Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1910-03-31 · Heft 13 (31.3.1910) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
74 (1910)
Issue
Heft 13 (31.3.1910)
Date
1910-03-31
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3224737-3228907-3228921--66376-3278509
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

4 alle diese Einrichtungen schon bestehen, die in ruhiger Weise arbeiten. Infolgedessen haben die hier maßgebenden israelitischen Wohltätigkeitsvereine ihreVerwaltungen einberufen und das folgende Zirkular an alle israelitischen Einwohner verschickt: „Trotz der ablehnenden Haltung der Vorstände der unterfertigten Wohltätigkeitsvereine unserer Kultusgemeinde ist hier ein jüdisches Brockenhaus ins Leben gerufen worden. Um zu dieser Frage Stellung zu nehmen, fand. eint 28. Februar d. I. eine Sitzung der Gesamtverwaltungen der erwähnten Vereine statt. In -dieses wurde nahezu einstimmig folgendes als der Standpunkt der Verwaltungen festgestellt: Die Gründung des neuen Brockenhauses Peah war überflüssig. denn für alles, was es anstrebt, haben wir bereits bewährte Einrichtungen, die in ruhiger, langjähriger Fortentwicklung den hiesigen Anforderungen gerecht zu werden suchen. Wir haben einen jüdischen Arbeitsnachweis, wir haben für hiesige verschämt bedürftige Glaubensgenossen und für Durchreisende, denen rasch geholfen werden soll, im jüdischen Schwesternheim eine Sammelstelle für abgelegte Sachen aller Art, und für alle sonstigen Fälle steht uns das allgemeine Brockenhaus zur Verfügung, eine in aufopfernder Weise mit voller Unparteilichkeit geleitete Anstalt, die ohne Unterschied der Religion jedem, der ihre Dienste beansprucht, mit gleicher Bereitwilligkeit entgegenkommt. Die Gründung eines jüdischen Brockenhauses war aber nicht nur überflüssig, sondern auch höchst beklagenswert, denn es könnte, nachdem das allgemeine Brockenhaus jeden Glaubensunterschied ausgeschaltet hat, nunmehr der Anschein erweckt werden, als ob in die Betätigung allgemeiner Menschenliebe von unserer Seite konfessionelle Sonderbestrebungen hinein getragen werden sollten. Wir bitten Sie daher dringend, Ihr Wohlwollen und Ihre Unterstützung wie seither den bereits bestehenden bewährten Einrichtungen zuwenden zu wollen." Lülgsrien. 8. Sosta, 23. März. Wie in in jeder größeren Stadt des Orients sehen, wir auch in Sofia neben der einen Gemeinde, die sich aus denjenigen zusammensetzt, die seinerzeit aus Spanien vertrieben wÄrven, noch eine andere Gemeinde entstehen, die sich aus solchen Juden bildet, die aus der Türkei, Rumänien, Oesterreich-Ungarn, Rußland und Deutschland nach Sofia übergtzfiedelt sind. Wahrend die spaniolische Gemeinde seit dem verhängnisvollen Jahre der Vertreibung hier heimisch ist, wohnen die, welche zur üschkenafischeu Gemeinde zählen, erst seit einigen Jahrzehnten in Sofia, so daß sie als eine Gemeinde eigentlich erst seit wenigen Jahren anstreten. ES war diesen auch gar nicht leicht, es so weit zu bringen, als eine selbständige, in sich geschlossene Gemeinde auftreten zu können; denn abgesehen davon, daß die aus verschiedenen Ländern Eingewanberten in Charakter und Anschauung weit voneinander abweichen, fehlte der Gemeinde bis noch vor wenigen Jahren dasjenige Mittel, das hauptsächlich wirksam geeignet ist, jüdische