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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1910-06-17 · Heft 24 (17.6.1910) · p. Seite 284

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
74 (1910)
Issue
Heft 24 (17.6.1910)
Date
1910-06-17
Page
Seite 284 (sequence 8)
Language
German
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erster Stelle genannt werden: -Siegfried, „Raschis -Einfluß auf Nikolaus von Lira und Luther in der Auslegung der Genesis" (Heft 4, 428 und 5, S. 39). S. Baer „Die Metheg-Setzung" (Heft 1, S. 55 und 2, S. 194). S. Maybaum „Ueber die Sprache des Targum zu den Sprüchen und dessen Verhältnis zum Syrer" - (Heft 5, S. 66).- Dazu vergleiche noch Nöldike unter der Überschrift Miscellen (Heft 6, S. 246). Aus dem Lager der liberalen Bibelkritiker ist einer feiner Hauptstützen, K. H. Graf mit einer Arbeit „Zur Geschichte des Stammes Levi" (Heft 1, S. 68 und 2, S.208) vertreten. Vom Herausgeber unter Miscellen „Naturgeschichte des Phönix" zu Job 29 18 (Heft 5, S. 104) und zu Job 30. 11 (Heft 6, S. 249). Mit dem 6. Heft ist das Archiv eingegangen. Allerdings wäre es dem Kundigen nicht schwer gefallen, dieses frühe Ende vorauszusagen. Hat doch die Redaktion die Ausgabe des ersten Heftes dazu benutzt, ihre verheißungsvollen Versprechungen einzuschränken. In der Ankündigung hat der Herausgeber zugesagt, am Schluffe eines jeden Heftes eine Bibliographie zu geben — „die möglichst ein vollzähliges Verzeichnis der einschlagenden Literatur - bietet." Nach Fertigstellung - des ersten Heftes: „Da es nicht möglich gewesen ist, die einzelnen Hefte in vierteljährlichen Fristen herzustellen, so müssen wir von einer bibliographischen Uebersicht vorläufig abstehen, da dieselbe zu spät erst den Erscheinungen Nachfolgen könnte." Alles Zeichen, die darauf hindeuten, daß es an der starken, sicherleitenden Hand gefehlt hat. An Gelegenheit hat es darum, doch nicht gemangelt, monographische Untersuchungen über alttestamentliche Exegese und Kritik zu veröffentlichen. Eine Anzahl hervorragender Arbeiten findet sich zerstreut in der „Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft", in Ullmann und Umbreits „Theolog. Studien und Kritiken", in „Hilgenfelds „Zeitschrift für wissenschaftliche Theologie". Wenige biblische Artikel weist die von Z. Frankel begründete Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judentums" (1844), seit 1851 unter dem Titel „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums" auf. Nicht minder gilt dies von A, Geigers „Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie" (1835 bis 39), nachher unter dem Titel „Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben (1862 bis 75). Einen größeren Raum hat die . Bibel in dem von Berliner und Hoffmann begründeten und zu früh eingegangenen „Magazin für jüdische Geschichte und Literatur" (1874) eingenommen. Seit 1876 unter dem Titel „Magazin für die Wissenschaft des Judentums" (1874^ bis 1893). In der „Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft" wird jetzt unter neuer Redaktion sogar direkt erklärt, daß eß ihr sehr recht wäre, „wenn das Alte Testament in dieser Zeitschrift allmählich eine größere Rolle, spielte". Einem unabweisbaren Bedürfnis abzuhelfen, hat D. B. Stade, Professor der Theologie in Gießen 1881 die „Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft", begründet. Dank der Größe und der sicherführenden Hand des Herausgebers ist die „Zeitschrift für die alttestamcntliche Wissenschaft" das vornehmste und gediegenste Organ dieser Disziplin geworden. Das einzige ähnliche Unternehmen ist die seit 1884 in Chicago erscheinende „Hebraica", Herausgeber W. R. Halper. Seit 1895 unter dem Titel „The America Journal öf Semitic Languages and Literatures (continuing Hebraica)“. Welche Aufgaben und Ziele sich