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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1910-03-31 · Heft 13 (31.3.1910) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
74 (1910)
Issue
Heft 13 (31.3.1910)
Date
1910-03-31
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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-3 -7- ' auszug 6. 6- Ottensen 27. April 1617 erfahren, daß Hans Cöllen daselbst .an ^Levi n Moses und M oses Kahser sürdie „Hochdeuts che Judengem ein dein Hamburg",e in Stück von seinem Ackerland auf dem Hahneukamp für -8Tater verkauft. Am 4,. Mai desselben Jahres erfolgte.'dann. ein nochmaliger Ankauf von 54 Fuß für 15 Taler. .-Am 31. Januar . 1703 -kam ein' Kontrakt zwischen Jakob Hertz ^und Levin Moses, als Vertretern der.Gemeinde einerseits und Hans Cöllen anderseitszu- .stände, wodurch die. Gemeinde neuerdings! ein Stück Land,-die Größe -ist nicht angegeben, bei dem „Judenkirchhof",. am. Fußsteige liegend, .erhält. -, Hiev ist also die Oertlichkeit schon; als „Judenkirchhof". gekannt,;; Um 3. September 1-703 erschienen Levin Mösts ini Hamburg uiid. Bleich .Salpm.on nebst Bendix Goldschmidt für Altona vor dem ,Nvste-.-zu Pinyeberg , und. erklärten sich: dahin,, daß . die beiden GerneitzbM.alle die bisherigen Gru-ndkäufe jede zur Hälfte tragen, daher . auch^.gleich^Ansprüche auf, mehrbemeldeten Begräbnisplatz halten, wie solches auch hinführo bestehen solle. Das gemeinsame Besitztum der Heiden Gemeinden gab dann sin Zukunft zu mancherlei Streitigkeiten'' Wvranlassung. Aus: .einem Erlaß des Landdrosten von ^Parchentinzu Pinneberg wom 24. Januar 1715 - ist zu ersehen, daß .die haniküstgische- Gemeinde den Schlüssel zu dem Begräbnisplatz der AjtonaepGemeinde verweigert, weil solche einige „verdächtige freurbde ,-Todten^stDider, ihren Willen. darauf gebracht und in ihre Striche gelegt haM. Hiergegen erhob die Altonaer Gemeinde zwar Klage beim-Landdrosten, her aber - zugunsten der Hamburger^ entschied. Ein ^.zweiter Ersaß der Landdrostei .-vom 25, Oktober 1740 befiehlt aus gleichem Grunde:, dem. Hennig Köpern, welchem von den Vorstehern ..der Gemeinde in Hamburg die Schlüssel zum Begräbnisort, welcher .puch hinterwärts--mit zwei Schlössern versehen wurde, anvertraut . waren,- nuv^dem gedachten Vorsteher-selbst, oder ihrem mit expresser Order;vMsehene.n Bevollmächtigten bei! eigener Respousabilität zu ösfnen. i^Es>.folgteu dann noch verschiedene Ankäufe zur Vergrößerung des Friedtzyss, zuletzt am 20. März 1805 von Hans Cöllen junior und Kon^rten ein Stück Land, 230 Quadratruten groß zum.-Ka.uf- . PteM voU.7v.V0- Mm?ki Kurant--, und 30 Mark jährlicher Grundsteuer- - Im JahH.1^11 bei der Auflösung der Dreigemeinden-Gemeinschast Hamburg-Altona-Wandsbek verblieb der Ottenser Friedhof im Besitz der HHnöurger Gemeinde, die auch noch heute die nominelle.Eigey?^ tünMM Meses/übevstrei Jahrhunderte - alten Friedhofes ist. Viele - der großM -Talmudlehrer, die in Hamburg, .gewirkt, haben dort ihre leHte 'Ru^estLkte gefunden, auch,Vorsteher der Gemeinde, die sich uni die Entwicklung derHamburg-Altonaer Gemeinde grobeVerdienste erworben, sind dort zurIuhe, bestattest Es befindet sich auf dem Friedhof auch das Erbbegräbnis Charlotte Embdens. derLieblingsfchwesterHeinrich Heines. Köln,..25. März. Es scheint, als ob die Kölner Gemeinde, , wenn auch nicht in ihren religiösen Institutionen, die im großen , und ganzen mach-dem. Grundsatz des alten Fritz, jeden nach seiner .FEp.S-'EgMexdtzch-zu.lMen,.!