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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1910-09-16 · Heft 37 (16.9.1910) · p. Seite 6

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
74 (1910)
Issue
Heft 37 (16.9.1910)
Date
1910-09-16
Page
Seite 6 (sequence 18)
Language
German
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seinen Kriegskameraden mit Fahnen und Musik zu Grabe 'geleitet. -Herr Lehrer Gr ü n e w a l d aus -.Siegen-- hielt die Trauerrede.' Vor der zweiten Ferienkammer in Düsseldorf wurde - der Kaufmann Ignatz Roth als Zeuge vernommen. Zur Leistung des Zeügeneides aüfgefordert, erklärt? Roth, er sei strenggläubiger Jude, und seine Religion verbiete es, den Namen Gottes unbedeckten Hauptes anzurufen. Der Vorsitzende trug dieser Vorstellung Rechnung und gestattete dem Zeugen, den Eid-bedeckten Hauptes zu leisten. — Aus Anlaß der feierlichen Einweihung des Waisen» und Altersheims, das Geheimer. Sanitätsrat Professor Dr. Aufrecht in Magdeburg in seiner Heimatsstadt Loslau zu Ehren seiner Eltern gestiftet hat, wurde diesem der rote Adlerorden 4. Klasse verliehen. — Der Stadtrat in Kaiserslautern beschloß, zur Errichtung eines israelitischen Asyls für die Pfalz, dem betreffenden Verein einen Bauplatz in günstiger Lage zur Verfügung zu stellen. — Aus Gießen wird dem „Berliner Tageblatt" gemeldet: Der Privatdozent der Theologie, Lizentiat.Glane, der vor Jahresfrist Teile der gotisch-lateinischen Bibelübersetzung aus dem fünften Jahrhundert auffand, hat jetzt Neste einer in Aegypten angefertigten griechischen Uebersetzung des samaritanischen Bibelwerks entdeckt und damit bewiesen, daß die samaritanischen Gemeinden in Aegypten eine griechische. Uebersetzung der fünf Bücher Mosis.besaßen. Die aufgefundenen Bruchstücke, die von demselben Fundort stammen, wie die oben erwähnte gotischlateinische Uebersetzung, sind von. großem Wert für die Rekonstruierung des ältesten alttestamentlichen Bibeltextes. — .In Heilbronn wird für die Errichtung einer orthodoxen Separatgemeinde agitiert. Man plant schon zu den Feiertagen einen eigenen Betsaal und die Anstellung eines besonderen Beamten. — Anläßlich der bevorstehenden Silberhochzeit des Großherzogpaares hat der Oberrat der badischen Israeliten angeordnet, daß an diesem Tage, den 17 d. M., in allen. Synagogen des Landes ein besonderer Gottesdienst abgehalten werden soll. —7 Aus Wien wird uns geschrieben: Kaiser Franz Joseph verlieh dem Gesellschafter der Schwechater Gelchsktliche Mti?ni. — Bei der Deutschen Militärdienst- und Lebensversicherungs-Anstalt a. G. in Hannover waren tm Monat August 1910 in den beiden von der Anstalt betriebenen Geschäftszweigen, der Militärdienst-Versicherung und Lebens-Versicherung (auch Töchlerversorgung), zu erledigen: 906 Anträge über Mark 2 391 110.— Versicherungs - Kapital. Von Errichtung der Anstalt (1878) bis Ende August 1910 gingen ein 448 018 Anträge über Mark 678 188 910.— Versicherungs-Kapital; im Jahre 1909 rund 29 Millionen Mark! Die Auszahlungen an Versicherungssumme, Prämienrückgewähr usw. im Jahre 1909 betrugen über 13 Millionen Mark; die Gesamtauszahlungen seit Bestehen der Anstalt belaufen sich auf Mark 117 000000.— I Franziska Wassermann, Berlin, Klopstockstr. 