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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1910-07-29 · Heft 30 (29.7.1910) · p. Seite 360

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
74 (1910)
Issue
Heft 30 (29.7.1910)
Date
1910-07-29
Page
Seite 360 (sequence 12)
Language
German
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860 Methode des hebräischen Unterrichts. Von Rabbiner Dr. Richard Feder. Raüdnitz a. E. Selbstverlag des Verfassers. Hohenzollern- und Jüdenblut. Wider Rom. Aus südamerikanischem Leben. Novelle von Paul Polko-Bitterfeld. Selbstverlag des Verfassers 1910. 2 Mark. Lanto Leino von äsaac. vrgrno distorigue an 5 actes. Zur l'Exode des luiks d'Espagne. Pära. Imprimerie äs la Patrie. 1 Franc 50 cerit. El Golono israelita argentino.’ Organo fundado por las sociedas agricolas: „fondo cömunal de la col. Clara y sociedas agricola israelita de Basavilbaso“. Dirigiert von J. Fingerinan. Nr. 5—12. Preis des Heftes 20 Centimes. (Mit hebräischen Lettern in deutscher Sprache.) Mrechsssl. Verehrter Herr Redakteur! ^tuf die Bemerkungen des Herrn Dr. Norden habe ich folgendes zu entgegnen: 1. Es ist den Tatsachen nicht entsprechend, daß der Tempel sich bemüßigt sieht, vor der jüdischen Oesfent» lichkeit die Erklärung abzugeben; es. handle sich — bei der Veranstaltung wissenschaftlicher Vorträge alle vier Wochen am Sonntag 11 bis 12 Uhr im Tempel — nicht um einen Sonntagsgottesdienst. Eine solche Erklärung war nach meinen Ausführungen in Nr. 24 der „Allgemeinen Zeitung des Judentums" vollends unnötig und ist auch nie und nimmer erfolgt! 2. Es ist den Tatsachen nicht entsprechend, daß vor und nach meinen Vorträgen ein Lied religiösen Inhalts gesungen wird- 3. Herr Tr. Norden wünscht und fordert, daß der Tempel den entschiedenen, zielbewußten religiösen Fortschritt durch Einführung eines Sonntagsgottesdienstes dokumentiere. Ich erwidere darauf klipp und klar, daß ich mich dieser Forderung mit aller Kraft und allen mir zu Gebote stehenden Mitteln im Interesse meiner Gemeinde entgegenstelle. -Hochachtungsvoll Rabbiner Dr. Leimdürfer-Hamburg. * Sehr geehrte Redaktion! fln Nr. 26. der „Allgemeinen Zeitung des Judentums" war über iß den „Exodus der Rabbiner aus dem Landesverein in Bayern" ein ausführlicher Artikel „vom Standpunkt eines Laien" enthalten, dessen Inhalt ich als Verfasser des ersten in Nr. 25 über diese Angelegenheit veröffentlichten Artikels gerne mit gleicher Ausführlichkeit beantworten würde, wenn nicht die geehrte Redaktion Schluß der Debatte vorgeschrieben hätte. Ich bitte, um Mißverständnissen vorzubeugen, das gn dieser Stelle konstatieren zu dürfen.; Ein bayerischer Rabbiner. . 3n Beantwortung der Anfrage des Herrn Dr. Grunwald erhalten wir folgende Zuschrift: 1. Welche jüdischen Wohlfahrtsvereine oder Verbände haben in Ihrem Gemeindebezirke ihren Sitz? Die Zahl der jüdischen Wohlfahrtsvereine in Berlin ist sehr beträchtlich und erstreckt ihre Tätigkeit auf alle Zweige der Wohlfahrtspflege (Nahrung, Kleidung, Feuerung, Kinderfürsorge, Krankenpflege, Volksbildung.) Genaue Angaben über Namen. Zweck und Tätigkeit eines jeden Vereins finden Sie in dem von unserer Stelle heraus gegebenen Werke: „Die Wohlfahrtseinrichtungen Groß-Berlins". (Verlag von Julius Springer. Berlin. 3 Mark.) 2. An welchen sind nur oder teilweise Frauen beteiligt? Die Beteiligung der Frauen in der jüdischen Wohlfahrtspflege kommt in allen Einrichtungen, auch in der Armenkommission der hiesigen Jüdischen Gemeinde zum Ausdruck. Eine fast ausschließliche Teilnahme der Frauen bei der Arbeit finden Sie naturgemäß in den Wöchnerinnenvereinen, doch muß hervorgehoben werden, daß die Beteiligung der Frauen auf allen Gebieten groß ist und sie überall anerkannt wertvolle Arbeit leisten. 4. Die Mitglieder der Jüdischen Gemeinde beteiligen sich an allen allgemeinen Wohlfahrtseinrichtungen. Sie finden eine große Anzahl jüdischer Namen im Vorstand, Ausschuß, der Mitarbeiterschaft und Mitgliederzahl fast aller Wohlfahrtseinrichtungen Groß-Berlins. 