--.eingerichtet^ sind, Wohl aber in ihren öffentlich-rechtlichen Einrichtungen dem modernsten Geiste Rechnung zu trägem gewillt ist. nJu der letzten Nepräsentantenversammlung derhiesi gen Gemeinde/Wurde unter ausdrücklicher Zustimmung des Gemei n.dev.o r st an des beschlossen/- an .Stelle der bisherigen öffentlichen Stimmabgabe. bei. den Repräsentantenwahlen das geheime Wahlverfahren einzusühren. Dem Anträge, der von den konservativen Repräsentanten gestellt war, stimmten auch die. Liberalen einmütig zu. Wenn man sich nun. noch zur Abschaffung der in Köln noch bestehenden Klassenwahl .ausschwingt, dann wird unser Gemeindewahlrecht allen modernen Anforderungen entsprechen und.für andere ^Gemeinden, mustergülttg werden.. *** Wiesbqden, .25. März. Der Israelitische Unterstützungs- Verein veröffentlicht folgenden Bericht über seine Tätigkeit im abgelaufenen. Geschästsjvchre: Unsere Ausgaben sind in fast allen Positionen bedeutend gewachsen. Selbst die uns reichlich zugefallenen Ascheüke haben nicht .hingereicht, um den gesteigerten Ansprüchen zu '-entsprechen) >mnd so Haben wir gegen Ende des Jahres eine kleine Anleihe aufnehmen müssen und, schließen mit einem Defizit ab. Das sind unerfreuliche Zustände, auf deren Abstellung nicht oft genug hingewiesen werden kann. So lange es nicht ein jedes Mitglied der weiden. .Gemeuiden als Ehrcnpflicht'betrachtet, unserem Vereine nach Kräften beizusteuern,. können wir nicht auf geordnete Verhältnisse pechrwm. Die-zunehmende-Verarmung unserer Glaubensgenossen auf! dem Lande>, die stets anwachsende; Zuströmung in- und ausländischer - mittelloser Juden nach dev Stadt und die Tatsache-, daß mit Ausnähme des stets hilfsbereiten, Schwestervereins in Frankfurt .eilt leistungssähiger Uuterstützungsverein in unserer Heimatsprovinz nächst uns, nicht besteht, läßt eine Verminderung unserer.Ausgaben nicht erhoffen. Ganz besonders schwere Lasten legt uns in der letzten Zeit die Wegschaffung russischer und galizischer Familien hier auf. , Eine .Anzahl dieser Familien findet in den Zigarettenfabriken Beschäftigung. Aber auch hier untersagt das Gesetz für die Ausländer die dauernde Arbeitsgelegenheit. Es bleibt somit nur Hausierhandel, der die Anzahl der Konkurrenten unmöglich ernähren kann. So lange die Familienhäupter gesund sind,, bleibt es bei. gelegentlichen Unterstützungen. Erkrankt nur das eine, so ist die Familie lediglich aus uns angewiesen, da sie aus begreiflichen Gründen sich scheuen muß, die städtische Armenpflege in Anspruch zu nehmen. Wir bitten daher dringend, daß jeder nach Kräften vor derartigem Zuzug warnt.. Am 12. Dezember fand mnscre Generalversammlung statt. Die vom Deutsch-Jsraelitischen Eemeindebund angeregteZusammenschließungderKassen gegen Wa.nderbettel stieß auf entschiedene Gegnerschaft: Eine später in Frankfurt stattgehahte Versammlung, bei der das Berliner Projekt zur Beratung stand, hat dasselbe gegen wenige Stimmen abgelehnt. Es soll nun ein Zusammengehen der Hilfsvereine der Provinz Hessen-Vassau, sowie des Großherzogtums Hessen in die Wege geleitet werden. — Der Bericht schließt, mit. einem warmen Appell andie Mitglieder,, stets werbend , für den Verein einzutreten und seiner bei jeder sich darbietenden .Gelegenheit, eingedenk zu sein. --- Homburg v. d. Höhe, 25.