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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1910-04-08 · Heft 14 (8.4.1910) · page 13

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
74 (1910)
Issue
Heft 14 (8.4.1910)
Date
1910-04-08
Page
– (sequence 13)
Language
German
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74. Jahrgang. Nr. 14 Der Oemeindebote. 8 4,ril ,qn Vellage zur „Allgemeinen Leitung deS Judentums. korrelponden?en und Kschrichtrn. Deutschland. 8. Berlin, 2. April. Aus der ferneren Tagesordnung der Donnerstagsitzung der Repräsentanten») ersammlung heben wir als wichtigste Vorlage hier noch den Abschluß eines Treuhandvertrages mit der jüdischen Neformgemei nde heraus. Zur Beratung der Frage, ob die jüdische Gemeinde mit der Reformgemeinde eine Verwaltungsgemeinschaft eingehen soll, war, wie er" innerlich, eine gemischte Deputation eingesetzt worden. Die Angelegenheit hat in der Oeffentlichkeit zu nicht unerheblichen Mißverständnissen Veranlassung gegeben und es hat sich eine ziemlich große Erregung breit gemacht, die noch durch eine Zeitungspolemik gesteigert worden ist, in welcher die Frage vollständig falsch dargestellt wurde. Bei den Beratungen in der Deputation hat es sich nur darum gehandelt, ob dieGemeinde eine bloßeTreuhänderschaftund damit lediglich die formale Vertretung der Eigentumsführung für die Reformgemeinde übernehmen solle, während die inneren Verhältnisse beider Gemeinden unberührt bleiben, oder ob sie außerdem noch eine Verwaltungsführung übernehmen solle. Die Deputation war der Meinung, daß es sich, wie es auch von der Reformgemeinde nur gedacht war, lediglich nm die Begründung einer Treuhänderschaft handeln könne, und hat demgemäß befürwortet, daß mit der Reformgemeinde ein Treuhandvertrag behufs Uebertragung des Eigentums an beweglichen und unbeweglichen Sachen der Reformgemeinde ohne Verwaltung dieser Objekte durch die jüdische Gemeinde geschlossen wird. Der Gemeindevorstand ist diesem Beschlüsse beigetreten, und auch die Repräsentanten stimmten einstimmig für die grundsätzliche Genehmigung, des Vertrages, dessen Wortlaut voraussichtlich einer nochmaligen Beratung unterliegen wird. Aus die übrigen Punkte der Tagesordnung kommen wir noch in nächster Nummer zurück. *** Berlin, 5. April. Das Kuratorium der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums gibt die Vorlesungen für das Sommersemester 1910 bekannt. Herr Tr. Baneth wird lesen: 1. Talmud babli, Synhcdrin, Kap. III (Fortsetzung), 4 Stunden, Montags und Donnerstags 10 bis 12 Uhr. 2. Talmud babli, Rullin, Kap. II (Fortsetzung), 4 Stunden. Montags und Donnerstags 8 bis 10 Uhr- 3. Mischne Tora, Buch 10 (Fortsetzung), 2 Stunden, Sonntags 8 bis 10 Uhr. 4. Jore de’a, Uilb. Ta'arubot (Fortsetzung), 2 Stunden. Mittwochs 8 bis 10 Uhr. 5. Eben ha-’ezer, Uilb. Kidduschin, 1 Stunde, Mittwochs 10 bis 11 Uhr. 6. Der jüdische Kalender, 1 Stunde, Donnerstags 12 bis 1 Uhr. Herr Dr. Elbogen wird lesen: 1. Talmud babli, Sukka, Kap. IV, 4 Stunden, Sonntags und Mittwochs 10 bis 12 Uhr. 2. Pentateuch mit alten Kommentaren, 2 Stunden, Diens' tags 8 bis 10 Uhr. 3. Geschichte der Juden in Deutschland, Teil 1, 2 Stunden, Mittwochs 8 bis 10 Uhr. 4. Historische Uebungen, 1 Y2 Stunde, Freitags 8 bis 91/2 Uhr. 5. Geschichte der Schristauslegung, 2 Stunden. Sonntags 12 bis 1, Dienstags 10 bis 11 Uhr, Herr Professor Dr. Mahbaum wird lesen: 1. Midrasch, 1 Stunde, Dienstags 11 bis 12 Uhr. 2. Homiletische Uebungen, 2 Stunden, Freitags 9 bis 11 Uhr. Herr Dr. Iahuda wird lesen: 1. Spezielle Einleitung in die Heilige Schrift, verbunden mit Uebungen sprophetische und historische Schriften). 2 Stunden, Dienstags 10 bis 12 Uhr. 2. Bücher Samuelis, 2 Stunden, Montags und Freitags 10 bis 11 Uhr. 3. Jesaja (Fortsetzung), 2 Stunden, Montags und Freitags 10 bis 11 Uhr. 4. Grammatische und syntaktische Uebungen, 2 Stunden, Dienstags und Freitags 11 bis 12 Uhr. Das Buch Daniel, 1 Stunde, Montags 12 bis 1 Uhr. 6. Arabisch: Koran mit Berücksichtigung der jüdischen Quellen, 2 Stunden, Mittwochs 6 bis 8 Uhr. Herr Dr. Freund wird lesen: Die Rechtsgeschichte der Juden vom Jahre 1671 bis auf die Gegenwart. 