Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 74 (1910)
- Issue
- Heft 35 (2.9.1910)
- Date
- 1910-09-02
- Page
- Seite 6 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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6 worden. — Großes Elend herrscht augenblicklich unter den Konfektions' arbeitern der East-Side von New Aork. Infolge des lange anhaltenden Streiks sind die Hilfsmittel der Konfektionsarbeiter-Vereinigung vollständig erschöpft, und auch von außen zuströmende Beiträge vermögen der augenblicklichen traurigen Lage keine Abhilfe zu schaffen. Die Streikenden, zum größten Teil aus polnischen Juden und Ausländern bestehend, sind in eine noch schlimmere Lage geraten, da die meisten von ihnen unfähig sind, die Miete ihrer ärmlichen Wohnungen zu bezahlen, und um ihre Ausgaben zu vermindern, hausen oft drei bis vier Familien in einer Wohnung, die kaum Raum genug für eine hat. Tie Streikenden, 80000 an der Zähl, beabsichtigen, wie die „Daily Chronicle“ berichtet, gegen die New Docker Behörden zu demonstrieren. Von Msh und jfrru. — In der berechtigten Annahme, daß der anläßlich des 25jährigen Todestages von Moses Montefiore an das jüdische Publikum gerichtete Appell, das. Andenken dieses unvergeß. lichen Philanthropen durch Errichtung von Arbeiterheimstätten im heiligen Lande zu ehren, nicht ungehört verhallen wird, teilen wir auf Verlangen gern mit, daß zur Annahme von Spenden für die Montefiore-Stiftung Herr Kaufmann Max W oll stein er, Charlottenburg, Sybelstraße 50, Postscheckkonto 3847, ermächtigt ist. — Im Betsaal der Jüdischen Blindenanstalt in Steglitz, Wrangelstraße 6/7, findet an den hohen Festtagen Gottesdienst und Predigt statt. Eintrittskarten sind beim Inspektor der Anstalt, Herrn Friedberger, unentgeltlich zu haben. — Gegen den bekannten Führer der sächsischen Mittelstandsvereinigung, Ingenieur Theodor Fritsch, hat die Leipziger Staatsanwaltschaft Anklage wegen Gotteslästerung beziehungsweise Beschimpfung der jüdi'chen Neligionsgemeinde erhoben, und zwar aus Anlaß eines in seiner Zeitschrift „Hammer" Nr. 190 abgedruckten Merkspruches. — Auf dem alten israelitischen Friedhof in München wurde dieser Tage das Opfer eines Raubmordes, die Lederhändlerswitwe Jda Feldmeier, beerdigt. Mit den nächsten Angehörigen waren der sächsische Generalkonsul Wilmersdörfer und zahlreiche Bekannte aus Bürger- und Geschäftskreisen erschienen. Außerdem hatte sich eine nach Hunderten zählende Menge eingefunden, um der allgeachteten Frau, die durch Mörderhand so früh den ihrigen ent- Grlchsktlichr jflotürn. Fruchtprodutte der Obstbankolonie „Eden", Oranienburg bei Berlin. Auf die hohe Bedeutung reichlichen Fruchtgenusses für die Gesundheit und den diätetischen und selbst kosmetischen Wert mancher Fruchtsäfte lz. B. des Zitronensaftes) ist wiederholt hingewiesen worden. Freilich müssen Früchte und noch weit mehr Obstprodukte, wenn ihr Genuß wirklich nutzbringend sein soll, vor allem tadellos sein, sonst stiften sie weit Häufler Schaden als Nutzen. Seit einigen Jahrzehnten hat die Industrie der Obstkonserven auch bei uns in Deutschland einen gewaltigen Aufschwung genommen. Damit hat aber die Güte der Produkte keineswegs immer gleichen Schritt gehalten. Auch auf diesem Gebiete hat das unselige Bestreben, vor allem eine billige Ware auf den Markt zu werfen, zu sorgloser und unsachgemäßer Herstellung und, was noch mehr zu beklagen, zu Verfälschungen des Produktes geführt. Wir möchten deshalb unsere Leser heute aus die Erzeugnisse der bekannten.Obstbaukolonie „Eden" in Oranienburg bei