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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1910-02-18 · Heft 7 (18.2.1910) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
74 (1910)
Issue
Heft 7 (18.2.1910)
Date
1910-02-18
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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ländereien stellt Dr. Katz die interessante Perspektive, daß es möglich sein werde, hierbei eine größere Anzahl, etw a 20 bi3 30 jüdische Arbeitslose dauernd zu besä,ästigen. Schon,jetzt hätte man' auf Steinhorst bis aus zwei, lauter jüdische Knechte, die sich durchaus bewährten. Auf die Frage, wann .wird sich Steinhorst rentieren? erteilt Dr. Katz die Antwort: Ich glaube, in wenigen Jahren. Die Rente schätze er nach ein paar Jahren auf 20 000 Mark. Er fügte, um Mißverständnissen vorzubeugen, hinzu, daß Gelder für die Gutswirtschaft von keiner Seite mehr verlangt werden, sondern nur für die geeignete Ausrüstung der Arbeitslosen, die bei der Urbarmachung der Moore beschäftigt sein sollen. Zum Schlüsse sei erwähnt, daß die Kassenabrechnung genehmigt und Decharge erteilt wurde. Die Vorstandswahl ergab die Wiederwahl der alten Mitglieder und die Zuwahl der Herren Maler Cohen-Frankfurt a. Main, Rittergutsbesitzer Mendelsfohu-Gutow, Provinz Posen und der Herren P'rivatdozenten Dr. Kaulla-Stuttgart und Dri Jacobson München. *** Berlin, 4. Februar. Die Wissenschaftliche Vereinigung jüdischer Lehrer und Lehrerinnen zu Berlin sendet uns folgenden Bericht: In der General-Versamlung am 4. Dezember 1909 wurde der bisherige Vorstand wiedergewählt; die Geschäfte verteilen sich wie folgt: Rektor Tr. Gutmann 1. Vorsitzender, Hanfs 2. Vorsitzender, Abraham 1. Schriftführer, Falkenberg 2. Schriftführer, Hirschfeld Schatzmeister. Aus dem vom Schriftführer erstatteten.Bericht geht hervor, daß im Berichtsjahre 9 Sitzungen mit 7 Vorträgen und mehreren eingehenden Beratungen stattgefunden habendie zum -großen Teile zwei wichtigen Fragen gewidmet waren: der Gründung städtischer jüdischer Eemeindeschulen und der Besserstellung der Lehrkräfte an den jüdischen Religionsschulen. Einen günstigen Erfolg haben unsere Bestrebungen bis jetzt leider noch nicht zu verzeichnen. Die Wissenschaftliche Vereinigung ist stetig. gewachsen; ihre Mitgliederzahl beträgt gegenwärtig 84. Aus Anlaß der Sitzung des Brandenburger'Vereins veranstaltete die Wissenschaftliche Vereinigung am 26: Dezember ein Familienfest, das bei erfreulich reger Beteiligung einen schönen und gemütlichen Verlauf nahm. b' Berlin, 4. Februar. Die ordentliche Generalversammlung des Vereins jüdischer Lehrer der Provinz Brandenburg fand am 26. Dezember 1909 in: dem vom Vorstand der jüdischen Gemeinde.bereitwilligst zur Verfügung gestellten zweiten Verwaltungsgebäude statt. Der Vorsitzende, Professor Dr. Flegel, eröffnet die Sitzung mit einem Hoch auf den Kaiser und mit Worten ehrenden Gedenkens für das verstorbene Vorstandsmitglied Goldschmidt-Königsberg N.-M. und für die im Laufe des Jahres-Hingeschiedenen Mitglieder des Verbandsvorstandes Professor Dr. Badt-Breslau und Amram-Borken. Alsdann macht er Mitteilung von einer Zuschrift des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, in der er bittet, die Frage zur Diskussion zu.stellen, ob der 11. März 1912 als Säkular-Erinnerungstäg für die Emanzipation der Juden in Preußen durch Veranstaltungen von bleibendem Wert gefeiert werden solle. Der Verein beschließt, daß dem Vorschläge des Zentrylvereins entsprechend ein Preisausschreiben für ein auf historisch-wissenschaftlicher Grundlage beruhendes, volkstümliches Werk über die Geschichte der preußischen Juden nach der Emanzipation vom 11. März 1812 erlassen werde. — Er bittet alsdann die Mitglieder, die demnächst zur Verteilung gelangenden statistischen Fragebogen des Lehrerverbandes aufs genaueste auszufüllen. — Nunmehr hält Kollege Dr. Loewenb erg-Berlin sein Referat, über das Verbandsthema: „Das Lesebuch in der jüdischen Volksschule", in dem er aus äußeren und inneren Gründen ein jüdisch-konfessionelles Lesebuch für jüdische Volksschüler fordert und um die Aunahme folgender Resolution bittet:' „Der Verein jüdischer Lehrer der Provinz Brandenburg fordert für die Schüler jüdischer Volksschulen ein jüdisch-konfessionelles Lesebuch. Der Vorstand des Lehrerverbattdes wolle baldigst veranlassen, daß jüdisch -konfessionelle Lesebücher Nach Maßgabe der geltenden behördlichen Vorschriften herausgegeben werden." Nach einstimmiger Annahme der Resolution berichtet der Schatzmeister Weber-Berlin über die Kassenverhältnisse und wird entlastet. Der. Vorsitzende