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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1910-09-02 · Heft 35 (2.9.1910) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
74 (1910)
Issue
Heft 35 (2.9.1910)
Date
1910-09-02
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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$/ Herrn Dr. Elbogen, am 1. und 2. November, 1. bis 2 Uhr mittags, jjf im Sprechzimmer der Lehranstalt. *** Berlin, 15. August. Ueber die letzte Ausschußsitzung des Allgemeinen Deutschen Kantorenverbandes zu Berlin k erhalten wir folgenden Bericht: Nach den Begrüßungsworten des Vorsitzenden, Henle-Hamburg, trat der Ausschuß, anschließend!" an die Verlesung des Tätigkeitsberichts durch den Schriftführer, Fabisch-Göttingen,, in die Beratung folgender Punkte ein f - 1. die Gründung von Bezirksvereinen. Den Beschlüssen der Breslauer Generalversammlung vom 1. Juli 1909 folgend, nahmen die Berätungen über die Gründung von Bezirksvereinigungen einen breiten i Raum in den 17 Rundschreiben des vergangenen Jahres ein. Aber , es zeigte sich auch hier wieder, wie leicht es ist, Anträge zu stellen, wie aber ihrer Ausführung sich solch ungeheure Schwierigkeiten entgegenstellen, daß sie nur sehr langsam verwirklicht werden können. So ist trotz mancher Versuche diese Angelegenheit noch nicht spruchreif geworden. Die gewonnenen Erfahrungen geben aber eine gute Basis für gedeihliche Weiterarbeit; denn trotz der geringen bisherigen Erfolge soll doch mit Eifer an der Verwirklichung des Gedankens. Zweigvereine zu gründen, weiter gearbeitet werden, da alle Ausschußmitglieder darin einig sind, daß solche Vezirksvereine am besten die VerbL.ndsideen popularisieren können. Eine Kommission, bestehend aus Zivi-Elberfeld, Levy.Frankfurt a. M. und Bell ak- Zittau wird zur eindringlichen Bearbeitung dieser Frage eingesetzt. 2. Organisationsgesetz-Entwurf. Die geeigneten Schritte zur Wahrung der Standesinteressen sind unternommen. Im übrigen wird eine vorläufig abwartende Haltung beschlossen, da bei den vorhandenen starken Gegenströmungen eine Einigung ' in den Organisatiousbestrebungen in Frage gestellt ist. 3. Der Kassenbericht, durch den Schatzmeister Zivi-Elberfeld erstattet, zeigt ein befriedigendes Bild. Es sind im abgelaufenen Rechnungsjahr annähernd 500 Mark Unterstützungen an kranke und bedürftige Kollegen gezahlt worden. Dem dafür dienenden Dispositionsfonds werden für das laufende Jahr wieder 300 Mark aus den Verbandsmitteln zugeführt. — Die Prüfung des vorgelegten Kassenberichts ergibt dessen Richtigkeit, und es wird daher dem Schatzmeister Zivi für seine mustergültige Kassenführung Dank und Entlastung erteilt. Anschließend an diesen Bericht erfolgt die Aufstellung des Etats für das laufende Geschäftsjahr. 4. Hilfskassen-Angelegenheit. Die Verhandlungen mit der „Hilfskasse" in Berlin haben zur Einsetzung einer „gemischten" Kommission, die die Grundlagen für das enge Zusammenarbeiten beider Vereinigungen beraten soll, geführt. Von dem Kantorenverband wird ein Zusammenarbeiten der „Hilfskasse" mit ihm als segensreich für die Kollegen, besonders die wirtschaftlich schwachen anerx annt 5. Auskunfteien. Zu diesem Gegenstand erstattet der Obmann der dafür eingesetzten Kommission, Bellak»Zittau, ein ausführliches Referat, indem er folgendes ausführt: Es war in der Ausschußsitzung des vergangenen Jahres beschlossen worden, nur dort neue Auskunfteien zu gründen, wo bisher diese Einrichtung nicht bestanden hat, und so hielt es die Kommission als ihre Nächstliegende Aufgabe, ' ein Einverständnis in dieser Angelegenheit mit dem Lehrerverband zu erzielen. Solches ist auch insofern erreicht, als die bereits bestehenden Auskunfteien dieses Verbandes mit ihren Auskünften auch den Mitgliedern des A. D. K. V. zur Verfügung stehen, andernteils die neu zu gründenden Auskunfteien des A. D. K. V. auch den Mitgliedern des Lehrerverbandes ihre Dienste leisten. Es sind demgemäß bereits zwei Auskunfteien eingerichtet worden, und zwar für Brandenburg (Vertrauensmann Kollege Stern-Landsberg a. W.), Regierungsbezirk Liegnitz (VertrauensmannKollege Gerling-Görlitz)und dieEinrichtung weiterer bereits in Aussicht genommen. Da das Referat nächstens veröffentlicht werden wird, kann von einer weiteren Wiedergabe Abstand genommen werden. 6. Die Lehrbuchfrage hat durch das Referat von Birnbaum-Königsberg, gehalten in der Sitzung der Kantoren-Kommission des Lehrerverbandes Weihnachten 1909, eine weitgehende Förderung erfahren. In einer gemeinsamen Kommission, bestehend aus Mitgliedern dieser Körperschaft und des A. D. K. V., wird demnächst die endgültige Lösung der Aufgabe, ein Lehrbuch für den Unterricht im Kantorat zu schaffen, erfolgen. 