Berlin Hinweisen, die ihre wichtigste Aufgabe darin sieht, sich lediglich durch die Güte, Feinheit und Naturreinheit ihrer Obstprodukte einen Absatzkreis zu erobern. Sie legt den größten Wert darauf, in ihren Konserven möglichst alle rissen wurde, die letzte Ehre zu erweisen. — Professor Ehrlich in Frankfurt a. M. wurde auf Antrag der serbischen Regierung vom König die erste Klasse des „Savaordens" verliehen, da das! Ehrlichsche Heilmittel im Belgrader Allgemeinen Krankenhaus mit" großem Erfolg angewandt wurde. — Dem Anträge des isräe- Mischen Konsistoriums in Straß bürg i. E. entsprechend, hat der kommandierende General des 15. Armeekorps genehmigt, daß die für das 15. Armeekorps'bestimmten israelitischen Rekruten nicht am 13. (dem Versöhnungstage), sondern erst' am 14. Oktober d. I. eingestellt werden. — In Mülh ausen (Elsaß) fand unter reger Beteiligung die Beerdigung des in weiten Kreisen bekannten Philanthropen Jacques Meyer statt, der dieser Tage im.hohen Alter von 84 Jahren gestorben ist. Herr Stadtrabbiner Blum aus Mülhausen und Herr Rabbiner Dr. Cohn aus Basel haben am Grabe die hervorragenden Eigenschaften des Verstorbenen gewürdigt.' — Herr Duran d, Gerichtsrat bei dem Appellationsgericht in Paris, und Herr Roos, Oberzollinspektor in Charleville, sind zu Rittern der Ehrenlegion ernannt worden. — Die Kiewer jüdische Gemeinde beklagt den Verlust eines ihrer. geachtetsten Mitglieder, des Herrn Moses Weinstein, der kürzlich in Wiesbaden verstorben ist. — - Ein in Rußland selten vorkommender Fall ereignete sich in Nemirow. Dort starb eine jüdische Frau im Alter von 110 Jahren. — Anläßlich des 200jährigen Jubiläums der Annexion Livlands hat der'Zar, wie bekannt, der''Stadt Riga einen Besuch gemacht.- Verschiedene Gruppen der Bevölkerung entsandten Deputationen, um dem Herrscher für die väterliche Fürsorge um das Wohl aller Untertanen zu danken. Auch die Rigaschen Juden schickten die übliche Deputation, bei der der Zar sich erkundigte, wieviel Juden in Riga wohnten. Die Antwort lautete: 35000. Wie erstaunt ließ der Zar darauf nur die fast bedrohliche Bemerkung: „Oh, aberl..." fallen. Nun wissen die Deputierten Und mit ihnen das. gesamte Judentum nicht, was damit gemeint sein soll. War es die Freude darüber, daß in der deutschen Stadt Riga unter dem russischen Szepter noch immer 35000 Juden wohnen, oder hat sich im Gegenteil der Zar darüber geärgert, daß trotz aller Maßnahmen noch immer nicht sämtliche Juden ausschließlich in"dezn ihnen angewiesenen Ansiedlungsrahon ersticken. In letzterem Falle sind wohl neue „Verschärfungen" zu befürchten. _ Redakteur: Ätbert «atz in Berlin - Pankow, Floräftr. 88. > wertvollen Stoffe der frischen Früchte zu erhalten, was dadurch erreicht wird, daß bei der Herstellung jede Gärung permieden wird. Sie vermeidet völlig alle konservierenden, mehr oder weniger giftig wir^ kenden Stoffe, wie Salizylsäure, Borsäure, Weinsteinsäure, Sprit usw., alle Verschönerungen und Auffrischungen durch färbende Zusätze, alle produktverbilligenden Anreicherungen durch Kartoffelstärkesirup und sonstige minderwertige Stoffe. Wir können, die Ebener Produkte und insbesondere die Früchte und / Marmeladen auf das.wärmste empfehlen. , Salzburg - Mel Mer Earnilienhans I. Ranges in nächster Nähe der Bahnhöfe, des Kurparkes, an den Haltestellen der elektrischen Linien nach Hellbrunn, Berchtesgaden, Königssee, Gaisberg usw. usw. Grösster Komfort in . allen- Zimmern. Elegante Gesellschaftsräume. Schöner und schattiger Restaurationsgarten. 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