Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 74 (1910)
- Issue
- Heft 28 (15.7.1910)
- Date
- 1910-07-15
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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74. Jahrgang. Nr. 28 TftSlSY' Berlin. IS. Juli 1910 V Veilsge zur ^Allgemeinen Leitung de^ Judentums". Lorreljwndkn?m und Machrichtm. Veutschwnd. Berlin, 12. Juli. AmW. Zum fand unter dem Borsitz des Herrn James ©imor ieihE-Silung. des geschäftsführenhen Äüsfchuffes, des ' HilfsvereiW der DeutsHen Jud^eri 'statt. Mit großer Genugtuung nähm' 'der ÄusschW äwn der Mitteilung' des Vorsitzenden Kenntnis,' daß dem HilfDverein -der Deutschen Juden im Lausen der'letzten neun Mönate für die Hauptgebiete seiner Tätigkeit erhebliche Mittel zu geflossen seien." Jedoch, reichen diese Mittel noch immer nicht für die großen Aufgaben, die'der Hilfsverekn im. Jahre 1910 zu erfüllen hat unh die wiederum eine halbe Million Mar erfordern dürften. Zugunsten der russischen Juden, deren Lage immet trauriger und' trauriger wird, sind rund L2O000 Mark eingegangen. Außerdem erhielt der Verein von vier hochherzigen .Spendern 80000 M., undzwar von den Erben der Frau Adelhei d Bleichröder 3O0OO Mark, aüS dem Nachlasse der" FraU Kommerzienrat Cäsar Wol lheim 10OOO Mark.. Herr Bezirksrabbiner Dr. Salvendi, Mitglied des' geschäftsführenden Ausschusses des' Hilfsvereins, der' unermüdliche, tatkräftige Förderer seiner Bestrebungen, machte zum Andenken an seine verewigte Gattin eine Stiftung von 1OO60. Mark zur Verwendung für arme russische Juden. Ein anderes Vörst'anHmitglied stellte dem Verein 3OOO6 Mark zum weiteren Ausbau 'seines' Schul-' Werks in Jerusalem zur Verfügung. Aus' den Bewilligungen, des Vereins sei hervorgehoben,, daß für drei vonBryndkatastrophen heimgesuchte russische Orte gemeinsam mit dem Hilfskomitee für die notleidenden osteuropäischen Juden in Frankfurt a. M. .3750 Mark angewiesen wurden. Die Ausgaben für das'Hilsswerk in Rußland und die Tätigkeit auf dem Gebiete der Auswanderung betragen im ersten Halbjahr 1910 bereits über 130000 Mark, die Ausgaben für das Schulwexk bisher über 160000 Mark. . .*/. Berlin, 12. Juli. Die schmerzliche Nachricht, von dem' am 3. d. M. erfolgten Ableben der Frau Olga Eisner geb. Tarläu hat in allen Kreisen unserer Gemeinde und weit über'diese hinaus aufrichtige Trauer und innige Teilnahme hervorgerufen. Die Entschlafene galt als eine der edelsten Frauen der Berliner jjüdischey. Gesellschaft, die gleich ihrem vortrefflichen Gatten, Herrn Komm erzienrat Heinrich Eisner, aus allen Gebieten der Wohlsahrtsbestrebuygen hervorragend tätig war. Das Hinscheiden dieser mit allen. Vorzügen des Geistes und Herzens reich ausgestatteten Frau bedeutet insbesondere für das „Mädchenhaus Pankow" einen-schweren Verlust. Die Liebe und Wertschätzung,. deren sich Frau Olga Eisn er bei,Lebzeiten zu erfreuen hatte, zeigten sich auch in der.regen Beteiligung an ihrem Leichenbegängnis, das am^d.l'M.'-auf dem Friedhof in Weißensee stattfand. Äußer eines großen Anzahl von Mitgliedern.des Vorstandes -und der. RepräseManten der, jüdischen Gemeinde, den vielen Freunden, Verwandtest rittd Bekannten nahmen auch, das jüdische Waisenhaus in Pankowund das ,,Mädchenhaus Pankow" . an der Beisetzungsfeier teil.- Letzteres fühlte sich ganz besonders dazu verpflichtet, weil> die Verstorbene, als Vorsitzende des Schutz-Damenkomitees der Anstalt -und ihren Insassen stets ein. fast mütterliches Interesse. zuwandte. Nach vorangegangenem Chorgesange sprach Herr Rabbiner Dr. 