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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1910-09-02 · Heft 35 (2.9.1910) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
74 (1910)
Issue
Heft 35 (2.9.1910)
Date
1910-09-02
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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4 Gesterre i ch-Nngsrn. K. Wien, 25. August. Gestern wurde auf denr israelitischen Friedhofe Hofrat Professor Dr. Leopold Oser zu Grabe getragen. Hofrat Oser, der langjährige Direktor des Rothschild-Spitales, starb am 22. d. M. in Gainfahrn im Sanatorium Friedmann im 71. Lebensjahre. Vor einigen Wochen beging er seinen 70. Geburtstag, und wir berichteten noch in diesem Blatte über die großherzige Stiftung, die er aus diesem Anlasse ins Leben rief. Nun ist er seinem langjährigen Freunde Und Kollegen in die Ewigkeit gefolgt. „Wer hätte gedacht," so schreibt Hofrat Professor Winieruitz in der „N. Fr. Pr." vom 23. d. M., „daß Leopold Oser der Stille, ■ Tätige und Unermüdliche, seinen Geistesverwandten (Mauthner und Zuckerkand!) so rasch folgen werde! Sein Heimgang bedeutet einen schweren'Verlust für die Wissenschaft, für die Kollegen, für die zahlreichen Freunde, denen Leopold Oser geradezu unersetzlich sein wird." Professor Oser, der mit seiner feinsinnigen, liebenswürdigen Gemahlin in der Wiener Gesellschaft sich des größten Ansehens erfreute, wurde am 27. Juni 1839 in Nikolsburg (Mähren) geboren. Im Jahre 1862 habilitierte sich Oser als Privatdozent für interne Medizin und wurde 1885 zum außerordentlichen Professor für interne Medizin ernannt. Oser wurde im Jahre 1872 Primararzt des Rothschild-Spitales sowie Abteilungsvorstand der Allgemeinen Poliklinik, im folgenden Jahre wurde er ordentliches Mitglied des niederösterreichischen Landes-Sanitätsrates, in dem er eine ungemein ersprießliche Tätigkeit entwickelt hat. Kurz darauf wurde er Direktor des. Rothschild-Spitals. Hofrat Professor Dr. Winternitz schreibt: „Infolge seiner wissenschaftlichen Mitteilungen über neue Beobachtungen auf dem Gebiete der Verdauungsorgane," sind Kranke aus dem In- und Auslande zu Leopold Oser gewallsahrt . . . Oser war ein guter und hervorragender Kliniker, der seiner Schule (Skoda und Ophalzer) Ehre machte. Seine exakten Untersuchungsmethoden hat er zahlreichen Schülern aus aller Herren Länder mitgeteilt und dadurch schulbildend gewirkt. Er hielt sowohl an der Wiener Allgemeinen Poliklinik als auch in dem von ihm musterhaft geleiteten Rothschild-Spital vielbesuchte Vorlesungen ab, welche seinen Ruhm als den eines hervor¬ W ragenden Internisten fest begründeten. Aber nicht nur als Arzt und Gelehrter, sondern auch als Kollege und Freund ragte Leopold Oser hervor. Viele Freunde und Schüler trauern ihm nach. Die Trias: Ludwig Mauthner, Emil. Zuckerkand! und Leopold Oser, drei der geistreichsten und hervorragendsten Aerzte und Forscher, von denen einer den anderen anregte und zu eindringlicher Arbeit stimulierte, die miteinander — jeder auf seinem Gebiete — Bedeutendes leisteten, ist nicht mehr!" Hosrat Oser war auch ein guter überzeugungstreuer Israelit, und nahm an allen Vorgängen der Wiener israelitischen Kultusgemeinde wie überhaupt an denen des Judentums lebhaften Anteil. Er war Mitglied fast sämtlicher humanitärer und kultureller Vereine, der israelitischen Gemeinde, und hatte für jeden, der zu ihm in welcher Angelegenheit auch immer kam, ein gutes, freundliches und tröstendes