Glaubensgenossen, wo sie auch weilen mögen, zu einer Gemeinde zu vereinen und sie aneinander zu knüpfen: eine jüdische Schule, die nicht nttL menschlich erziehen und für das praktische Leben vorbereiten, sondern auch jüdisch und für das jüdische Leben bilden und mit der gemeinsamen Religion, Literatur und Geschichte bekanntmachen soll. Es wäre darum vielleicht nicht übertrieben, wenn man behaupten wollte, daß das hilfreiche und opferwillige Eingreifen seitens des Hilfsvereins her Deutschen Juden nirgends notwendiger und mehr am Platze war, als gerade in Sofia; denn selbst jetzt, nachdem der Hilfsverein die beträchtliche Summe von 3600 Mark jährlich gewährt, ist es der Gemeinde unsäglich schwer, die Schule in gutem Stand zu erhalten und in materieller Hinsicht zur weiteren Entwicklung zu führen. Abgesehen davon, daß der größte Teil der Gemeinde sehr arm ist, kommt noch die beschämende Tatsache hinzu, daß gerade diejenigen, die leistungs- und zahlungsfähig find, vollständig abseits stehen und sich nicht als Juden zu erkennen geben. Um so mehr sind diejenigen unserer Gemeinde hoch zu schätzen, die mit freudiger Opferwilligkeit die Interessen der Gemeinde zu ihren eigenen, persönlichen machen und selbst dann nicht Jüdische Gemeinde. Das Sommer-Semester der Religionsschulen der hiesigen jüdischen Gemeinde beginnt: für die Religionsschule in Pankow am 4-« für dieIII., V. (Mädchenabteilung), YI. (Mädchenabteilung), VIII. und IX. Religionsschule und für den Religionsunterricht in Groß- Lichterselde und Frieden an am 7. April, für die I.. II.. I V. und X. Religionsschule und für die Religionsschule in Weißeusee am 9. April, für die V. (Knabenabteilung), VI. (Knabenabteilung) und VII. Religionsschule am 10. April» für den Religionsunterricht in der Kolonie Grunewald am 12. April. Knaben und Mädchen können bereits nach vollerrdetem ^Lebensjahre in die Stammklassen eintreten. Diejenigen Linder, welche in den prosanschulen jüdischen Religions-Unterricht erhalten, können in den Religionsfchulen der Gemeinde unter Dispensation von dem übrigen Unterricht am hebräischen Unterricht teilnehmen. Befreiung vorn Schulgeld erfolgt auf Antrag, welcher unter Benützung eines in der Schule erhältlichen Formulars an den Dirigenten zu richten ist.' Anmeldungen neuer Zöglinge werden von den Dirigenten entgegengenommen, und zwar: skr die I Neligionsschule C., Kaiserstratze 29/30 von dem Dirigenten Herrn Levy im Schullokal Freitag den 8. April nachmittag 3—4, Sonntag den 10. April vormittags 10—12,Montag den 11. April nachmittags 3-—4, in der Wohnung Lothringer Str. 6, wochentäglich 1—2; für die H. Religionsschule SW., Lindeustr. 48/50 von Herrn Rabbiner vr. Blumenthal »m Schullokal Sonntag den 3. April von 9—10, in der Wohnung Mvnbijvuplatz 4. wochentäglich 11—12; . für die IH. Religionsschule W., Kützolvstr. 16 von Herrn Rabbiner Dr. Weisse im Schullokal Montag den 4. April, nachniittags 5 Uhr, sowie Sonntag vormittag und Montag, Mittwoch und Donnerstag nachmittag während der Schulzeit: in der Wohnung Oranienburger Straße 33. wochentäglich 11—12: für die IT. Reltgionsschnle NW. (Moabit), Gerhardst,. 