Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 74 (1910)
- Issue
- Heft 20 (20.5.1910)
- Date
- 1910-05-20
- Page
- Seite 240 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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enthält hauptsächlich Auszüge und Proben, nach dem in diesen Blättern schon gewürdigten Werke von M. Nuel und aus den verschiedenen Büchern von Zangwill, wirkt aber recht erheiternd. . L 0. A. Abeles: Das volkstümliche Vortragswesen im Judentum. Wien, 1910. - Eine sehr interessante Rede, in der nicht etiva unser modernes Vortragswesen behandelt wird — dies wird am Schluß vielmehr nur gestreift —, sondern eine Uebersicht über mehr als ein Jahrtausend, mit besonderer Betonung der talmudischen Zeit gegeben wird. Sehr stark ist die Polemik gegen das Christentum. Höchst interessant waren mir die Bemerkungen über die Ausklürungszeit. Seite 20 ff., Seite 20, Zeile 5, ist 1870 jedeüfalls ein Drucksehler für 1770. L. G. * Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde. Organ der Gesellschaft für jüdische Volkskunde in Hamburg »b der Gesellschaft zur Sammlung und Konservierung von Kunst und historischenUnkmalern des Judentums in Wien. Herausgegeben von Dr. M. Grün» wald. 13. Jahrgang, 1. Heft. Leipzig, in Kommission bei M. W. Kaufmann, 1910. Das neue Heft dieser interessanten Zeitschrift enthält wichtige Beiträge zur Geschichte, Literatur und Folklore. Ochsers auch in Separatdruck erschienene Abhandlung „Ter Pinkas der Gemeinde Kuttenplan" soll noch besonders gewürdigt werden. Hier sei nur auf zwei Abhandlungen hingewiesen, die in weiteren Kreisen Aufmerksamkeit erregen dürsten: a) Marmorstein, „Zur Geschichte der Juden in Jamnitz" und b) Adolf Löbener, „Der Schatten in Literatur und Folklore der Juden". Der wichtigen Zeitschrift ist ein rüstiger Fortgang zu . wünschen. Achter Geschäftsbericht (1909) des Hilfsvereins der Deutschen Juden, erstattet der Generalversammlung am 6. März 1910. Berlin 1910. ' A. Kober, Die rechtliche Lage der Juden im Rheinland während des 14. Jahrh. im Hinblick auf das kirchliche Zinsverbot. Sonderabz. aus der „Westdeutschen Zeitschrift für Geschichte und Kunst", Heft 2, 3. 1909. Der Existenzkampf. Soziale Bilder aus der Gegenwart von Siegfried Bloch. Turnus-Verlag. Bollehstr. 34. Zürich 1910. Rein sachlicher, naturwissenschaftlicher Beweis für das Dasein des Schöpfers des Weltalls von Bernhard Teichmann in Erfurt. 1910. Verlag von Bernhard Teichmann in Erfurt. 'The Jewish Review. Vol. I. No. 1. Nisan 5670. April 1910. London, Geo. Rontledge & Sons Ld. Price Ve Net. Aus dem Notiz du ch des Onkel Jonas. Humoresken aus dem jüdischen Leben von Siegmund Cronbach. Neue, wohlfeile Ausgabe. 1.—20. Tausend. Berlin, Verlag Siegfried Cronbach.- Preis brosch. 50 Pf., geb. IM. Der" Meister. Ein Künstler-Roman von Israel Zangwill- Nach dem englischen Original deutsch von Dr. Hanns Heinz Ewers. Autorisierte Ausgabe. Berlin 1910. Verlag Siegfried Cronbach: Preis brosch. 5 M., geb. 6 M. Der Mantel des Elijah. Roman aus der Londoner Gesellschaft von Israel Zangwill. Nach dem englischen Original von Dr. Hanns Heinz Ewers. Autorisierte Ausgabe. Berlin 1910. Verlag Siegfried Cronbach. Preis brosch. 5 M., geb. 6 M. Die graue Perücke und andere Novellen von I. Zangwill. Nach dem englischen Original deutsch von Dr. Hanns Heinz Ewers. Autorisierte Ausgabe. Berlin 1910. Verlag Siegfried Cronbach, Preis brosch. 