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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1910-05-06 · Heft 18 (6.5.1910) · p. Seite 208

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
74 (1910)
Issue
Heft 18 (6.5.1910)
Date
1910-05-06
Page
Seite 208 (sequence 4)
Language
German
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h i ’N-ps'rTs. WMWMWWMDMDNNWZWW^WW^^^^^^^MW^ - aöe; —— her.- untersuchten Fälle hat.-sich ^eine.j.sohche^ :ZuxüA^tz»Mr-Wge.ben'; vielmehr, .ist. festgestellt, Worden,. daßdie Zugehörigkeit der. PeMffeuKew zum Judentum bei ihrer militärischen^Beurteilung -^auße^Betrachh geblieben ist. , ' ,;.. -, - ■; Ich habe dies Ergebnis auf Grupd der Alten.-nachgeprüf.t-und kann es nur als zutreffend bestätigen,- Auch in .der Frage selbst finde ich mich mit meinem Herrn Amtsvorgänger. iw - volley st ebereinstimmun g. Daher beschränke ich...-mich, •,-harapf,. -- xMf diegelegentlich der. dritten Lesung -deS : - ,.ReichSha.us?hKWetatK im Reichstage am 17. März. d. I. abgegebene Erklärung :, zu verweisen, die dahin geht, daß die gesetzlichen ..und . die. .im Jahre 1908 vom Kriegsministerium ergangenen Bestimmungen keinen, Zweifel darüber lassen, daß die Zugehörigkeit zu einer bestimnsten Religionsgemeinschaft bei Beförderungen undbei , der Zurwahlstellung zum Reserveoffizier nicht in Betracht gezogen werden - darf. Sostte mir ein Fall bekannt werden, in dem nachweislich gegen, diese Bestimmungen verstoßen ist, so werde ich für Abhilfe sorgen.. . Der .Kriegsminister von Heeringen. Die „Frankfurter Zeitung" bemerkt dazu:. . ... Also der Kriegsminister findet nichts in den Akten. Darin wird man freilich vergeblich die wirklichen Gründe der Zurückweisungen finden. Daß aber tatsächlich gewohnheitsmäßige, Jahrzehnte, hindurch fortgesetzte Zurücksetzungen aus konfessionellen Gründen vorliegen, das wird doch niemand im Ernstbestreiten, ..und der Kriegsminister hat dafür ja sogar Entschuldigungen versucht, die freilich nur ein Beweis für die stille Duldung , dieser Unduldsamkeit waren. Er sollte dann wenigstens offen eingestehen, was klar zutage liegt, nachdem er ja doch keinen ernstlichen Versuch macht, die Gleichberechtigung im Heere durchzusetzen. . '? . . # In der „Kölnischen Zeitung" lesen wir folgendes:. K Mein ei ds ab er glaube. Rabbiner Dr. Rosenthal in Köln schreibt uns: In seinem Aussatz „Meineidsaberglaube" in Nr,.391 der „Kölnischen Zeitung" schreibt Dr. zur. Albert Hellwig: „So glauben hie Juden, die beim Schwören mit der rechten Hand die Thora, anfassen, keinen Meineid zu leisten, wenn sie den.großen Finger krümmen oder der Heiligen Schrift eine Verletzung beigebracht haben, wenn auch nur einen Nadelstich." Diese Behauptung ist. nicht richtig. Zunächst hängt nach der Auffassung des biblischen wie rabbinischen Judentums die Gültigkeit des Schwurs von kein er äußeren Handlungsweise ab, und selbst von der Ausdrucksweise nur insoweit, als die betreffende Aussage .mit den Worten: „Ich. schwöre" eingeleitet wird. „Wer sagt: Ich schwöre.etwas zu tun oder etwas zu lassender hat einen Eid geleistet, auch ohne Nennung des Gottesnamens in irgendeiner Sprache oder Bezeichnung" entscheidet der jüdische Religionskodex Schulcban Aruch, Teil II (Jore Dea), § 237 Abs. 1. So hat denn bereits Jecheskel Landau, eine der bedeutendsten rabbinischen Autoritäten des XVIII. Jahrhunderts, in seinen Glossen und Gutachten (Nodabi-Jebuda zum II. Teil des Schulchan Aruch, Nr. 71) das! von Hellwig nun wieder aufgewärmte Märchen (vermutlich Eisenmengerscher Herkunft) wissenschaftlich zurückgewiesen, und >us Thorg, Propheten und Hagiographen, aus Talmud und Maimonides klar und deutlich Kufgezeigt, daß es verboten ist, falsch zu schwören, selbst wenn man eine Thorarolle nicht anfaßt, geschweige denn, wenn sie irgendwie beschädigt ist, indem einzelne Buchstaben verwischt sind, oder ein Blatt fehlt und dergleichen (sie selbsttätig zu beschädigen oder zu verletzen, in welcher Absicht auch immer, ist unbedingtes religiöses Verbot); wenn man dem Schwörenden eine Thora oder Bibel in die Hand gibt), so hat das keine andere Bedeutung, als ihm den Ernst der feierlichen Handlung zum Bewußtsein zu bringen, und die Strafe, die in der Thora auf den Meineid gesetzt ist." So weit Jecheskel Landau. Das alles ist klar und selbstverständlich, und man sollte eigentlich erwarten dürfen, daß derartige die Juden betreffende Behauptungen mit größerer Vorsicht aufgestellt und wiederholt werden, als es hier wiederum geschehen ist. $ Nachstehend sei eine interessante Notiz des „Berl. Börsen- Eourier" hier wiedergegeben: hUch =;ch,riMiches- .Psalmb uch - aus : dem ersten Jgih ph u nh e r?t.