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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1910-03-31 · Heft 13 (31.3.1910) · p. Seite 5

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
74 (1910)
Issue
Heft 13 (31.3.1910)
Date
1910-03-31
Page
Seite 5 (sequence 17)
Language
German
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zurü^schrecken, wenn e8 gilt, mit eigenen Mitteln einzuspringen. Namentlich kann man's dem jetzigen Präsidenten unserer Gemeinde. Herrn Joses Ferber rühmend nachsagen, dem oft genug aus der leeren Gemeindekaffe die Frage entgegengähnt: „Woher nehmen?!" Doch die . Ankunft der . Gemeinde ist zweifellos in der Schule zu erblicken; denn^ das Bestreben ihrer Lehrkräfte geht mit Erfolg einerseits dahin, das Krasse und Widerstrebende, das jetzt noch unter den Gemeinde- Mitgliedern verschiedener Herkunft herrscht, zu beseitigen und zu verwischen, und zwar dadurch, daß sie Gelegenheit nehmen, den Zöglingen einzüprägen, daß sie als Schulkameraden nicht nur jetzt, sondern auch daun, wenn sie die Schulen verlassen, brüderlich züsammenhalteu müssen und anderseits dahin, die zukünftigen Gemeindemitgli eder durch eine praktische Erziehung der Armut und ddm Elend fernzuhalten. Das nächste Streben des Gemeindevorstandes isd darauf gerichtet, die Anerkennung der Selbständigkeit unserer Gemeide seitens her Regierung zu erlangen, die bis jetzt die afchkenasischs Gemeinde nur als Zweiggemeinde der spaniolischen ansieht. Die.Erreichung dieses erstrebenswerten Ziels würde, keine andere Folge haben als die, daß selbst diejenigen, die sich jetzt noch bedauericherweise ihrer Pflicht entziehen, sich wohl oder übel zur Steuerzahlung werden bequemen müssen — und ungehemmt wird dann unsere Gemeinde mit der emporstrebenden Stadt Sofia, die mit jedem Jahre immer schöner emporblüht, Schritt haltend, von Erfolg zu Erfolg schreiten. . Äuszlrnd. L. A. T. Petersburg, 22. März. Der hiesige Rechtsanwalt Hofrat Bernhard David Trachtenberg und Hofrat Nikolai Dinine in Odessa haben den St. Annenorden III. Klasse erhalten. — Bor kurzem wurde hier ein Ball und Konzert im Saale der Adelsgesellschaft zugunsten des jüdischen Waisenhauses und der Schulen der „Gesellschaft zur Verbreitung der Bildung unter den Juden" veranstaltet, die eine Bruttoeinnahme von ungefähr ISOOO Rubeln ergaben! — Die Kiewer Abteilung der russischen Versammlung beschloß, sich an den Minister der Volksaufklärung mit dem Hinweis auf die Bedrückung der Russen durch die Fremdlinge in der Moskauer Universität zu wenden, wo sich 12 jüdische Privatdozenten befinden. Wie man sieht, ist das Vaterland in Gefahr! — In vielen Städten des südwestlichen Rayons begannen die Direktoren der Mittellehranstalten das Deljanowsche Zirkular, das die Zulassung der Juden als Repetitoren bei Christen verbietet, streng anzuwenden. Den Verletzern dieses Zirkulars des gewesenen reaktionären Ministers droht die Entlassung der Kinder aus den Lehranstalten. — Im „UMeed" finden wir folgende Erzählung: „Der wandernde Knabe". Wie die „Nowoje Wremja“ mitteilt, wurde in Petersburg in der Nacht des 23. Februars ein Knabe von ungefähr 14 Jahren verhaftet, der sich Mende! Barschai nannte. Trotz seines jugendlichen Alters brachte er es fertig, einen großen Teil der Welt befahren zu haben. Seinen Eltern entflohen, geriet derselbe mit Emigranten nach Amerika, wo es ihm aber nicht gefiel, und er kam nach Europa zurück, sich unter einer Masse von Waren versteckend. Durch Hunger gezwungen, seine Anwesenheit auf dem Schiffe anzuzeigen, wurde Barschai von den Matrosen in Pflege genommen. Iw Hamburg ging er seinen zufälligen Beschützern davon und erschien in Rußland, bis zur Grenze als Hase reisend. In Südrußland geriet er m eine russische Familie, von welcher er ebenfalls verschwand, als man ihn adoptieren und taufen wollte. Er zog zuerst nach Charkow, dann nach Moskau und endlich nach Petersburg, wo er für Bettelei arretiert wurde. Im ganzen irrt er bereits ungefähr vier Jahre umher. Von Sah und Lern. Unter herzlichen Ovationen weiter Kreise beging am 24. d. M. der wegen seiner gemeinnützigen Wirksamkeit allgemein bekannte und hochgeachtete Vorsteher unserer Gemeinde, Herr Kommerzienrat Heinrich Eifner, das schöne Fest der silbernen Hochzeit. Mögen die vielen Wünsche, die an diesem Tage dem verehrten Jubelpaare in Worr und Schrift dargebracht wurden, volle Erfüllung MILKA VELMA j^r c NOISETTINE 4^ ü S'JUAAi' - ALLEINIGER FABRIKANT. Jüdisch-theologisches Seminar, Breslau. Das Sommerhalbjalir beginnt Dienstag den 3. Ma 1. Anmeldungen sind zu richten an den derzeitigen Vorsitzenden Dr. 8. Horowitz. T bleibt unerreicht Pi««, liefere icb meine Kaffees unter fluf- JL Ul IT vooCIvI/ siebt des Hrn. Rabb. Dr. Catjlebacb, Köln, geröstet und mit dem Rabbinatssiegel versehen! Käuflich in den Geschäften der Konsum-Branche. Eigene Filialen in allen Stadtteilen Berlins. Probe> Ausschank Leipziger Strasse 83, Spittelmarkt 8—10 und Tauentzien-Strasse 16. Seit 1. 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