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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1910-04-08 · Heft 14 (8.4.1910) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
74 (1910)
Issue
Heft 14 (8.4.1910)
Date
1910-04-08
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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4 Tranerfeier eingeleitet hatte, errtwars Herr Rabbiner Dr. Schreiber in seiner Gedächtnisrede einen Lebensbild des Verewigten, der, ein Vorbild an Treue, Wahrhaftigkeit und strenger Pflichterfüllung', allüberall, auf den mannigfachsten Gebieten seiner' Betätigung in Familie - und Beruf, in Stadt' und Gemeinde, eil: Vorn Reichsten Segens war. Von besonderem Segen aber war der Verewigte für unsere Gemeinde, deren Verwaltung ein ' Vierteljahrhundert seinen' Händen anvertraut war, und die in dieser Zeit, dank seiner unvergleichlichen, einzigartigen. Führung, eine ungeahnte Entwicklung genommen hat. Der tiefempsundenr Dank für seine treue aufopfernde Arbeit im Dienste der Gemeinde' zeigte sich in schönster Weise an dem Tage, an dem es ihm vergönnt war, auf eine 25jährige Tätigkeit als Vorsteher zurückzublicken. "Um das Andenken aü diesen Tag und an den'hochverdienten Führer auch für kommende Geschlechter lebendig zu erhalten, wurde unter anderem aus der Gemeinde heraus eine Friedländer-Ehreustiftung ins Leben gerufen, deren Ertrag im Sinne des zu Ehrenden Not und Elend lindern sollte. An diese Rede des Rabbiners schloß sich ein zweites vom Chor gesungenes Lied an. /das die erhebende, wehmutsvolle Feier beendete, und dann bewegte sich'der Trauerkondukt in schier endlosem Zuge nach dem Frredhofe. Am Grabe rief namens dcr Gemeindevertretung Herr Fabrikbesitzer Nathan dem verstorbenen Kollegen und Freunde ergreifendes warnt empfundene Worte des Abschieds, des Dankes und der Verehrung nach und hob hervor, daß während des letzten Vierteljahrhunderts alles, was in der Gemeinde an Neuem/Wertvollem geschaffen sei, den Stempel der Persönlichkeit des Verewigten trage, daß insbesondere die Organisation des Religionsunterrichts und der Baü unseres neuen Gotteshauses vor allem sein Werk sei, durch das'er seinen Namen mit unauslöschlichen Leitern in das Buch der Geschickte unserer Gemeinde gegraben habe. Namens des Deutsch-Israelitischen Gemeindebunves, dessen Delegierter der Verewigte mehr als 15 Jahre lang gewesen war, dankte dann noch Herr Dr. Schreiber dem Dahingeschiedenen für seine treue, aufopfernde Arbeit im Dienste des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes, und dann nahm die kühle Erde den schlichten Sarg mit der irdischen Hülle des Verstorbenen auf. Am Abend versammelte sich die Gemeinde mit der Familie des Verklärten in der Synagoge, um nochmals in erh bendem Trauergottesdieuste des Heimgegangenen Führers zu gedenken. Tief ist der Schmerz um den Verlust dieses seltenen Mannes, und di» Lücke, die sein allzu früher Tod gerissen, ist kaum je wieder auszufüllen. Seine Werke aber werden sein Andenken lebendig erhalten für alle Zeit! W. Posen, 29. März. In der hier stattgehabten ordentlichen Generalversammlung des Armenhilfsvereins, die vom Vorsitzenden, Herrn Stadtrat Schleyer geleitet wurde, wurde der Bericht über das Jahr 1909 erstattet. 'Danach würden an laufenden Unterstützungen 6286 Mark gegen 6341 Mark im Jahre 1908 verausgabt. Die Aufwendungen an außerordentlichen Unterstützungen, die erforderlich waren, um Mitgliedern der Gemeinde in vorübergehenden Fällen wirtschaftlicher Not zur Erhaltung ihrer Existenz zu helfen, betrugen 7766 Mark gegen 5806 im Vorjahre, die Unterstützungen an Durchreisende 3456 Mark gegen 3895 im Jahre 1908. Auch im abgelaufenen Jahre wurde an arme Glaubensgenossen Brot zu ermäßigtem Preise verteilt. Leider genügten die' Mitgliederbeiträge und Spenden den Anforderungen nicht, so daß der Vorstand genötigt war, vom Reservefonds 3000 Mark zu verwenden. Die Mitgliederbeiträge sind zwar infolge der erhöhten Mitgliederzähl von 5482 auf 5756 gestiegen, dagegen die Spenden und' Zuwendungen von 9739 Mark auf 9193 zurückgegangeu. Eine seitens des Vorstandes veranstaltete Wohnungsenquete bei den Personen, die vom Verein unterstützt werden, hat als praktisches Ergebnis die Folge gehabt, daß der Verein dafür Sorge tragen wird, daß die Almosenempfänger sich in gesunden Wohnungen aufhalteu und daß diese mit dem notwendigen Hausrat ausgestattet werden. Dem Vorstande der Synagogengemeinde wird dafür herzlichster Dank ausgesprochen, daß er, wie alljährlich, den zugunsten der Rückwanderer aufgewandten Betrag von 850 Mark dem Verein zurückerstattet hat. In Anbetracht der an den Verein gestellten großen und unabweisbaren Forderungen richtet der Verein an alle Gemeindemitglieder die dringende Bitte, sich ihm anzuschließen und ihn durch einmalige Zuwendungen oder auch durch Erhöhung der Jahresbeiträge zu unterstützen. *** Breslau, 29. März. Mit dem in der Nacht zu Sonntag nach kaum halbtägigem Krankenlager im Alter von nahezu 69 Jahren hiyjbt unerreicht T>/>ecliefere ich meine Kaffees unter Huf- * Ul i COdaU/ sicfjt des Hrn. Rabt>. Dr. Carlebacb, Köln, geröstet und mit dem Rabbinatssiegel versehen! Käuflich in den Geschäften der Konsum-Branche. Eigene. Filialen in allen Stadtteilen Berlins. ' Probe-.Ausschank Leipziger Strasse 83, Spittelmarkt 8—10 lindTauentzlen-Strasse 16. BORCHARDT Steuer Frauenkron-, Herren-, Sahnen-, Extra-Zartunübertroffen in Gilte und Preiswiirdigkeit.

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