2 Stunden (tu noch zu bestimmenden Stundcn). Herr Dr. Hochfeld wird lesen: Methodik des Unterrichts in der biblischen Geschichte: Vorlesung, 2 Stunden, Montags 6 bis 8 Uhr; daran anschließend Uebungen Donnerstags 4 bis 6 Uhr. Vorbereitungskurse im Hebräischen werden von mehreren der vorgenannten Herren Dozenten und den Herren Dr. Barol und Dr. Biram in noch zu bestimmender Zeit gehalten. Alle Vorlesungen und Uebungen sind unentgeltlich. Die Eröffnung des Sommersemesters erfolgt Dienstag, den 3. Mai 12 Uhr mittags Als Zuhörer für die Vorlesungen sind in erster Linie die rite immatrikulierten Studierenden der hiesigen Universität — und zwar ohne Unterschied der Fakultät — in Aussicht genommen. Auch andere Personen können auf Grund besonderer Ermächtigung an den Vorlesungen teilnehmen. Die Anmeldung erfolgt bei dem derzeitigen Vorsitzenden des Lehrerkollegiums, Herrn Dr. Elbogen, am 4. und 5. Mai 12 bis 1 Uhr mittags im Sprechzimmer der Lehranstalt. *** Berlin, 5. April. Seitens der hiesigen jüdischen Gemeinde werden Kurse unterhalten, durch welche Seminaristinnen Gelegenheit geboten ist, sich auch in sämtlichen Fächern des jüdischen Religionsunterrichts und in der Methodik dieser Disziplin auszubilden. Die Kurse dauern drei Jahre. Am Ende der Ausbildungs zeit findet eine Abschlußprüfung statt, über deren Ergebnis ein Zeugnis ausgestellt wird. Die Teilnahme ist unentgeltlich und auch geprüften Lehrerinnen gestattet. Für die Teilnehmerinnen an den Kursen stehen aus dem Julius Bleichröderschen Legat einige Stipendien zur Verfügung. Das Sommersemester beginnt Donnerstag den 7. April d. I Meldungen nimmt der Leiter der Kurse, Herr Rektor Tr. Gutmann Kaiserstraße 29/30 entgegen, der auch zu jeder tveiteren Auskunft bereit ist. J. Berlin, 5. April. Der Verein für jüdische Krankenpflegerinnen hielt am letzten Sonntag seine 17. Generalversammlung ab, in welcher der Vorsitzende Herr Louis Sachs den Bericht über die Wirksamkeit des Vereins im letzten Jahre erstattete. Das vergangene Jahr, so führte Herr Sachs etwa aus, habe dem Verein durch den Tod des Geh. Regierungsrats. Medizinalrats Dr. Wehner, des Vorsitzenden der staatlichen Prüfungskommissionsür Krankenpflegepersonal und durch das Hinscheiden des Sanitätsrats Dr. Leop. Ewer, des Lehrers der Schwestern in Massage und Orthopädie, zwei schwere Verluste gebracht. Beiden Verblichenen werde ein dauerndes Andenken bewahrt werden. Noch einen weiteren bedauernswerten Verlust habe der Verein durch die Amtsniederlegung des dirigierenden Arztes im Krankenhaus der jüdischen- Gemeinde, des Herrn Prof. Dr. Julius Lazarus, seines Ehrenmitgliedes, erlitten. Als staatlich berufener Prüfungskommissar hat er die Kurse geleitet und feine Kraft in den Dienst der Sache des Vereins gestellt. Seine Amtsniederlegung erfolgte aus verschiedenen persönlichen Gründen, aber sein Interesse ist dem Verein noch immer bewahrt und seiner unvergänglichen Verdienste werde man niemals vergessen. Als sein Nachfolger ist Herr Professor Strauß eingetreten. Auch in dem Berichtsjahre habe man sehr gute Erfolge zu verzeichnen. 5 Schülerinnen bestanden im Mai v. I. ihr staatliches Examen mit dem Prädikat „sehr gut", weitere 9 legten im vorigen Monat die Prüfung ab, davon 8 mit dem Prädikat „sehr gut" und eine mit „gut". Der staatliche Kommissar habe anerkannt, daß die Ausbildung der Schülerinnen kaum anderswo eine so vorzügliche sei, wie hier im Verein. Die Zahl der Schülerinnen sei zur Zeit 22, die Anzahl der vorgemerkten ist eine so beträchtliche, daß vor Ende des Jahres keine neue Aufnahme mehr möglich ist. Die Anzahl der Schwestern beträgt heutte 77. Die Nachfrage nach solchen ist stetig gewachsen man bemühe sich, soweit es die Zahl derselben irgend gestattet, allen Ansprüchen nach Möglichkeit zu genügen, was »aber nicht immer möglich gewesen sei. Die Schwestern seien zum Pflegedienst in auswärtigen größeren Gemeinden sehr gesucht, sie wirkten in allen Gauen unseres Vaterlands, von Memel bis Metz, eine größere Anzahl, nämlich 8, wirke in Kranken- und Siechenanstalten in leitender Stellung- Von den Schwestern waren im vergangenen Jahre 33 in der Privat und Armenpflege hier in Berlin tätig. 6 (neben einer Oberschwester

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