'Weiße, der , schonfrüher im Trauerhause in trefflicher Rede das segensreiche Leben und Wirken der Verblichenen - gewürdigt Hatte,, das Hazurtomimgebet, worauf die Leiche .unter Vorantritt der Zöglinge des Waisen- und Mädchen- Hauses, zur! Gruft getragen und. unter dem üblichen Zermon.iell beigesetzt wurde.. — Das Andenken der Frau O l g a Ei s n er . wird in der. Geschichte^ der Berliner jüdischen Wohlfahrtseinrichtung, als ein segenspendend.es fortleben, . Juli, Am 21. v. M. fand im Genesungsheim zu Lehnitz die diesjährige ordentliche Generalversammlung unter zahlreicher Beteiligung.'der Mitglieder und Freunde des r „Vereins jüdisches Genesungsheim Berlin" statt. Das nunmehr, seit zehn Jahren bestehende, eigene Heim — so berichtet der Vorsitzende, Herr Syni.tätsrat-Mr. W. F eilch enf eld — hatin dieser Zeit über.3800 weiblichen Pfleglingen Aufnahme gewährt.. Auch in dem verflossenen Geschäftsjahre .wurde zirka 500 Pfleglingen Gelegenheit geboten, sich in.dem Heim^zu . erholen.und ihre gesunkenen Kräfte für die weitere Tätigkeit zu: .heben. Die Kosten für .die Verpflegung betrugen i.m Jahre 1909 ZH 17800 Mark, die Unkosten , zirka 8700, Mark. Wie in den früherey. Jahren. hat auch in dem Geschäftsjahre eine. große Reihe vpn, Hohstäternihx. Interesse -für den Verein, durch reichliche Zuwendungen bezeugt.. Nach Erledigung des geschäftlichen Teils fand eine Besichtigung des Heimes statt,, an welche sich ein gemütliches Beisammensein - Her. zahlreichen -Gäste, die in freundlicher Weise... hxwirtet wurden,, anschloß. . -- / Berttu, 12. Juli.' Vom Verein für Arbeitsnachweis- Monbijouplatz 10> Telephon Amt III, .2589/ begründet von den Berliner Logen U. O. B, B. .erhaltenwir nachstehenden. Bericht: Die immer mehr um sich - greifende sm8on morte 'hat erfahrungsgemäß sowohl im Engros- -wie^Detailhandel eine relative Arbeitseinstellung und einen dadurch begründeten Mangel an Arbeitsgelegenheit zur Folge gehabt. Dennoch war es der Stellenvermittlung des, Vereins möglich, insgesamt>-238 arbeitslose Bewerber ttt zum großen Teil gut bezahlte und .dauernde Stellungen zu bringen. In die' für alle Teile kostenlose- Stellenvermittlung unseres. Vereins wurden in dem.Berichtsmonat 236 Bewerber neu eingetragen, von^denen im einzelnen 49 Kaufleüten, 107 weiblichen Angestellten und 82 gewerblichen- Arbeitern die paffende Arbeitsgelegenheit nachgewiesen wurde. 8. DaÜzig, 8. Julr. Der siebente Rechenschaftsbericht pro 1909 über die Verwaltung des Caspar Lachmännschen Provinzial- Waisenhauses zu Graudeuz kann das Vorjahr in jeder Beziehung als einZgünstiges bezeichnen. Zu Beginn des' Berichtsjahres befandest sich' dort 28 Zöglinge (16 Knaben und 12 Mädchen), im Oktobet waten alle 31' Stellen besetzt. Wie bisher wurde auch für das Fortkommen der entlassenen Zöglinge gesorgt. sie würden Berufen zugeführt, die ihren körperlichen Und ' geistigen Anlagen entsprachen. Die Zahl der Gönner des Waisenhauses ist etfreulicherweife wieder größer geworden und die Anstalt ist wiederum initmehreren Stiftungen'bedacht worden. Der finanzielle Stand ist ein guter. Ditz Gesamteinnahmen Reliefen sich auf 44160 Mark, die Gesamtausgaben auf 32926 Mark, so daß ein Barbestand von 11234 Mark verblieb. Das' Vermögen der segensreich wirkenden Anstalt.besteht aus zinslosen.Objekten in Höhe vori 186292 Mark und zinstragenden Objekten in Höhe von 241234 Mark. In der Zusammensetzung des Vorstandes, an dessen Spitze Herr Justizrat Behrendt-Danzig und als dessen Stellvertreter Herr Justizrat Steinhardt-Danzig stehen, ist keine Aenderuug eingetreten. ' " . - . I *** Marienburg, 8. Juli. Unter grpßer Teilnahme beging am 23. v. M. der, Stadtrat und Ehrenbürger, der Stadt Mabienburg, Herr, M. Sal inger sein 50jähriges, Bürgerjubilänm. Schon am Abend vorher hatten sich die Magistratsmitglieder und Stadtverordneten in recht großer Zahl zu einem Bierabend im Hotel „Drei Kronen" vereinigt. Herr Bürgermeister Born beleuchtete in längerer Rede d'ie Wirksamkeit des Herrn Jubilars als Bürger der Stadt, und hob besonders seine rege Betätigung in dees-städti- .scheu.Verwaltung,^ den-,klaren-Blick für geschä.ftDche Angelegenheit, das hohe Verständnis für zeitgemä-ße Einrichtungen hervor. Seine reiche Erfahrung und sein ^praktischer Sinn'sind sowohl ,für die StadtverordnetenversammlungyMie für das Magistratskollegium außerordentlich wertvoll gewesen, usttz.er wünsche, daß es dem Herrn Jubilar vergönnt sein möge, in W. bisherigen geistigen und körperlichen Frische noch lange seine gesHätzten Dienste der.Stadt zu widmen. Herr. StadtveroxdnetenvorstHep. D ie gner feierte den Jubilar als schöpferische Kraft in der BerHststung. Auch seine Rede, -klang ün den Wunsch aus, ihn noch lange 'zum Wohle der