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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1910-04-08 · Heft 14 (8.4.1910) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
74 (1910)
Issue
Heft 14 (8.4.1910)
Date
1910-04-08
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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des Verbandsorgans, das monatlich erscheinen soll, wird anfangs September zum Versande an die Vereine gelangen. Die Zahl der Verbandsvereine ist auf 47gestiegen; weitere Vereine sind in Begründung begriffen. Der Verkehr mit den Vereinen und den Gründungskomitees vollzog sich in gewohnter Weise. Außer der Beantwortung und Erledigung der Eingänge hat die Zentrale den Vereinen ein ausführliches Protokoll über die zweite Vorstandssitzung, dem ein Beiblatt mit einer Rednerliste beigeschlossen war und am 26. Januar ein Rundschreiben zusammen mit der Rede des Herrn Dr. Guttmann-Breslau, über „die Idee der Versöhnung im Judentum" übersandt/ Das freundschaftliche Verhältnis zu den.Organik sationen ist unverändert geblieben. Folgender Antrag des Herrn Dr. Finkel wurde zum Beschluß erhoben: Um der jüdischen Jugend an kleineren, für Vereinsgründungen nicht geeigneten Plätzen den .Segen der Jugendbewegung zuteil werden zu lassen und auch bei ihr Interesse für das Judentum und seine Aufgaben zu wecken, 'beschließt der Verband, sich mit dem Deutsch-Israelitischen Gemeindebund und dem Verbände der jüdischen Lehrer im. Deutschen Reich in Verbindung zu setzen. Die Lehrer der kleineren Plätze sollen durch Vermittlung der beiden genannten Organisationen angegangen werden, die in ihren Gemeinden befindliche reifere Jugend zu sammeln, mit ihr womöglich einmal in der Woche oder sonst nach Bedürfnis zusammen zu kommen. Bei diesen Zusammenkünften sollen die Lehrer mit den erwachsenen jungen Damen und jungirn Leuten nicht in schulmäßiger, sondern in mehr kommilitonenhafter Weise einzelne Partien aus der Geschichte der Juden durchnehmen, mit ihnen anregende Artikel aus den jüdischen Zeitungen lesen, besprechen usw., um sie auf diese Weise für die spätere Mitgliedschaft in Jugend vereinen der größeren Plätze vorzubereiten. — Der vom Verbände herausgegebene Katalog für Jugendvereinsbibliotheken, der Blut ist Leben. „Blut ist ein ganzbesonderer Saft." Dieses Wort Goethes, zu dessen Zeit die Kenntnis der Zusammensetzung des Blutes noch wenig entwickelt war, weist vorahnend auf die wichtige Rolle hin, die dem Blut im menschlichen Organismus zufällt. „Blut ist Leben." Ohne Blut, ohne seinen Kreislauf im Körper ist keine Lebenstätigkeit denkbar. Innerhalb weniger Minuten durchströmt sämtliches Blut einmal den menschlichen Körper. Blutreichtum entspricht reichem Lebensgesühl; Blutarmut bewirkt eine geschwächte Lebensbetätigung. Die wichtigsten Faktoren für die Erhaltung der Lebensvorgänge sind die Nährungsaufnahme und die Atmung. Das Blut vereinigt das durch diese beiden Vorgänge dem Körper zugeführte Material und verteilt es auf alle einzelnen Organe. Bei dieser Aufgabe ist es natürlich von größter Wichtigkeit, daß das Blut von guter gesunder Beschaffenheit und in genügender Menge vorhanden ist. Erfüllt es diese Bedingungen nicht, so treten Erscheinungen ein, die wir mit Bleichsucht und Blutarmut bezeichnen und die eine große Menge von Leiden im Gefolge haben. Es ist bekannt, daß namentlich das weibliche Geschlecht diesen Leiden ausgefetzt ist. Eine Erläuterung dessen, was