Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 74 (1910)
- Issue
- Heft 35 (2.9.1910)
- Date
- 1910-09-02
- Page
- Seite 5 (sequence 17)
- Language
- German
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Horitz besaß. Herr Josef Sobotka brachte es durch Fleiß und Energie, zu einem der größten Industriellen der österreichischen Monarchie und zu einem 'mehrfachen Fabrikbesitzer: In verhältnismäßig jugendlichem Alter wurde der Verblichene in die Prager Handelskammer entsendet, wo er durch einige Dezennien als Präsident des Klubs der: deutschen Handelskämmermitglieder fungierte. Von 1872 bis 1886 war Sobotka Mitglied des. böhmischen Landtags. Als Delegierter der Handelskammer gehörte Sobotka dem Jndustrieräte an und hatte dort das Referat über, den österreichisch-ungarischen Ausgleich inne. Josef Sobotka wurde wiederholt von allerhöchster Stelle für sein ersprießliches Wirken ausgezeichnet; er war Komtur, des Franz. Joses-Ordens. Ritter der Eisernen Krone. Inhaber der Goldenen Kammer-Medaille und bekleidete die höchsten: Aemter und Würden, die Stadt und Land zu vergeben hatten. Von der seltenen Verehrung und Wertschätzung, deren sich der Heimgegangene infolge seiner durchdringenden geistigen Fähigkeiten, seiner humanitären Lebensauffassung und seines unermüdlichen Wirkens für das allgemeine Wohl erworben, legte beredetes Zeugnis die massenhafte Beteiligung an seinem am 22. d. M. stattgehabten Begräbnisse ab. Den Leichenzug flankierten Chargierte der- »Lese- und Redehalle der Deutschen Studenten", welche auch die Leichenwache an der Bahre ihres Ehrenmitgliedes gehalten hatten, ferner Beamte und Angestellte der Fabriken des Dahingeschiedenen. Dem: Leichenwagen folgte ein unübersehbarer Zug von Leidtragenden. Unter archeren waren gekommen der Statthalter von Böhmen Graf Eoudenyöve, Hofrat und Polizeidirektor Krikowa, die Herrenhausmitglieder Richter, Dr. Eppinger, Dr. Kiemann. der Präsident der Handelskammer mit sämtlichen Handelskammerräten, Vertreter in- und ausländischer Bankinstitute, der Böhmischen Sparkasse, der Prager deutschen Universität, viele Studentenverbindungen, die Repräsentanz der israelitischen Kultusgemeinde, des Deutschen Schriftstellervereins und der Turnverbindungen »Jahn" und „Eiche", deren Ehrenmitglied der Heimgegangene war und verschiedene andere. In der Zeremonienhalle des israelitischen Friedhofs pries Rabbiner Dr-Schwarz die Vorzüge des Verstorbenen, der trotz seiner hervorragenden Stellung brauchen in den Jahren der Entwicklung ein Getränk, das in jeder Beziehung unschädlich, dabei aber wohlschmeckend ist. — Deshalb empfiehlt es sich, den jungen Mädchen Kathreiners Malzkaffee zu geben, dev ihnen zu jeder Feit gut bekommt, angenehm schmeckt und sehr billig ist. Gothaer LebensversicherungsbanK a. G. Versieherongsbestand im Februar 1910 eine Milliarde 10 Millionen Mark Bisher ausgezahlte Versicherungssummen . . . . 660 000 000 Mark Die stets hohen Uebersohüsse kommen unverkürzt den Versicherungsnehmern zugute, bisher wurden ihnen 265 Millionen M. zurüekgewährt Sehr günstige Versiohemngshedingnngen. Unverfallbarkeit sofort, Unanfechtbarkeit u.Weltpolioe nach 2 Jahren. Prospekten. Auskunft-kostenfrei durch die Anstalt, in Gotha od. deren Vertreter. ein treuer Sohn seines Glaubens blieb und. als solcher stets ein offenes Herz und eine offene Hand für Arme und Hilfsbedürftige besaß. Am offenen Grabe widmete im Namen der „Lese- und Redehalle der Deutschen Studenten" ein Student dem Verblichenen warme Gedenkworte und legte ihm das Ehrenband der Halle ins Grab. Der Familie find überaus viele Kondolenzen von Korporationen und namhaften Persönlichkeiten zu gekommen, darunter - solche von Handelsminister Dr. Weiskirchner, dem ehemaligen Minister Freiherr von Plener, von vielen Herrenhausmitgliedern,- aus Abgeordnetenkreisen, vom deutschen und Schweizer Konsulat, von sämtlichen Prager Banken und vielen hiesigen und auswärtigen Humanitätsvereinen. Wiedas Leben Josef Sobotkas, so war auch sein Heimgang ein Kidusch Haschern, eine Verherrlichung des Judentums und seines Väterglaubens Amerika. 2. New Uork, 16. August. Mr. Uriah Herr mann, Präsident der Jndia-Wharf-Brauerei-Gesellschaft von New Hork, der besonders unter den Bewohnern der Ostseite New Aorks als Philanthrop und Menschenfreund wirkte, starb am 7. August auf seiner Sommerbesitzung Elberon (New Jersey) an einem Herzschsag, 78 Jahre alt. Mr. Herrmann war Schatzmeister des Heth-Israel-Krankenhauses, dem er namhafte Stiftungen bei Lebzeiten gemacht hat. Besondere Verdienste erwarb er sich aber durch Gründung der ersten jüdischen Freischule in den Vereinigten: Staaten. Diese. Freischulen halten ihr Lokal in East-Broadwah undwuchsen mih der Zeit in die. jetzige Hducatioual-^Hiancs, die bedeutendste Erziehungsanstalt des Judentums überhaupt, aus. Durch seine Bemühungen, die armen Kinder seines Stammes zu erziehen, wurde Mr. Herrmann eine allgemein bekannte Persönlichkeit. Seine Leiche wurde mit Extrazug über die Jerseh-Centralbahn nach seiner Stadtwohnung 27 West 75. Straße New Port, überführt, und die Trauerfeier fand am Dienstag. 9. August, morgens Vall Uhr im Tempel Emanuel, New Zork, statt. Dr. Silvermann hielt die-Trauerrede. Tie irdischen Ueberreste des Verstorbenen sind in der Familiengruft auf Cypreß-Hill bestattet Ml LK A VELMA NOISETTINE VImA-UA' /Vtiivts. ALLEINIGER FABRIKANT. -W2 BadL HarzburgrTS Pension Parhhaus, 53 Salons und Familien-Dependance — Schloss Prinzenhof mit 28 Salons. Streng rituelle Häuser I. 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