gibt Kenntnis von den Verhandlungen der Ausgleichskommission über die Aenderung der Satzungen der Verbands-Pensionskasse. In der darauf folgenden Wahl wurden die Herren Dr. Fiegel-Berlin, Sachs- Guben, Flanter-Berlin, Weber-Berlin wieder,Haase-Küstrin neu in.den Vorstand gewählt und nehmen die Wahl an. — Kollege Abraham- Berlin hat zwei von ihm entworfene Tafeln ausgestellt, die den Zweck verfolgen, an typischen Beispielen die elementarsten Regeln der hebräischen Grammatik und die gebräuchlichsten Prä- und Suffixe beim Namen und die Prä- und Afformation beim Verbum zu veranschaulichen. Er erläutert eingehend die Art der Benutzung der Tafeln. In der Debatte werden einige Wünsche bezüglich der Vervollständigung der Tafeln ausgesprochen, und es gelangt schließlich folgende Resolution Flanter einstimmig. zur Annahme: .Die Versammlung erklärt ihre prinzipielle Zustimmung zu den vom Kollegen Abraham vorgesührten Anschauungstafeln zur hebräischen Grammatik und wünscht eine zweckmäßige Vervollständigung derselben." -r- Für die nächste Verbandsperiode werden Dr. Fiegel in den Verbandsvorstand, Falkenberg als Delegierter und Flanter als dessen Vertreter gewählt. — Kollege Dr. Barol hat zwei Anträge eingebracht: 1. Der Vorstand möge beim Verbandsvorstand die Gründung eines Lehrer- Heims beantragen. 2. Der Verein jüdischer Lehrer der Provinz. Brandenburg wolle eine zweimalige Tagung im Jahre beschließen- Nach eingehender Begründung des ersten Antrages durch den Antragsteller und kurzer Debatte wird der Antrag einstirnmig angenommen, der zweite Antrag dagegen abgelehnt. Dem Vorstand wird . die Bestimmung über Ort und Zeit der nächsten Versammlung überlassen. — Nach einigen Dankesworten des Kollegen Hanff an den Vorstand und besonders an den Vorsitzenden, der seit zehn Jahren den Verein leitet, wird die Versammlung geschlossen. --- Berlin, 14. Februar. Die Wohltätigkeits-Vereinigung „Judas-Töchter" veranstaltet am Sonnabend den 19. Februar im Festsaal des Börsen-Hotels, Burgstr. 261 das 15. Stiftungsfest in Form eines Gesinde-Balles. Anfang 9 Uhr. Entree 75 Pfennig. Billets. in. Form von Gesindebüchern sind an der Abendkasse zu haben. W. Posen,. 14. Februar. Am, 1. Oktober 1909 waren fünf Jahre verflossen, seitdem der Verein „Iüdis ch es Mädchenh eim" gegründet, worden ist. Die Erwartungen, die man bei der.Eröffnung der. Anstalt, gehegt hat, sind voll und ganz in Erfüllung gegangen, und mit Genugtuung läßt sich auf die Leistungen des Vereins zurückblicken. Seit Anbeginn haben 4.6 junge Mädchen im. Mädchenheim Aufnahme gefunden, die in den verschiedensten Berufsstellungen tätig gewesen sind oder sich für einen Beruf ausgebildet haben. .Das Mädchenheim war während des ganzen letzten Geschäftsjahres vollständig besetzt, und am Schlüsse waren von den 12 Pfleglingen sieben im kaufmännischen Beruf, zwei als Schneiderinnen, zwei als Putzmacherinnen tätig, während ein junges Mädchen die Gewerbeschule behufs Ausbildung im Handelsgewerbe besucht. Der Gesundheitszustand. war ein guter. Die Anstaltsleiterin, Frau Salz, hat es auch im verflossenen Jahre an der nötigen Mühe und Fürsorge nicht fehlen lassen. In den Vorstand wurde an Stelle des verstorbenen Herrn Adolf Baruch der Kaufmann Emil Jeremias gewählt, der das Amt des Schriftführers übernommen hat. Die Zahl, der Vereins- Mitglieder ist durch Tod und Umzng geringer geworden. Daher die dringende Bitte an die jüdischen Bürger, dem Verein als Mitglieder beizutretem Wenn auch durch das bewiesene Wohlwollen und die reichen Spenden neben dem Stiftungskapital der Verein über ein eigenes Kapital von zirka 9000 Mark verfügt, das ihn im den Stand setzt, einem Pflegling auS Vereinsmitteln eine Freistelle zu gewähren, so reicht dies bei . dem großen Bedürfnis nach Freistellen bei weitem nicht aus. An Pensionsgeld der Pfleglinge, das teils von ihnen selbst, oder ihren Angehörigen, teils vom Verein zur. Förderung der Erwerbsfähigkeit unbemittelter. Frauen und Mädchen gezahlt worden ist, wurden 4126.50 Mark vereinnahmt. Dieser Summe steht eine Ausgabe von 4125.92 Mark gegenüber.. Es wurden für 4725 Vexpflegungstage für die Beköstigung allein 3649.19 Mark verbraucht, mithin pro Kopf und Tag rund 77. Pfennig. Die 34 Spenden, in Höhe von 5 bis 100 Mark, betrugen 1145.50 Mark. Außerdem find verschiedene Lebensmittel gespendet worden. Der Verein zählte bis jetzt zirka 226 Mitglieder. Den Vorstand bilden die Damen: Emma Licht, Clara Czapski, Martha Lesjer, Elen Ephraim., Ella P-e.ys.er/ die Herren: Placzek, Schleyer» Kuttner, S. Ham«

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