Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1910-06-17 · Heft 24 (17.6.1910) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
74 (1910)
Issue
Heft 24 (17.6.1910)
Date
1910-06-17
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3228907-3228932--66592-3278736
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

ist auch, daß die Plätze in der Synagoge hier in Zwickau an jedermann unentgeltlich abgegeben und nach dem Alter der Gemeindemitglieder verteilt werden. Von Interesse ist ferner, daß sich in der Derichtsperiode, und zwar am 15 Mai 1906, ein israelitischer Männerverein Zwickau zu Werken der Wohltätigkeit für hilfsbedürftige Kranke ufw. und am 17. Februar 1908 auch eine weibliche 6bewra Kadischa unter dem Namen „Israelitischer Frauenverein Zwickau" gebildet hat. Der Gemeindeetat pro 1910 beläuft sich auf insgesamt 5400 Mark. Schließlich erwähnt der Bericht noch, daß die Gemeinde Zwickau durch Beschluß des Kollegiums den Bestrebungen zur Zentralisation der jüdischen Mander armeusürsorge beigetreten ist. y. Magdeburg, 8. Juni. Der Ausschuß des Synagogengemeindeverbandes der Provinz Sachsen erstattet soeben den Verwaltungsbericht für das Geschäftsjahr 1909/10. Auf dem Verbandsgemeindetag am 25. April 1909 waren die größeren Gemeinden nahezu vollzählig erschienen, aber gerade die kleineren Gemeinden ließen es am Besuch, wie der Bericht hervorhebt, leider fehlen. — An Stelle des verdienten Schatzmeisters,'Herrn Lin den t h al, der aus Altersrücksichten das Amt niederlegte, wurde der Vorsteher unserer Synagogengemeinde Herr Heynemann gewählt. Dem Organisationsgesetz für die preußischen Gemeinden hat der Ausschuß des Synagogengemeindeverbandes der Provinz Sachsen in einer Sitzung im November vorigen Jahres zugestimmt. Die Tätigkeit innerhalb des Verbandes war auch im Berichtsjahre eine lebhafte und fruchtbringende. Den drei Verbandsgemeinden, Eisleben, Staßfurt und Stendal wurde auf deren Wunsch zu den hohen Festtagen ein Prediger entsandt, der Gemeinde Ellrich zum Versöhnungstage em Vorbeter. Der Religionsunterricht hat im letzten Jahre eine wesentliche Erweiterung erfahren. So ist zum Beispiel seit Januar dieses Jahres in SangerhauseU ein Religionsunterricht für sechs Knaben und neun Mädchen eingerichtet worden. In E1len° bürg ist gleichfalls Religionsunterricht eingeführt worden. Von fünf Lehrern wird in elf Stunden wöchentlich in fünf Verbandsgemeinden insgesamt 50 Kindern Religionsunterricht erteilt. Die Unterrichtsinspektion wurde von Herrn -Rabbiner Dr. Wilde vorgenommen. Der Bericht gedenkt dann der beiden verblichenen, uni die Sache des Verbandes hochverdienten Rabbiner Dr. Schönberger-Nordhausen und Dr.lFeßler-Halle, und erwähnt schließlich, daß in der Frage der Zentralisation der jüdischen Wanderarmenfürsorge der Verband dem Plane des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes beigetreten, und am 27. März 1910 in Magdeburg die Provinzialkasse Sachsen » Thüringen - Anhalt definitiv konstituiert worden ist. Dem Kassenbericht entnehmen wir, daß die Einnahmen 4313.56 Mark betrugen, die Ausgaben 1638.54 Mark, so daß ein Bestand von 2675.02 Mark zu verzeichnen ist. 8. Dortmund, 8. Juni. Mit dem Beginn des neuen Schuljahrs wurde Herr Rektor Hey mann, der bisher an der Spitze der Industrieschule für israelitische Mädchen in Breslau gestanden halte, in das Amt eines Leiters der hiesigen städtischen israelitischen Volksschule, die mit fünf Lehrkräften und 220 Kindern eine der größten öffentlichen israelitischen Volksschulen in Preußen ist, durch Herrn Stadtschulrat und Kreisschulinspektor Dorn heckt er sowie Herrn Rabbiner Dr. Jacob als Vertreter der Gemeinde und Mitglied der Schuldeputation feierlich eingeführt. Beide Herren richteten zugleich Worte der Anerkennung und herzlichen Dankes an den bisherigen Leiter, Herrn Hauptlehrer Rotschild, der nach 36jähriger Tätigkeit in den wohlverdienten Ruhestand tritt, und dem' von höchster Stelle der Adler der Inhaber des Hausordens der Hohenzollern verliehen wurde. — Eine beachtenswerte Verfügung hat die Königliche Regierung in Arnsberg neuerdings erlassen, indem sie auf Antrag des Vorstandes der Synagogengemeinde mit Genehmigung des Herrn Unterrichtsministers Herrn Rabbiner Dr. Jacob Hierselbst mit der Leitung des Religionsunterrichts an der israelitischen Volksschule beauftragt hat. ' — Drrisbnrg, 9. Juni. Der Verein israelitischer Lehrer in Rheinland und Westfalen (Sitz Essen) hielt hier am 16. und 17. Mai seine Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende, Häuptlehrer