5 M., geb. 6 M. , Schillers Verleger Michaelis von Johann Heinrich Eckardt. (Zeitschrift für Bücherfreunde 1909/10 S. 287/296). Es handelt sich in dieser interessanten Studie um den einzigen jüdischen Buchhändler, der in der klassischen Zeit unserer Literatur eine Nolle spielt. Leider hat der Verfasser bei seinen Auseinandersetzungen meine ausführlichen Bemerkungen, die in dem Artikel „Schiller und die Juden" in der „Allgemeinen Zeitung des Judentums" 1905 abgedruckt waren, nicht beachtet. Er hätte sich durch einen Hinweis darauf viel Mühe sparen können. Seine Mitteilungen gehen sehr ins einzelne und geben einiges Neue. Literatur in Deutschland. Studien und Eindrücke von Kurt Martens. Egon Fleischel u. Co., Berlin 1910. Das höchst interessante, freilich in vielem anfechtbare Buch geht über die Zwecke dieser Zeitung weit hinaus. Es sind gesammelte Kritiken eines nach künstlerischen Gesichtspunkten urteilenden Lesers. Aus der Einleitung seien ein paar Sätze hervorgehoben. Zu den „voraussetzungslosen Genießern", an die sich sein Buch wendet, rechnet der Verfasser unter anderem „ein paar versprengte Edelleute, ein paar exquisite Juden, ein paar Abtrünnige aus der Bourgeoisie." Unter den Stimmungspsychologen zählt er auf: „Hier alle überragend Jakob Wassermann, mit seinen Romanen „Die Geschichte der jungen Renate Fuchs", „Ter Moloch" und „Kaspar Hauser". Ihm verwandt an Abstammung und Reizsamkeit Arthur Hollitscher „Der vergiftete Brunnen", an orientalisch düsteren Extasen I. E. Poritzky „Meine Hölle." E , Mcheremlsuk. Besprechung der Bücher Vorbehalten. Zurücksendung der Bücher findet in keinem Falle statt. Mitteilungen der Israelitischen Allianz zu Wien. H. F. Rede von Rabbiner Dr. A. Kaminfa. Bd. 13. Mai 1910. Wien 1910. SpreHsasl. ie Wahrnehmung ist sehr erfreulich, daß schon jetzt weitere, jüdische Kreise für die in Dresden im nächsten Jahre geplante internationale Ausstellung der Hygiene, in der auch die Hygiene der Juden eine besondere Würdigung erfahren soll, lebhaftes Interesse an den Tag legen. An den maßgebenden Stellen bekundet sich ein reger Eifer, den Anteil der Juden an diesem Wissens- und Kulturgebiet durch die verschiedensten und verschiedenartigsten Darstellungen und Abhandlungen zu bezeugen. Heute schon läßt sich Voraussagen, daß der von den Juden zu liefernde wissenschaftliche Beitrag kein geringer sein wird. Nicht allein, daß das Thema der Hygiene in der Bibel und im Talmud bereits vielfach behandelt und diskutiert erscheint. Auch spätere Zeiten werden beredte Zeugen stellen können für das hohe Interesse der Juden an der allgemeinen Hygiene. Haben doch die jüdischen Mediziner des Mittelalters diesem Gebiete in Lehre und Praxis erhöhte, wenn auch noch wenig bekannte und noch weniger gewürdigte Aufmerksamkeit zugewendet. Vor allem Maimonides, dessen medizinische Schriften da einen Ehrenplatz beanspruchen dürfen. Wir erkennen deshalb jetzt ganz besonders den bedeutenden kulturellen Wert, den die jüngste Edition von Krön er „Beitrag zur Geschichte des Mittelalters" besitzt, und ich möchte deshalb hier daraus Hinweisen, daß von demselben Autor in kürzester Zeit eine kritische Bearbeitung der noch unedierten Abhandlung des Maimonides „Ueber die Hämorrhoiden" mit Hinzuziehung einer im Jahre 1265 von dem Arzte Salomo ibn Ajjub zu Boziero gefertigten Abhandlung gleichen Themas erscheinen wird. Dieser Abhandlung, deren Drucklegung derzeit vorbereitet wird, darf als wertvolle Bereicherung des Anteils der Juden an der Hygiene mit berechtigtem Interesse eutgegengesehen werden. Göppingen. Rabbiner Dr. Tänzer. Druck und Verlag von Rudolf Mosse in Berlin. Verantwortlich für die Redaktion: Max Bauchwitz in Berlin. MMM