291 Töchterpensionat, Unterriclitsanstalt, kleines Internat, Externat. | Mütter, denen es versagt ist, ihre Lieblinge, selb st zu stillen, sollten sich bei Auswahl eines Ersatzes für die fehlende Muttei*- mileh nicht auf Empfehlungen Unberufener und aut reklamehafte Anpreisungen, sondern nur auf Anordnung des Arztes verlassen. lieber zweckmässige Pflege und Ernährung des Säuglings gibt die Broschüre „l>er jungen Mutter gewidmet“ Auskunft und stehen der darin empfohlenen ~ INFANTINA (Dr. Theinhardt Vs lösliche Kindernahrung) die wärmsten Anerkennungen erster Frauen- und Kinderärzte zur Seite., Man verlange gratis die. Broschüre „Der jungen Mutter gewidmet“ in den Apotheken u. Drogerien, oder direkt von der Dr. Theinhardt’s Nährmittelgesellschaft m. b. H., Stuttgart-Cannstält. Der Preis einer Pfundbüchse ist nur M. 1.90. Jndustrie-Oelgesellschaft, Herrn Emil H i r s ch , den erblichen ungarischen Adel. — Die Stadtgemeinde Gööing hat dem Kommerzialrat Friedrich Redlich in Anerkennung seiner unermüdlichen ^Förderung des deutschen Volkstums in der Stadt sowie seiner vielfach bewährten Wohltätigkeit einstimmig zum Ehrenbürger ernannt. Das Amtsblatt publizierte am 9. d. M. die Ernennung des außerordentlichen Professors Dr. Julius Tandler zumordentlichen Professor der Wiener medizinischen Fakultät und gleichzeitig zum Nachfolger des Hbfrätes Professor Dr. Zückerkändel aus dem Gebieteder Anatomie. Professor Tandler ist der Schüler und langjährige Assistent Zuckerkandels gewesen und war auch während der Krankheit Zuckerkandels mit der Vertretung des Gelehrten betraut gewesen. Professor Tandler steht im 45. Lebensjahre. — Die antisemitischen Serben von Sarajewo sind jetzt lehr böse auf die Juden und — König Ferdinand von Bulgarien. Sie können' es beiden nicht verzeihen, daß der König von Bulgarien während seines letzten Aufenthaltes in. Sarajewo die Synagoge mit seinem Besuche beehrte, während er die serbische Kirche nicht besuchte. Noch mehr wütend sind sie darüber, daß der König im Geschäfte eines spänivlischen Juden; in welchem die Produkte bosnischer" Heimarbeit verkauft werden, längere Zeit verweilte und größere Einkäufe machte. — Gustav Dreyfus, Sekretär des Ausstellungskomitees der französischen Künste, hat vom deutschen Kaiser den Kronenorden 2. Klasse, erhalten. — In London feierte kürzlich Frau S. W. Cohen ihren 101. Geburtstag. Die hochbetagte Dame wohnt seit 74 Jahren in einem und demselben Hause, 32 Broadway, Westminster. Unter den zahlreichen Glückwünschen, die der Greisin zu ihrem seltenen Geburtstage zukamen, erregte ihre Freude in besonderem Maße ein. Gratulationsschreiben des Königs' Georg von England. Anläßlich ihres 100. Geburtstages hatte Frau Eohen auch ein Gratulationsschreiben des Königs Eduards erhalten. Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Florastr. 58. MILKA VELMA NOISETTINE ’t/UJMf vvu4'inf4' 0 /in ALLEINIGER FABRIKANT. Salzburg«Mel Mer Familienhaus I. Ranges in nächster Nähe der Bahnhöfe, des Kurparkes, an den Haltestellen der elektrischen Linien nach Hellbrunn, Berchtesgaden, Königssee, Gaisberg usw. usw. Grösster Komfort in allen Zimmern. Elegante Gesellschaftsräume. Schöner und schattiger Restaurationsgarten. Elektrisches Licht, Lilt, Bäder. Vorzügliche Küche.

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