Graf-Essen, eröffneteum 3 Uhr die Versammlung mit einem herzlichen Willkommengruß. Er wies darauf hin, daß in Duisburg schon einmal, im Jahre 1884, die Konferenz getagt habe und wünscht auch dieser Tagung, die in einer Zeit stattfinde, in der allgemein große Anforderungen an die geistige Spannkraft gestellt werden, einen guten Verlauf. Er begrüßt sodann die erschienenen Gäste, den Rabbiner Dr. Neumark-Duisburg, den Vornand der Synagogengemeinde und den Vertreter des Verbandsvorstandes. Herrn Steinhard- Magdeburg. Der Vertreter der hiesigen Synagogengemeinde. Dr. Wolf, begrüßte die Versammlung namens der Gemeinde. Dr. Neumark-Duisburg entwickelte in geistvoller Rede, an den Ort. die Großstadt und ihre Eindrücke anknüpfend, die Notwendigkeit der Ausbildung der Menschen zu charaktervollen Persönlichkeiten. Steinhard-Magdeburg dankte für die Begrüßung und bringt die Grüße des geschäftsführenden Ausschusses des Verbandes. Namens der Ortskollegen und des Ortskomitees überbrachte Lehrer Nutzbau m Willkommengrüße. Aus dem Jahresbericht, den der Vorsitzende erstattet, ist zu erwähnen, daß die Mitgliederzohl sich auf 184 beläuft. Die in dem Verein bestehende Pensionskasse verfügt über ein Vermögen von 162 000 Mark. Es sind jedoch soviel Lehrerwitwen und Waisen und pensionierte Lehrer daraus zu unterstützen, daß das Vermögen längst nicht ausreicht. Die diesjährige Quote beläuft sich auf 42 Mark. Sodann nahm Lehrer Kaiser-Mülheim (Ruhr) das Wort zu seinem Vortrage: Die Organisation der Juden in Preußen und die jüdischen Lehrer. Redner verbreitete sich über die materielle Not der an jüdischen Religionsschulen angestellten Lehrer und deren Hinterbliebenen. Er fordert in seinen Ausführungen Sicherheit der Anstellung, Alters- und Reliktenversorgung, Vertretung der Lehrer in den zu bildenden Provinzialgemeinden, die über Anstellung der Lehrer und Neueinführung von Büchern zu beschließen haben wird. Sodann aktives und passives Wahlrecht in den Gemeinden, und die Gründung von jüdischen Volksschulen. Die Versammlung folgte den Ausführungen mit regem Interesse und nahm einstimmig folgende Resolution an: „Die in. Duislurg tagende Versammlung des Vereins israelitischer Lehrer der Rhein" Provinz und Westfalens spricht dem Verbandsvorstand für sein geschicktes Eintreten für die Lehrerinteressen auf dem 11. Gemeindetag seine Anerkennung aus und erwartet, daß er bei einer eventuellen dritten Lesung insbesondere die Interessen der jüdischen Volksschule vertrete." In der dem Vortrag folgenden Diskussion, an der sich die Herren Steinhard-Magdeburg, Rausenberg-Neuwied, Andorn- Krefeld und Rabbiner Dr. Neumark-Duisburg beteiligten, wurden die einzelnen Punkte des Vortrages näher erörtert. Die Versammlung wählte sodann als Delegierte zum Verbandstag in Frankfurt die Herren: Nausenberg, Abraham, Dr. Spanjer und Liepmannsohn, als Vertreter Fröhlich-M. Gladbach und Andorn- Hattingen. Nach der Versammlung fand ein gemeinsames Festessen statt und darauf ein Kommers, zu dem die Synagogengemeinde eine Maibowle gestiftet hatte. Am Dienstag begann die Tagung um 9 Uhr. Sie behandelte hauptsächlich interne Angelegenheiten des Vereins. Als Ort der nächsten Tagung wurde Bochum bestimmt. *** Frankfurt a. M., 8. Juni. Der hiesige Verein fü rjüdisch e Krankenpflegerinnen (E. V-), veröffentlicht nachstehenden Bericht über seine Tätigkeit im Jahre 1909: Unsere Vereinstätigkeit ist im vergangenen Jahre im großen und ganzen dieselbe geblieben wie bisher; während der 16 Jahre der Arbeit haben sich feste Grundsätze herausgebildet, die wir für die weitere Vereinstätigkeit als maßgebend betrachten können. Inden beiden eng mit einander verknüpften Aufgaben unseres Vereins — Ausbildung jüdischer Mädchen zu tüchtigen Krankenpflegerinnen und Ausübung der Krankenpflege bei Kranken ohne Unterschied der Konfession — haben wir durchaus befriedigende Erfolge erzielt. Es hat sich hier wie auch anderwärts gezeigt, daß unter unseren Glaubensgenossinnen genügend tüchtige Kräfte für die Krankenpflege sich finden, für einen Beruf, der auch heute als einer der schönsten und für die Frauen geeignetsten angesehen werden muß. Allein je mehr die Zahl unserer Schülerinnen zunimmt, je länger und intensiver ihre Ausbildung geschieht, desto größer werden auch unsereAusgaben. Ebenso verlangt die Zirmen und Gemeinde-Pflege, sowie die Pflege in verschiedenen Anstalten große finanzielle Opfer von uns. Deshalb ergeht die innigste Bitte an alle unsere Freunde: Gewähret uns die dringend notwendigen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.