7. Ueber den Lehrplan für den Okasonns - Unterricht berichtet in eingehender " Weise Jacobsohn-Friedenau bei Berlin. Die sich daran anschließende Debatte ergibt die Annahme folgender Entschließung: „Nach den vom Kollegen Jacobsohn mitgeteilten Ergebnissen über die Enquete, betreffend den Lehrplan des kantoralen Unterrichts in den jüdischen Lehrerseminarien, wird die Lehrplan-Kommission nunmehr beauftragt, die Arbeiten an dem Notmal-Lehrplau so zu beschleunigen, daß er noch im Laufe dieses Schuljahres sertiggestellt wird. 8. Ueber Zeitungsabonnements seitens des Verbandes und Schaffung einer Verbandsbibliothek werden die schriftlich gepflogenen Beratungen in der Debatte fortgesetzt und demgemäße Beschlüsse gefaßt. 9. Die Fachorgan-Frage hat trotz ihrer vorläufigen Verabschiedung durch die Breslauer Generalversammlung weiterhin die Beratungen des Ausschusses in Anspruch genommen, besonders da ein gangbarer Weg zur Erledigung dieser Frage gefunden zu sein scheint. 10. In den „Allgemeinen Besprechungen" werden noch manche wertvollen Anregungen gegeben. So wird beschlossen, bei jeder Ausschußsitzung einen wissenschaftlichen. Vortrag im Rahmen breitester Oeffentlichkeit abzuhalten. Die Veröffentlichungen des Kollegen Pappenheimer- Mergentheim in bezug auf Fortbildungskurse erfahren eingehende Würdigung. Der Ausschuß hält die Verwirklichung der Pappenheimerschen Vorschläge als eine vornehme Aufgabe der zu gründenden Bezirksvereine. Ueber die nächste Ausschußsitzung und andere geschäftliche Fragen werden noch diverse Beschlüsse gefaßt, und dann wird die Sitzung unter den üblichen Dankesworten an den Vorsitzenden geschlossen. *** Berlin, 28. August. Wir erhalten folgende bemerkenswerte Zuschrift: Einige Kilometer südlich von Haifa, bei den Ruinen des alten Kreuzfahrerschlosses Athlit, wurde kürzlich eine landwirtschaftliche Versuchsstation errichtet, die einem langgefühlten Bedürfnis der europäischen Ansiedler in Palästina entgegenkommt und für die wirtschaftliche Erneuerung dieses alten Kulturlandes von großer Bedeutung zu werden verspricht. Das Zustandekommen dieses Unternehmens ist hauptsächlich dem jüdischen Agronomen Aaronsohn zu verdanken, der bereits durch seine Entdeckung des Ur- Weizens bekannt geworden ist. Aarousohn fand bei seiner eben beendeten mehrmonatigen Studienreise durch die Vereinigten Staaten von Amerika bei dem Landwirtschaftsamt in New Jork wie auch bei amerikanisch-jüdischen Kapitalisten großes Verständnis für die Notwendigkeit und Nützlichkeit einer solchen Versuchsstation, deren Arbeiten ebensowohl Amerika, das in Kalifornien eine Landwirtschaft von ganz ähnlichem Charakter wie Palästina besitzt, als auch Palästina selbst zugute kommen werden. In Palästina wird die Versuchsstation in erster Linie den zahlreichen Kolonien eingewanderter osteuropäischer Juden Nutzen bringen, aber auch die kleinen deutschen Kolonien werden — ähnlich wie es früher z. B. bei der Errichtung der jüdischen Ackerbauschule in Mikweh Israel (Palästina) der Fall war — von solchen systematischen landwirtschaftlichen Arbeiten auf modern-wissenschaftlicher Grundlage sicher den größten Vorteil haben. Der Initiator der Idee, in Palästina eine solche landwirtschaftliche Versuchsstation zu gründen, ist der auch in deutschen Kolonialkreisen hochgeschätzte Tropenbotaniker Professor Dr. Otto ,Marburg- Berlin, der als Mitglied des Zionistischen Aktionskomitees auf dem Frankfurter Delegiertentage der Zionistischen Vereinigung für. Deutschland (11. und 12. September) in seinem Referat über die im Entstehen begriffene Versuchsstation interessante nähere Mitteilungen machen wird. ES ist auch für die Allgemeinheit interessant, zu sehen, wie die Juden, denen man die Befähigung zum Ackerbau gemeinhin abzusprechen liebt, in Palästina nicht nur über 30 blühende Kolonien geschaffen haben, sondern sogar neue schöpferische Ideenauf diesem Gebiete zu realisieren verstehen. -- Berlin, 28. August. Der soeben erschienene Jahresbericht der Britischen und Ausländischen Bibelgesellschaft gibt ein interessantes Bild von der Verbreitung der Bibel im fernen Osten. Mehr als eine Million Bibeln sind nach China gesandt worden, und davon wurden nicht weniger als 99 Prozent verkauft. In Korea wurden 355 000 Exemplare abgesetzt und in Japan 30)000. In Indien, Birma und Ceylon fanden insgesamt 780000 Bibeln Abnehmer. Im vergangenen Jahre wurden von London nicht weniger als 2395 Kisten versandt, die ein Gewicht von 293 Tons repräsentieren und ausschließlich Bibelexemplare enthielten. Aber dies ist nur ein Viertel der Buchproduktion der Bibelgesellschaft

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