Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 74 (1910)
- Issue
- Heft 10 (11.3.1910)
- Date
- 1910-03-11
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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*1 mm. m werden muß, die Anstalt in ihren Leistungen und Zielen besonders ZUj fördern. In der Diskussion gab besonders Herr Manheimer in jugendfrischerWeise dieser Anschauung Ausdruck. Herr GeheimratG ei ger hob hervor, daß schon lange der Wunsch bestehe, eine organische Verbindung zwischen der Knabenschule, dem Seminar und der Lehranstalt herzustellen, und daß es in der Tat mit Freude zu begrüßen sein würde, wenn die Gemeinde dieses Institut unter ihre Verwaltung nehmen würde. — Für eine Schulfeier aus Anlaß des 75jährigen Jubiläums der Mädchenschule, zur Einrichtung einer dritten Mädchenklasse in der Neligionsschule Pankow, für Nachhilfekurse im Hebräischen an der VI-., VII. und VIII. Neligionsschule und für die Sel ekta der Knabenabteilung der VI. Religionsschule wurden die geforderten Ausgaben bereitgestellt. Im Anschluß an die letztgenannte Vorlage wurde eine Resolution angenommen, den Gemeindevorstand aufzufordern, die Einrichtung von Fortbildungsklassen an den Religionsschulen generell zu regeln. Damit schloß die öffentliche Sitzung. *** Berlin, 8. März. Am 6. d. M. fand unter Vorsitz des Herrn James Simon eine Sitzung des Zentralkomitees sowie die Generalversammlung des Hilfsvereins der Deutschen Juden im Hotel „Prinz Albrecht" statt, die sich eines guten Besuches aus allen Teilen Deutschlands zu erfreuen hatten. In der Tagung des Zentralkomitees wurde der Geschäftsbericht erstattet. Mit lebhaftem Beifall nahmen die Anwesenden Kenntnis von den Fortschritten des Vereins auf allen Gebieten seiner Wirksamkeit. In das Zentralkomitee wurden die Herren Julian Me isel-Berlin, Sauitätsrai Dr. Siegmund S a lzburg Dresden; Max M. Marburg- Hamburg, Justizrat P laczeck-Posen; Julius Cohn-Berlin; Bankier M. A. Strauß-Karlsruhe und Justizrat Holz-Königsberg einstimmig gewühlt, die sich sämtlich nach verschiedenen Richtungen in hohem Grade um den Hilfsverein der Deutschen Juden verdient gemacht haben. An die Sitzung des Zentralkomitees schloß sich die ordentliche Versammlung der Mitglieder. Herr James Simon stellte zur lebhaften - Befriedigung der Versammlung fest, daß die Entwicklung des Hilssvereins auch im verflossenen Jahre einen günstigen Fortgang genommen und das Vertrauen und die Anerkenn nng weiter Kreise in Deutschland wie im Ausland gefunden habe. Er gab darauf in großen Zügen eine Uebersicht über die politische, ökonomische und rechtliche Lage der Juden , in Galizien und Rumänien und über die Tätigkeit des Hilfsvereins der Deutschen Juden in diesen Ländern wie in Bulgarien und der europäischen, und asiatischen Türkei speziell auf dem Gebiete des Schulwerks. Insbesondere hob er auch hervor, daß ein noch engeres Zusammenarbeiten der großen jüdischen Organisationen als bisher dadurch gewährleistet sei, daß der Hilfsverein durch Vorstandsmitglieder in Personalunion mit ihnen getreten sei. Herr Generalkonsul Eugen Landau berichtete alsdann über das Hilfswerk des Hilfsvereins der Deutschen Juden in Rußland, ferner gab er an Stelle des am Erscheinen verhinderten Schatzmeisters im Ehrenamt, Herrn Bankdirektor Ernst Simon, einen Ueberblick über die Finanzen des Vereins. Herr Generalsekretär Dr. Bernhard Kahn sprach über die Organisation und die Fürsorgetätigkeit des Hilfsvereins auf dem Gebiete des Auswanderungswesens. Die Versammlung der Mitglieder genehmigte darauf einstimmig den Geschäftsbericht und erteilte der Verwaltung Entlastung. Zu Bücherrevisoren wurden wiederum die Herren Kommerzienrat Sigmud Pincus. und Georg Tietz gewählt. Die auf der Tagesordnung stehende Aenderung des §10 der Statuten, die eine Vereinfachung der Geschäftsführung herbeiführen soll, wurde gleichfalls einstimmig genehmigt. Die Versammlung sprach dem Vorstand lebhaften Dank für die erfolgreiche Mühewaltung aus. 7- Berlin, 3. März. Am vergangenen Sonntag trat hier in den Räumen des „Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes" die in der Versammlung vom 5. Dezember v. I. gewählteZentralkommission für die Gesamtorganisation der Wunder armenfür sorge zu einer Sitzung zusammen, zu der wiederum eine große Anzahl Delegierter der großen Verbände usw. aus allen Teilen des Landes erschienen waren. Aus dem über den gegenwärtigen Stand der Organisationsfrage erstatteten Bericht ergibt sich, daß der Gedanke der Zentralisation der