Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 74 (1910)
- Issue
- Heft 7 (18.2.1910)
- Date
- 1910-02-18
- Page
- Seite 82 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Um ich? ..; , Schwelgen muß ich un Vertrachterheit, - Weiter schaffen, bauen ohn a Zohl, Denken, kämpfen un do Stillerheit, Alles westu nehmen auf amol!. . . Unbekannt is mir dein Nomen — wer Hot geschickt dich zu mir do aher Mich zu quälen un zu reigen, sog, Host nit Moire denn vor jenem Tog, Wenn mir beide wellen müssen stehn, Un Chesben ob wet dann Gott wellen sehn... All's vertrog ich, all's versteer ich, All's begrob ich mit-die Zeit, Mauren brech ich, un nit Heer ich Jenems Schmerz un jenems Leid 'ch hob schoin Blumen ausgerissen, Herzer,'reine, ohn' a Schier, Kinder, kleine, in die Wiegen, Alles, alles kummt zu nrir ... 's is mein Ort nit, asa weiter 'ch well dir weisen wos davün, Seh dos schwarze Ponim meine: Jtzter weißtu, wer ich bin... fluPm guten Vrt. i. Bewolkerck der Himmel un trüb is der Tog, Un kühl blost a Windel, es schockten arum. Die Baimer un Zweigen vun heiligen Ort, Die Steiner, die lange, sei schweigen itzt stumm. Bewolkent der Himmel un trüb is der Tog, Ich geh auf dem Feld do ahin un zurück; Es schweigen die Toite, mir scheint sich, ich Heer Vun weiten alls nehnter a Trauermusik. Dos sennen die Püschkes dos Klappen ich Heer, Un schwarz werd dos Feld mit Menschen gefüllt, A Kewer, a frischer, men arbeit, men grobt, A Weinen — dann langsam werd alles gestillt. 'ch bekuck do die Szene, ich steh do vertracht, Un still werd dos Feld wie früher azind. Ich Heer as a Stimme, sie ruft: ,,'sis gewe'en!" Un mehrer zerloßt sich un kühler der Wind .... II. Un weinen stets, ich well dich oft gedenken, Un Kaddisch, Fremd, oi, well ich noch dir sogen, Un immer wet mein Seele asoi bängen. Oi, früh Hot man dich schoin arausgetrogen. Ich hob gekonnt dein Herz, dos edle, kranke. Dein Seele, .welche hot nor stets gelitten Für jenems Leid, un kämpfedig mit Leben,. Der Toid, genümmen hot er dich inmitten. Un regendig, der Tog is asa trüber. Ich steh itzt var dein Kewer, var dem.stummen, Un weinendig mit tiefe, heiße Thränen, Leg ich auf dein Griebel nasse Blumen.. , Litersrilchr lkundlchsu. 3reftnummer be§ „Magyar Israel" zum 69. Geburtstage von Wilhelm Bacher. Nur siebenundzwanzig Seiten — aber welche Begeisterung, welche Liebe, welche Treue, welche Anhänglichkeit sind auf ihnen verewigt und mit dem Namen Wilhelm Bacher aufs herzlichste verknüpft! „Magyar Israel" oder „Das ungarische Israel"eine ungarische Monatsschrift — herausgegeben von dem gelehrten Oberrabiner Dr. Eduard Neumann in Nagykanizsa. Diese Monatsschrift ist ein in seiner Art einzig dastehendes Organ der Rabbiner Ungarns. Es braucht nicht besonders erwähnt zu werden, daß es sich um die Rabbinergeneration handelt, die aus der Budap.ester Landesrabbinerschule hervorgegangen. In dem von edler Begeisterung getragenen Leitartikel des Herausgebers wird die Jugendentwicklung Bachers geschildert und seine fernere Tätigkeit dargelegt. „Gerade sind es dreißig Jahre, daß die gütige Vorsehung mich in seine'Nähe führte" — so schreibt sein einstiger Schüler, jetzt sein Kollege, der namhafte Professor