Blut ist und wie es beschaffen sein muß, ist deshalb für die Frau von besonderem Interesse. Blut besteht aus einer Hellen Flüssigkeit, die nährendes Eiweiß enthält, und aus darin schwimmenden zahllosen außerordentlich kleinen roten und weißen Blutkörperchen. Für die oben genannten wichtigen Funktionen der Ernährung und Atmung kommen die Blutflüssigkeit und die roten Blutkörperchen in Betracht. Das Blut liefert beim Durchströmen des Körpers das nährende Eiweiß für alle Gewebe zur weiteren Verarbeitung. Bei der Bildung der Milch' durch die Brustdrüse, bei dem Aufbau von Fleisch und Muskeln, ja bei der Ergänzung der Nervensubstanz entstammt das Eiweißmaterial ursprünglich dem Blute. Die roten Blutkörperchen enthalten einen eigenartigen Eiseneiweißkörper, den roten Blutfarbstoff. Diese roten Körperchen haben die wichtige Aufgabe, den Sauerstoff der Luft, der ihnen durch die Atmung zugeführt wird, im Körper zu verteilen. Wie die Heizkohle im Ofen unter Wärme und Lichtentwicklung in Kohlensäure verwandelt wird, so erhält auch der menschliche Körper Wärme und Energie dadurch, daß die Nährstoffe durch den Sauerstoff der Atmung verbrannt tverden zu Kohlensäure; diese aber wird wieder mit der ausgeatmeten Luft abgegeben. Ist nun infolge anormaler? Vorgänge oder Zustände die Blutflüssigkeit gering an Menge und arm an Eiweißgehalt, so ist die Ernährung der Körpergewebe unzureichend und manches bereits gebildete Gewebe wird aufgezehrt, statt daß es erhalten und gekräftigt wird. Und ist die Zähl der roten Blutkörperchen gering, was durch blasse Hautfarbe erkennbar wird, so fehlt es an den'Sauerstoffträgern, deren Tätigkeit die Herstellung der Lebensenergie ermöglicht. Die Folgen sind Atemnot, Frösteln allgemeine Mattigkeit und Unlust zur Arbeit. sich zurzeit im Drucke befindet, soll spätestens anfangs April an die . Verbandsvereine versendet werden. Die Geschäftsstelle des Verbandes befindet sich in Berlin 8^.,, Wilhelmstraße 118, von Mitte April d.J. W. 62, Kleiststraße 12. Zuschriften sind zu richten an den Verband der jüdischen Jugendvereine r Deutschlands, zu Händen des Herrn Rabbiner Dr. E. Finkel. , - V Potsdam, 29. März. Von einem schweren Verlust ist unsere Gemeinde betroffen worden. Am 19. d. M. starb nach; längerem Leiden im Alter von nur 55 Jahren der Vorsteher unserer Gemeinde, Herr Stadtverordneter Justizrat Dr. Friedlaender. Mit. ihm hat nicht nur unsere Gemeinde, sondern unsere ganze Stadt eine ihrer markantesten Persönlichkeiten verloren, die infolge ihrer vielseitigen, gemeinnützigen Betätigung allgemein verehrt und geschätzt wurde. . Was er als Mensch und Jurist, was er als Vorsteher unserer Gemeinde und als Stadtverordneter gewesen ist, das zeigten die zahlreichen, warm empfundenen Nachrufe, die seinen Verdiensten um die . öffentliche Wohlfahrt gerecht zu werden versuchten,, das zeigte vor allem aber die imposante Trauerfeier, die in der Villa des Verstorbenen stattfand. In der nach Hunderten zählenden Trauer- . Versammlung bemerkten wir den Präsidenten und die Richter des Landgerichts, den ersten Staatsanwalt, viele Richter des hiesigen Land- und Amtsgerichtsbezirks, den Oberbürgermeister und denStadt? verordnetenvorsteher, Deputationen des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung, Delegierte der Anwaltskammer, die Mitglieder der hiesigen Anwaltschaft und Vertreter des Liberalen Vereins für Potsdam und Umgehung, die alle erschienen waren, um dem beliebten und