweise der Liebe und Verehrung zu fassen. Aus Anlaß dieses Geburtstages hatten die Kinder dieser seltenen Frau, angeregt durch den jüngsten Sohn, Passende Pestgeschenke/ Der Rat des Heils. Eine Mitgabe für das ganze Leben von Dr. Ludwig J Philippson. Elegant gebunden, Goldschnitt, M. 4.— Lehrbuch der jüdischen Geschichte' und Literatur. ' Bearbeitet von Dr. M. Kayserling u. Dr.M. Doctor. Jossele. Eine Erzählung aus dem Leben der Juden in Polen von Albert Katz. Preis gebunden M. 3.— Gustav Engel Verlagsbuchhandlung Leipzig ßygiama Tabletten ddealer Proviant für Sporttreibendejeder Mrt Bereis der Schachtel Si/lark 1.— * Zu haben in allen Sipotheken, £Drogerien und Sportausrüstungs-Qeschäften An diesem Schild sind die Läden erkennbar, . in denen SINGER Nähmaschinen verkauft werden. IE El Mustergültig in Konstruktion und Ausführung, gleich vorzüglich für Hausgebrauch und Industrie. Singer Co- Nähmaschinen Act. Ges. BERLIN, Leipziger Strasse 92. Läden in den verschiedenen Stadtteilen. s i Pensionat u. 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