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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1910-04-22 · Heft 16 (22.4.1910) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
74 (1910)
Issue
Heft 16 (22.4.1910)
Date
1910-04-22
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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lü MWWW | jedoch seit April 1909 für Bestattungen geschlossen. Die Kinder des Herrn Rocamora wandten sich mit einem Gesuch an den Senat, worin gebeten wurde, in diesem Falle eine Ausnahme zu machen/ damit der greise Vater seinem Wunsche gemäß im Erbbegräbnis beigesetzt würde. Dieses Gesuch wurde aber seitens des Präses der Fried- Hossbehörde abschlägig beschieden. %* Münster i. W., 15. April. Am vergangenen Sonntag wurde hier ein Verein für jüdische Geschickte und Literatur begründet. Die Mitgliederzahl beträgt schon jetzt 175. Der Vorstand besteht aus den Herren Seminardirektor Tr. Spanier. 1. Vorsitzender. Eli Marcus, 2. Vorsitzender; Seminarlehrer Plaut, 1. Schriftführer; 0r. meä. Rosenberg, 2. Schriftführer; Hirschfeld, Schatzmeister; Altmann und stuä. Loeb. Beisitzer. II. Z. Elberfeld, 15. April. Am Sonntag, den 3. April, nachmittags 5 Uhr versammelten sich die Mitglieder der Synagogeugemeinde im festlich beleuchteten Gotteshause, um das 25jährige Bestehen der Oliewra Lrrääischa zu feiern. Nachdem Herr Kantor Wetzstein das Minchagebet vorgetragen hatte, erklang aus den mächtigen Registern der Orgel die F-moll-Fuge von Bach in der meisterhaften Interpretation des Synagogen-Organisten. Herrn Musikdirektor Kampmann. In würdiger Folge sang darauf das Mitglied des Synagogenchores, Fräulein Else Straub,, die Arie aus der Schöpfung: „Nun beut die Flur" mit prachtvoller Stimme und mit viel Wärme und Empfindung, worauf Herr Konzertmeister Saal vom städtischen Orchester die wunderbare Komposition von Max Bruch: „Kol nidre* unter Assistenz der Orgel auf seinem Cello vollendet schön zum Vortrag brachte. Hieraus bestieg Herr Rabbiner Dr. Norden die Kanzel, um etwa folgendes auszusühren: „Nicht ohne Absicht seien -in dieser ernsten Feierstunde die innigen Töne des Kot nidre zu Gehör gebracht worden; versetzen sie uns doch in die Stimmung des Versöhnungstages, der uns an die Vergänglichkeit alles irdischen Schaffensmahnt, an das unausbleibliche Eintreffen des Todes." Im weiteren Verlauf seiner Ansprache schilderte der Redner die jüdische Auffassung von der den Toten gebührenden Behandlung. .Nie hatten die Juden mit ihren Toten Kultus getrieben, wohl aber ehrerbietige und würdevolle Behandlung für sie gefordert. weil sie in dem toten Körper die ehemalige Wohnung der unsterblichen Seele, eines Teiles der göttlichen Schöpferkraft, achteten. Aus solchen Gedanken und. Anschauungen seien die Chewras hervorgegangen. Der Redner schloß dann mit dem Wunsche, die Lhswra Laddiscba möge stets nur in solchen Fällen genötigt sein, in die Erscheinung zu treten, wo man sagen kann: „Der Verstorbene hat sein Leben zu Ende gelebt." — Nach diesen Ausführungen sang Herr Kantor Zivi den großaugelegten und stimmlich anspruchsvollen „Al taschliclienu“ von Lewandowski, und der Synagogenchor unter Leitung des Herrn Musikdirektors Schirow übernahm mit dem „Ki onu nmm’cho“ die wohlgeschulte Fortsetzung. Es folgte dann ein Solo von dem Chormitgliede, Fräulein Mary Epstein, und zwar die Arie „Höre Israel" aus dem Elias.. Zum Schluß kam Lewandowskis bekannte „Deutsche Keduscha" an die Reihe, die vom Chor und Kantor Wetzstein wirkungsvoll gesungen wurde. Abends folgte man dann einer Einladung der Gemeinde zu einem Festessen im Zentral-Hotel. Alles war aufgeboten, um auch diesen Teil der Festlichkeit so schön wie möglich zu gestalten. Zunächst wurde ein von Herrn St ern-Großmann gedichteter Prolog vorgetragen. Dann toastete Herr Dr. Norden auf den Chewra. Jubilar, Herrn Hermann Strauß, der seit Gründung, der segensreichen Institution Mitglied des Vorstandes ist, sowie auf das Ehrenmitglied, Herrn Abraham Heß, der ebenfalls die Gründung mit in die Wege geleitet hat, dann aber auch auf Herrn Hermann Steinberg und Frau Romberg als derzeitige Vorsitzende der beiden Abteilungen. Herr Stadtrat Max Simon, der erste Vorsteher der Gemeinde, übermittelte sodann die Grüße und Wünsche der von ihm vertretenen Körperschaften und überreichte Herrn Steinberg eine sehr respektable Summe als Chewra Kaddischa-©tiftuiifl zur Erinnerung an die erhebende Feier anläßlich ihres 25 jährigen Bestehens. Außerdem wurde noch manches geredet und besungen, und nicht zuletzt waren es die außerordentlichen Verdienste des geradezu vorbildlich wirkenden Herrn Steinberg als Ehewra-Vorsitzender, die volle Anerkennung fanden. Die Festleitung lag in den bewährten Händen des Herrn S. Kunert und funktionierte in jeder Beziehung tadellos. Versuchen Sie ncs vV -ics PHanzenbutter Margarine „ARBORA“ von Naturbutter kaum zu unterscheiden, schmeckt auf Brot gestrichen delikat./:; Hergestellt aus den feinsten Pflanzenfrüchten, unter streng ritueller Aufsicht des Herrn Rabbiners Dr. Grabowski in Barmen. Tüchtige Vertreter und Alleinverkäufer unter günstigen Bedingungen gesucht. Fabrikanten: Gebr. Baum, Elberfeld STEINEN SKÄ SCHWEIZ (Station der Gotthardbahn) Kinder-Kurhaus „Waidli“ Schönster Ferien- und Kuraufenthalt für Kinder von 3—15 Jahren. Haus I. R., staubfreie Lage. Hygien. vorzügl. eingerichtet. „ Mod. Komfort. Individuelle Behandlung. Schulunterricht. Das ganze Jahr geöffnet. — Illustrierte Prospekte. — Arzt im Hause. Frau A. Camenzind, Witwe. Oygiama-Hableiten Sdeal er Proviant fiii Sporttreibende jeder Sir rt &reis der Schachtel ZNlark 1.— * Zu haben in allen Sipotheken, ^Drogerien und Sportausrüstungs - Qeschäften am Harz. □ Luftkurort la. 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