Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 74 (1910)
- Issue
- Heft 14 (8.4.1910)
- Date
- 1910-04-08
- Page
- Seite 5 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3224737-3228907-3228922--66396-3278530- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
5 an Arterienverkalkung verstorbenen Kaufmann Eduard Bielschowsky ist ein hochangesehener Bürger' unserer Stadt dahingeschieden, dem als Leitsterne seines Lebens allezeit angestrengteste Arbeit und aufopferndste Humanität vorangeleuchtet haben. Als Sohn eines kleinen Gutsbesitzers aus Breslaus Vorort Hundsfeld geboren, errichtete er im Jahre 1865 in unserer Stadt ein kleines Geschäft, und ganz aus eigener Kraft, durch nie rastenden, eisernen spleiß, verbunden mit hoher kaufmännischer Begabung, gelang es dem Verstorbenen, Schritt für Schritt sein Geschäft zu heben und auf der Grundlage strengster Reellität zu dem großen Unternehmen auszugestalten, als welches es heute dastebt. Neben seinem Hauptgeschäft widmete sich Eduard Bielschowsky auch einer Anzahl anderer industrieller Unternehmungen, von denen hier nur seine Kalksandsteinfabrik hervorgehoben sein möge. Sein aufopfernder Wohltätigkeitssinn ließ es nicht zu, daß irgend ein Hilfsbedürftiger, er sei wer er sei, von ihm schied, ohne aufs reichlichste Unterstützung gefunden zu haben. Diese seine Wohltätigkeit betätigte er auch in zahlreichen Vereinen, so im kaufmännischen Hilfsverein für weibliche Angestellte und in der II. Brüdergesellschaft, deren Vorstand er angehörte, im österreichischungarischen Hilssverein „Austria", der ihm die Ehrenmitgliedschaft verliehen, und in zahlreichen anderen Vereinigungen. Als am Abend des 17. Dezember 1897 eine Feucrsbrunst auf dem Ringe eine große Anzahl der dort ausgeschlagenen Kindelmarktbuden vernichtete, leitete Eduard Bielschowsky sofort zugunsten der armen abgebrannten Handelsleute eine Hilfsaktion ein, und es gelang seiner Energie und seinem guten Beispiel, in kürzester Zeit eine so namhafte Summe für sie aufzubringen, daß ihnen ihr Verlust reichlich ersetzt werden konnte. Von der sonstigen Tätigkeit Eduard Bielschowskys im öffentlichen Leben ist noch zu erwähnen, daß er dem Repräsentantenkollegium der Breslauer Synagogengemeinde als Mitglied angehörte, im Kausmanusgericht als Beisitzer fungierte und der eigentliche Schöpfer des Lessinglogenhauses gewesen ist. Der Vorstand und die Repräsentanten-Versammlung der Synagogen-Gemeinde widmeten dem Entschlafenen folgenden ehrenden Nachruf: Wir erfüllen hierdurch die traurige Pflicht, unsere Gemeinde-Mitglieder von dem am 27. d. M. unerwartet erfolgten Ableben des Herrn Eduard Bielschowsky in Kenntnis zu setzen. Während seiner leider nur kurzen Zugehörigkeit zur RepräsentanteN'Versammluug hat der Verstorbene, der Don jeher für alle un'ere Glaubensgemeinschaft und besonders unsere Gemeinde betreffenden Lebensfragen das lebhafteste Interesse gezeigt hat, mit liebevollem Eifer und großer Sachkenntnis an der Erledigung der uns gestellten Aufgaben mitgearbeitet. Hierdurch sowie durch sein schlichtes Wesen, seine Bescheidenheit und Liebenswürdigkeit hatte er sich große Sympathien in unserer Mitte und in weiten Kreisen unserer Gemeinde erworben, die mit uns seinen allzusrühen Heimgang aufrichtig betrauern. Wir werden dem Dahingeschiedeyen ein ehrenvolles Andenken bewahren. Hamburg, 29. März. 3 m 17., 18. und 19. März fand int Israelitischen Krankenhause unter dem Vorsitz des Herrn Verwaltungs» physikus Prof. Dr. Pfeiffer die. staatliche Prüfung von drei Schülerinnen des Israelitischen Schwesternheims statt. Die Prüfungskommission bestand aus den Herren Prof. Dr. Pfeiffer, Prof. Dr. Kümmeh und Oberarzt Dr. Korach. Von den Prüflingen bestanden zwei das Examen mit dem Prädikat „sehr gut", eine Schülerin erhielt das Prädikat „gut". Das Israelitische Schwesternheim hat zurzeit 13 Schwestern. Für den am ,15. April beginnenden Lehrkursus werden noch einige Schülerinnen angenommen und sind Meldungen an Herrn Dr. Korach zu richten. Paderborn, 1. April. Nachdem am 19. v. M. die Konsekration und Jutronisation des neuerwählten Bischofs von Paderborn, des hochwürdigsten Herrn Dr. Carl Joseph Schulte, im hiesigen Dome durch Se. Eminenz Kardinalerzbischof Fischer aus Köln stattgefunden, wurde dem hiesigen Synagogenvorstande, vertreten durch die Herren Kommerzienrat Emil Paderstein,. Samuel Stein und Prediger Weiler am 29. v. M. die hohe Ehre zuteil, von dem hochwürdigen Herrn Bischof in Audienz empfangen zu werden. Herr Kommerzienrat Paderstein beglückwünschte namens der hiesigen Synagogengemeinde den hochwürdigen Herrn Bischof in herzlichen Worten zu dessen Erwählung als Bischof von Paderborn und sprach den Wunsch aus, daß Se. bischöflichen Gnaden der Diözese viele Jahre erhalten bleiben möge zum Segen für die ganze Diözese. — Sichtlich erfreut, erwiderte der Bischof. daß ihn der Besuch Weck' Original FriSChhaltungS- Apparate und Gläser ermöglichen jeder Hausfrau Selbstherstellung ihrer Konserven. Seit 1909 fast alle Artikel bedeutend, 1910 komplette Einrichtungen nochmals ca. 5°/0 im Preise ermässigt. Hervorragende Neuheiten Unentgelt ich senden Drucksachen .. G. m. b. H. Oflingen Nr. 127 Amt Säckingen, Baden. . Für Zuckerkranke - Paira de glnten mass£ UW:] (Glntenbrot) sowie''andere Spezial? Präparate versendet Heinrich Gertner, Bonn. Bitte Preisliste zu. verlangen. verdankt sein Renommee seiner hervorragenden Qualität und Bekömmlichkeit: | Silberwarenfabrik, Modellieri :::: und Ziselierwerkstätten I LAZARUS POSEN W«. ^Hoflieferant BERLIN W. Unter den Linden* 56 FRANKFURT a. M. | Künstlerisch ausgeführte Kultusgegenstände in Silber: | Ez Chajim, Tass, Jad, Ner-Tomid, ChanuKahlampen etc etc. worüber Musterheft und Preis-Kuränt gratis und franko.