- Der: größte Funk der -seitder - Entdeckung *: der Äppstellehre?für die Entstehungsgeschichte -des. Christentums gemacht wgrhssmist^tzie jüngst* von Mendel: Harris in. syrischer. Uebersetzung entdeckten^ sogenauuten-O.den S.alonws, werden demnächst in einer Ausgabe-AdM.^Harnachs in deutscher Sprache erscheinen in der Sammlnugs dgr> TMe und Untersuchungen zur Geschichte der altchristlich?«.Literatur. ^Obgleich diese /Oden nicht in einigen Kirchen zum. alten rKestamenii gehört haben- waren sie. mit Ausnahme von fünf-Oben,-dfe, in? der- Pistis ..Sophia erhalten waren, und einem Zitat.ays Lactantius vollständig, verschwunden, Jetzt sind, sie uns, 42: - nn-?dex? Zahl,.; bis-, ans ,, eine einzige, wiedergeschenkt. Ihr Entdecke-r:. Harris: hat zu, zeigen - versucht, daß sie ein jüdischchristliches. Liederbuch, ans! dem. apostolischen Zeitalter darstellen. Dieser Hypothese hat .sich Harnack in seiner Ausgabe nichtangeschlosstn. .Aber er schätzt darum die Bedeutung des Fundes doch nicht geringer, einials Harris. .Harnack weist nach, daß die Oden ursprünglich ein.jüdisches Liederbuch, aus dem letzten Jahrhundert vorüber. Zerstörung Jerusalems sind, also aus dem Zeitalter Christh und daß sie sehr bald , darauf von christlicher Hand in Palästina bereichert und vermehrt wurden.. Nachdem Harnack den Beweis, geliefert hat,, daß? das hon-Harris entdeckte Psalmbuch die alten Oden Salomos sind, über-ihr Alter, ihre Ursprache und die Einheit der Oden, ein vorläufiges.Urteil abgegeben und über das Verhältnis des syrischen zum koptischen-Texte sich ausgesprochen hat, gelangte er zu einer Scheidung.des Jüdischen und Christlichen im Psalmbuch. Er trennt das religiöse Selbstbewußtsein, die Frömmigkeit und Theologie des jüdischen Sängers, dessen Spuren er nachgeht, und das Werk wie den'Standpunkt , des christlichen Interpolators. Die Oden haben deshalb geschichtlich eine hohe Bedeutung als Urkunden für die Entwicklung der individuellen Frömmigkeit im Judentum und als.Urkunden für das älteste. Christentum in Palästina, für dessen Entstehung, dadurch manches Neue zu lernen ist. Die deutsche Ueberseßung, die Harnacks Kommentar zugrunde liegt, ist eine Arbeit von Professor Johannes Flemming. — . . Die vergangene^ Woche brachte der Wissenschaft einen herben Verlust. Die „Vossische Zeitung" schreibt:. . Wie uns ein eigener Drahtbericht, aus Göttingen meldet, ist dort der. Geheime Konfistorialrät D. Dr. Emil Schürer, ordentf licher Professor der: neutestamentlichen Exegese an der Universität Göttingen, nach kurzer Krankheit gestorben. Schürer, der zu den namhaftesten.und bekanntesten protestantischen Theologen der Gegenwart gehörte, war am 2. Mai 1844 zu Augsburg geboren, würde also in wenigen Tagen sein 66. Lebensjahr vollendet haben. Seine theologischen Studien machte er von 1862. bis 1866 in Erlangen, Berlin und Heidelberg, promovierte 1868 in Leipzig auf dem philosophischen Katheder, wurde 1869 Lizentiat der Theologie und begann seine akademische Lehrtätigkeit in demselben Jahre als Privatdozent an der sächsischen Landesuniversität. 1873 erhielt er dort eine außerordentliche Professur. 1878 folgte er einem Ruse als ordentlicher Professor nach Gießen — nachdem ihm kurz zuvor die theologische Fakultät in Tübingen die Würde eines Ehrendoktors verliehen hatte, — und ging 1890 in gleicher Eigenschaft nach Kiel. Sei* dem Herbst 1894 lehrte er als Ordinarius der neutestamentlichen Theologie und Direktor: der neutestamentlichen Abteilung des Theologischen Seminars an der Universität Göttingen. Im Studienjahr 1902/03 bekleidete er das Prorektorat. In. die Wissenschaft führte sich Schürer mit einer Untersuchung über die Passahstreitigkeiten des zweiten Jahrhunderts mit besonderer Rücksicht auf die johanneische Frage (De controversiis paschalibus secundo post Christum natum saeculo ortis, Leipzig 1869) ein, die von der Kritik sehr beifällig ausgenommen wurde. Dieser Studie ließ er 1874 ein umfassendes „Lehrbuch . der neutestamentlichen Zeitgeschichte", folgen, das ihm sofort einen angesehenen Platz als Forscher auf dem Gebiete der historischen.Theologie verschaffte. Das Werk ist besonders wertvoll durch "die Vollständigkeit, Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Quellenangaben und deshalb zur methodischen Einführung in die neutestamentliche Forschung besonders geeignet. Ein weiterer

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