Fürsorgebestrebungen für die Wanderarmen überall im ganzen Reiche eine lebhafte Bewegung hervorgerusen hat. In den meisten Landesteilen und Provinzen wie Bezirken haben inzwischen Versammlungen stattgesunden, die sich mit dieser Frage beschäftigten. In sehr vielen dieser Versammlungen hat'man den Beschlüssen der Berliner Konferenz vom 5. Dezember entsprochen, sich -insbesondere mit der Begründung von Provinzialkassen einverstanden erklärt und sich auch für den Anschluß an die Zentralkasse in Berlin ausgesprochen. Erfreulich sei, daß sich auch in Süddeutschland vielfach Neigung zur Gesamtorganisation kundgegeben habe. Wenn man einigen lokalen Auffassungen Rechnung tragen werde, sei gute Aussicht, das begonnene Werk zu einem glücklichen Ende zu führen. Von den meisten Delegierten wurden die Aussichten des Zustandekommens der Zentralorganisation gleichfalls als gute bezeichnet und nur ganz vereinzelt die Schwierigkeiten als schwer zu überwindende erklärt. An der Sitzung nahmen wiederum Vertreter der „Alliance' Israeli.te Universelle", des „Hilfsvereins der Deutschen Juden" und auch der Großloge teil. Die Konstituierung der Zentralkommission ergab die Wahl der folgenden Herren in den Vorstand: Professor Dr. Martin Philippson (Vorsitzender), Dr. Kahn vom Hilfsverein der. Deutschen Juden, M. A. Klausner von der „Alliance Isiaelite Universelle" und Dr. Neumann, Generalsekretär des. „D. I. G. B." (Schriftführer). Zur Ausarbeitung von Satzungen für die Zentralkommission wurde ein besonderer Ausschuß gewählt, dem dann aber auch eine Reihe anderer Ausgaben zugewiefen wurden, die die Organisation betreffen. In diesen Ausschuß, in dessen Hände also die Ausführung einer Anzahl weiterer Anregungen für die Gesamtorganisation gelegt wurde, sind die folgenden Herren gewühlt: Dr. Max Ginsberg, Justizrat Lilienthal, Syndikus der Berliner Gemeinde, ferner die Herren: Dr. Kahn (Hilfsverein), Klausner (Alliance), Dr. Neumann (Gemeindebund) und Feilchenfeld-Köln. f. Schrimm, 4. März. Am Freitag den 25. Februar ist hier ein sehr achtbarer Bürger und bewährtes Mitglied unserer Synagogengemeinde zu Grabe getragen worden. Im Alter von 73 Jahren verschied der Kaufmann und Ratsherr Heymann. Breslauer. Der Verstorbene war mehr als zwei Jahrzehnte in der Verwaltung der Stadt, zunächst als Stadtverordneter, dann als Mitglied deS Magistrats tätig. Bei der Rekonstituierung des israelitischen Krankenpflegevereins hat er vor 26 Jahren eifrig mitgewirkt. Als Vorstand des Vereins hat der Verstorbene mit Liebe und Hingebung seines Amtes gewaltet und war stets für seine Entwicklung bemüht. Als Vorstandsmitglied und Rendant des Schrimmer Kreditvereins hat er seine reichen Erfahrungen stets in den Dienst der Genossenschaft gestellt. Herr Gemeinderabbiner Dr. Silberberg hielt eine ergreifende Leichenrede, die auf alle einen sichtbaren Eindruck machte. *** Aachen, 2. März. Am 25. v. M. beging der Tuchsabrikant und Stadtverordnete, Herr Jakob Lippmann, seinen 80. Geburtstag, der zu außerordentlich reich an Ehrungen sich gestaltete. Ungemein zahlreiche briefliche und telegraphische Glückwünsche gingen dem hochgeschätzten Manne bereits in der Frühe zu, ebenso trafen viele wertvolle Blumenspenden aus allen Kreisen der Bevölkerung als Zeichen herzlichsten Gedenkens ein. Am späteren Vormittag trafen dann die Deputationen und Abordnungen als Ueberbringer der Glückwünsche ein. Den Neigen dieser Abordnungen eröffnete eine Deputation der Angestellten der Haarener Tuchfabrik unter Führung des Herrn Prokuristen Karl Mayer, die ihrem hochverehrten Chef als Geschenk eine Bronzebüste des Merkur überreichen ließen. Die Glückwünsche der städtischen Behörden überbrachten Herr Oberbürgermeister Veltman gemeinsam mit den Herren Stadtverordneten Geh.Kommerzienrat Dr. Delius und Schaffrath, die außerdem ein sehr wertvolles Blumenarrangement überreichten. Ferner erschienen als Gratulanten der Vorstand der Synagogengemeinde und eine Abordnung des Repräsentantenkollegiums der Synagogengemeinde unter Führung des Rabbiners Herrn Dr. Jaulus sowie zahlreiche Damen und Herren der Vorstände der hiesigen israelitischen Wohltätigkeitsvereine. Herr Dr. Jaulus brachte in einer schönen Rede die Glückwünsche der israelitischen Gemeinde zum Ausdrucke und sprach später noch einmal im Namen der Wohltätigkeitsvereine. Die Glückwünsche des Vorstandes übermittelte Herr Spier und die des. Repräsentantenkollegiums Herr Geis el. Sämtliche Deputationen waren außerdem die Ueberbringer wertvoller Geschenke. Die Herren Menghius,