Wort bereit. Hosrat Oser wurde vielfach ausgezeichnet. Er war Besitzer des Goldenen Verdienstkreuzes mit der Krone, Komtur des württembcrgischen Friedrichs-Odens, kaiserlich-königlicher , Hofrat. Vorsitzender des niederösterreichischen Landes-Sanitätsrates, Ehrenmitglied zahlreicher ärztlicher und humanitärer Vereine usw. Seine Ehe mit Frau Amelie Hirsch blieb kinderlos. Der tiefgebeugten Witwe, welche neben ihrem Gatten eine Wohltäterin der Armen und Notleidenden war, .wendet sich die Teilnahme aller Kreise der Metropole zu. Das Leichenbegängnis Leopold.Osers fand am 24. d. M. um 10 Uhr vormittags statt. Alles, was Namen und Rang hatte, allen voran das Professorenkollegium der Wiener Universität, Vertreter des Unterrichts' Ministeriums und der Statthalterei, der Presse, der Kunst und Wissenschaft waren erschienen, um diesem edlen Manne die letzte Ehre zu erweisen Die Beisetzung erfolgte indem von der Kultusgemeinde Wien gewidmeten Ehrengrabe. K. Prag, 28. August. Durch den Tod des Herrn Josef Sobotka ist die Prager Judenschaft und mit ihr eine der angesehensten und geachtetsten Familien des Königreichs Böhmen in tiefste Trauer versetzt worden. .Der Verblichene war 1833 in Horitz (Böhmen) geboren und absolvierte das Gymnasium in Wien. 1852 trat er in das Geschäft seines Vaters ein, der eine kleine Fabrik in 'm « Hellbewährt bei Katarrhen, Husten, , \ Heiserkeit,Verschleimung,Magen-1 * säure,Jnfiuenza u.Folgezustäncfe. 1 w Oberall erhältlich in Apotheken, Drogen- und fl*Mineralwasser-Handlangen. Ä A «/ Wunsch werden ** Bezugsquellen nachgewiesen durch die Kgl. Bade- und BrunnendtreJction Bad Ente. Man beachte die Schutzmarke und verlange ausdrücklich das Naturprodukt. für Salate, Saucen und zum Einmachen ■■■—- > peit Jahrzehnten bewährt. -— Man verlange im Laden ausdrücklich diese Marke und gleichzeitig die hübschen illustrierten Rezepte „Allerhand Saures“. Rieh. Hengstenberg, Kgl. Hoflief., Esslingen am Neckar. &peiminunv poehi [bewirkt physiologische Oxydation der J im Körper angesammetten Ermüdungs- ■ toxine, regt die Gewebsatmung an, daher die von ersten ■ Klinikern erzielten Erfolge bei Stoffwecbselkrank- ■ beiten, Nervenu. Herzleiden, Blutarmut, Rheuma* „ ■ h 1/ungenleiden, Altersu. vorseitiger Schwäche, ■ Arteriosklerose, beiUebermudungen u. in der Rekonvaleszenz ■ nach schweren Krankheiten. Erhältlich in den größeren Hpotheken. - ■ Reichhalt. Literatur gratis vom Organotherapeutischen Institut Prof. Dr. " ^v. Poehl & Söhne (St. Petersburg), flbt. Deutschland: Berlin SW. 68 ak. Franziska Wassermann, Berlin, Klopstobkstr. 291 Töchterpensionat, Unterrichtsanstalt, kleines Internat, Externat. | Mütter, denen es vertagt ist, ihre Lieblinge selbst zu stillen, sollten sich bei Auswahl eines Ersatzes für die fehlende Muttermilch nicht auf Empfehlungen Unberufener und auf r eklamehafte Anpreisungen, sondern nur auf Anordnung <les Arztes verlassen. lieber zweckmässige Pflege und Ernährung des Säuglings gibt die Broschüre „Der jungen Mutter gewidmet“ Auskunft und stehen der-darin empfohlenen INFANTINA (Dr. Theinhardt’s lösliche Kindernahrung) die Wärmsten Anerkennungen eister Frauen- und Kinderärzte zur Seite.' Man verlange gratis die Broschüre »Der jungen Mutter gewidmet“ in den Apotheken u. Drogerien, oder direkt von der Dr. Theinhardt’s Nährmittelgesellschaft m. b. H., Stuttgart-Cannstait. Der Preis einer Pfundbüchse ist nur M. JL.90.

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