Stade gesteckt hat, hat er 1881 in einem besonderen Prospekt dargelegt: „einen Sprechsaal für alle Richtungen, unter der -Voraussetzung, daß die .Formen wissenschaftlicher Diskussion eingehalten werdeü: Ausdehnung des Inhalts auf den gesamten Bereich des Semitismus, soweit dessen Crgebnisder wissenschaftlichen Erforschung des Alten Testaments zugute kommt; keine Rezensionen, dafür - aber am Schlüsse jedes Halbbandes umfassende bibliographische Uebersichten. Die Verantwortung für den. Inhalt der angenommenen Aufsätze tragen, soweit -nicht ausdrücklich das Gegenteil bemerkt ist, allein die Verfasser derselben." Das Unternehmen war rasch auf eigene Füße gestellt. „Während der drei ersten Jahre ihres Erscheinens", so schreibt uns der Herausgeber, „ist die „Zeitschrift für die alttestamentliche-Wissenschaft" von der „Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft" gegen Einlieserung) einer Anzahl Exemplare zur Bibliothek.unterstützt worden. Seit 1884 ist keine Unterstützung mehr erbeten worden". Stade hat die Bedingungen gleich erfaßt unter welchen eine solche Gründung nur leben kann:, energische Redaktion, ausgezeichnete Liberalität nach jeher Richtung. Hilgenfeld sagt in seiner Ankündigung zu der „Zeitschrift für wissenschaftliche Theologie" „ausgeschlossen sind solche Beiträge, welche die Grundlagen des Christentums und des Protestantismus anfechten. Er wende sich", sagt er weiter, „nicht bloß an die Theologen von Fach, sondern auch an alle. Gebildete, welche Wissenschaft und echtes Christentum schützen können." Anders Stade: „Die Zeitschrift soll weder einer einzelnen Konfession noch einer einzelnen wissenschaftlichen Richtung dienen. Sie wird ihre Spalten jeder Arbeit öffnen, welche mit wissenschaftlichen Gründen und in den Formen akademischer Höflichkeit kämpft." Nach dem Tode Stades übernahm Herr Professor Marti (Bern) die Redaktion der Zeitschrift. In einem Rundschreiben an die Mitarbeiter erklären Redaktion und Verlag (Töpelmann in Gießen), daß sie bestrebt sein werden, die Zeitschrift in Stades Geist weiterzuführen und ihr auch fernerhin die Stelle zu sichern, die sie bereits über ein Vierteljahrhundert eingenommen hat. Das Programm Stades wird auch in Zukunft aufrecht erhalten werden und die Zeitschrift ein Sammelpunkt sein für alle Arbeiten, deren Zweck es ist, die alttestamentliche Wissenschaft zu fördern und zum Verständnis des Alten Testameuts beizutragen. Im Erscheinen ist insofern eine A'enderung eingetreten, daß die Zeitschrift jetzt vier Hefte umfaßt, während sie unter Stade nur zwei Hefte des Jahres lieferte. Auf den reichen Einzelinhalt des in den 25 Bänden zusammengetragenen Materials kann hier nicht näher eingegangen werden. Wer Interesse für biblische Fragen hat, wird schon zur Zeitschrift selbst greifen müssen. Unsere Ausführungen sollen ein großes Publikum auf eine Zeitschrift aufmerksam machen, die zur Erklärung und Aufhellung unserer Thora so vieles beiträgt. •: Landwirtschaftliche Ferienkurse. (Bericht über den ersten landwirtschaftlichen Ferienkurs für israelitische Mittelschüler und Seminaristen in Baden.) Von Neallehrer B. Zivi-Bruchsal. Vorb emerkung. as erstrebenswerte Ziel der Jugenderziehung, einen gesunden Geist in einem gesunden Körper heranzubilden, kann in unserer raschlebigen Zeit nur vom kleinsten Teile unserer jüdischen Jugend erreicht werden. Besonders gefährdet erscheint die harmonische Ausbildung unserer Stadtkinder, denen vielfach die Zeit zu ausgiebigen, die Gesundheit stärkenden Körperübungen fehlt. Ja, fast will es scheinen, als ob nicht selten Eltern und Erziehern durch die ständige Sorge um die Erlangung der geistigen Reife von seiten der ihnen anvertrauten Jugend der Sinn für körperliche Ausbildung ganz verloren gegangen sei.

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