Ludwig Blau, der als zweiter in dieser Festnummer das Wort erhebt. „Im Herzen Bachers war für jeden Schüler Raum, alle seine Kinder, seine Familie. Diejenigen zumal, die ihre Studien bei ihm absolvierten, trägt er ganz in seinen, Herzen. Mayer Kayserling, der hervorragende Rabbiner — Freund und Verehrer Bachers — hatte an diesem nur das eine auszusetzen, daß Wilhelm Bacher an seinen einstigen Schülern nur das Gute sah." Neben seiner ständigen Güte ist. Bacher auch stets streng. Eisernen Fleiß verlangt er von seinen Schülern. Ich möchte hier nur kurz einschalten, daß sein großer Schüler Martin Schreiner auch hierin Geist vom Geiste des Meisters war. Als dritter schildert der um das ungarische Judentum ebenfalls sehr verdienstvolle Universitätsprofessor Josef Bänoczi das Verdienst Bachers um die ungarische Bibelübersetzung und um den Ungarischjüdischen Literaturverein. Als vierter erscheint im Kreise derer, die ihrem geliebten Bacher einmütig den Lorbeer überbringen, sein Schüler Samuel Kraus, Professor an der Wiener Rabbinerschule. Er weist auf das Seltsame hin, daß der Rabbiner, der Theologe, der Exeget zugleich als persischer Philologe bekannt ist. Der berühmte Vambery rvar sein Lehrer. Auf dem Gebiete der persischen Studien erfreut sich Bacher auch des Glückes, das zur Entdeckungsreise gehört. Wieder ist es das Programm der Büdapester.Rabbinerschule, in welchem der Löwenanteil seinerwissenschaftlichen Leute Aufnahme fand — zweimal, 1907 und im Jahre 1908. Durch das von ihm entdeckte hebräisch-persische Lexikon des Salamon ben Samuel feiert die ganze persisch-jüdische Welt ihre Auferstehung. „Was Bacher auf dem Gebiete der Bibelexege'e geleistet hat, überschreitet das Maß dessen, was ein Mensch 'erfahrungsweise zu leisten vermochte." Abulivalid kam durch ihn zur würdigen Geltung. So wie er erforschte kein anderer die Schriften Ihn Ezras, und auch um Kimchi erwarb er sich große Verdienste. Eine stattliche Anzahl seiner Werke schrieb er sowohl ungarisch als auch deutsch. Jemand soll mal bemerkt haben: Bacher mäht geradezu das Feld ab, auf welches er sich geworfen — einem anderen bleibt dort nichts mehr zu tun. Durch Bachers Hauptwerk über die Agada gewinnt das vielgeschmähte rabbinische Schrifttum wie auf ein Zauberwort Schönheit und erhöhten Wert.' Er brachte Ordnung in das Chaos — er kleidete in Pracht mit dem ganzen Können eines großen Philologen seine unvergängliche Schöpfung. Da die jüdische Wissenschaft überall und zu allen Zeiten an der Bibel angesetzt hat, ist jetzt für unsere Wissenschaft durch die ungarische Bibelübersetzung eine neue hoffnungsreiche Domäne erworben worden. Als fünfter begrüßt den Gelehrten'— als Ab lechochma und Ab ledorot — Dr. M. Eisler aus Kolozsvar. „Anima eandida ist unser Bacher," ist der Grundton auch dieser Abhandlung. Nun folgt dev zweite Schüler, dem das Glück blühte, an der Seite Bachers, an der alma mater lehren zu dürfen, Dr. M. Guttmann. Im Eingänge spricht er von der Erscheinung, wonach die agadische Literatur nie ihren Maimonides gefunden, -aber das Wenige, was er im Hinweis auf diese Erscheinung sagt> ist originell. Das Verdienst der Neuzeit besteht in der Wertschätzung der. Agada. Zunz