Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 74 (1910)
- Issue
- Heft 24 (17.6.1910)
- Date
- 1910-06-17
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
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4 Mittel zur Durchführung unserer Aufgaben, zur nötigen Vergrößerung des Pensionsfonds unserer Schwestern! In diesem Jahre haben sich nun zum erstenmal diejenigen Schülerinnen, die nahe dem Abschluß ihrer Lehrzeit waren, der Prüfung vor der staatlichen Prüfungskommission unter dem Vorsitz des Geh. Negierungs- und Medizinal- RatDr.Pfeiffer aus Wiesbaden unterzogen,und zwar4 Kandidatinnen am 18. Nov. 1908 und 3 Kandidatinnen am 80. Mai 1909. Wir haben nun die Freude, hiermitteilen zu können, daß diese Schülerinnen sämtlich mit gutem Erfolg bestanden haben, und zwar mit der Note „Eins". Obwohl die Schülerinnen schon nach Ablauf eines Jahres zur staatlichen Prüfung zugelassen werden, so bleibt doch bei uns die Lehrzeit von 11/2 Jahren wie bisher bestehen. Durch Beschluß des „Deutschen Verbandes jüdischer Krankenpflegervereine" wurde ein für sämtliche Verbandsschwestern gleichförmiges Verbandsabzeichen (Brosche) eingeführt, jedoch mit besonderer Ortsbezeichnung für jeden einzelnen Verein. Die Zahl unserer Schwestern betrug im Beginn des Geschäftsjahres 26. Von den Schwestern, die während des ganzen Jahres in der Privatpflege tätig waren, leistete das Maximum eine Schwester mit 305 Pflegetagen und 28 völligen Nachtwachen. Dann folgen Schwestern mit 297 Pflegetagen und 34 Nachtwachen, 295 und 24, 293 und 22 usw. Von den Kranken gehörten 323 der israelitischen und 51 der christlichen Religion an. Die Hilfeleistung der Armenschwester wurde von 40 verschiedenen Aerzten verlangt, denen sie bei 24 Operationen assistierte. Die Unterstützungskasse der Armenschwester wies an Einnahmen M. 7088,74, an Ausgaben M. 6858,58 auf. Die Gemeindepflege in Heilbronn, die nnter der Leitung des Israelitischen Wohltätigkeits-Vereins daselbst ständig von einer unserer Schwestern ausgeübt wurde, erforderte 3142 Besuche und 52 völlige Nachtwachen. Oesterretch-Nngarn. L. Wien, 6. Juni. Hofrat Professor Tr. Leopold- Oser, der Leiter des Spitals der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde, hat den Betrag von 20000 Kronen, der ihm anläßlich seines 70. Geburtstages von Freunden und Verehrern übergeben worden ist, der israelitischen Gemeinde als „Leopold Oser- Stiftung" übergeben, mit der Bestimmung, daß alle zwei Jahre' Subalternärzte der allgemeinen Poliklinik und des israelitischen Spitals mit den Zinsen dieses Betrages bedacht werden sollen. Hofrat Oser knüpfte anseine Stiftung ferner die Bedingung, daß die Verleihung dieses Stipendiums, sei es als Reisestipendium, fei es als Prämiierüng für wissenschaftliche Arbeiten oder als Prüfungstaxen für Studenten der Medizin ohne Rücksicht auf Religion und Nationalität zu erfolgen habe. Die Verleihungen sollen ferner durch die genannten Institute autonom erfolgen..— Am 29. Mai beging der Professor an der philosophischen Fakultät der deutschen Universität in Prag, Dr. Guido Goldschmidt, seinen 60. Geburtstag. Goldschmidt, einer der hervorragendsten Gelehrten auf dem Gebiete der chemischen Wissenschaften, ist am 29. Mai 1850 in Triest geboren. Er studierte in Deutschland und wurde 1872 in Heidelberg promoviert. Nach Oesterreich zurückgekehrt, habilitierte sich der damals noch junge Gelehrte, dessen wissenschaftliche Arbeiten die Aufmerksamkeit der chemischen Welt auf sich gelenkt hatten, als Dozent an der Wiener Universität. 1891 wurde Goldschmidt zum Ordinarius der Chemie an der Prager deutschen Universität ernannt, an der er seither in ununterbrochener ersprießlicher Tätigkeit als Gelehrter und Pädagoge wirkt. Im Studienjahre 1896—97 war Goldschmidt Dekan der philosophischen Fakultät und 1907 wurde er zum Rektor der Prager deutschen Universität gewählt. Er nahm -aber die Wahl mit Rücksicht auf seine Zugehörigkeit zum Judentum nicht an. Anläßlich, einer von ihm abgelehnten ehrenvollen Berufung an eine ausländische Universität wurde Goldschmidt vom Kaiser mit dem Eisernen Kronenorden ausgezeichnet. Trotz der vielen Aemter und Würden, die der Jubilar bekleidet, und trotz seiner vielseitigen Beschäftigung als Vorstand des chemischen Instituts, als Mitglied der k. k. Prüfungskommission sür das Lehramt an Gymnasien und Realschulen, sowie als Mitglied des Landessanitätsrates für Böhmen und als Mitglied der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften usw. nimmt Goldschmidt lebhaften Anteil an den Vorgängen der Prager Kultusgemeinde, deren Institutionen er nach Kräften fördert und unterstützt. — Vor einigen Tagen starb plötzlich Hofrat Prof. Dr. Pick in Prag infolge eines Schlaganfallcs. Der Verblichene, der im Alter von 76 Jahren stand, war einer der bedeutendsten Dermatologen der österreichischen Monarchie und eine Zierde der deutschen medizinischen Fakultät in Prag. Einer der Söhne des Hofrats Pick, Dr. Friedri ch Pick, ist ebenfalls Professor an der deutschen Universität in Prag. Die Beerdigung des verblichenen langjährigen Universitätslehrers fand unter außerordentlicher Beteiligung aller medizinischen Kreise Karlsruher Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit ln 1909 Neuzugang: 51 Millionen Mark Ende 1909 Bestand: 673 Millionen Mark. Bewährtes System steigender Dividende. wischt schnell, mühelos und billig bei grösster Schonung der Wisohe! Alleinige Fabrikanten: Henkel & Co., Düsseldorf, auch der seit 34 Jahren weltbekannten Henkels Bleich-Soda. Zuckerkranke erhalten -wichtige Mitteilung über ein neues ärztlich erprobtes Diabeticum. Anfr. an Mellonal-Ges., Berlin W. 57. Frisur Elegant. Patentamtlich geschützt. Nr. 267 288. Für jede Frisur brauchbar. ' Frisur Elegant,kein Hohlgestell,sonderngenaunach der Naturgearbeitet.UeberlrilTL als Einlage und Oberfrisur alles bisher Dagewesene. 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