4/5 von Herrn Rabbiner vr. Keilermann im Schullokal Sonntag 11-12, Mittwoch 4—5; für die V. Rettgionsschule NO., Strausber«er Straße 8/9 a) Knaben-Abteilung von Herrn Professor vr. Siegel im Schullokal Sonntag von 9—10l/2, Mittwoch von 4—5'/e; b) Mädchen-Abteilung von Herrn Rabbiner vr. Warschauer vom 7. April ab im Schullokal Montag und Donnerstag 3—4; für die TI. Neliaionsschule N., Rßkestratze 53 a) Knaben-Abteilung von Herrn Dirigenten Auerbach im Schullokal: 30. März 3-5, 3. April 10— 12, 6. April 3—5, vom 10. April ab jeden Sonntag ll’/a—lSVa; bl Mädchen-Abteilung von Herrn Rabbiner vr. Bergmann im Schullokal 5. und 6. April 3—6; für die TU. Religionsschule 8., Anuenftr. l b von Herrn Rabbiner vr. Eschelbacher im Schullokal am 10. April 11— 12; in der Wohnung Oranienburger Straße 22 am 7. und 8. April 10—12; für die Tin. Rettgionsschnle Schönebera» Barbarofsaplatz 5 voll Herrn Dirigenten vr. Elbogen im Schullokal (Zimmer 16) am 7. April 3—4, jeden Montag, und Donnerstag 3-4; für die IX. Neliaionsschule Charlottenburg, Joachimsthaler Straße 31/32 von Herrn Nabbiller vr. Hochfeld im Schullokal Montag und ° Donnerstag 3—4; in der Wohnung Magdeburger Platz 2. wochentäglich 11—12; für die X. Rettgionsschnle Eharlottenburg, Pestalozzistraße 89 von Herrn Rabbiner vr. Galliner ilN Schullokal jeden Mittlvoch 3—4; für die Religionsschule Pankow, Berliner Straße 121 von Herrn Waisenhausdirektor Griinwakl im Schullokahwochentägtich 9—12; sür die Religionsschule Weitzensee, Wilhelmstraße 42 von Herrn Liturgen 8. Noses im Schullokal jeden Mittlvoch 3-6; für den Religionsunterricht Kolonie Grunewald, Delbrückstratze 20 von Herrn Rabbiner vr. Emil Levy im Schullokal 12. und 13. April 4—5, Sonntaa 12—1 in der Wohnung Würzburger-Straßes; für den Religionsunterricht Friedenau, Mbestraße 32/33 von Herrn Rabbiner Dr. J. Zlocisti im Schullokal Dienstag und Donnerstag 3—4; für den Reliaionsnnierricht Großlichterfelde-Ost. KastaUienstr. 6 von Herrn Lehrer 8U der dem nn Schullokal jeden Dienstag und Donnerstag 2'/s-3. Berlin, im März 1910. Der Borstand der jüdischen Gemeinde. Kurse zur AußVildung von Wischen Religionslehrerinnen. Das Sommer-Semester beginnt Donnerstag den 7. April d. I. Die Teilnahme an den Kurse»» ist unentgeltlich und smvohl Seniinaristittnen als eprüften Lehrerinnen gestattet. Für die Teilnehmerinnen an den Kursen stehen auS den» Julius Bleichröderschen Legat einige Stipendien zur Verfügung. Meldungen nimmt der Leiter der Kurse, Herr Rektor vr. Gutmann, G., Kaiserstratze 29 30, entgegen, der auch zu jeder weiteren?lusknnft bereit ist. Bertt,», im März 1910. Der Borstand der discheu Gemeinde. tfersandliaus Gegr. 1854 Breslau l Feste Preise in Seide und Wolle Wasche - Ausstattungen Gardinen » Teppiche Samen - Konfektion Reellste, billigste Bezugsquelle. Katalog und Proben senden auf Wunsch franko, Für Paiit de gluten massd OT (Glutenbrot) -O»» sowie andere Spezial-Präparate versendet Heinrich Gerfiier, Bonn. Bitte Preisliste zu verlangen. tapezier und Dekorateur Ernst Frankfurter Kurf Urstendamrin 13 enipfiehltr-sieh bei vorkommendem Bedarf. Obstsäfte Marmeladen usw.» naturrein, frei von den gesundheitsschädlichen Zusätzen: Saliztzl, Weinstein, Sprit, Farbe usw. Feinstes Aroma, köstlicher Geschmack vollwertiger Ersatz für Frischobst. ObsfM-Kolonie „Eden“ Oranienburg bei Berlin. Preisliste mit ärztl. u. a. Gutachten frei. B171B

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.