Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 74 (1910)
- Issue
- Heft 37 (16.9.1910)
- Date
- 1910-09-16
- Page
- Seite 5 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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sind^/ wie verlautet, auf besonderen Befehl des Gouverneurs, die Odessaer Chedarim aus hygienischen Gründen zur Sicherheit geschloffen worden, .wodurch allerdings-nahezu 100 Familien der ärmeren Melamdim .an den Rand des Verhungerns gebracht sind. ~ Die Nachricht, daß -ein verdächtiger.Cholerafall sich in Kiew ereignet, und die Seuche sich auch in der Provinz ausgebreitet hätte, veranlaßte die Zusovlner Luden-! (in der Nähe von.Jekaterinoslaw) eine „Anti-Cholera-Liga" unter der Protektion der örtlichen medizinischen Behörden zu bilden. Ein Arzt wurde eingeladen, in der Synagoge einen Vortrag über Vorsichtsmaßregeln zu halten, die das Städtchen vor der Seuche bewahren könnten. Die Polizeiunterbrach jedoch die Versammlung und legte dem Vortragenden eine Geldstrafe auf. — Im Gegensatz zu den Versicherungen der antisemitischen Presse, daß die Russen jüdische Aerzte und Krankenschwestern nicht gern sähen, haben die Bauern eines Dorfes in der Nähe von Charkow ihre öffentliche Bewunderung einem jüdischen Mädchen gezollt, das ihr Leben auf dem Kampfplatze gegen die Cholera verloren hatte. Aus Furcht vor weiterer Ausbreitung der Epedernie wollten die Behörden die Leiche der Krankenpflegerin nicht dem jüdischen Friedhofe'übermitteln. Ein Kosackenbauer machte-dem Dilemma ein Ende, indem er sein eigenes Grundstück zur Beisetzung der Toten zur Verfügung stellte. Die Bevölkerung des Dorfes legte zahlreiche Blumenspenden auf daS Grab des Mädchens, nieder. — In Odessa dagegen hat der Bürgermeisterverboten, Ehrlich'Haia 606 im allgemeinen städtischen Krankenhaus anzuwenden, da Professor Ehrlich ein Jude sei, weshalb das Mittel doch nur die Erfindung eines Charlatans sein könne. — Zum Schluß noch folgende interessante Nachricht aus Moskau. Der japanische Mitarbeiter des Frankfurter jüdischen Gelehrten, Dr. Hata, war auf seiner Heimreise in der Heiligen Stadt Moskau Gegenstand zahl, reicher Ehrungen. Die berühmtesten Aerzte Moskaus, 50 an der Zahl, vereinigten sich, um den japanischen Arzt in einem ihm zu Ehren veranstalteten Bankett zu feiern. Dr. Hata lehnte die Ovationen bescheiden ab und erklärte, sie nur für seinen Lehrer und Meister Professor Ehrlich annehmen zu können. Die versammelten Aerzte sandten an Professor Ehrlich das folgende Begrüßungstelegramm: ^Dem hochgeschätzten Lehrer und Arbeiter der Wissenschaft, dem genialen Entdecker des neuen Heilsystems, senden die Moskauer Aerzte ehrerbietigen Gruß." Dr. Hata leerte sein Glas „auf das Wohl des bedeutendsten Moskauer Dermatologen. Dr. Blumenthal (gleichfalls Jude), den er als Mitarbeiter in Frankfurt kennen und schätzen gelernt habe". Von Sah und Fern. --- Die Berliner Handelskammer hielt dieser Tage ihre erste nichtöffentliche Vollversammlung nach den Ferien ab. Vor Beginn der Sitzung gedachte der Präsident, Geheimer Kommerzienrat Herz, in herzlichen Worten der Verdienste, die sich der verstorbene Geheime Kommerzienrat Isidor Loewe um die Handelskammer erworben habe. Sein Heimgang bedeute einen schweren Verlust für die Körperschaft. Die anwesenden Mitglieder erhoben sich zu Ehren des Verstorbenen von ihren Plätzen.— Den Herren Handelsrichter und Fabrikbesitzer Hugo Bend ix und Bankier Louis Roths child in B erlin ist der Rote Adlerorden 4. Klasse verliehen worden. — Bei der Anwesenheit Sr. Majestät des Kaisers am 5. d. M. in Stolp i: P. wurde dem Vorsitzenden des Vorstandes der dortigen Synagogengemeinde, Herrn Rentier L. G. Golde, der' Kronenorden 4. Klasse verliehen. — Die jüdische Gemeinde Rehden, die zu klein geworden, um weiter bestehen zu können, ist vor einiger Zeit der Gemeinde Graudenz zugeteilt worden. Die Synagoge halber dortige Schulverein der höheren Privatschule an gekauft, um sie zur Schule ausbauen zu lassen. — Dr. Silber stein, bisher Rabbiner in Elbing (Westpreußen), ist zum Landrabbiner von Mecklenburg- Schwerin gewählt worden. Der neugewählte Landrabbiner wird bereits am 1. Oktober sein Amt antreten. — Privatdozent Dr. Richard Falck aus Breslau ist zum Professor der technischen Mykologie an der Forstakademie in Hann. Münden ernannt worden. — Der Referendar Dr. Jsmar Manneberg in Loslau ist imbayerischen, Heere zum Leutnant befördert worden. — Herr Salomon Schönewald in Schmallenberg (Bezirk Dortmund), einer der ältesten Kriegsveteranen aus den letzten deutschen Kriegen, wurde hier von «ii Pflanzen-Margarine mit süsser Mandelmilch unter dem Schutze des Deutschen Reichspatentes Nr. 100 922 hergestellt, ist der vollkommenste Butter*Ersatz der Oegenwart. H j Pflanzen-Margarine mit Mandelmilch darf nur von uns hergestellt werden. Die Herstellung erfolgt unter ständiger Anwesenheit und Leitung eines von Sr. Ehrw. Herrn Rabb. Dr. B. Wolf, Köln, angestellten und inspizierten streng religiösen Aufsichtsbeamten. m Al Alleinige Patent-Inhaber: ^. •Gesellschaft m. b. fl.. Cleve. 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