-März. Der israelitische Holzverein (gegründet 1818) und Verein zur Ausstattung israelitischer Pta d chen (gegründet 1886. von Louis Lehniann s. A.) erstatten folgenden Rechenschaftsbericht für das Jahr 1909: Der Holzverein und Mädchen-Ausstattungsverein schauen zurück aus ein Jahr segensvoller Tätigkeit, Es. gast zunächst,^ 25 hiesige und benachbarte .Familien, bezw. alleinstehende Personen mit Winterbrand zu versorgen. Nahezu 1000 Mark sind einschließlich der Verwaltungskosten hierfür verausgabt worden. Nicht minder war auch der Mädchen-Ausstattungsverein bemüht, stets das Seinige zu tun, - In den letzten zehn Jahren sind insgesamt 18000 Mark für Mitgisren ausbezahlt worden — und wenn wir im nächsten Frühjahr, so Gott will, das 25jährige Bestehen dieses Vereins feiern werden, dann dürfen wir,mit inniger Befriedigung auf seine bisherigen Leistungen zurückblickest. — Fünf treue Mitglieder haben wir im Jahre 1909 durch den Tod verloren; ■ Hierselbst die Herren Leopold Schiff, Mos. Wiesenthal und Frau Sarah E ichenberg, — auswärts (ist Frankfurt) Herrn Sam. M ela und Frau Lina Jggersheimer. Wir -werden den Entschlafenen ein ehrendes Andenken bewahren. Für mehrere von ihnen sind bereits. Hinterbliebene als neue Mitglieder eingetreten, ebenso wurde für die Herren Leop. Schiff und Mos. Wiesenthal die Eintragung als ewige Mitglieder nachgesucht und ausgesührt. — Die Liebe und Anhänglichkeit für unsere Vereine wird durch solche Akte der Pietät in ein so klares, herzerhebendes Licht gestellt, daß wir auch an dieser .Stelle gern unserem tlesgefühlten Dank dafüö Ausdrück geben! Recht schmerzlich wurden wir,sodann Noch durch das Hinscheiden einer edlen Gönnerin unserer!Vereine — der in weiten Kreisen'als hochherzige Wohltäterin geschätztest Frau Georg Speyer (Frankfurt) bewegt, y- Ihr Andenken wird in unserevMitte fortleben. — An Stelle der Heimgegangenen Vörstandsmitglieder des Mädchen-Aus-- stattungsvereins: Herren Leop. Schiff und Mos. Wiesenthal sind gewählt worden: Herr Benno Schiff und Herr Dr. Ä. Rösenthal. Wir dürfen von beiden Neuerwählten erwarten, daß sie ihren, bewährten Vorgängern änPflichttreue.nicht nachstehen werden. — Mit dem Dan kan alle- Freunde unserer Vereine-verbindest wir die Bitteuns weiterhin zu unterstützen, zum Ehie/deHWel>.ü'rftigen und zur Ehre des Judentums ' G. NÄvttberg- 27 März/ Die Notiz in der vorletzten Nummer aus Nürnberg,betreffend-Errichtung einer jüdischen Arhvitsstätte; ist in der Hauptsache-unrichtig, denn die Bemerkungdas Projekt erfreue sich großer Sympathien, stimmt mit den Tatsachen entschieden ' nicht, ja, ganz das Gegenteil ist der Fall. Die.Errichtung eines jüdischen Brockenhauses mit Arbeitsstätte zürn Äusbessern.alter Gegenstände wurde von dcn hiesigen Zionisten errichtet, während die übergroße Zahl der hiesigen jüdischen Bevölkerung Gegner davon sind, da nahezu-

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