6. Welches sind die Wohlfahrtsinstitute, die vollständig oder erheblichen Teilen von Ihrer Gemeinde ' oder in ihr wirkenden Vereinen oder Verbänden oder einzelnen Personen? gegründet oder erhalten worden sind? Auch hier verweisen wir angesichts der großen Anzahl.per in Frage kommenden,Institutionen auf das. oben erwähnte Auskunstsbuch. Wir möchten noch bemerken, daß Sie die Einrichtungen und Vereine im Nachschlageregister unter den Stichwörtern „Jüdisch" und „Israelitisch" zusammengestellt finden. Wir sind gern bereit, Ihnen über einzelne Einrichtungen auf Grund unseres seit 17 Jahren gesammelten reichhaltigen Materials Auskunft zu erteilen. Zentrale für private Fürsorge, E. V. $ ePlih-Schönau. Die Direktion des israelitischen Badehospitals in Teplitz-Schönau, welche Anstalt, ein Haus der Barmherzigkeit und wahrer Menschenliebe ist und seit dem Bestände (1831) 8219 arme, kranke in- und ausländische Israeliten gehegt und gepflegt, ihren Familien und der Menschheit wiedergegeben hat, sieht sich in ihrem 79. Jahresberichte zu dem schmerzlich traurigen Bekenntnisse bewögen, daß im Jahre 1909, in welchem 109 Kranke verpflegt wurden, mit einem Defizit abgeschlossen werden mußte und daß sich demgemäß das ohnehin sehr bescheidene Kapital um 340.10 Kronen verringert hat. Welch trauriges Geständnis für eine Wohlfahrtsanstalt, welch schmerzliches Geständnis für eine Direktion und Krankenanstalt, in welcher sämtliche Funktionäre in der hochherzigsten und uneigennützigsten Weise ihres Amtes walten und sich in der. Aufopferung im Wohltun gegenseitig überbieten, woselbst die schwersten inenschlichen Gebrechen unserer armen Glaubensgenossen in liebevollster Weise gelindert werden. Es muß das Herz, eines jeden edeldenkenden und fühlenden Menschen und insbesondere jüdischen Glaubensgenossen mit Schmerz erfüllen, wenn ein solcher Notruf erschallen, ein solcher Hilferuf ertönen muß, wenn die bange Sorge sich einschleichen muß, daß die Aufnahme reduziert und vielleicht viele Hilfesuchende abgewiesen werden sollen, weil die Mittel der Erhaltung und .Verpflegung unzureichend, sind. Soll ein solcher Hilferuf nicht gehört,, nicht verstanden werden? Sollen die Aermsten der Armen die letzte Hoffnung, die Hilfe, eine Linderung ihres schweren Leidens vermissen, weil einige hundert Kronen fehlen, um ihnen ihre Gesundheit wiederzugeben, ihr Leben zu verlängern, um für die Ihrigen das Brot erwerben zu können. Die edlen jüdischen Wohltäter, die immer und zu allen Zeiten für die Leiden ihrer Stammesgenossen ein williges Ohr und eine freigebige Hand besessen, und sich, wo immer es nötig war, der armen Verlassenen und dazu kranken Brüder und Schwestern hilfreich angenommen haben, werden, gewiß in Kenntnis der Sachlage wieder da eingreifen, wo es am meisten nottut und wo es gilt, den Hilfesuchenden einen Rettungsanker zu reichen, an welchem sich die Enterbten des Lebens klammern können, ihnen neue Hoffnung zu bringen und der Verzweiflung zu entreißen. Es ist die Ehrenpflicht eines jeden Juden, welchem es durch Gottes Gnade beschieden ist, seine Hand dem Wohltun zu öffnen, hier tatkräftig einzugretfen, und ich appelliere an den Wvhltätigkeitssinn meiner Glaubensgenossen, das Haus der Barmherzigkeit, das israelitische Badehospital in Teplitz-Schönau zu stützen, damit es nicht wanke und seine Mission, sein barmherziges Werk erfüllen und fortsetzen könne, zum Wohle der armen, kranken in- und ausländischen Israeliten. Geneigte Spenden wollen an die' Direktion des israelitischen Badehospitals in Teplitz-Schönau direkt gerichtet werden. Wilhelm Stepper. Druck end Verlag von Rudolf Masse in Berlin. Verantwortlich für die Redaktion: Max Bauchwitz, in Derli» he ur ba M R. Le ——. . \y-,, 7 v.. h. i mmm

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