verehrten Kollegen und. Freunde die letzte Ehre zu erweisen. Zu beiden Seiten des Sarges, der inmitten eines Lorbeer- Hains aufgebahrt stand, hielten der Vorstand und die Repräsentanten unserer Gemeinde die Ehrenwache. Nachdem ein ernster Gesang die Der Körper sucht sich durch beschleunigte Herztätigkeit zu helfen, als ob er durch häufigen Umlauf der roten Blutkörperchen die durch den Mangel an denselben herbeigeführten Erscheinungen wieder gut machen will. Dies geschieht natürlich auf Kosten der vorhandenen Kraft unter vermehrter Abnutzung des Körpers und wird oft als beängstigendes Herzklopfen empfunden. Wie wird dem abgeholfen? Es gilt in erster Linie, die nährende Kraft des Blutes wieder herzustellen, die Blutflüssigkeit mit einer genügenden Menge Eiweiß zu versehen, und dieses gekräftigte Blut nimmt dann Nährstoffe und Salze, auch hinreichende Mengen Eisen aus der gewöhnlichen Nahrung wiederauf. In der richtigen Ernährung liegt hier die Hilfe. . Durch die fehlerhafte Blutzusammensetzung leidet die Gesamternäl.rung, also auch die Verdaüungstätigkeit Und der-Appetit. Diesem Umstande muß durch eine Aenderung in der Diät Rechnung getragen werd.n; man muß dem Körper durch konzentrierte leicht verdauliche Ernährungsmittel zu Hilfe kommen, wenn er nicht imstande ist, das für ihn Erforderliche aus großen Mengen gewöhnlicher. Nahrung herauszuschälen, deren unverdauliche Abfälle ihn belasten -und seine Darmtätigkeit stören. Nicht jede Nahrung ist zu diesem Zwecke gleichgeeignet und es liegt aus cher Hand, daß besonders; bei geschwächten Verdauungsorganen, wie sie bei Blutarmut vorhanden sind, ein Nährmittel in Frage kommt, das größte Reinheit und Krüftigungswert mit leichtester Verdaulichkeit in sich vereinigt. Die Erfolge, die Gutachten der Aerzte und des Publikums erklären als das für diese Zwecke geeignetste Mittel -das Sanatogen. Sanatogen wird auch vom schwächsten Magen gut ausgenommen, es wird schnell resorbiert und bereichert nach kurzer Zeit das Blut mit den wichtigsten Bestandteilen. Durch dies nührkräftige Blut tverden die Organe des Körpers gekräftigt, zur Bildung neuen Blutes angeregt und befähigt.. Die allgemeine Ernährung' bessert sich, und in naturgemäßer Weise wird auch das dem Blute notwendige Eisen aus den Nahrungsmitteln ausgenommen. So ist gerade die Vermehrung des Eisengehalts und der roten Blutkörperchen eine Folge der durch Sanatogenzüfuhr verbesserten Nahrungsaufnahme. .Schlechte Verdauungstätigkeit und mangelhafte Blutbeschaffenheit stshen im engsten Zusammenhang mit Nervosität und Neurasthenie. Sanatogen verbindet mit seiner Wirkung als blutverbesserndes Kräftigungsmittel die Eigenschaft, auch den Nerven die für ihre Neubildung.- und Tätigkeit erforderliche Nahrung in leicht verdaulicher Form zuzusühren. ..*:•• - - MMSanatogew wird also aus dem natürlichen Wege die Ursache der Bleichsucht und Blutarmut beseitigt, der. ^Körper wird durch die bessere Ernährung seiner Organe in den Stand gesetzt, sich selbst zu kräftigen, das heißt, sich selbst zu helfen. Darum hat die blutbildende Wirkung des Sanatogens sich. ,fö tausendfältig bewährt änallen Zuständen von Schwäche und Mattigkeit und namentlich in bestimmten .Krankheitsfällen,, wo von schneller Auffrischung-und von der Ernährung des Blutes die -Genesung abhängt, so z. B. nach starken Blutverlusten nach Operationenim Wochenbett, in zehrenden Krankheiten usw. usw.

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